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Hannover

Landesbischof entschuldigt sich bei Lesben und Schwulen

Bei der Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers begrüßte Bischof Ralf Meister auch die Ehe für alle als Stärkung der Institution.


Ralf Meister ist seit 2011 Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (Bild: Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers)

Bei der Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hat sich Landesbischof Ralf Meister am Donnerstag überraschend bei Lesben und Schwulen entschuldigt. "Ich entschuldige mich für alle Diskriminierungen gegenüber homosexuellen Mitgliedern unserer Landeskirche, die in der Vergangenheit durch die Kirche selbst erfolgt sind, und bitte dafür um Verzeihung", sagte der 57-Jährige vor dem viertägigen Kirchenparlament im Henriettenstift.

Kaum ein anderes Thema sei in den letzten Jahren so intensiv und leidenschaftlich, aber auch theologisch so kämpferisch im Ringen um Wahrheit, zugleich auch so menschlich kränkend und sozial diskriminierend behandelt worden wie die Homosexualität, meinte der Landesbischof in seinem Bericht. Von den Mitgliedern der Synode bekam er für die Entschuldigung kräftigen Applaus.

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Gerechtfertigte "Intervention in theologische Vorstellungen"

Die im Sommer vom Bundestag beschlossene Ehe für alle begrüßte Meister ausdrücklich: "Eine solche Öffnung schwächt unsere Ehevorstellung nicht, sondern stärkt sie." Die Erweiterung des biblischen Bildes der exklusiven Gemeinschaft von Mann und Frau für die Zweiergemeinschaft sei zwar eine entscheidende Veränderung und eine "Intervention in theologische Vorstellungen", die Jahrtausende lang Gültigkeit hatten, räumte der Bischof der mit rund 2,6 Millionen Mitgliedern größten Landeskirche Deutschlands ein. Er stellte aber klar: "Ich halte sie für gerechtfertigt."

Menschliche Ordnungsvorstellungen, die normativ an die Auslegung der Schrift gebunden seien, könnten auch eine "Begrenztheit menschlicher Vorstellungen" in Hinsicht auf die Vielfalt und den Reichtum göttlicher Schöpfung offenbaren, so Meister. Mit Hinblick auf die Schöpfungsgeschichte im 1. Buch Mose am Anfang der Bibel sagte er: "Wie sind Gottes Abbild und sollen nicht allein sein. Darunter finden sich alle Möglichkeiten, die wir theologisch und geistlich zu erfassen suchen. Wir werden weiter Lernende bleiben müssen."

Erst in der vergangenen Woche hatte Meisters Kollege Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof der benachbarten Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, die Gleichstellung homosexueller Paare als mit dem christlichen Leitbild unvereinbar bezeichnet und in diesem Zusammenhang die Ehe für alle mit Waffenexporten verglichen (queer.de berichtete). (cw)

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#1 Hazim Fahmi KouriAnonym
  • 30.11.2017, 16:35h
  • Auchg interessant und dazu passend: Ein Nationalrat der Christlichdemokratische Volkspartei wurde von der Polizei im Gebüsch aufgegriffen, als er im betrunkenen Zustand seine Ex-Geliebte belästigete.

    www.20min.ch/schweiz/news/story/-Fuer-die-Ehefrau-von-Buttet
    -ist-das-brutal--11816697


    Auch hier gab es eine Stellungnahme: «Er entschuldige sich bei den Menschen, die er unfreiwillig verletzt habe, bei seiner Frau, seinen Kindern, seiner Familie, den betroffenen Personen und jenen, die ihn unterstützten.»

    Weiterhin heisst es über ihn im Artikel er habe einen «unkontrollierbaren sexuellen Drang».
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#2 Vater
  • 30.11.2017, 19:44h
  • Oh ja, dass er gerade Mose zitiert....
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#3 Paulus46Anonym
  • 30.11.2017, 20:28h
  • Antwort auf #2 von Vater
  • Sehr erfreulich und lobenswert, das sich der Hannoveraner Bischof entschuldigt.

    Auch erfreulich, das in der Landeskirche Hannover bereits vor einigen Jahren öffentliche Segnungsgottesdienste erlaubt wurden, die leider in der Landeskirche Württemberg gestern nicht erlaubt wurden.

    Dafür hat jetzt die reformierte Landeskirche Nordwestdeutschland und Bayern als VIERTE EKD-.Landeskirche Trauungen regulär erlaubt (Reformierte Kirche, Baden, Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Rheinland).
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