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Kommentare zu:
Trauung für alle in der Pfalz


#1 goddamn liberalAnonym
  • 03.12.2017, 06:47h
  • Eine positive Entwicklung.

    Weil Kirchenpolitik in Deutschland immer auch Politik für Kirchenferne ist, auch ein gutes Zeichen an die Homophoben am rechten Rand, der leider immer breiter wird.
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#2 schwulenaktivist
#3 KetzerAnonym
  • 03.12.2017, 10:25h
  • Ich übersetze mal:
    "Wir ermöglichen jetzt, dass man euch ein klein bisschen weniger diskriminiert und finden uns selbst deshalb total toll. Wer euch aber weiter ganz traditionell diskriminieren will, dem können wir das selbstverständlich nicht verwehren. Ob wir euch irgendwann mal vielleicht doch gar nicht mehr diskriminieren wollen, darüber müssen wir jetzt noch weitere zwei Jahre nachdenken. Aber dass wir das überhaupt tun, finden wir ja schon sowas von progressiv."
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#4 hugo1970Ehemaliges Profil
#5 wiking77
  • 03.12.2017, 13:30h
  • meine Güte, wie sehr noch so viele Menschen den Segen eines Popen benötigen um miteinander partnerschaftlich zu sein.
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#6 BarahirAnonym
  • 03.12.2017, 13:41h
  • Antwort auf #3 von Ketzer
  • Hallo! Es klingt vielleicht ein bisschen seltsam, aber die evangelische Kirche der Pfalz hat schon sehr früh sehr viel getan, um Diskriminierung zu beseitigen. Es klingt vielleicht wie Hohn, aber die Frage nach dem Gewissensvorbehalt ist gerade deshalb so wichtig, weil man versucht, alle mitzunehmen. Ich selbst habe mich über den sprachlichen Unterschied auch geärgert/gewundert und viele andere auch, aber im Prinzip ist das nur eine Frage der Agenden und auch der basisdemokratischen Struktur der Landeskirche. Ein Beispiel zu den Agenden: ein Mann möchte wahrscheinlich nur bedingt als Braut bezeichnet werden, und das steht in den Formularen für die Trauung halt noch drin.
    Wichtiger ist, dass die übergroße Mehrheit der Gemeinden und Pfarrer/innen keinen Unterschied macht und alle Paare mit einer Segenshandlung begleitet (in der Kirche wohlgemerkt). Alles andere ist eine Sprachfrage und für mich in diesem Fall nachgeordnet, weil die Rechte dieselben sind. Ich selber heirate im nächsten Jahr kirchlich und Standesamtlich und freue mich über diese Entwicklung.
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#7 PhilosophAnonym
#8 Ralph
  • 03.12.2017, 15:56h
  • Es ändert sich nichts in der Pfalz. Wie bisher darf die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare nicht Trauung heißen, und wie bisher liegt es in der doppelten Willkür einerseits des Pfarrers/der Pfarrerin, andererseits des Presbyteriums, ob sie überhaupt stattfinden darf. Ein Gewissen darf der evangelische Christ immer dann haben, wenn es sich gegen Schwule und Lesben richtet. Gegen die achte kirchliche Hochzeit eines Mannes, der sieben Scheidungen hinter sich hat, gegen die Scheintaufe eines Moslems, der damit bei abgelehntem Asylantrag die Abschiebung zurück nach Afghanistan verhindern will, gegen die kirchliche Bestattung einer Verstorbenen auf Wunsch ihrer Kinder, obwohl sie sich eine solche Zeremonie wegen ihrer atheistischen Weltanschauung verbeten hatte, usw. usf. gibt es in der Kirche kein Gewissen - auch nicht dagegen, von den ausgegrenzten gleichgeschlechtlichenn Paaren Kirchensteuer zu kassieren. 2002 hatte die damalige Pfarrerin der hiesigen Gemeinde eine kirchliche Zeremonie nach unserer Verpartnerung als "Zirkus" abgelehnt. Das war dann einer von vielen Gründen, auszutreten. Einer der anderen war, dass ihr Vorgänger suspendiert worden war, weil er Geld der Kirchengemeinde unterschlagen hatte. (Das sag ich nur zur Illustrierung dessen, was ein Pfarrersgewissen offenkundig so alles aushält, wenn es nicht gerade um Schwule geht.) Noch ein Grund war, dass der damalige Sozialdezernent der Landeskirche (der heutige Kirchenpräsiden) eine Lügenkampagne gegen Sozialämter vom Zaun gebrochen hatte, die nach geltendem Gesetz kein Geld mehr an Asylbewerber zahlten, sondern Gutscheine ausgaben. Das machte auch ich an meiner Arbeitsstelle. meine Einladung an ihn, persönlich in unser Amt zu kommen, auch die Asylbewerber zu besuchen, ihre Unterkünfte zu begutachten und sie selbst zu den Gutscheinen zu begfragen, nahm er nicht an. Die Wahrheit interessierte ihn nicht. Die Asylbewerber interessierten ihn nicht. Ihm ging es nur um die öffentliche Verleumdung der betroffenen Ämter und ihrer Bediensteten. Was ein Gewissen ist, davon haben solche Leute doch gar keine Vorstellung.
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#9 Vater
  • 03.12.2017, 15:59h
  • So ärgerlich jede weitere Ungleichbehandlung auch ist UND so unwichtig mir als Atheisten eine Trauung ist, so ist doch jeder Schritt Richtung Gleichstellung ein Schritt in die richtige Richtung.
    Ein ewiges Rumnögeln am halbleeren Glas halte ich für kontraproduktiv. Das bedeutet keinesfalls, dass ich meine, man müsste sich darauf ausruhen oder sich verfrüht zufrieden geben.
    Ohne Kritik und oftmals auch Druck von unserer Seite geht es ja leider nicht weiter.

    Aber auch die halbgare Lösung der eingetragenen Lebenspartnerschaft hatte ihre Berechtigung, weil dadurch eben auch ganz allmählich ein gesellschaftlicher Wandel eintreten konnte. Die Menschen gewöhnen sich an einen Schritt und stellen dabei eben auch fest, dass dadurch die Welt nicht untergeht.
    Dadurch ist die große Mehrheit in der Lage den nächsten Schritt zu machen.

    Ohne die Lebenspartnerschaft hätten wir heute keine Eheöffnung.

    So lief es immer wieder: bei Frauenrechten, Abschaffung von Rassentrennung etc.

    Ob es blöd ist, dass es nicht schneller geht? Dass die Diskriminierer immer noch was zu melden haben? - Na sicher!

    Bin ich glücklich mit dem Tempo? Nicht wirklich!

    Und dennoch ist es heute besser als gestern und wird morgen besser sein als heute.

    Alle Menschen, die angesichts solcher Meldungen nichts als Verachtung in ihre Worte legen sollten sich das einmal bewusst machen.

    Dinge brauchen eben Zeit, weil das Leben weder ein Pobyhof, noch ein Wunschkonzert ist.

    Das ist nicht immer optimal, aber es ist eben so, wie es ist.
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#10 RobinAnonym
  • 03.12.2017, 16:35h
  • "Zunächst bleibt es aber noch bei einem sprachlichen Unterschied."

    Und solange es diesen Unterschied noch gibt, bleibt es diskriminierend.

    Und jeder Mensch mit Selbstachtung lässt sich nicht freiwillig diskriminieren, nur damit Religioten sich als ach so "barmherzig" hinstellen können.

    Wir sind nicht deren Marketing-Masse...
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#11 Paulus46Anonym
#12 AntireligiotAnonym

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