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Trotz Missbrauchsvorwürfen

Trump stellt sich hinter Homo-Hasser Roy Moore

Lange hat er sich geziert, nun setzt sich der US-Präsident mit voller Kraft für den Senatskandidaten Roy Moore ein – obwohl dieser extrem homophob ist und minderjährige Mädchen missbrauch haben soll.


Trump applaudiert einem Parteifreund, der wohl minderjährige Frauen missbraucht hat und für den Homophobie ein Lebensinhalt ist (Bild: Gage Skidmore / flickr)

  • 5. Dezember 2017, 12:17h 27 4 Min.

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat nach Wochen des Lavierens seine politische Unterstützung für den republikanischen Senatskandidaten Roy Moore angekündigt. Der 70-Jährige will sich in einer Woche bei einer Nachwahl im erzkonservativen Bundesstaat Alabama in den US-Senat wählen lassen. Der Sitz wurde frei, weil Senator Jeff Sessions ins Justizministerium gewechselt ist. Moore ist wegen seiner extrem homosexuellenfeindlichen Äußerungen umstritten und wurde zuletzt von mehreren Frauen der sexuellen Belästigung bezichtigt.

Trump erklärte via Twitter, der Sieg Moores sei entscheidend, um republikanische Politik im Parlament durchsetzen zu können. Moore werde im Senat gebraucht, um Kriminalität und illegale Einwanderung zu stoppen, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten, Abtreibungen zu verbieten, mehr für Kriegsveteranen zu tun und das Recht auf Waffenbesitz nicht einzuschränken. Der demokratische Gegenkandidat Doug Jones sei dagegen eine Marionette der demokratischen Fraktionsführung im Parlament.



Moore bedankte sich auf Twitter für die Unterstützung und erklärte, er freue sich, gemeinsam mit dem Präsidenten für das Ziel "MAGA" (Make America Great Again) kämpfen zu wollen.



Bislang hat sich Trump nie direkt für Moore ausgesprochen, sondern lediglich Jones kritisiert. Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse im Senat setzt sich Trump nun aber offensiv für Moore ein.

Innerparteiliche Kritik an Moore ist verstummt

Dabei war Moore selbst unter Republikanern umstritten, seitdem in den letzten vier Wochen mindestens fünf Frauen den früheren Richter bezichtigt haben, sie sexuell belästigt zu haben – eine der Frauen erklärte, sie sei zum Tatzeitpunkt erst 14 Jahre alt gewesen (queer.de berichtete). Moore wies alle Anschuldigungen als Kampagne des politischen Gegners zurück.

Zunächst waren auch Parteifreunde aus Distanz gegangen: So erklärte Mitch McConnell, der republikanische Fraktionsführer im Senat, er glaube den Frauen, dass sie von Moore sexuell missbraucht worden seien. Dem schloss sich auch Präsidentenberaterin und -tochter Ivanka Trump an und twitterte sogar, dass es für sexuell übergriffige Personen wie Moore "einen besonderen Platz in der Hölle" gebe.


Roy Moore erhält statt des "besonderen Platzes in der Hölle" möglicherweise einen Sitz im mächtigen 100 Mitglieder zählenden Senat

Durch die USA geht derzeit eine Welle der Vorwürfe von sexuellen Übergriffen, die Hollywood-Stars, TV-Moderatoren und Politiker umfasst. So führten Missbrauchsvorwürfe etwa zum De-facto-Karriereende von Oscarpreisträger Kevin Spacey (queer.de berichtete). Auch gegen Donald Trump gab es wiederholt Missbrauchsvorwürfe, die der US-Präsident aber stets abgestritten hat – diese spielen in der öffentlichen Debatte praktisch keine Rolle. Trump griff allerdings in den letzten Wochen via Twitter gerne andere Personen an, denen sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden – allerdings nur, wenn es sich dabei um "Liberale" oder Demokraten handelt.

Angesichts der politischen Lage scheinen aber die Missbrauchsvorwürfe gegen Moore inzwischen für die republikanische Parteiführung generell keine Rolle mehr zu spielen. So hat auch das "Republican National Committee", das nationale Orgaisationsgremium der Partei, am Montag angekündigt, Moores Wahlkampf finanziell doch noch unterstützen zu wollen.

Moore sieht sich von Homosexuellen verfolgt

Moore war in der Vergangenheit unter anderem Chef-Richter des Obersten Gerichtshofs von Alabama. 2012 wurde er des Amtes enthoben, weil er sich unter Berufung auf seinen christlichen Glauben geweigert hatte, gleichgeschlechtliche Eheschließungen in Alabama zu erlauben (queer.de berichtete). Wiederholt sorgte Moore mit LGBTI-feindlichen Aussagen für Wirbel. So bezeichnete er Transpersonen generell als "geisteskrank".

Sich selbst und seine Mitstreiter sah er dagegen wiederholt als Opfer einer Hetzkampagne von "Atheisten, Homosexuellen und Transgenderpersonen". Die angebliche Verfolgung von Gegnern der Ehe-Öffnung in den USA sei vergleichbar mit der Verfolgung von Juden in Nazi-Deutschland.

Umfragen zufolge bahnt sich in Alabama, einem sonst sicheren republikanischen Staat, ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Moore und Jones an. Bei den letzten Senatswahlen war kein demokratischer Kandidat gegen Jeff Sessions angetreten – der Republikaner wurde schließlich mit 97 Prozent der Stimmen gewählt. Sollten die Republikaner diesen Sitz verlieren, würden sie nur noch 51 Senatoren stellen, die Demokraten kämen dann auch 49. (dk)

-w-

#1 AmurPride
  • 05.12.2017, 13:41hKöln
  • Wen überrascht's?

    Das Trump ein Sexist ist und einen Scheiß auf Frauen und Frauenrechte gibt, weiß Amerika doch schon seit dem Präsidentschaftswahlkampf.

    Das Trump, gegen den es selbst wiederholt Missbrauchsvorwürfe gab, nun nach dem Motto "eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" seinen Gesinnungsgenossen Roy Moore auch offen unterstützt um seine hauchdünne Mehrheit im Senat zu sichern, zeigt einmal mehr aus welchem Holz der "Herr" geschnitzt ist.

    Gott, ich kann gar nicht zu viel essen wie ich kotzen möchte! :-(

    Übrigens: Das der US-Präsident die Missbrauchsvorwürfe bislang aber stets abgestritten hat, ist in seiner Denke nur logisch. Denn Missbrauch wäre es ja nur, wenn er Frauen so etwas wie ein sexuelles Selbstbestimmungsrecht einräumen würde. Tut er aber nicht. Daher folglich für ihn auch kein Missbrauch!
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#2 JuJulienAnonym
  • 05.12.2017, 14:31h
  • Antwort auf #1 von AmurPride
  • "Trump applaudiert einem Parteifreund, der wohl minderjährige Frauen missbraucht hat "

    queer.de hat sich also der Missbrauchshysterie angeschlossen und die Unschuldsvermutung über Bord geworfen. Nochmal für die Langsamen: Er mag ein schwulenfeindliches Arschloch sein, aber seine Schuld im bezug auf sexuellen Missbrauch ist UNBEWIESEN. Jeder aufrechte Demokrat hat ihn daher wie einen Unschuldigen zu behandeln.

    Wer sagt, Moore sollte nicht aufgestellt/gewählt werden, weil er schwulenfeindlich und ein Dummkopf ist, hat damit von seinem demokratischen Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch gemacht.
    Wer aber sagt, er sollte nicht aufgestellt/gewählt werden, weil er des Missbrauchs beschuldigt wird - obwohl kein Beweis vorliegt - der hat mit Demokratie und Rechtstaat nichts zu tun.
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#3 PeerAnonym
  • 05.12.2017, 15:01h
  • Trump stellt sich also hinter Homohasser und Kinderschänder...

    Warum wundert mich bei dem nichts mehr...
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