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August Ames

"Homophobe" Pornodarstellerin begeht Selbstmord

Eine erfolgreiche Hetero-Pornodarstellerin will keine Szenen mit Schwulenporno-Stars drehen. Daraufhin wird sie in sozialen Netzwerken beschimpft. Wenig später ist sie tot.


August Ames wirkte in über 270 heterosexuellen Pornofilmen mit (Bild: Instagram / msmaplefever)

Selbstmord nach einem Shitstorm: Die 23-jährige Pornodarstellerin August Ames (bürgerlich: Mercedes Grabovski) ist am Dienstag im kalifornischen Camarillo gestorben. Der Gerichtsmediziner des Bezirkes Ventura bestätigte gegenüber dem Portal "The Blast", dass Ames sich erhängt habe und durch Ersticken ums Leben gekommen sei. Sie hinterlässt einen Ehemann.

Kurz vor ihrem Tod gab es scharfe Kritik an Äußerungen der Darstellerin, die in mehr als 270 Hetero-Pornos aufgetreten war und mehr als eine halbe Million Twitter-Follower gehabt hatte. Anlass war eine Twitter-Mitteilung vom Sonntag, in der sie erklärte, dass sie keine Szene mit einem Mann drehen wollte, der zuvor in einem Schwulenporno mitgewirkt hatte. Daher sei sie von einer anderen Darstellerin ersetzt worden.



Die Aussage führte dazu, dass sie in sozialen Netzwerken als Schwulenhasserin aggressiv beschimpft wurde. Auch schwule Pornodarsteller warfen ihr Homophobie vor. Daraufhin antwortete Ames: "Wie kann ich homophob sein, wenn ich mich doch selbst von Frauen angezogen fühle? Nicht mit schwulen Männern Sex haben zu wollen, ist nicht homophob. Die wollen doch auch keinen Sex mit ihr haben."



Der Konflikt schaukelte sich danach weiter hoch. Auch Pornokolleginnen kritisierten die Haltung von Ames. "Wenn du Menschen ausschließt, nur weil sie schwule oder Crossover-Filme gedreht haben, ergibt das keinen Sinn", schrieb etwa die Pornodarstellerin Jessica Drake. "In Wirklichkeit wissen wir doch nie, was jemand mit jemanden macht, wenn keine Kameras herumstehen."

"Fuck y'all"

Ames verweigerte eine geforderte Entschuldigung mit den Worten: "Ich brauche mich nicht zu entschuldigen! Soll ich mich etwa entschuldigen, weil ich auf meine Gesundheit achte?" Ihr letzter Twitter-Eintrag kurz vor ihrem Tod lautete "fuck y'all" (fickt euch alle).

Der ältere Bruder der Pornodarstellerin machte Mobbing für ihren Freitod verantwortlich: "Ich möchte, dass der Tod meiner Schwester als wichtiges Thema anerkannt wird. Mobbing ist nicht in Ordnung. Das hat meiner kleinen Schwester das Leben gekostet", erklärte er gegenüber der britischen Boulevardzeitung "The Sun". "Ich werde tun, was ich kann, um Mercedes eine Stimme zu verleihen, aber jetzt möchten ich und meine Familie alleingelassen werden, damit wir trauern können. Wir haben eine geliebte Person verloren." Verwandte der Darstellerin bestätigten, dass sie an Depressionen gelitten habe.

Der schwule Pornodarsteller Bruce Beckham, der Ames eine "ungebildete Homo-Hasserin" genannt hatte, verteidigte seine Haltung auch nach ihrem Tod. "Sie hat angeblich ihr Leben beendet, weil sie dem selben Gift ausgesetzt war, dass Schwule auf der ganzen Welt seit Jahrzehnten ertragen müssen", so Beckham am Mittwoch via Twitter. Am Donnerstag schränkte er allerdings in einem persönlich an die Tote gerichteten Tweet ein: "Es tut mir leid, dass ich dich homophob genannt habe, ohne vorher ein privates Gespräch zu führen." (cw)



#1 Homonklin44Profil
  • 08.12.2017, 19:13hTauroa Point
  • Leidvoll und traurig, wenn Menschen ihr gesamtes Selbst von Mobber-Kommentaren in einem "sozialen" Netzwerk abhängig machen. Ob da nicht auch noch im RL was im Verborgenen lag, oder Leute ihr telefonisch zusetzten?
    Wenn sie sich aber deswegen das Leben genommen hat, war die Persönlichkeit oder ihre Skills, um mit negativer "Zuwendung" umzugehen, auch vorher nicht gerade stabil.

    Da hätte man sich früher an der Schule ja alle 3-4 Tage aufhängen müssen, bei dem Umgang, der da so kam.

    Mit wem sie Filme drehen will, sollte sie in dem Beruf auch immer noch selbst entscheiden können. Vielleicht hätte ihr auch Aufklärung über alles Übertragbare geholfen, die nicht über Klischeevorstellungen dargereicht worden wäre.
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#2 JupiterAnonym
  • 08.12.2017, 21:24h
  • War die denn konsequent und hat auch nicht mit bisexuellen Frauen gearbeitet, oder waren nur Männer das Problem?
    Sie war ja nicht gezwungen in männlich- bisexuellen Pornos mitzuwirken, sondern hat Menschen dafür beurteilt, was sie zuvor gemacht haben, ohne dass es sie tangiert.
    Dann wundert sie sich wenn der Bumerang zurück schlägt und sie selber kritisiert wird.
    Eine sehr schwache Persönlichkeit war sie wohl, so wie es viele Homophobe sind.
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#3 FriedenAnonym
  • 08.12.2017, 21:34h
  • Es tut mir leid für sie.
    Da sie Depressionen hatte, ist so ein zusätzlicher Shitstorm enorm überbelastend. Kein Mensch kann darüber urteilen, was in ihr vorging. Es muss sie offensichtlich aber massiv belastet haben, was ich nachvollziehen kann.
    Wie ich in Medien lesen konnte, war sie eine positive Person mit liebenswürdiger Ausstrahlung.
    Sie äußerte selbst, dass sie Frauen bevorzugte. Somit war ihr Posting bei Twitter keine Homophobie, sondern ihr Satz wohl nur nicht ganz ausführlich formuliert.
    Angeblich hatte sie einen Ehemann. Scheint so als wäre sie in einer neuen Phase ihres Lebens gewesen und hatte eventuell vor, ihre Zukunft mit einer Frau zu teilen.

    Aber dumme Leute fragen nicht nach, sondern interpretieren und beginnen den Shitstorm. Es ist mir unbegreiflich wie dreist Menschen im Internet sein können. Sie meinen, sie müssten mal auf die Pauke hauen, weil es ja keine Internetpolizei gibt.
    Es gibt aber Grenzen in der Privatsphäre.
    Das hat die shitstormer nicht interessiert.

    Nun, mich interessiert gerade nicht wie es diesen shitstormern jetzt geht. Vielmehr denke ich an ihre Eltern, an ihren Ehemann und an alle, die sie näher kannten.

    Sie hat es nicht verdient, was viele ihr angetan haben. Auch ein Shitstorm kann die Hölle auf Erden bedeuten, vor allem, wenn sie schon an Depressionen litt.

    Eine Rose für dich, August Ames:
    ~~~~~~, '~~~@
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#4 sirenensangAnonym
  • 08.12.2017, 23:00h
  • Antwort auf #3 von Frieden
  • ich glaube, das tatsächlich homophobe element in der ganzen diskussion, die vor diesem selbstmord geschah, war die implikation der person (und die klaren aussagen ihrer verteidiger*innen), dass schwule männer generell ja irgendwie eher eine sexuell übertragbare krankheit hätten, halt dieses alte aids-stigma. das ist natürlich uncool.
    darüber hinaus ist es aber relativ unklar, warum dieser mensch sich wirklich umgebracht hat, korelation ist nicht kausation und von dem was ich selber auf twitter sehe war der "shitstorm" nicht unbedingt nennenswert. es kann natürlich sein dass sie gerade in einer tiefphase war und die diskussion ihr noch mehr geschadet hat, aber daraus darf die ableitung nicht sein, dass jedes gegenwort gegen homophobie gleich cybermobbing wäre. das wäre nicht nur vorschnell, sondern oft genug auch täter-opfer-umkehr... viele lgbt*+menschen leben in täglichen, immer andauernden shitstorms, die aber eben auch im wahren leben stattfinden, unausgesetzt und immerzu. wir müssen uns wehren können.
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#5 BobAachenProfil
#6 andreAnonym
  • 09.12.2017, 04:38h
  • Ich weiß nicht, was an der Aussage der Frau homophob sein soll. Sie hat es ja sogar begründet mit Ihrer Gesundheit. Das ist nachvollziehbar. Selbst die verweigerte Entschuldigung ist richtig. Für was? Das der Mob gleich lospoldert ist fürchterlich. Noch dazu, möglicherweise, die Frau in den Tod getrieben hat. Aber so sind nun mal leider die Zeiten. Genau so dämlich ist die Aussage, besonders in Deutschland, wer nicht links ist, ist prinzipiell rechts und sogar Nazi. Was natürlich nicht stimmt, allerdings noch bescheuerter ist. Der Mob lauert eben überall. Besonders wenn die Argumente ausgehen. Laut Wikipedia ist Mob: "eine sich zusammenrottende Menschenmenge mit überwiegend niedrigem Bildungs- und Sozialniveau."
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#7 Syro36Profil
  • 09.12.2017, 05:13hBerlin
  • Ein Aspekt, der mit in der Bewertung der Situation völlig in der Berichterstattung fehlt ist folgender: War der Pornodreh mit dem schwulen Co-Darsteller als kondomloser Sexakt angelegt?
    Das macht doch einen riesigen Unterschied.

    In diesem Falle könnte ich die Bedenken der Darstellerin nachvollziehen, da die Prävalenz von HIV unter Schwulen nun mal deutlich über dem Durchschnitt liegt und es wohl auch schon Fälle gab, wo sich Pornodarsteller trotz Testes aufgrund der diagnostischen Lücke angesteckt haben. (Klar, ein Darsteller bleibt nicht nach jedem Dreh 6 Wochen Sex-abstinent, nur um sich testen zu lassen). Also dieses Ansteckungszenario ist nicht ganz unrealistisch und hat meiner Ansicht nach auch nichts mit Homophobie zu tun.

    Anders sieht es aus, wenn sich ihre Sorge auf allgemeine STIs bezog. HPV, Tripper oder Herpes sind auch unter Heteros weit verbreitet und auch durch Kondome nur teilweise zu verhindern, da auch durch einfachen Hautkontakt übertragbar. Als Darstellerin in über 500 Filmen, hat sie damit bereits selbst sicher ausreichend Erfahrung gemacht.
    Also wenn sie einen schwulen Co-Darsteller trotz Kondom ablehnt, aber mit Hetero-Pornodarstellern kein Problem hatte, kann ich das "Gefährlich-Argument" schwer nachvollziehen.
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#8 OrthogonalfrontAnonym
  • 09.12.2017, 07:07h
  • Wenn man Depressionen hat, sollte man als so ziemlich allererstes sämtliche "sozialen" Medienplattformen meiden, wie der Teufel das Weihwasser.

    Homophob war ihre Aussage selbstverständlich, weil sie Männern die Sex mit Männern haben, pauschal Krankheit unterstellt hat. Daran gibt es nichts zu diskutieren.
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#9 YagezAnonym
  • 09.12.2017, 07:50h
  • Passendes Beispiel für Die Geister die ich rief...
    Sie sagt ja nicht nur was gegen einen persönlichen Dreh mit Darstellern aus dem schwulen Pornobereich und bedient Klischees, sondern fragt, ob es den Agenturen egal sei wen sie repräsentieren, so als wären homosexuelle Männer an sich ein Stigma.
    Der ganze Tweet ist auf bitte applaudiert mir zu meiner Aussage bedacht, wenn man sich die Art der des Tweet anschaut. Sie ist diejenige die einen Shitstorm produziert hat und zwar in dem sie Beifall für ihre abschätzige Aussage wollte.
    Das sich sowas drehen kann und sie Gegenwind kriegt, hätte sie früher bedenken müssen.
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#10 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 09.12.2017, 09:06h
  • Antwort auf #6 von andre
  • Wenn eine Menschenmenge gegen einen diskriminierenden/hetzenden Menschen oder eine diskriminierende/hetzende Gruppe lästert, ist das kein Mob, sondern eine Gruppe, die gegen soziale Missstände demonstriert!!!
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