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Jaxton Wheeler bedauert Tweet

Nach Selbstmord von August Ames: Pansexueller Pornostar unter Beschuss

Jaxton Wheeler hatte der heterosexuellen Pornodarstellerin August Ames geraten, eine Zyankali-Kapsel zu schlucken – wenige Stunden später erhängte sich die 23-Jährige.


Jaxton Wheeler wurde bereits von mehreren Labels wegen seines Tweets gefeuert (Bild: men.com)

  • 11. Dezember 2017, 14:46h 19 3 Min.

Der 30-jährige Pornostar Jaxton Wheeler verteidigt sich gegen Behauptungen, er habe mit einem Tweet die Darstellerin August Ames in den Tod getrieben. Die 23-Jährige, die in über 270 Hetero-Pornoproduktionen zu sehen ist, hatte sich am vergangenen Dienstag das Leben genommen, nachdem sie wegen einer Twitter-Mitteilung in die Kritik geraten war, in der sie ablehnte, mit einem Darsteller aus schwulen Pornofilmen zusammenzuarbeiten (queer.de berichtete).

Nur Stunden vor ihrem Selbstmord hatte Wheeler in einem inzwischen nicht mehr aufrufbaren Twitter-Eintrag an Ames geschrieben: "Die Welt wartet auf deine Entschuldigung oder darauf, dass du eine Zyankali-Kapsel schluckst." Wheeler gehört zu den populärsten Pornodarstellern der USA und trat für Studios wie "Raging Stallion", men.com oder "Next Door Male" auf; der nach eigenen Angaben pansexuelle Darsteller war aber auch in bisexuellen oder heterosexuellen Pornofilmen aktiv.



Dieser Eintrag führte zu kritischer Berichterstattung in den US-Mainstreammedien, etwa im Nachrichtenmagazin "Newsweek". Gegenüber dem Pornoblog "The Sword" bedauerte der Darsteller daraufhin den Tod von Ames: "Ich bin traurig, dass eine Kollegin nicht mehr da ist", so Wheeler. Er habe eigentlich ein Gespräch über die Stigmatisierung von Menschen herbeiführen wollen, die wie er mit Frauen und Männern vor der Kamera Sex haben. "Ich gebe zu, dass ich emotional reagiert habe und meine Worte nicht gut gewählt waren. Nichts von dem war aber eine Aggression gegen August, noch gegen ihre Freiheit, mit den Leuten zu arbeiten, mit denen sie arbeiten will."

Wheeler will weiterhin für "Crossover-Talente" kämpfen

Er habe sich aber gegen "Falschinformationen" über "Crossover-Talente", wie er eines sei, wehren wollen: "Als professioneller Crossover-Performer werden ich genauso rigoros und regelmäßig getestet wie alle anderen auch", so Wheeler. Für den Tod der Kollegin fühle er sich außerdem nicht verantwortlich: "Um eines klarzustellen: Mein Kommentar wurde veröffentlicht, nachdem sie sich dazu entschieden hat, ihr Leben zu nehmen." Er werde weiterhin dafür kämpfen, dass Crossover-Darsteller nicht stigmatisiert werden.


August Ames nahm sich vergangene Woche das Leben

In sozialen Netzwerken gab es in den letzten Tagen einen regelrechten Shitstorm gegen Wheeler. So hat die Hetero-Pornodarstellerin Jenna Jameson geschrieben: "Du hast meiner Freundin August gesagt, sie soll eine Zyankali-Kapsel schlucken – du bist verantwortlich." Sie werde nicht ruhen, bis Wheeler aus den sozialen Netzwerken verbannt worden sei.



Wheeler erklärte weiter, dass er wegen der Auseinandersetzung bereits mehrere Aufträge verloren habe: "Ich hatte zwei schwule Auftritte für nächste Woche geplant, wurde aber gefeuert. Ich wurde auch von 'Evil Angels' [einem Hetero-Pornolabel] gefeuert, aber das war zu erwarten, da August auch für dieses Studio gearbeitet hatte. Wie gesagt: Sie ist das Opfer, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht auch zu einem Opfer gemacht worden bin."

Jaxton Wheeler war erst vor einem Jahr in den Schlagzeilen, weil sein Mitbewohner, der Pornostar Alexander Gustavo, sich in dessen gemeinsamer Wohnung umgebracht hatte (queer.de berichtete). (cw)

#1 FriedenAnonym
  • 11.12.2017, 15:53h
  • Danke für diesen Artikel.
    Ich bin mir sicher, wenn da noch weiter geforscht wird, stellen sich noch weitere Skandale heraus.

    Ich bleibe bei meiner Meinung: es tut mir leid für sie und den shitstorm hat sie nicht verdient.

    ~~~~~`, ~~@
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#2 JuljanAnonym
  • 11.12.2017, 16:28h
  • Den Kommentar hätte er lassen müssen, wie menschenverachtend jemandem zu sagen er solle zylonkali schlucken.
    Auch wenn er es lappidar meinte, es war vielleicht ,neben anderem, der Auslöser ( nicht die Ursache) für den Suizid.

    Allerdings hatte die Frau mit ebenfalls lapidaren Sätzen Schwule pauschal verurteilt, offen in einem Tweet eine andere Darstellerin die für sie einspringen sollte vor dem Dreh mit einem ehemals Schwulen Pornodarstellet gewarnt und ist öffentlich ihre Firma angegangen, dass diese mit bisexuellen Männern arbeitet.

    Es geht nicht darum, dass sie selber nicht mit so einem Darsteller arbeiten wollte, sondern dass sie das öffentlich anprangert, als wäre es ein Makel mit so jemandem Sex zu haben und darum, dass sie auch ihre Ersatzdarstellerin und die Firma öffentlich warnt.

    Ihre Aussage war eine Mischung aus Eifersucht auf die Ersatzdarstellerin ( da die Firma nicht, wie sie hoffte, den Schwulendarsteller, sondern sie selber austauschte und sie somit die Rolle nicht bekommen hat) und Homophobie.
    Sowas klischeebesetztes und beifallheischendes öffentlich zu schreiben ist für gewöhnlich der Beginn eines Shitstorms gegen Schwule.
    Dass sich das Blatt wendet und im Nachhinein sie das Opfer eines Shitstorms wurde ( wobei ihr die meisten wie man nachlesen kann, moderat geantwortet haben in dem sie auf ihr tatsächliches Klischeedenken hingewiesen haben) hat sie wohl selber am meisten überrascht. Sie hat mit ihrem Tweet Menschen verletzt, wurde dann selber angegriffen und es nahm ein schreckliches Ende.
    Man muss aufpassen was man in den sozialen Medien schreibt, das gilt in diesem Fall für alle Seiten.
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#3 FriedenAnonym