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Dritte Liga

"Nur Schwuchteln hier": DFB ermittelt gegen Zwickau-Spieler

Weil er beim Spiel gegen den Halleschen FC homophob ausrastete, droht Davy Frick eine nachträgliche Sperre. Sein Verein belegte ihn bereits mit einer vierstelligen Geldstrafe.


Davy Frick steht seit 2011 beim FSV Zwickau unter Vertrag, dem 2016 der Aufstieg in die 3. Liga gelang (Bild: FSV Zwickau)

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat am Montag ein Ermittlungsverfahren gegen den Mittelfeldspieler Davy Frick vom Fußball-Drittligisten FSV Zwickau eingeleitet. Der 27-Jährige war am Sonntag beim Spiel gegen den Halleschen FC nach Erhalt einer Gelb-Roten Karte ausgerastet und rief beim Verlassen des Spielfelds unter anderem "nur Schwuchteln hier" in Richtung des gegnerischen Trainers Rico Schmitt. Der MDR schnitt die Beschimpfung live mit.

Frick wurde vom Kontrollausschuss zu einer Stellungnahme aufgefordert. Nach Vorliegen und Auswertung der Erklärung des Spielers will das DFB-Gremium über mögliche Sanktionen entscheiden. Dem im thüringischen Triptis geborenen Fußballer droht mindestens eine nachträgliche Sperre. Da er bereits in der zurückliegenden Saison wegen einer Schiedsrichterbeleidigung für vier Spiele gesperrt worden war, könnte er als Wiederholungstäter eingestuft werden.

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Sportdirektor zeigt Verständnis für Homophobie

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hat der FSV Zwickau bereits auf den homophoben Ausraster reagiert und eine Geldstrafe in niedriger vierstelliger Höhe gegen den 27-Jährigen ausgesprochen. Frick selbst, so schreibt das Blatt, habe seinen Fehler eingesehen und wolle sich bei Rico Schmitt entschuldigen.

Vom Zwickauer Sportdirektor David Wagner wurde der Mittelfeldspieler allerdings auch in Schutz genommen. "Natürlich sagt man so etwas nicht in der Öffentlichkeit", meinte der Vereinsvorstand gegenüber "Bild", schränkte jedoch ein: "Aber ich möchte mich auch vor den Jungen stellen. Auf dem Platz sind extrem viele Emotionen dabei. Da gibt es unter den Spielern genügend Kommentare. Das erlebe ich auch auf der Bank mit. Ich lasse es nicht zu, dass Davy jetzt von allen zerrissen wird." (cw)

Direktlink | Davy Fricks homophober Ausraster vor der Kamera



#1 Gerlinde24Profil
  • 12.12.2017, 07:12hBerlin
  • Fricks (klingt irgendwie wie "Ficks", sein Nachname) war sauer, und da sagt man schon mal was Unbedarftes. Andererseits gibt sein "Kommentar" einen tiefen Einblick in seine homophobe Seele,
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#2 RobinAnonym
#3 AmurPrideProfil
  • 12.12.2017, 09:44hKöln
  • Herzlich willkommen im meinem Alltag!^^
    "Schwuchtel" ist ebenso auf dem Schulhof wie auf dem Fussballplatz das am häufigsten gebrauchte Schimpfwort.
    Von daher wäre ich vorsichtig damit, dem Herrn Davy Frick bewusste Homophobie zu unterstellen.
    Vielleicht ist das in seinem Verein ja auch ein durchaus geduldeter Umgangston der Profis untereinander. Dafür scheint mir zumindest das statement vom Zwickauer Sportdirektor David Wagner zu sprechen:
    "Natürlich sagt man so etwas nicht in der Öffentlichkeit", meinte der Vereinsvorstand gegenüber "Bild", schränkte jedoch ein: "Aber ich möchte mich auch vor den Jungen stellen. Auf dem Platz sind extrem viele Emotionen dabei. Da gibt es unter den Spielern genügend Kommentare. Das erlebe ich auch auf der Bank mit."
    In der Öffentlichkeit nicht erlaubt, intern aber schon? - Tja, wenn's vereinsintern üblich ist, dann kann's halt auch mal öffentlich "rausrutschen".
    Der Fisch stinkt halt immer vom Kopf her. Wenn Lehrer und Trainer so ein Verhalten durchgehen lassen, dann bereiten sie solchen homophoben Sprüchen und der Homophobie den Boden.

    Mal schauen wie der DFB reagiert.
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#4 wratesfdgAnonym
#5 OrthogonalfrontAnonym
#6 q23ezftrhbgAnonym
  • 12.12.2017, 10:07h
  • Das Problem fängt schon in der Schule an.

    Wer in der Schule lernt das Schimpfwort "Schwuchtel" als Standardschimpfwort zu verwenden, der wird es dann auch im Erwachsenenalter verwenden.

    Leider wird immer noch zu wenig gegen Homophobie in der Schule getan. Stellt euch mal vor was wäre, wenn Schüler statt "Schwuchtel" dauernd "Jude" oder "Neger" als Schimpfwort benutzen würden. Da würde die Schule und der Staat viel härter gegen die Schüler durchgreifen. Leider aber nicht, wenn "Schwuchtel" als Schimpfwort benutzt wird.

    Wahrscheinlich denken sich Erwachsene und insbesondere die Lehrer "Ach, es sind ja nur Kinder und Jugendliche, da ist es normal, wenn sie ab und zu sich mit 'Schwuchtel' beschimpfen". Aber ok ist das nicht.

    Toleranz gegenüber gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ist falsch und ein großer Fehler.

    Wenn jemand das Wort "Schwuchtel" als Schimpfwort in meiner Gegenwart verwendet, wird er von mir angezeigt. Keine Toleranz.

    Und ich rate jedem von euch dasselbe zu tun, d. h. sofort der Polizei melden, wenn jemand solche Schimpfwörter verwendet.
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#7 BEARAnonym
  • 12.12.2017, 10:15h
  • Antwort auf #3 von AmurPride
  • Dass "Schwuchtel" derart häufig als Schimpfwort verwendet wird, zeigt sicher nicht, dass das ja alles ganz harmlos und in Wirklichkeit gar nicht so gemeint und gar nicht so schlimm sei.

    Vielmehr zeigt es, wie tief und breit Homophobie nach wie vor in unserer Gesellschaft verwurzelt ist und auch immer noch akzeptiert wird.

    Da hilft nur, sich radikal dagegen aufzustellen und das IN KEINEM FALL, weder auf dem Schulhof noch im Fußball noch sonstwo, durchgehen zu lassen.
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#8 ClaasAnonym
  • 12.12.2017, 10:42h
  • "Sportdirektor zeigt Verständnis für Homophobie"

    Ich weiß nicht, was ich schlimmer finden soll:

    Irgendwelche drittklassigen Provinz-Sportler, die den Frust, es nicht weiter zu schaffen, an anderen auslassen müssen.

    Oder Funktionäre, die das relativieren wollen.

    Wissen solche Leute nicht, welche Kraft Worte haben und was solche Aussagen anrichten?!

    Wenn Leute, die eigentlich Vorbilder sein sollten, stattdessen gegen Schwule hetzen, bewirkt das, dass noch mehr schwule Jugendliche denken, sie seien minderwertig. Dass noch mehr den Glauben an sich selbst und das Vertrauen verlieren. Und dass sich noch mehr Menschen das Leben nehmen.

    Und auf der anderen Seite bewirkt es, dass noch mehr Hetero-Jugendliche meinen, homophobe Hetze sei akzeptabel oder gar "cool". Oder dass sie das tun müssen, um zu beweisen, dass sie vermeintlich "echte Kerle" sind, was die Situation der Betroffenen und das alltägliche Mobbing noch weiter verschärfen.

    Hier geht es nicht nur um Worte, sondern um deren ganz reale Folgen, die bis hin zu realer Gewalt und realem Selbstmord reichen können.

    Insofern darf es bei solcher Hetze keine Relativierungen geben.

    Der Typ ist erwachsen uns muss sich unter Kontrolle haben - ansonsten ist das der falsche Job für ihn.

    Keine Toleranz für Hass!!!
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#9 Homonklin44Profil
  • 12.12.2017, 10:43hTauroa Point
  • Kenne das auch als ganz gewöhnlich. Wenn man da jeden anzeigen würde, weil er "Schwuchtel" sagt, säße über kurz oder lang halb Deutschland mit Bußgeldbescheiden da. So im Hobby-Bolzer und Sportbereich recht verbreitet. Auch in der Durchnittsbevölkerung viel im Gebrauch. Am Strand in der Urlauberzone. Im Viertel unter den sozial Schwächeren und sogar die Nochnichtsoganzlangedeutschen unter einander.

    Wenn man das "ausrotten" will, braucht es mehrere Generationen Sprech-Kontrolle.

    An der Schule damals gab es das so noch nicht, da war bei uns "Du Neger" grade 'in'. Ganz egal ob Jemand nun dunklen Teint hatte oder nicht. Der fahle blonde Thomas musste immer so lachen, wenn er ein "Du Neger" erhielt.
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#10 MatsAnonym
  • 12.12.2017, 10:52h
  • "Da er bereits in der zurückliegenden Saison wegen einer Schiedsrichterbeleidigung"

    Offenbar ist Fußball nicht der richtige Sport für ihn, wenn er ständig ausrastet, sobald ihm etwas nicht passt.

    Vielleicht sollte er sich ein anderes Hobby suchen, wo er nicht mit anderen Menschen zu tun hat.

    ----------------------------------

    "Ich lasse es nicht zu, dass Davy jetzt von allen zerrissen wird."

    Das macht der schon selbst und nicht "die anderen".

    Aber bei solchen Leuten sind ja immer "die anderen" an allem schuld...
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