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Was macht uns schwul?
Studien finden genetische Gründe für männliche Homosexualität
Wissenschaftler versuchen weiterhin herauszufinden, warum manche Männer schwul sind. Laut zwei Studien liegen Antworten in den Chromosomen – und in der Frage, ob man einen älteren Bruder hat.

Diesen Jungs ist ziemlich egal, ob sie wegen ihrer Gene, wegen der Gesellschaft oder wegen den Umweltbedingungen so gerne kuscheln (Bild: Helix)
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12. Dezember 2017, 14:54h 3 Min.
Zwei in den vergangenen Tagen veröffentlichte Studien untersuchen die möglichen biologischen Gründe, warum männliche Personen homosexuell geboren werden. Eine am Montag veröffentlichte kanadische Studie unter Führung des Psychologen Anthony F. Bogaert von der Brock University in Ontario geht davon aus, dass eine höhere Konzentration von Antikörpern gegen das Protein NLGN4Y eine größere Wahrscheinlichkeit beinhaltet, dass ein Mann schwul ist.
Das Protein ist gekoppelt an das Y-Chromosom, das nur Männer in sich tragen und das eine Rolle bei der Entwicklung des männlichen Gehirns spielt. Die Forscher gehen davon aus, dass der Einfluss dieses Proteins bereits vor der Geburt beginnt: Wächst der erste männliche Fötus im Mutterleib heran, reagiert laut einer Theorie das Immunsystem der Mutter und bildet gegen das Protein Antikörper. Wenn die Mutter später erneut mit einem Jungen schwanger wird, können laut der Theorie die Antikörper die Plazentaschranke überwinden und das ungeborene Kind beeinflussen. Daher gebe es eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass der zweite Sohn schwul wird.
Jungs mit älteren Brüdern sind eher schwul
Bogaert und die anderen Autoren untersuchten für ihre Studie eine kleine Gruppe von 142 Frauen zwischen 18 und 80 Jahren auf die Konzentration von NLGN4Y. Demnach konnten die Forscher die größte Konzentration dieses Antikörpers in Frauen finden, die schwule Söhne mit einem älteren Bruder hatten. Frauen, die nur Mädchen oder heterosexuelle Jungs auf die Welt gebracht haben, hatten dagegen eine geringere Konzentration des Antikörpers im Blut.
Bereits wiederholt hatten Forscher Geschwister untersucht und dabei festgestellt, dass Jungs mit älteren Brüdern öfter schwul waren. Welche Prozesse dafür verantwortlich sind, wurde aber unterschiedlich beantwortet: Manche Forscher machten zwei Chromosomen – das achte Chromosom und eine Region des Geschlechtschromosoms (Xq 28) – dafür verantwortlich (queer.de berichtete).
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US-Forscher finden Homo/Hetero-Unterschiede auf zwei Chromosomen
Eine amerikanische Studie, die vergangene Woche im Fachjournal "Scientific Reports" veröffentlicht wurde, verweist aber auf ganze andere Chromosomen: Genforscher der North Shore University in Illinois sehen Gene auf dem 13. und 14. Chromosom als mitverantwortlich für die Homosexualität von Männern an.
Die Forscher hatten DNS-Proben von über 1.200 heterosexuellen und knapp 1.100 schwulen Männern untersucht und in zwei Bereichen Unterschiede gefunden; konkret auf Chromosom 13 im Gen SLITRK6, das wichtig für die Hirnentwicklung ist, und auf Chromosom 14 im sogenannten Thyreotropin-Rezeptor, der mit der Funktion der Schilddrüse zu tun hat.
Studienleiter Alan Sanders stellte aber klar, dass damit das Rätsel um die sexuelle Orientierung noch bei weitem nicht gelöst sei. Die vorgelegte Assoziationsstudie sei lediglich ein "erster Schritt".
Bisherige Studien waren oft zu dem Ergebnis gekommen, dass Umwelteinflüsse bei der sexuellen Orientierung ebenfalls eine Rolle spielen können. Sanders schätzte diesen Anteil gegenüber dem US-Magazin "Newsweek" auf 30 Prozent ein. Außerdem spielten gesellschaftlichen Faktoren bei der sexuellen Orientierung eine Rolle, ist sich der Psychiater sicher. Auch mit den neuen Erkenntnissen gilt es daher nach wie vor als unmöglich, die sexuelle Orientierung in einem pränatalen Test zu ermitteln.
















Reibt sich da etwa die Pharmaindustrie schon gierig die Pfoten, um eine Art Heilmittel zu erstellen? Freuen sich ein par Gentechnik-Forscher darauf, mal auf der Spielwiese menschliches Erbgut ein neues Spielzeug zu kriegen? Und vor allem: wer hat diese Studie überhaupt in Auftrag gegeben und warum?
Die Sexualität eines Individuums geht verflucht noch mal niemanden etwas an und hat nicht zur Disposition zu stehen.