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Richter macht Rückzieher

Homo-"Heilung" in Brasilien wieder verboten

Ein Bundesgericht in der Hauptstadt Brasilia widerrief seine umstrittene Entscheidung vom September, "Therapien" von Homosexualität zu erlauben.


Sogenannte Konversions­therapien sind nicht nur ohne Aussichten auf "Erfolg", sondern ein Verstoß gegen die Menschenrechte (Bild: mike krzeszak / flickr)

  • 17. Dezember 2017, 08:24h 11 2 Min.

Psychologen in Brasilien dürfen ab sofort keine Versuche mehr unternehmen, Schwule und Lesben von ihrer Homosexualität zu "heilen". Dies entschied am Freitag ein Bundesgericht in der Hauptstadt Brasilia. Entsprechende Angebote dürfen auch nicht beworben werden.

Richter Waldemar Carvalho widerief damit seine anderslautende Entscheidung aus dem September. Damals hatte er das 18 Jahre lang gültige Verbot sogenannter Konversionstherapien für verfassungswidrig erklärt (queer.de berichtete). Geklagt hatte die evangelikale Psychologin Rozangela Justino, die vergangenes Jahr ihre Lizenz verloren hatte, weil sie die "Heilung" von Homosexualität angeboten hatte.

Behandeln ja – umerziehen nein

Während Carvalho im September im Verbot der "Cura Gay" noch einen Verstoß gegen die in der Verfassung garantierte Forschungsfreiheit sah, betonte er nun die Menschenrechte der Betroffenen. Er entschied, dass Psychologen zwar mit ihrer sexuellen Orientierung unzufriedene Patienten behandeln, aber nicht mehr umerziehen dürfen.

Das erste Urteil vom September hatte bei brasilianischen LGBTI-Organisationen für großes Entsetzen gesorgt. Auch der nationale Psychologenverband "Conselho Federal de Psicologia" kritisierte die Entscheidung damals scharf und kündigte an, rechtlich dagegen vorzugehen. "Man kann nicht etwas heilen, das keine Krankheit ist", so Verbandschef Rogèrio Giannini gegenüber dem "Guardian". Er stritt ab, dass das Verbot die Forschungsfreiheit einschränke. Schließlich handle es sich bei der Homo-"Heilung" nicht um eine medizinische Angelegenheit, sondern um eine religiöse.

Das Verbot der Homo-"Heilung" war 1999 erlassen worden. Der Psychologenverband hatte damals entschieden, dass Homosexualität keine Krankheit sei und die Versuche der "Heilung" zu erheblichen psychologischen Schäden bei den "Patienten" führten. Brasilien war das erste Land der Welt mit einem derartigen Verbot. Einziges EU-Land, das ebenfalls die "Heilung" von Homosexualität verbietet, ist Malta (queer.de berichtete). (cw)

-w-

#1 SoSlowAnonym
  • 17.12.2017, 09:36h
  • Das geht auch besser. Wenn die Ehe erlaubt ist, dann darf es keine Diskriminierung mehr geben. Da braucht es keine Debatten mehr.
    Über eine Form der Liebe gibt es nichts zu bedenken.
    Das gilt übrigens auch für Deutschland.

    Herzliche Grüße nach Brasilien.
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#2 RobinAnonym
  • 17.12.2017, 10:30h
  • Richtig so!

    Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass solche angeblichen Konversionstherapien schwerste psychische Schäden verursachen und oft bis zum Selbstmord führen.

    Das ist Körperverletzung oder sogar fahrlässige Tötung. Sowas darf nicht legalisiert werden.
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#3 SoSlowAnonym