https://queer.de/?30324
"Gefesselte Götter"
HIV-Infektionen: Darsteller verklagen schwule Pornoseite
Einer der erfolgreichsten schwulen Pornoproduzenten muss sich in Kalifornien gegen Klagen von mehreren Ex-Darstellern wehren.

Szene aus "Bound Gods" (Symbolbild) (Bild: kink.com)
- 20. Dezember 2017, 12:44h 2 Min.
Die kalifornische Pornoproduktionsfirma Cybernet Entertainment, die seit Jahren erfolgreich Fetischfilme hauptsächlich für Schwule dreht, muss sich gegen die Klagen von zwei früheren Darstellern sowie einer Darstellerin wehren. Die Kläger behaupten, sich am Set mit HIV infiziert zu haben. Nach Angaben des "Hollywood Reporter" hat Bundesrichterin Yvonne Gonzalez Rogers die Klagen Ende November zugelassen.
Die drei Darsteller hatten die Klage gegen ihren früheren Arbeitgeber bereits 2014 eingereicht. Ihre Filme waren in San Francisco unter anderem unter dem Label "Bound Gods" für kink.com produziert worden. "Bound Gods" (gefesselte Götter) zeigt schwule BDSM-Pornografie, in der ein "Sklave" von einem "Meister" oft gefesselt und geknebelt wird, bevor es zu sexuellen Situationen kommt. Andere Labels lauten "Bound in Public" (gefesselt in der Öffentlichkeit) oder "Men on Edge" (angespannte Männer).
Ansteckung durch Oralsex?
Einer der Kläger behauptet, er habe sich 2013 wegen unsafem Oralsex mit mehreren Laien-Darstellern, die nicht getestet worden seien, angesteckt. Demnach habe er während des Filmens eine Verletzung im Mund gehabt. Wenige Wochen später habe er bei einem HIV-Test ein positives Ergebnis erhalten.
In ihrer Entscheidung gab Richterin Gonzalez Rogers auch der Rechtschutzversicherung von Cybernet Entertainment Recht, die nicht für den Prozess und die Folgekosten bezahlen wollte. Grund sei, dass sich Cybernet nicht an die Vereinbarungen gehalten habe. So sei es notwendig für Pornodarsteller, dass sie safen Sex haben und stets bei gefährlichen Situationen den Dreh unterbrechen können. Laut der Richterin seien die gefesselten Darsteller aber zumindest zeitweise "machtlos dem unerwarteten und aggressiven Verhalten" anderer Darsteller ausgesetzt gewesen.
Die Pornofirma hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. So erklärte Kink.com-Anwältin Karen Tynan bereits im Jahr 2015, dass die Beschuldigungen haltlos seien: "Keine dieser Behauptungen wurde während des Shootings aufgestellt und können leicht mit unseren schriftlichen Aufzeichnungen, den HIV-Testprotokollen und dem veröffentlichten Bildmaterial widerlegt werden." Zu den neuen Entwicklungen schweigt Cybernet bislang. (cw)















Lasst mal die Kirche im Dorfe.