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Pascal Erlachner

Schweizer Fernsehen zeigt Doku über schwulen Schiedsrichter

Zwei Wochen nach dem Coming-out von Pascal Erlachner zeigte das SRF zur besten Sendezeit eine 50-minütige Dokumentation über den ersten schwulen Schiedsrichter. Die Sendung ist online abrufbar.


Pascal Erlachner hat sich als erster Schiedsrichter in der obersten schweizerischen Spielklasse als schwul geoutet

  • 22. Dezember 2017, 10:08h 23 2 Min.

"Ich, der Schiedsrichter und Tabubrecher" ist der Titel einer Dokumentation, die am Donnerstagabend kurz nach 20 Uhr im ersten Programm des deutschsprachigen Schweizer Fernsehens (SRF) zu sehen war. Die Sendung über das Coming-out von Pascal Erlachner kann ab sofort werbefrei auf srf.ch abgerufen werden (für deutsche Zuschauer empfiehlt sich wegen des teilweise starken schwizerdütschen Dialekts, die Untertitel einzuschalten).

In dem Film von den SRF-Journalisten Dani Heusser und Olivier Borer öffnet der 37-Jährige viele Türen seines Lebens – so wird seine Familie vorgestellt, sein Partner, seine Sportschüler und seine Gefühle: "Ich hab relativ jung gemerkt, dass ich auf Männer stehe", erzählt Erlacher etwa. "Und das Ganze war auch hart. Denn man hatte viele gute Freunde, bei denen man dann merkte: Oh, das ist ein Süßer, vielleicht könnte man sich in den verlieben. Und dann sieht man, die haben eine Freundin auf dem Platz, und man denkt: Warum können die das Liebesleben genießen, Hand in Hand?"

Die Zuschauer können in der Dokumentation mitfühlen, wie Erlacher jahrelang mit sich und seiner sexuellen Orientierung gerungen hat – und was die Heteronormativität im Fußball mit einem Schwulen macht, der praktisch ein Doppelleben führen muss: "Ich fühlte mich als Versager, weil ich nie eine Frau nach Hause brachte", erklärt er etwa. Oder: "Ich war oft traurig, sehr einsam und musste oft weinen, als ich allein war."

Erlacher hatte in einem Interview vor zwei Wochen als erster Aktiver im schweizerischen Profifußball über seine Homosexualität gesprochen (queer.de berichtete). Nach dem Coming-out kam es in der Schweiz zu gemischten Reaktionen – während LGBTI-Aktivisten den Schritt begrüßten, gab es teilweise heftige Kritik in sozialen Netzwerken, die eine "ständige Hervorhebung der sexuellen Präferenzen" kritisierten (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 RobinAnonym
  • 22.12.2017, 21:57h
  • Sehr gut!

    Sichtbarkeit und Offenheit sind der Schlüssel zu Freiheit und Glück.
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#2 BEARAnonym
  • 22.12.2017, 23:33h
  • Absolut starker Typ.
    Sehr einfühlsame, hervorragende Dokumentation.
    Unbedingt sehenswert!
  • Direktlink »
#3 schwulenaktivist
  • 23.12.2017, 16:52h
  • Heute reden alle vom "outen", obwohl im ganzen Bericht dargelegt wird, dass das ein längerer Prozess ist bis zum coming out. Dieser Ausdruck wird einmal verwendet.
    Ich argwöhne, dass der Begriff "outen" einfach den Blick von Seiten der Heteros übernimmt. Das ist zu hinterfragen!
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