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Pascal Erlachner

Schweizer Fernsehen zeigt Doku über schwulen Schiedsrichter

Zwei Wochen nach dem Coming-out von Pascal Erlachner zeigte das SRF zur besten Sendezeit eine 50-minütige Dokumentation über den ersten schwulen Schiedsrichter. Die Sendung ist online abrufbar.


Pascal Erlachner hat sich als erster Schiedsrichter in der obersten schweizerischen Spielklasse als schwul geoutet

"Ich, der Schiedsrichter und Tabubrecher" ist der Titel einer Dokumentation, die am Donnerstagabend kurz nach 20 Uhr im ersten Programm des deutschsprachigen Schweizer Fernsehens (SRF) zu sehen war. Die Sendung über das Coming-out von Pascal Erlachner kann ab sofort werbefrei auf srf.ch abgerufen werden (für deutsche Zuschauer empfiehlt sich wegen des teilweise starken schwizerdütschen Dialekts, die Untertitel einzuschalten).

Direktlink | Die Sendung des SRF

In dem Film von den SRF-Journalisten Dani Heusser und Olivier Borer öffnet der 37-Jährige viele Türen seines Lebens – so wird seine Familie vorgestellt, sein Partner, seine Sportschüler und seine Gefühle: "Ich hab relativ jung gemerkt, dass ich auf Männer stehe", erzählt Erlacher etwa. "Und das Ganze war auch hart. Denn man hatte viele gute Freunde, bei denen man dann merkte: Oh, das ist ein Süßer, vielleicht könnte man sich in den verlieben. Und dann sieht man, die haben eine Freundin auf dem Platz, und man denkt: Warum können die das Liebesleben genießen, Hand in Hand?"

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Die Zuschauer können in der Dokumentation mitfühlen, wie Erlacher jahrelang mit sich und seiner sexuellen Orientierung gerungen hat – und was die Heteronormativität im Fußball mit einem Schwulen macht, der praktisch ein Doppelleben führen muss: "Ich fühlte mich als Versager, weil ich nie eine Frau nach Hause brachte", erklärt er etwa. Oder: "Ich war oft traurig, sehr einsam und musste oft weinen, als ich allein war."

Erlacher hatte in einem Interview vor zwei Wochen als erster Aktiver im schweizerischen Profifußball über seine Homosexualität gesprochen (queer.de berichtete). Nach dem Coming-out kam es in der Schweiz zu gemischten Reaktionen – während LGBTI-Aktivisten den Schritt begrüßten, gab es teilweise heftige Kritik in sozialen Netzwerken, die eine "ständige Hervorhebung der sexuellen Präferenzen" kritisierten (queer.de berichtete). (dk)



#1 RobinAnonym
#2 BEARAnonym
  • 22.12.2017, 23:33h
  • Absolut starker Typ.
    Sehr einfühlsame, hervorragende Dokumentation.
    Unbedingt sehenswert!
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#3 schwulenaktivist
  • 23.12.2017, 16:52h
  • Heute reden alle vom "outen", obwohl im ganzen Bericht dargelegt wird, dass das ein längerer Prozess ist bis zum coming out. Dieser Ausdruck wird einmal verwendet.
    Ich argwöhne, dass der Begriff "outen" einfach den Blick von Seiten der Heteros übernimmt. Das ist zu hinterfragen!
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#4 EdoardoAnonym
  • 23.12.2017, 18:59h
  • Ich habe die Dokumentation gestern online gesehen und fand sie wunderbar, sehr rührend gemacht. Tolle Person zugleich!
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#5 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 24.12.2017, 12:52h
  • Mehr solche Menschen braucht die Welt, die den Mut finden, der Gesellschaft zu zeigen, wie hart Sie auf Sachen reagiert, die sie nicht versteht, oder verstehen will.
    Danke all den Menschen, die den Mut haben, der Gesellschaft zu zeigen, das es sich lohnt zu sich selber zu stehen, SO WIE MAN IST!!!!
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#6 KathiGr
  • 26.12.2017, 17:18h
  • Habe mir gerade die Doku angesehen. Der Herr Erlachner macht darin einen sehr sympathischen Eindruck. Allerdings habe ich gemischte Gefühle bezüglich seines Coming-outs. Dadurch, dass er sein Coming-Out so vermarktet, wird ja erst recht der Eindruck erzeugt, dass Homosexualität etwas Sonderbares wäre und nichts Normales. Das geht mal wieder genau in die falsche Richtung. Beim Hitzlsperger war's genauso. Ein beiläufiges, unspektakuläres Coming-out, wie das von Barbara Hendricks, gefällt mir am besten. Damit Homosexualität als etwas Normales angesehen wird, müssen Schwule und Lesben sie auch als etwas Normales behandeln und kein großes Gewese um ihr Coming-out machen.
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#7 BEARAnonym
  • 27.12.2017, 18:53h
  • Antwort auf #6 von KathiGr
  • Kein großes Gewese ums Coming Out? Hast Du nicht mitbekommen, wie sehr ihn das jahrelange Versteckspiel bedrückt und fertig gemacht hat? Hast Du überhaupt irgendetwas von seinen Gefühlen mitbekommen?

    Die Doku zeigt einen sehr authentischen schwulen Mann, in seiner mutmaßlich wichtigsten Lebensphase. Sie begleitet ihn eine Zeitlang in der entscheidenden Phase seines Coming-Outs; einfühlsam und authentisch. Ich habe selten eine so gute Dokumentation zu diesem Thema gesehen.

    Da ist nichts mit großem Gewese, es ist mitten aus dem Leben gegriffen.

    Wenn Du von Leuten ein "beiläufiges" Coming-Out verlangst, weigerst Du Dich, zu verstehen und anzuerkennen, was für ein immens wichtiger Schritt das nach wie vor ist. Weshalb sonst hätte er wohl - trotz 100% positiv eingestellter Familie - so große Angst gehabt, mit aller Konsequenz zu sich selbst zu stehen, bis er 30 war? Und warum hätte es sonst weitere 7 Jahre gedauert, bis er das endlich so in der Öffentlichkeit kundgetan hat, dass nun endlich (Herzlichsten Glückwunsch!!!) all der Druck des Sich-Quälens und Sich-Versteckens abgefallen ist?

    Das "Gewese", wie Du diesen immens wichtigen Vorgang einer Persönlichkeitsentwicklung nennst, ist a) unendlich wichtig für die Person selbst und deshalb uneingeschränkt zu respektieren und b) nach wie vor politisch und gesamtgesellschaftlich unendlich wichtig.

    Vielleicht ist Dir entgangen, dass er der erste aktive Sportler aus dem Schweizer Profifußball war, der diesen Schritt getan hat. Das IST etwas Besonderes, und TROTZDEM macht er darum "kein großes Gewese", sondern lässt eine hervorragende, sachliche Dokumentation darüber drehen.

    Dieser Mensch verdient allergrößten Respekt. Punkt.

    Im übrigen gewinnen wir gar nichts, wenn schwul/lesbisch/etc. sein als "angeblich normal" betrachtet wird. Ist es nämlich nicht. Das ist nur ein erneuter Kunstgriff, um sich wieder irgendwie verstecken zu können. WIRKLICH respektiert und akzeptiert werden wir, wenn wir OHNE ANGST VERSCHIEDEN sein können, und wenn endlich anerkannt wird, dass es eben nicht nur "normale" Menschen gibt, die gefälligst genau so zu sein haben wie alle anderen, sondern eben auch Verschiedene, die anders SIND, und deren Anderssein GUT, RICHTIG und RESPEKTABEL ist.

    Genau das hat Pascal Erlachner meiner Ansicht nach erreicht: er hat gezeigt, dass er ein toller Mensch ist, nur eben ein bisschen anders. Dass es ihn große Mühe gekostet hat, dieses Anderssein zunächst für sich selbst zu akzeptieren und dann den nächsten Schritt in Richtung gesellschaftliche Akzeptanz zu gehen. Und dass dieser Schritt aber GENAU SO goldrichtig war. Authentisch für ihn.

    Es ist SEIN Leben, und er hat alles richtig gemacht.
    Sein Umfeld wird ihn dafür respektieren.

    Und das sollte dieses Forum hier auch.
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#8 ursus
#9 TheDadProfil
  • 27.12.2017, 20:21hHannover
  • Antwort auf #6 von KathiGr
  • ""Dadurch, dass er sein Coming-Out so vermarktet, wird ja erst recht der Eindruck erzeugt, dass Homosexualität etwas Sonderbares wäre und nichts Normales.""..

    Unterirdisch..

    ""Ein beiläufiges, unspektakuläres Coming-out, wie das von Barbara Hendricks, gefällt mir am besten. ""..

    Es geht hier gar nicht darum ob Dir etwas gefällt, oder nicht..
    So etwas wie ein "beiläufiges" ComingOut konnte man bei Barbara Hendricks dennoch nicht wahrnehmen, und das wo sie doch nicht einmal die Erste Politikerin war..
    Und da haben wir schon den Unterschied..
    Herr Erlachner ist der Erste aktive Profi in der Schweiz..

    Keine Angst..
    Dir stehen nur noch 199 ComingOuts in den anderen Profi-Ligen bevor..
    Im Fußball..
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#10 AmurPrideProfil