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Polizeibericht

Zwei schwule Männer in Berlin-Neukölln angegriffen

Die Polizei sucht wegen gefährlicher Körperverletzung mit homophoben Hintergrund nach einer Gruppe von sechs Personen. Die Tat ereignete sich am Freitagnachmittag.


Der Vorfall ereignete sich am Freitag gegen 15.30 Uhr in der Sonnenallee (Bild: Udo / flickr)

  • 23. Dezember 2017, 12:20h 25 2 Min.

Nach einer gefährlichen Körperverletzung mit homophoben Hintergrund im Berliner Bezirk Neukölln hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen.

Zwei Männer, 23 und 28 Jahre alt, meldeten sich laut Polizeibericht am Freitagnachmittag auf einer Wache und gaben an, dass sie gegen 15.30 Uhr in der Sonnenallee in Richtung Hermannplatz unterwegs waren, als sechs Männer an die beiden herantraten und den Älteren fragten, warum er Ohrringe trage und ob er schwul sei. Der Angesprochene entgegnete daraufhin, dass es egal wäre, ob er homosexuell sei.

Ein Opfer wurde auch mit einer Obstkiste beworfen

Daraufhin sollen zwei Personen aus der sechsköpfigen Gruppe die beiden Männer angegriffen haben. Dabei wurde der 23-Jährige offenbar auch mit einer leeren Obstkiste beworfen. Sein Begleiter erlitt leichte Kopfverletzungen und er selbst Kopf-, Arm- und Beinverletzungen. Die Attackierten gaben an, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung angegriffen worden zu sein.

Nach dem Angriff waren die beiden Männer zum nahe gelegenen Polizeiabschnitt geflüchtet. Eine sofortige Suche nach den mutmaßlichen Tätern verlief ohne Erfolg. Eine Beschreibung der Angreifer wurde von der Polizei wie bei Erstmeldungen üblich zunächst nicht veröffentlicht.

Anders als in anderen deutschen Städten werden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in Berlins täglichem Polizeibericht publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Im September hatten die Berliner Regierungsfraktionen SPD, Linke und Grüne eine "umfassende Akzeptanzarbeit" als Maßnahme gegen homophobe Gewalt angekündigt (queer.de berichtete). Man werde sich dafür einsetzen, "insbesondere Projekte zur Gewaltprävention oder zur Beratung nach Gewalttaten besser" auszustatten. (cw)

#1 queergay
  • 23.12.2017, 15:10h
  • Reflexartig kommt nach dem Lesen dieses Artikels bei mir der Gedanke, daß hier das Motiv für den Angriff - und der ist leider kein Einzelfall - wahrscheinlich in islamisch dominierten Religions- oder Kulturgruppierungen zu suchen ist.
    Auch wenn noch nichts konkretes über die homophoben Täter zu lesen ist....darf man so eine Vermutung aussprechen oder ist das islamophob bzw. intolerant gegenüber einer Weltreligion, die volle Religionsfreiheit für sich beansprucht?
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#2 CgnfunguysAnonym
#3 RobinAnonym
  • 23.12.2017, 17:43h
  • Wann wacht die Politik endlich auf und ergreift die längst überfälligen Maßnahmen: mehr Aufklärung an allen Schulen, besserer Diskriminierungsschutz, der auch Religionen keine Diskriminierung erlaubt, etc.
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