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Drag-Komödie

Die "tollen Tanten" auf Muslimisch

Im französischen Spielfilm "Voll verschleiert" muss sich der Student Armand mit einem Niqab tarnen, um am tief religiösen Bruder seiner Freundin Leila vorbeizukommen – ab Donnerstag im Kino.


Tarnung mit unerwarteten Folgen: Der verschleierte Armand (Félix Moati) wird von Leilas (Camelia Jordana) Bruder Mahmoud (William Lebghil) umgarnt (Bild: The Film)

Armand und Leila, Studenten der Wirtschaftswissenschaften, sind frisch verliebt. Gemeinsam haben sie Großes vor: Sie wollen nach New York ziehen und dort ein Praktikum bei den Vereinten Nationen absolvieren. Doch kurz vor ihrer Abreise durchkreuzt Leilas Bruder Mahmoud die Zukunftsplanung des jungen Heteropaares.

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Poster zum Film: "Voll verschleiert" startet am 28. Dezember 2017 in deutschen Kinos

Zurück von einem längeren Aufenthalt aus dem Jemen, der ihn verändert hat, wendet er sich gegen die romantische Beziehung seiner Schwester zu einem Mann und beschließt, dass Armand in Leilas Leben nichts verloren hat. Armand und Leila bleibt keine Wahl: Um sich überhaupt treffen zu können, muss Armand einen Niqab tragen, sodass er sie unerkannt besuchen kann. Getarnt als Leilas neue beste Freundin "Scheherazade" geht Armand zuhause ein und aus – und verdreht Mahmoud mit scheuem Wesen und wunderschönen Augen unbeabsichtigt den Kopf.

"Voll verschleiert" ist der neueste französische Komödienhit und das freche wie irre komische Spielfilmdebüt der Doku-Regisseurin Sou Abadi, die auch das Drehbuch schrieb. Die ausgelassene Maskerade vor ernstem Hintergrund ist hervorragend besetzt: Félix Moati ("Der Landarzt von Chaussy") und Camélia Jordana ("Nur wir drei gemeinsam") überzeugen als frisch Verliebte in Not, und William Lebghil ("Liebe auf den ersten Schlag") gibt den religiösen Fanatiker auf Freiersfüßen mit umwerfendem Charme.


Armand ist mit der improvisierten Burka kaum wiederzuerkennen (Bild: The Film)

Abadi, die im Iran geboren wurde und seit ihrem 15. Lebensjahr in Frankreich lebt, hat in ihrem Film zahlreiche persönliche Erinnerungen und Erlebnisse verarbeitet: "Als ich in den Iran zurückkehrte, um 'S.O.S. Tehran' zu drehen, musste ich einen Tschador tragen, während ich bei verschiedenen Ministerien Genehmigungen einholte", erzählte die Regisseurin in einem Interview. "Ich stolperte und verletzte mich mehr als einmal, weil sich meine Füße in dem bodenlangen Stoff verfingen und verbrühte mich mit heißem Tee bei dem Versuch, ihn zu trinken, während ich den Umhang trug. Einige von Armands Unfällen im Film sind also von persönlichen Erfahrungen inspiriert."

Sou Abadi versteht "Voll verschleiert" als "Geschichte über Versöhnung". Auf die Frage, über wen sie sich in der Komödie lustig mache, meinte sie: "Über mich selbst. Und Kommunisten, Feministen, Iraner, die intellektuelle Elite und Fundamentalisten. Und zwar in der Hoffnung, dass wir schlussendlich alle zusammen darüber lachen können." (cw)

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zum Film

Infos zum Film

Voll verschleiert. Originaltitel: Cherchez la femme. Komödie. Frankreich 2017. Regie: Sou Abadi. Darsteller: Félix Moati, Camélia Jordana, William Lebghil, Anne Alvaro, Carl Malapa, Laurent Delbecque, Oscar Copp, Oussama Kheddam, Walid Ben Mabrouk, Miki Manojlovic. Laufzeit: 87 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. Kinostart: 28. Dezember 2017


#1 Homonklin44Profil
  • 25.12.2017, 08:08hTauroa Point
  • Hoffentlich stößt das gut gemeinte Thema nicht bei religioten Fundis in ein Wespennest der Empörung und lockert auch damal den Lachmuskel ein wenig.

    Liest sich nach einem witzigen Film an, und wenn man weiß, wie umständlich es ist, was mit einer engen Neoprenmaske zu futtern, und wo das unter Umständen eher landet, muss es mit einem Niqab noch einige Dusseleien mehr geben, die man sich da denken könnte.
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#2 OrthogonalfrontAnonym
  • 25.12.2017, 09:46h
  • Verharmlosung der Unterdrückung der Frau im Islam in einer "Komödie". Na dann Prost...
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#3 schwulenaktivist
#4 goddamn liberalAnonym
#5 OrthogonalfrontAnonym
#6 ThorinAnonym
#7 Gerlinde24Profil
  • 26.12.2017, 07:25hBerlin
  • Kein "Gay Movie", aber anscheinend ein Film, der mit homosexuellen und islamophoben Vorurteilen spielt. Ob er sehenswert ist, weiß ich nicht, denke aber, dass es bessere Filme gibt (z.B. "Manche mögens heiß"), und werde vorerst drauf verzichten, ihn mir anzusehen.
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#8 BNeugerelerAnonym
  • 26.12.2017, 12:43h
  • Antwort auf #2 von Orthogonalfront
  • Interessant dass dir nur die eine Unterdrückung auffällt. Genauso gut könnte man, da es ein queres Thema behandelt, von der Verharmosung der Ünterdrückung von Homosexuellen im Islam sprechen.
    Man kann es aber auch als schwarzen Humor sehen und den Stock der politischen Korrektheit aus dem Hintern nehmen.
    Humor ist auch ein Stilmittel. Wenn man sich über nichts mehr lustig machen kann ( im nicht verletzenden Sinne!), dann haben Unterdrückungssysteme noch mehr gewonnen.
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#9 queergayProfil
  • 26.12.2017, 14:16hNürnberg
  • Hoffentlich gibt es dazu auch bald spaßige Fortsetzungsgeschichten. Gerne würde ich Filme sehen wollen im Stil von "Ein Käfig voller Narren" oder "Hairspray". Als Titel könnte man dann nehmen, z.B. "Eine Moschee voller Narren" oder "Unter der Burka wird gejodelt."
    Es lebe die Freiheit der Kunst und der Karikatur.
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#10 TheDadProfil