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Eklat in Österreich

Bischof Glettler: Ehe für alle ist "Gleichschaltung" und "Verarmung für die Gesellschaft"

Der neue Diözesanbischof von Innsbruck vergleicht das vom Verfassungsgerichtshof angeordnete Ende der Diskriminierung homosexueller Paare mit der Machtsicherung der Nationalsozialisten.


Entgleisung zu Weihnachten: Der Künstler und Geistliche Hermann Glettler ist erst seit 2. Dezember römisch-katholischer Bischof von Innsbruck (Bild: Diözese Innsbruck / Aichner)

Nach Reinhard Kardinal Marx, dem Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz in Deutschland, nutzten auch Bischöfe in Österreich die Weihnachtsfeiertage, um gegen die Ehe für alle zu wettern. Besonders im Ton vergriff sich dabei Hermann Glettler, der erst am 2. Dezember zum neuen Bischof der Diözese Innsbruck geweiht wurde.

"Die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau ist etwas anderes als eine Partnerschaft von Personen gleichen Geschlechts. Kindern das Leben zu schenken ist der unersetzbare Beitrag für die Zukunft unseres Landes", erklärte der 52-jährige ehemalige "Künstlerpfarrer" im Interview mit der Tageszeitung "Der Standard". "Es geht für unser Zusammenleben etwas verloren, wenn man krampfhaft gleichschaltet, was eigentlich nicht gleich ist."

Mit Nazi-Vokabular gegen gleiche Rechte

Den Begriff der "Gleichschaltung", der aus der nationalsozialistischen Terminologie stammt und die Abschaffung aller demokratischen Strukturen bedeutet, nutzte Glettler in dem Interview gleich zweimal. Die Ehe "einzuflachen" sei eine "Verarmung für die Gesellschaft", so der Bischof: "Ausgerechnet jene, die jahrzehntelang für Respekt vor dem Anderssein gekämpft haben, drängen nun auf Gleichschaltung."

Am 5. Dezember hatte der österreichische Verfassungsgerichtshof entschieden, dass der Staat nicht länger gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf Ehe vorenthalten darf (queer.de berichtete). Die Richter begründeten ihr Urteil mit dem Diskriminierungsverbot des in der Bundesverfassung verankerten Gleichheitsgrundsatzes. Die Gleichstellung muss bis zum 1. Januar 2019 umgesetzt werden.

Trotz seiner Entgleisung stellte sich Hermann Glettler gegenüber dem "Standard" als toleranter Katholik der Mitte dar. "Ich bin bekannt als jemand, der Diversität liebt", sagte der Bischof. "Und ich verstehe den Druck, der von Menschen aufgebaut wurde, die in ihrer Lebensführung und sexuellen Orientierung nicht so sein durften, wie sie sind. Auch wir hatten als Kirche Toleranz zu lernen. Menschen sollen in Freiheit ihre Lebenswahl treffen können."

Bischof Küng: Weihnachtspredigt gegen Eheöffnung

In seiner Weihnachtspredigt hat laut einem Bericht der Zeitung "Kurier" auch der St. Pöltener Bischof Klaus Küng Kritik an der Ehe für alle sowie an der Einführung eines dritten Geschlechts in Deutschland geübt. Auch in der Gesetzgebung im Bereich der Fortpflanzungsmedizin gebe es viele Hinweise, dass der Glaube an Gott "einfach beiseite geschoben" und der Zusammenhang mit der Schöpfungsordnung nicht wahrgenommen werde, so der österreichische "Familienbischof".

Zuvor hatte bereits Reinhard Kardinal Marx als Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" die Eheöffnung für Lesben und Schwule verurteilt und "Respekt vor der Schöpfung" angemahnt (queer.de berichtete). Die Anerkennung einer Mehrelternschaft etwa bei Regenbogenfamilien bezeichnete Marx darin als "Angriff auf die Zivilisation". (mize)



#1 Gerlinde24Profil
  • 26.12.2017, 07:23hBerlin
  • Göttin, schmeiß Hirn runter! Die katholischen Würdenträger scheinen davon einiges zu brauchen. Wer sich tolerant gibt, sich aber intolerant verhält, hat bei mir verschissen bis zur Steinzeit!
    Wie werden diese Menschen hier manchmal genannt? Religioten! Treffender könnte ich es nicht ausdrücken!
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#2 JadugharProfil
  • 26.12.2017, 08:40hHamburg
  • Wer waren die Wegbereiter der Faschisten? Die katholische Kirche! Die katholische Kirche hetzt seit Beginn ihrer Existenz gegen Minderheiten und verfolgt sie gnadenlos bis in den Tod. Die Faschisten haben diese Methoden übernommen. Sie haben gelogen was das Zeug hält. Permanent redeten sie den Menschen Lügen ein, bis sie daran glaubten. Die Folge war, daß die Juden massenweise vernichtet wurden. Die Schwulen nahm man gleich mit, nur mit den Unterschied, das die Schwulenverfolgung immer noch anhält und die katholische Kirche diese vorantreibt. Es ist höchste Zeit, daß man diese Verbrecherorganisation wie die Nazidiktatur abschafft!
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#3 SodomUndGomorraAnonym
  • 26.12.2017, 08:51h
  • Also irgendwann reicht es auch mal. Das kommt ja einer Hetze gleich.
    Jede Woche ein anderer Mützenkasper, der verbal seine Fäkalien loswird gegen uns. Und die Regierung tut nichts.
    Ich finde, die Eheöffnung soll in Österreich umgesetzt- und ein Gesetz gegen Diskriminierung erlassen werden.
    Und auch bei uns muss es ein Ende der Diskriminierung geben.
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#4 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 26.12.2017, 10:03h
  • Wie kann man so dreist lügen? Man muß sich das:

    "Machtsicherung der Nationalsozialisten"

    aus einem religiös fasc....... Mund auf der Zunge zergehen lassen.
    Wenn ich Katholik wäre, würde ich mich schämen in diesem unmenschlichen schäbigem Verein zu sein.

    "Kindern das Leben zu schenken ist der unersetzbare Beitrag für die Zukunft unseres Landes",

    Es kann nicht so viel Hirn, im ganzen Universum und anderen geben, was diese Götzen brauchen. Haben diese Idioten eine Ahnung, wieviele Milliarden Menschen auf der Erde leben? Haben die eine Ahnung wieviele Kinder unschuldig verhungern?

    "Es geht für unser Zusammenleben etwas verloren, wenn man krampfhaft gleichschaltet, was eigentlich nicht gleich ist."

    Wer hält krampfhaft an der Macht fest? die fas.........istoide katholische Kirche!!!!

    Aus so einem Verein kann man nur austreten, wenn man selber nicht verdeppert sein will.

    "dass der Glaube an Gott "einfach beiseite geschoben"

    Die scheinheilige heuchlerische katholische Kirche schiebt sämtliches Göttliches beiseite!!!!, wenn sie gegen Menschen hetzt!!!

    "Respekt vor der Schöpfung" angemahnt"

    Ihr Heuchler, habt kein Respekt vor der Schöpfung, denn Ihr wollt das sich die Schöpfung Euch beugt!!!

    "Die Anerkennung einer Mehrelternschaft etwa bei Regenbogenfamilien bezeichnete Marx darin als "Angriff auf die Zivilisation".

    Ihr greift doch ständig die Zivilisation an!!!!! Wenn es nach Euch ginge, hätten wir heute noch Scheiterhaufen für fortschrittliche Andersdenkende!!!!
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#5 hypathiaProfil
  • 26.12.2017, 10:55hBaden
  • An alle Politiker!
    Erfüllt doch endlich die Wünsche der Bischöfe für Gesetzesänderungen wie z.B.:

    Verbot der Eheöffnung
    Verbot von Scheidung bzw. Wiedervereitatung
    Verbot von Abtreibung
    Verbot von Abgabe von Verhütungsmitteln
    Verbot von Sterilisation
    Verbot von Sterbehilfe
    usw.
    Diese Gesetze gelten dann aber auch nur für Mitglieder der kath. Kirche.

    Damit wären alle Probleme auf einmal beseitigt. Die Mitgliederzahlen der Kirche würden sich auf einen Schlag auf eine maximal sechsstelligen Zahl reduzieren und die Kirchen könnten sich nicht mal darüber beschweren, da ja nur ihre Wünsche erfüllt wurden. ;-)

    Nur leider werden wir weder in Deutschland noch in Österreich auch nur einen Politiker finden, der den Mut hat, sowas auch nur vorzuschlagen. :-(
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#6 53et4fdfgAnonym
  • 26.12.2017, 11:32h
  • www.kirchenaustritt.de

    www.kirchenaustritt.de

    Wer ist so blöd und bleibt bei diesen Äußerungen der Kirche noch (Kirchensteuer zahlendes) Kirchenmitglied?

    www.kirchenaustritt.de

    www.kirchenaustritt.de
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#7 Ralph
  • 26.12.2017, 12:19h
  • Was soll die Aufregung? Ich finde es gut, dass der Mann gleich zu Beginn seiner Amtszeit öffentlich klarstellt, dass er ein Feind der österreichischen Verfassung ist, die freiheitliche Demokratie ablehnt und die Vielfalt des menschlichen Seins bekämpft. Ansonsten gilt, was jeder mit Vernunft und Anstand begabte Mensch ohnehin weiß: Die Achtung vor Menschenwürde und Grundrechte aller bereichert das Zusammenleben in der Gemeinschaft, ja sie ist dessen Grundlage.
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#8 Martin EdenAnonym
  • 26.12.2017, 12:20h
  • Es ist kein Wunder, dass der Herr Bischof zu solchen Hasstiraden greift, hatte doch auch die Kirche während des III. Reiches sich prächtig mit Hitler arrangiert und es praktisch im Blut, Minderheiten zu diskriminieren.
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#9 LarsAnonym
  • 26.12.2017, 12:32h
  • Es liegt hier, wie so oft, eine Gleichsetzung von religiösen und säkularen Begriffen vor.

    Problematisch ist für mich weniger, dass es unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was man als im spirituellen oder biologischen oder kulturhistorischen Sinne als "Ehe" bezeichnen mag und was nicht. Dazu gibt es im säkularen Staat die Freiheit der Weltanschauungen und Religionen. Es sollte auch einen freien Diskurs darüber geben, so unangenehm das für alle sein mag.

    Sobald man aber religiöse und säkulare Begriffe vermischt, wird es schwierig. Die "Ehe für alle" ist ein weltlich Ding. Sie ist eine pragmatische Lösung einer pluralen Gesellschaft für tatsächliche Probleme. Sie sollte weder religiös verteufelt noch ideologisch vereinnahmt werden.
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#10 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 26.12.2017, 13:06h
  • Antwort auf #7 von Ralph
  • "Was soll die Aufregung?"

    Ich sag Dir's, was die Aufregung soll!!!
    Man darf solchen menschlichen Unsinn nicht durch gehen lassen, denn sonst werden Sie immer unverschämter und fordern, auch hier mitten in Europa, queers zu verfolgen und zu töten!!!
    Sobald diese gottlosen Geschöpfe den Mund aufmachen, richtig und aufmerksam zu hören und sobald sie anfangen zu hetzen, gleich dagegen reden. Die sollen wissen, das heutzutage Menschenhetze nicht mehr sein darf!!!
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