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Eklat in Österreich

Bischof Glettler: Ehe für alle ist "Gleichschaltung" und "Verarmung für die Gesellschaft"

Der neue Diözesanbischof von Innsbruck vergleicht das vom Verfassungsgerichtshof angeordnete Ende der Diskriminierung homosexueller Paare mit der Machtsicherung der Nationalsozialisten.


Entgleisung zu Weihnachten: Der Künstler und Geistliche Hermann Glettler ist erst seit 2. Dezember römisch-katholischer Bischof von Innsbruck (Bild: Diözese Innsbruck / Aichner)
  • 26. Dezember 2017, 04:14h 45 3 Min.

Nach Reinhard Kardinal Marx, dem Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz in Deutschland, nutzten auch Bischöfe in Österreich die Weihnachtsfeiertage, um gegen die Ehe für alle zu wettern. Besonders im Ton vergriff sich dabei Hermann Glettler, der erst am 2. Dezember zum neuen Bischof der Diözese Innsbruck geweiht wurde.

"Die Ehe als Lebensgemeinschaft von Mann und Frau ist etwas anderes als eine Partnerschaft von Personen gleichen Geschlechts. Kindern das Leben zu schenken ist der unersetzbare Beitrag für die Zukunft unseres Landes", erklärte der 52-jährige ehemalige "Künstlerpfarrer" im Interview mit der Tageszeitung "Der Standard". "Es geht für unser Zusammenleben etwas verloren, wenn man krampfhaft gleichschaltet, was eigentlich nicht gleich ist."

Mit Nazi-Vokabular gegen gleiche Rechte

Den Begriff der "Gleichschaltung", der aus der nationalsozialistischen Terminologie stammt und die Abschaffung aller demokratischen Strukturen bedeutet, nutzte Glettler in dem Interview gleich zweimal. Die Ehe "einzuflachen" sei eine "Verarmung für die Gesellschaft", so der Bischof: "Ausgerechnet jene, die jahrzehntelang für Respekt vor dem Anderssein gekämpft haben, drängen nun auf Gleichschaltung."

Am 5. Dezember hatte der österreichische Verfassungsgerichtshof entschieden, dass der Staat nicht länger gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf Ehe vorenthalten darf (queer.de berichtete). Die Richter begründeten ihr Urteil mit dem Diskriminierungsverbot des in der Bundesverfassung verankerten Gleichheitsgrundsatzes. Die Gleichstellung muss bis zum 1. Januar 2019 umgesetzt werden.

Trotz seiner Entgleisung stellte sich Hermann Glettler gegenüber dem "Standard" als toleranter Katholik der Mitte dar. "Ich bin bekannt als jemand, der Diversität liebt", sagte der Bischof. "Und ich verstehe den Druck, der von Menschen aufgebaut wurde, die in ihrer Lebensführung und sexuellen Orientierung nicht so sein durften, wie sie sind. Auch wir hatten als Kirche Toleranz zu lernen. Menschen sollen in Freiheit ihre Lebenswahl treffen können."

Bischof Küng: Weihnachtspredigt gegen Eheöffnung

In seiner Weihnachtspredigt hat laut einem Bericht der Zeitung "Kurier" auch der St. Pöltener Bischof Klaus Küng Kritik an der Ehe für alle sowie an der Einführung eines dritten Geschlechts in Deutschland geübt. Auch in der Gesetzgebung im Bereich der Fortpflanzungsmedizin gebe es viele Hinweise, dass der Glaube an Gott "einfach beiseite geschoben" und der Zusammenhang mit der Schöpfungsordnung nicht wahrgenommen werde, so der österreichische "Familienbischof".

Zuvor hatte bereits Reinhard Kardinal Marx als Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" die Eheöffnung für Lesben und Schwule verurteilt und "Respekt vor der Schöpfung" angemahnt (queer.de berichtete). Die Anerkennung einer Mehrelternschaft etwa bei Regenbogenfamilien bezeichnete Marx darin als "Angriff auf die Zivilisation". (mize)

-w-

#1 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 26.12.2017, 07:23h
  • Göttin, schmeiß Hirn runter! Die katholischen Würdenträger scheinen davon einiges zu brauchen. Wer sich tolerant gibt, sich aber intolerant verhält, hat bei mir verschissen bis zur Steinzeit!
    Wie werden diese Menschen hier manchmal genannt? Religioten! Treffender könnte ich es nicht ausdrücken!
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#2 Jadughar
  • 26.12.2017, 08:40hHamburg
  • Wer waren die Wegbereiter der Faschisten? Die katholische Kirche! Die katholische Kirche hetzt seit Beginn ihrer Existenz gegen Minderheiten und verfolgt sie gnadenlos bis in den Tod. Die Faschisten haben diese Methoden übernommen. Sie haben gelogen was das Zeug hält. Permanent redeten sie den Menschen Lügen ein, bis sie daran glaubten. Die Folge war, daß die Juden massenweise vernichtet wurden. Die Schwulen nahm man gleich mit, nur mit den Unterschied, das die Schwulenverfolgung immer noch anhält und die katholische Kirche diese vorantreibt. Es ist höchste Zeit, daß man diese Verbrecherorganisation wie die Nazidiktatur abschafft!
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#3 SodomUndGomorraAnonym
  • 26.12.2017, 08:51h
  • Also irgendwann reicht es auch mal. Das kommt ja einer Hetze gleich.
    Jede Woche ein anderer Mützenkasper, der verbal seine Fäkalien loswird gegen uns. Und die Regierung tut nichts.
    Ich finde, die Eheöffnung soll in Österreich umgesetzt- und ein Gesetz gegen Diskriminierung erlassen werden.
    Und auch bei uns muss es ein Ende der Diskriminierung geben.
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