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Friedliches Zusammenleben
"Ich muss in eine Moschee gehen können und sagen: Hallo, ich bin euer schwuler OB"'
Bielefelds Stadtoberhaupt Pit Clausen (SPD) sieht die Integration von Migranten als größte Aufgabe seiner Politik. Das respektvolle Miteinander dürfe "keine Einbahnstraße sein".

Pit Clausen ist seit 2009 Oberbürgermeister von Bielefeld (Bild: SPD Bielefeld)
- 28. Dezember 2017, 09:19h 2 Min.
Der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen hat die Integration von Migranten als "größte Aufgabe" seiner Amtszeit behandelt. "Ich muss in einen Moscheeverein gehen können und sagen: Hallo, ich bin euer schwuler Oberbürgermeister", sagte der verpartnerte SPD-Politiker in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der "Neuen Westfälischen".
"In einer Stadt, in der jeder dritte Einwohner einen anderen kulturellen Hintergrund hat, das friedliche Zusammenleben zu organisieren, ist eine Mega-Aufgabe", erklärte Clausen. Das funktioniere nicht von allein und könne auch "nicht mit einem klugen Ratsbeschluss abgefeiert werden", so der 55-Jährige.
Clausen: An Migranten "auch Forderungen stellen"
Auch der bisherige Integrationsplan mit etwa 200 Maßnahme genüge nicht. "Wir müssen unsere Leitideen des Zusammenlebens in die Gruppen tragen, die nicht offen dafür sind", forderte der OB. Das respektvolle Miteinander dürfe "keine Einbahnstraße sein. Da sind wir nicht mutig genug, auch Forderungen zu stellen".
Pit Clausen wurde im Herbst 2009 erstmals zum Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld gewählt. Gleich im kommenden Jahr hisste er zum CSD die Regenbogenflagge am Rathaus und auf der Sparrenburg (queer.de berichtete). An Silvester 2011 gab er seinem langjährigen Partner Thomas Sopp bei einem gemeinsamen Kapstadt-Urlaub das Ja-Wort – und zeigte sich danach erfreut über Glückwunsche in sozialen Netzwerken und seitens der Stadtgesellschaft: "Wenn ein schwuler Oberbürgermeister heiratet und Glückwünsche entgegennehmen darf, dann ist das ein Beleg für eine offene und moderne Stadtgesellschaft."
2014 gewann der ehemalige Richter die OB-Stichwahl gegen seinen CDU-Herausforderer mit 55,9 Prozent. Erst im kommenden Jahr will Clausen entscheiden, ob er eine dritte Amtszeit anstrebt. (cw)















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