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Bildungspolitik

CSU wettert gegen "Gender-Ideologie" im Unterricht

Vor Beginn der Sondierungsverhandlungen über eine neue Große Koalition attackieren die Christsozialen mit einem Kampfbegriff von AfD und "Demo für alle" die SPD. Die linke Bildungspolitik sei gescheitert.


Die Partei von Horst Seehofer wendet sich auch in ihrem Grundsatzprogramm gegen "Frühsexualisierung" und "Gender-Ideologie" (Bild: Freud / wikipedia)

Neue Forderungen aus der CSU dürften die anstehenden Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD über eine neue Regierungskoalition nicht erleichtern. So möchten die Christsozialen unter anderem eine "bürgerlich-konservative Bildungspolitik" durchsetzen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf ein internes CSU-Papier.

Die linke Bildungspolitik sei gescheitert, heißt es darin. Dabei benutzt die Partei von Horst Seehofer teilweise auch die Wortwahl von AfD und "Demo für alle": "Blinde Gleichmacherei, die Abkehr vom Leistungsgedanken, Gender-Ideologie im Unterricht, Experimente mit Gemeinschaftsschulen, 'Schreiben nach Gehör' statt ordentlicher Rechtschreibung – solche Konzepte helfen keinem, sondern schaden allen."

Das CSU-Programm warnt auch vor "Frühsexualisierung"

Überraschend kommt das Papier nicht. Bereits in dem im November 2016 verabschiedeten Grundsatzprogramm der CSU heißt es: "Eine Gesellschafts- und Bildungspolitik, die Gender-Ideologie und Frühsexualisierung folgt, lehnen wir ab" (queer.de berichtete). Auch hatte Bayerns Kultusministerium rund um den letzten Jahreswechsel geplante neue Richtlinien zur Sexualerziehung an Schulen nach einem Treffen mit der "Demo für alle" deutlich eingeschränkt, aus "Akzeptanz gegenüber sexuellen Orientierungen" wurde etwa "Toleranz und Respekt" (queer.de berichtete).

Da die Bildungspolitik in Deutschland allerdings grundsätzlich Ländersache ist, handelt es sich bei den Forderungen der bayerischen Regierungspartei in erster Linie um Muskelspiele vor den Sondierungsverhandlungen. Am 7. Januar wollen CDU, CSU und SPD in Berlin zu ersten Gesprächen zusammenkommen. Bereits am 12. Januar sollen die Sondierungen abgeschlossen sein. (cw)



#1 CSU4ever-hahahaAnonym
  • 01.01.2018, 09:07h
  • Echt jetzt? Die CSU doktort seit den 90er Jahren am Schulsystem rum, spätestens mit Hohlmeier war dabei der Name Programm. Summa summarum außer Spesen nichts gewesen.
    Aber richtig, ich habe einen falschen Blickwinkel. Wenn man schon das beste Schulsystem Deutschlands, ach der Welt hat, dann hat man damit nur nochmals bestätigt, dass es sich nicht noch weiter optimieren lässt. Ergo, zurück zu den Lehrplänen aus der goldenen Ära FJS.
    Dieser verklärte Blick auf das eigene Unvermögen reicht aber noch nicht, jetzt steckt man das Thema auch noch ins AFD-Gewand, und meint, Boden bei der anstehenden Landtagswahl damit gut machen zu können. Nichts gelernt aus der Entwicklung in Sachsen, unbelehrbar wie eh und je... Ich freue mich auf September, dann wird die Partei es eben auf die harte Tour lernen müssen. Ob ihr dieser eigene Lehrplan aus vorvergangenen Zeiten schmecken wird, zu denen die absolute Mehrheit nicht als gottgegeben betrachtet werden konnte, wird sich dann zeigen. A guads Neis!
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#2 BuntUndSchoenesEhemaliges Profil
  • 01.01.2018, 10:02h
  • Also, ganz ehrlich: das kommt total republikanisch rüber. Hat es diese republikanische Ideologie tatsächlich über den großen Teich geschafft. Na toll, wir freuen uns! (Sarkasmus)

    Frühsexualisierung: da beginnt man ja zu lachen. Sexualität ist in der Schule schon längst ein Aufklärungsthema und dabei handelt es sich ja bekanntlich um die Aufklärung der Heterosexualität. Das nutzt den Schülern nichts, weil es zu einseitig ist. Es geht also nicht um Sexualisierung sondern um eine ganzheitliche Aufklärung. Aber das Wort ganzheitlich ist der Union natürlich fremd, das wissen wir.

    Und es geht auch nicht um Gender-Ideologie, sondern um Gleichwertigkeit, Herr Seehofer. So sehr Sie damit auch ein Problem haben, aber auch wir sind Menschen mit einem Wert, mit Qualitäten, mit Talenten, mit Stärken, und wir dürfen seit Herbst heiraten. Wir sind bereits gleichgestellt, weil wir gleich sind. Und zwar gleichberechtigt und gleichwerig.

    Aber wenn Sie schon so offen sind, dann möchten Sie damit indirekt sagen, dass auch Sie das Mandat vom September gar nicht umsetzen wollten? Na, das ist ja mal die Überraschung des neuen Jahres (Sarkasmus). Als ob ich es nicht bereits geahnt hätte.
    Aber danke, dass auch Sie zeigen, dass Sie nicht umsetzen wollen, was die Wähler wählten. Sie machen sich genauso unwählbar.

    Und es steht bereits im Artikel: Bildung ist Ländersache! Also Ihre fletschenden Zähne können Sie wieder in menschliche Zähne umwandeln, das bringt Ihnen gar nichts. Vor allem dann nicht, wenn die Sondierungsgespräche bis spätestens Ostern beendet sein sollen.

    Ich appelliere an Herr Schulz: bitte bleiben Sie Ihrer fortschrittlichen Linie treu und bleiben Sie so wie Sie sich im letzten halben Jahr zeigten: konsequent gegenüber Merkel und gegenüber der Union. Und bleiben Sie bitte konsequent in Bezug auf Ihr Parteiname: sozialdemokratisch. Und sorgen Sie dafür, dass kein republikanischer Wind oder kein AfD-Wind in unserem Land stürmt.
    Das brauchen wir definitiv nicht!

    Wir brauchen noch nicht mal Konservatismus, denn unsere Gesetze sind längst weiter, Herr Seehofer. Aber so manche Gehirne hinken halt noch hinterher. Aber ich weiß, was Ihr Zähne fletschen bedeutet: darin spiegelt sich Ihre ganze Intoleranz. Auch Sie müssen das noch überwinden. Schade, dass Sie kein Kind haben, das zur LSBTTIQ gehört. Denn dieses Kind hätte Ihre Intoleranz schon längst in den Wind gesetzt.
    Stattdessen kommen Sie nun rüpelhaft rüber und wehren sich gegen Ihre eigenen Schwächen. Sie haben Ihre Schwächen schon viel zu lange gepflegt: irgendwann ist halt ein update angesagt. Aber ich verspreche Ihnen: Sie werden es überleben.
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#3 Paulus46Anonym
  • 01.01.2018, 10:03h
  • Mich würde einmal interessieren was denn überhaupt die CSU oder die AfD mit diesem Kampfbegriff genau meint.

    Die Themen Eheoeffnung und Adoption durch verheiratete Gleichgeschlechtliche Paare, Regenbogenfamilie, Legalisierung homosexueller Handlungen oder Entschädigung der 175er sind nicht Themen der Genderideologie, denn es geht doch um den Begriff Gender, also um das Geschlecht und nicht um die sexuelle Identität eines Menschen. Was also genau ist gemeint. Ist es der Sprachgebrauch? Das alles auch Weiblich formuliert wird. Den Begriff Genderideologie habe ich noch nie so ganz verstanden, was darunter subsumiert wird.
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#4 AFD-WatchAnonym
#5 FelixAnonym
  • 01.01.2018, 10:49h
  • --------------------------------
    So möchten die Christsozialen unter anderem eine "bürgerlich-konservative Bildungspolitik" durchsetzen
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    Und was könnte bürgerlicher und konservativer sein, als dafür zu sorgen, dass Schüler angstfrei zur Schule gehen können und dass Mobbing nicht mehr zum Alltag an deutschen Schulen gehört?

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    Grundsatzprogramm der CSU heißt es: "Eine Gesellschafts- und Bildungspolitik, die Gender-Ideologie und Frühsexualisierung folgt, lehnen wir ab"
    ----------------------------------

    Haben die sich jemals die entsprechenden Lehrpläne und Lehr-Materialien angesehen?

    Das ist immer alles sehr altersgerecht.

    Man kann z.B. auch schon Grundschulkindern beibringen, dass manche Kinder eben zwei Papis oder zwei Mamis haben. Das hat genauso wenig mit "Sexualisierung" zu tun, wie wenn man denen eine Hetero-Familie zeigt.
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#6 Ralph
  • 01.01.2018, 11:02h
  • Politik in Schlagworten, noch dazu in solchen, die fake news sind, ist Politik für den bierüberschwemmten Stammtisch. "Frühsexualisierung" ist in aller Reaktionären Munde, aber was eigentlich damit gemeint sein soll, sagt keiner. Dieses Wort zielt auf eine Verhinderung der Aufklärung darüber, dass Menschen ohne Rücksicht auf ihre sexuelle Orientierung und ihre Geschlechtsidentität gleiche Rechte haben und respektiert werden müssen. Diese Aufklärung gehört zum Kernbestand dessen, was Schule neben der Vermittlung des fachlichen Unterrichtsstoffs leisten muss. Sie erfüllt damit ihren gesellchaftspolitischen Auftrag, Dabei dreht es um Menschenwürde und Grundrechte sowie um das Leben in der Gemeinschaft. MIt Sex hat das alles nicht das geringste zu tun.
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#7 BuntUndSchoenesEhemaliges Profil
#8 MelVixenAnonym
  • 01.01.2018, 12:24h
  • Leider so wie ich die SPD kenne wird diese Am 8 Januar bei diesem thema umfallen.
    Sigmar Gabriel hat ja schon signalisiert das er und die Partei bei diesem thema weich sind, als er über "Progressive Gesellschaften" und "Anything goes" schwadronnierte.
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#9 LehrerAnonym
  • 01.01.2018, 12:29h
  • Was das "Schreiben nach Gehör" angeht, dass in manchen Bundesländern in den Grundschulen gelehrt wird, muss ich der CSU leider zustimmen: entsprechende Kinder haben deutlich mehr Probleme mit Rechschreibung als andere.

    Das ist auch logisch:
    gesprochene Sprache und geschriebene Sprache werden kognitiv ganz anders verarbeitet. Bei gesprochener Sprache ist es sinnvoll, erst mal ans Sprechen zu kommen, wenn auch mit Fehlern, und dann später zu perfektionieren. Aber bei geschriebener Sprache setzt sich der Anblick der falsch geschriebenen Wörter und deren Haptik beim Schreiben dermaßen in den jungen Gehirnen fest, dass das spätere Erlernen der richtigen Rechtschreibung sehr schwer fällt. Und Rechtschreibung ist essentiell wichtig, wenn man von anderen verstanden werden will...

    Aber ansonsten muss ich sagen:
    Bildungspolitik ist Ländersache. Das kann also keine Bedingung für eine Koalition sein. Es sei denn, man will dieses Thema für populistische Zwecke ausschlachten.

    Und was Aufklärung betrifft:
    wenn das altersgerecht passiert (was selbstverständlich der Fall ist, denn kaum etwas wird so streng kontrolliert und muss so viele Kontrollinstanzen passieren wie Lehrpläne und Lehrmaterial), dann ist das wichtig. Für die LGBTI-Schüler, damit sie sich nicht wie Menschen 2. Klasse vorkommen und nicht gemobbt werden. Und die Hetero-Schüler haben es auch leichter im Leben, wenn sie toleranter gegenüber LGBTI sind.
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#10 PeerAnonym
  • 01.01.2018, 12:45h
  • Da Bildungspolitik Ländersache ist, wird das kein Thema bei den Koalitionsverhandlungen sein und die CSU hat da auch gar nichts zu verlangen.

    Aber es gibt genug andere wichtige GLBT-Themen, wo es endlich Fortschritte geben muss und wo die SPD diesmal hart bleiben muss.

    Z.B.:

    - Verbot sogenannter Konversionstherapien. Diese religiös-fundamentalistische Gehirnwäsche hinterlässt wissenschaftlich belegt schwerste psychische Schäden und führt oft sogar zum Selbstmord.

    - die durch die Eheöffnung nötig gewordene Korrektur des Abstammungsrechts, damit lesbische Elternpaare nicht mehr diskriminiert werden

    - die längst überfällige Reform des Transsexuellengesetzes

    - die Reform des AGG, damit es Kirchen nicht mehr explizit Diskriminierung erlaubt, was eine Pervertierung der Idee eines Anti-Diskriminierungs-Gesetzes ist. Es kann z.B. nicht sein, dass eine lesbische Putzfrau in einem Kindergarten entlassen wird, nur weil die Kirche das so will.

    - die Aufnahme der Merkmale "geschlechtliche Identität" und "sexuelle Orientierung" in Art. 3 GG. Solange dort explizit zig Merkmale genannt wird, aber das fehlt, ist das diskriminierend.

    Es gäbe auch noch einige andere Dinge, aber das sind die wichtigsten.

    Dass man in einer Koalition Kompromisse eingehen muss ist klar, aber ein Kompromiss wäre nicht ein Totalverzicht auf all diese Forderungen, sondern zumindest einen Teil davon umzusetzen (ca. die Hälfte).

    Daran wird sich jede an einer kommenden Regierung beteiligte Partei messen lassen müssen!!
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