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Neue Initiative

Malaysia will Transfrauen "heilen"

Im autoritär regierten Staat sollen Transsexuelle künftig "zu einem normalen Leben" zurückfinden.


Malaysia lässt Homo- und Transsexuelle verfolgen (Bild: Joakim Olander / flickr)

In Malaysia soll es künftig ein staatliches Programm zur "Heilung" von Transfrauen geben. Das kündigte Ghazali Taib an, ein Minister im Regierungskabinett des an Thailand grenzenden Bundesstaates Terengganu. Die Teilnahme am Projekt sei freiwillig: "Die Regierung will keinen Zwang ausüben. Wir wollen lediglich den Betroffenen einen Weg aufweisen, bessere Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen", so Taib nach Angaben der malaysischen Presse.

Die Kurse sollen von religiösen Experten, Medizinern und Psychologen geleitet werden. Außerdem sollen dort "geheillte" Transfrauen auftreten, die "zu einem normalen Leben zurückgekehrt sind", so Taib.

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LGBTI-Aktivisten besorgt über Backlash

Scharfe Kritik an der Initiative kommt von LGBTI-Aktivisten. So erklärte Nisha Ayub von der Transorganisation "Justice for Sisters", dass der Staat nicht die Macht habe, die Geschlechtsorientierung von Bürgern beliebig zu ändern: "Es geht hier nicht um die Erziheung eines Hundewelpen, sondern um Menschen", so Ayub auf ihrer Facebook-Seite. In der Vergangenheit hätten Transfrauen offen in der Gesellschaft leben können, nun versuche die Regierung aber, die Uhren zurückzudrehen.

Bereits im letzten Jahr hatte die malaysische Bundesregierung mit einem Werbevideo für die "Heilung" von Homosexualität für Empörung gesorgt (queer.de berichtete).

Im mehrheitlichen muslimischen Malaysia, in dem der Islam sogar Staatsreligion ist, werden LGBTI nach dem Zivilrecht verfolgt. Auf einvernehmliche Homosexualität steht derzeit eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren oder Auspeitschung – das ist das gleiche Strafmaß wie für Vergewaltigung. Transsexuelle können zudem wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet werden. Homo- oder Transsexuellen ist es auch verboten, im staatlichen Fernsehen aufzutreten. Trotzdem gibt es in der relativ liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur eine lebhafte LGBTI-Szene, allerdings sind in den letzten Jahren immer wieder Polizeieinsätze gegen Szene-Einrichtungen durchgeführt und LGBTI-Veranstaltungen verboten worden. (dk)



#1 Homonklin44Profil
  • 02.01.2018, 16:18hTauroa Point
  • ""Die Regierung will keinen Zwang ausüben. Wir wollen lediglich den Betroffenen einen Weg aufweisen, bessere Entscheidungen in ihrem Leben zu treffen""

    Ach ja? Und bessere Entscheidungen sind dann besser, wenn man entscheidet, sich selbst zu bekämpfen, seine Natur zu unterdrücken und so zu tun, als wäre man nicht, wer man ist?

    Religioten. Auf der ganzen Welt sind die anscheinend gleich bescheuert.

    Ähnlich wie hier die Schwulenheiler. Dahinter gibt es immer religionslastige Verknüpfungen. Ich habe noch nix gefunden, das rein auf psychologischen Grundlagen basiert, oder etwa gleichermaßen Umschneiderung, Umorientierung von Hetero nach Homo, oder auch von Cis nach Trans oder ähnlich anbietet.

    Die Religiösen sollten sich vielleicht erst mal selber heilen, bevor sie freien Menschen auftackern, ihre Natur sei ungesund.
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#2 Tourist*inAnonym
  • 02.01.2018, 19:09h
  • Cool!

    Bieten die das auch für ausländische Gäste an? Ich meine genauso... freiwillig... wie für die eigene Bevölkerung?

    Hatte die nicht auch schon Homoheilung angeboten? Hat das mal jemand ausprobiert?

    Ich hoffe, das Programm hat mehr erfolg als das in Tschetschenien.

    Zählt das Land eigentlich auch zu den sicheren Herkunftsstaaten? Würde sich ja anbieten.
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#3 AlicnoAnonym
  • 02.01.2018, 19:34h
  • Jeder weiß doch, dass man Trans* und auch MzF, recht einfach heilen kann!
    Man muss es nur richtig anstellen:
    Keine Repressalien mehr, volständige Anerkennung und Respekt, ermöglichen jeglcher Transition, Aufklärung in den Schulen, Schutzgesetze für LSBTTIQ*, solange wie nötig, Akzeptieren der Trans*Menschen als gleichberechtigte völlig gesunde Mitmenschen
    und schon sind wir alle geheilt.
    Ist doch ganz einfach!
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#4 IrritiertAnonym
#5 BuntUndSchoenesEhemaliges Profil
#6 BuntUndSchoenesEhemaliges Profil
  • 02.01.2018, 20:35h
  • Eine Rose an alle Trans* in Malaysia und an die LSBTTIQ.

    ~~~~~`, ~~~@

    Fight for your rights.
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#7 Weniger irritiertAnonym
  • 02.01.2018, 20:41h
  • Antwort auf #5 von BuntUndSchoenes
  • Hmm, achso, die anderen werden geheilt. Ja, das ergibt Sinn. Homo- und Transfeindlichkeit als anerkannte Krankheit... :)

    Klingt witzig, aber ist es leider nicht und funktioniert nicht. Und ist auch nicht zu verharmlosen. Wenn es nämlich eine Krankheit wäre, könnten die Leute nichts dafür. Es sind leider mündige Menschen, und auch hier könnte ein Therapie bestenfalls freiwillig sein. Aber Benennung und Verfolgung von Straftaten, Schutzgesetze und Strafen wären schon mal ein Anfang.

    Wenn man das Thema immer auf eine andere Schiene zieht als Recht (sei es Medizin oder Religion), dann kommen am Ende die Täter leider kollektiv ungestraft weg.
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#8 BuntUndSchoenesEhemaliges Profil
  • 02.01.2018, 23:38h
  • Antwort auf #7 von Weniger irritiert
  • Freut mich, dass du immerhin weniger irritiert bist :-)
    Vielleicht war der Kommentar ja nicht so ernst gemeint wie du ihn auffasst.
    Selbstverständlich ist das Thema nicht zu verharmlosen und eine Krankheit ist Transphobie nicht. Das hat er ja nicht behauptet. Soviel Wissen sollte man ihm erstmal zugestehen, bevor man gleich kritisiert.

    Ich fasse seinen Kommentar so auf, dass ihm diese Vorgehensweise selbst nicht gefällt und er damit sagen möchte, dass diese Leute, die nun eine "Heilung" anbieten, ein Problem haben, aber nicht die Trans*
    Selbst wenn er wollte, könnte er diese Transphobie nicht "heilen."

    Und selbstverständlich sind diese trans-
    und homophoben Leute in Malaysia eigenverantwortlich in ihrem Handeln, das ist klar. Allerdings sind sie noch nicht so weit wie wir, weil dort Religion eine viel größere Rolle spielt und somit die LSBTTIQ in Malaysia noch ne ganz lange Strecke vor sich haben, leider.
    Momentan werden ja Homosexuelle verhaftet und nun Trans* angeblich "freiwillig" geheilt, anstatt dass diejenigen bestraft werden, die so mit Gewalt gegen die LSBTTIQ vorgehen.

    Es wäre wünschenswert, wenn es dort Fortschritte gibt, aber das ist dort mit viel mehr Arbeit und mit viel mehr Durchsetzung verbunden als bei uns. Es muss erstmal die Auspeitschung und die Verurteilung von 20 Jahren abgeschafft werden. Das alleine wird schon Jahre in Anspruch nehmen, oder gar Jahrzehnte.
    Bis das Gedankengut der Gleichwertigkeit bei allen angekommen ist, das wird dauern.
    Das ist ja selbst bei uns noch nicht der Fall.

    Die LSBTTIQ dort können einem wirklich leid tun. Es ist furchtbar. Vielleicht können Menschenrechtsorganisationen da einwirken und auf diese unmenschliche Behandlung appellieren.
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#9 schwarzerkater
  • 03.01.2018, 18:02h
  • ... wäre wohl besser, wenn sich die gesamte bevölkerung malaysias von dieser unterdrückerischen staatsreligion heilen/befreien würde.
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#10 hugo1970Ehemaliges Profil