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Achtung Spoiler!

"Star Trek: Discovery": Schock nach dem zweiten schwulen Kuss

Auf die zehnte Folge der neuen Weltraum-Saga haben queere Fans mit Entsetzen reagiert – Schauspieler Wilson Cruz versucht in einem Interview zu beruhigen.


Die zehnte "Discovery"-Folge "Nur wegen dir" begann vielversprechend mit dem zweiten Kuss zwischen zwei Männern im "Star Trek"-Universum: Chefarzt Hugh Culber (Wilson Cruz) und Lieutenant Paul Stamets (Anthony Rapp) sind ein Paar

In der jüngsten "Star Trek"-Serie "Discovery", die seit September in Deutschland auf Netflix zu sehen ist, gibt es mit Chefarzt Hugh Culber (Wilson Cruz) und Lieutenant Paul Stamets (Anthony Rapp) erstmals ein schwules Paar, das sich in der vorletzten Folge sogar küssen durfte (queer.de berichtete). Doch nun scheint die gleichgeschlechtliche Liebesgeschichte schon am Ende zu sein.

Zwar gibt es in der zehnten Folge "Nur wegen dir" (Originaltitel: "Despite Yourself"), die seit Montag in Deutschland online ist, erneut einen Knutscher zwischen dem Schiffsdoktor und seinem nach vielen Sporen-Sprüngen kaum noch zurechnungsfähigen Partner – am Ende der Episode ist Culber allerdings tot. Sicherheitschef Ash Tyler (Shazad Latif), der in Wahrheit ein klingonischer Spion ist, bricht ihm das Genick, nachdem der Arzt seinem Geheimnis auf die Spur kam.


Der Mord auf der Krankenstation

Auf Twitter und Co. reagierten queere Trekkies entsetzt über die Entwicklung und erinnerten daran, dass homosexuellen TV- und Kinofiguren nur selten ein Happy-End gegönnt ist und es zu wenig positive Rollenvorbilder für junge LGBTI gibt. Der plötzliche Tod des schwulen Arztes wirft in der Tat einen großen Schatten auf die ansonsten sehr starke Folge, in der das Raumschiff "Discovery" in das schon aus anderen "Star Trek"-Serien bekannte Paralleluniversum gerät, das von dem faschistischen Terranischen Imperium beherrscht wird.

Kommt der schwule Doktor zurück?

In einem Interview deutete Schauspieler Wilson Cruz trotz des Genickbruchs allerdings eine Rückkehr seiner Rolle in die Serie an. "Wir werden Dr. Culber wiedersehen. Dies ist eine epische Liebesgeschichte", erklärte er gegenüber dem Magazin "Inverse". Es handele sich keineswegs um eine typische "Begrabt die Schwulen"-Handlung. "Wir werden alle einige Phasen der Trauer durchlaufen, und ich denke, das ist in Ordnung", meinte Cruz weiter. "Deshalb machen wir doch Fernsehen, oder?"

"Star Trek: Discovery" wird außerhalb Nordamerikas nur auf Netflix gezeigt. Die erste Staffel besteht aus 15 Folgen. Bereits im Oktober gab der Sender CBS bekannt, dass man eine zweite Staffel bestellt habe (queer.de berichtete). (cw)

Konsequenzen. Ein Einblick in Folge 10 von Star Trek: Discovery. Ab 8. Januar auf Netflix.

Posted by Star Trek: Discovery on Sonntag, 7. Januar 2018
Facebook / Star Trek: Discovery | Auch im Trailer zu Folge 10 steht das schwule Paar im Mittelpunkt



#1 MigiTheAnonym
#2 WayneAnonym
  • 09.01.2018, 08:43h
  • Die Spoilerwarnung sollte prominenter nochmal direkt vor dem Text erscheinen. Da oben, in kleiner Schriftgröße als die Überschrift übersieht man die schlecht. Ich habe die Folge zB noch nicht gesehen!
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#3 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 09.01.2018, 11:39h
  • Mich freut es, dass einige Zuschauer darauf reagierten und das Dilemma in TV und Kino benannten. Zwar schaue ich kein Star Trek, aber es gibt genügend andere Filme, wo genau das gezeigt wird, was kritisiert wird: Homosexualität wird nur am Rande thematisiert, wenn zum Beispiel im Film gesagt wird: "Ich bin nicht homosexuell, aber ich unterstütze sie."
    Also die Rolle darf zum Teil immer noch nicht homosexuell sein, aber Homosexuelle zu unterstützen, lässt man diese Figur sagen und diese Figur wird dann als heiliger Samariter gepriesen.
    Das ist wirklich geschmacklos, finde ich.
    Wir brauchen keine heilige Samariter oder Leute, die uns so behandeln, als seien wir hilfsbedürftig. Und im TV oder Kino das sehen zu müssen, ist ja fast schon wieder Diskriminierung und Abwertung.

    Und dann eben das vielfache Ausbleiben eines Happy Ends und dass sogar Intoleranz im Film dargestellt wird, als sei es was nachahmenswertes. Wird das nämlich in vielen Filmen so gezeigt, wirkt sich das zusätzlich negativ auf die Gesellschaft aus.
    Und genau das stelle ich fest.

    Ich las ein Buch, in dem der Autor einen Protagonist sagen lässt, dass Homosexualität schlimmer sei als ein Pädophiler. Das Buch erhielt den Pulitzer Preis. Meine Reaktion: ich warf das Buch, das ich eine Stunde zuvor gekauft hatte, in den Mülleimer. Die Geschichte des Buches wurde verfilmt und bekannte Schauspieler spielen in diesem Film. Die Geschichte an sich ist interessant, aber dieser eine Satz, der völlig von der Geschichte ausgekoppelt ist und keinen Bezug zu irgendwas darstellt, ist einfach nur dämlich. Es war ja lange Zeit anscheinend "Mode" sich negativ über Homosexuelle zu äußern, und dieser Satz kommt haargenau so beim Leser an.
    Es "darf" ja jeder eine "Meinung" dazu haben und solange das nicht verboten ist, wird kräftig diese "Meinung" geäußert: im Radio, in der Politik, im TV, in der Literatur, etc.

    Ein ganz krasses Beispiel ist "Billy Elliot, I will dance." In diesem Film geht es nicht um Homosexualität, sondern laut Film Crew geht es um einen Hetero Jungen, der Tänzer werden möchte und sich gegen die vorherrschende Meinung der Gesellschaft, dass nur Frauen tanzen, durchsetzen muss. Die Szene, in der es zur Gewalt kommt gegenüber einem Schwulen im Umkleideraum, soll aufzeigen, dass sich dieser Hetero Junge von Schwulen abgrenzt.
    In diesem Film geht es also nicht um die Gewalt gegenüber Homosexuellen, sondern die Aussage ist: dass ein Junge dann ein Hetero Mann ist, wenn er sich von Schwulen abgrenzt und zur Not Gewalt anwendet.
    Ich hatte diese DVD mal zuhause und hörte mir die Äußerungen der Film Crew an. In keinem Wort wird das Thema Homosexualität erwähnt. Es wird ausschließlich über den Hetero Jungen gesprochen, der Tänzer werden möchte.
    Auch wenn nun manche vielleicht sagen, das könnte man auch anders interpretieren: selbst bei wikipedia kann man nicht lesen, dass der Film von Homosexualität handelt. Dort wird geschrieben, dass der homosexuelle Freund den Hetero Jungen beim Tanzen unterstützt. Dass aber der Hetero Junge den Homosexuellen unterstützt, ist weder im Film zu sehen, noch hört man es von der Film Crew, noch steht es bei wikipedia.

    Von solchen Filmen, DVDs, Büchern habe ich mich längst befreit und schaue nur noch das, was humaneres Denken beinhaltet :-)
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#4 Reto77
  • 09.01.2018, 11:44h
  • "Bury Your Gays" ist offenbar ein Grundprinzip amerikanischer Action und SF-Serien. "Star Trek Discovery" macht da keine Ausnahme. Ob Chefarzt Hugh Culber später in ein paar Rückblenden nochmals vorkommt, interessiert mich dann nicht mehr. Da nützen auch "Beruhigungs-Interviews" nichts. Obwohl ich früher Fan von Star Trek war, habe ich mich nie wirklich mit "Discovery" anfreunden können. Ohne das Gay-Paar interessiert mich die Serie nicht mehr.
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#5 andreAnonym
  • 09.01.2018, 13:33h
  • Antwort auf #3 von BuntesUSchoenes
  • Es ging nicht um Homosexuell oder Heterosexuell. 2 "Aussenseiter" waren eng befreundet. Darum ging es. Kommt ja öfters vor, daß Aussenseiter befreundet sind. Und enge Freundschaft soll ja große Unterstützung sein. Deshalb dieser schöne Film wenig Erwähnung in der schwulen Szene. Zu recht. Elton John hat sich mal darüber lustig gemacht, in einem Sketch, bei "Little Britain, als Gast. Aber, ok, so verschieden kann man das eben sehen.
    Die Schlußszene ist übrigens, direkt, aus dem Ballet "Schwanensee" in der Inszenierung von Matthew Bournes. Hab die DVD. Gibts auch, in voller Länge, auf YouTube. Adam Cooper, "Der Schwan" im "richtigen" Ballett und Darsteller des erwachsenen Billy, ist auch nicht schwul. Paßt so überhaupt nicht zum Klischee, was klassische Tänzer haben.
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#6 KopernikusProfil
#7 Straight ViewAnonym
  • 09.01.2018, 17:46h
  • Wer ein Problem mit schwulen Männern in einer fernen Zukunft hat, in der Menschen sogar eheänliche Beziehungen mit Außerirdischen führen (s.Spock), sollte vielleicht bei Heimatfilmen bleiben. ;-)

    Und wer ist denn bitte geschockt? Die beiden werden in der Handlung als Paar geführt und ihre Beziehung war bereits Teil der Handlung. Wer da von einem unschuldigen Kuss überrascht oder sogar geschockt ist, wunder sich auch, dass Wasser naß ist.

    Was allerdings gar nicht geht: Culbers Tod. Leute, ich geb euch 2 Episoden Zeit, dann ist der wieder im Cast. Sonst...
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#8 AFD-WatchAnonym
#9 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 09.01.2018, 19:28h
  • Antwort auf #5 von andre
  • Den Film hab ich gut verstanden, ich brauche keine Erklärung dazu. Es geht ums Tanzen und Billy ist hetero. Soweit so gut.
    Was ich kritisiere, ist diese Gewaltszene im Umkleideraum. Wenn sein Kumpel schon homo ist und im Film gezeigt wird, dass es auch homosexuelle Tänzer gibt, hätte man das positiv darstellen können und nicht mit einer Gewaltszene.
    Und nach dieser Gewaltszene steht er dann vor der Jury, die davon wissen, und es wird stillschweigend geduldet. Dieser Film kam im Jahr 2000 heraus und handelt in den 80igern.

    Wie gesagt, ich trennte mich von dieser DVD und fühle mich damit pudelwohl. Es gibt weitaus bessere Filme.
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#10 Konrad DudenAnonym
  • 09.01.2018, 19:48h
  • Antwort auf #9 von BuntesUSchoenes
  • "60iger" = "Sechzig-iger"
    "70iger" = "Siebzig-iger"
    "80iger" = "Achtzig-iger"

    Bei dir müssten die Zahlen
    60 "Sechz"
    70 "Siebz"
    80 "Achtz"
    heißen... ;-)

    Finde den Wiederholungsfehler. Hilft manchmal, um glaubhafter klugzuscheißen.
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