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Kommentare zu:
"Star Trek: Discovery": Schock nach dem zweiten schwulen Kuss


#1 MigiTheAnonym
#2 WayneAnonym
  • 09.01.2018, 08:43h
  • Die Spoilerwarnung sollte prominenter nochmal direkt vor dem Text erscheinen. Da oben, in kleiner Schriftgröße als die Überschrift übersieht man die schlecht. Ich habe die Folge zB noch nicht gesehen!
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#3 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 09.01.2018, 11:39h
  • Mich freut es, dass einige Zuschauer darauf reagierten und das Dilemma in TV und Kino benannten. Zwar schaue ich kein Star Trek, aber es gibt genügend andere Filme, wo genau das gezeigt wird, was kritisiert wird: Homosexualität wird nur am Rande thematisiert, wenn zum Beispiel im Film gesagt wird: "Ich bin nicht homosexuell, aber ich unterstütze sie."
    Also die Rolle darf zum Teil immer noch nicht homosexuell sein, aber Homosexuelle zu unterstützen, lässt man diese Figur sagen und diese Figur wird dann als heiliger Samariter gepriesen.
    Das ist wirklich geschmacklos, finde ich.
    Wir brauchen keine heilige Samariter oder Leute, die uns so behandeln, als seien wir hilfsbedürftig. Und im TV oder Kino das sehen zu müssen, ist ja fast schon wieder Diskriminierung und Abwertung.

    Und dann eben das vielfache Ausbleiben eines Happy Ends und dass sogar Intoleranz im Film dargestellt wird, als sei es was nachahmenswertes. Wird das nämlich in vielen Filmen so gezeigt, wirkt sich das zusätzlich negativ auf die Gesellschaft aus.
    Und genau das stelle ich fest.

    Ich las ein Buch, in dem der Autor einen Protagonist sagen lässt, dass Homosexualität schlimmer sei als ein Pädophiler. Das Buch erhielt den Pulitzer Preis. Meine Reaktion: ich warf das Buch, das ich eine Stunde zuvor gekauft hatte, in den Mülleimer. Die Geschichte des Buches wurde verfilmt und bekannte Schauspieler spielen in diesem Film. Die Geschichte an sich ist interessant, aber dieser eine Satz, der völlig von der Geschichte ausgekoppelt ist und keinen Bezug zu irgendwas darstellt, ist einfach nur dämlich. Es war ja lange Zeit anscheinend "Mode" sich negativ über Homosexuelle zu äußern, und dieser Satz kommt haargenau so beim Leser an.
    Es "darf" ja jeder eine "Meinung" dazu haben und solange das nicht verboten ist, wird kräftig diese "Meinung" geäußert: im Radio, in der Politik, im TV, in der Literatur, etc.

    Ein ganz krasses Beispiel ist "Billy Elliot, I will dance." In diesem Film geht es nicht um Homosexualität, sondern laut Film Crew geht es um einen Hetero Jungen, der Tänzer werden möchte und sich gegen die vorherrschende Meinung der Gesellschaft, dass nur Frauen tanzen, durchsetzen muss. Die Szene, in der es zur Gewalt kommt gegenüber einem Schwulen im Umkleideraum, soll aufzeigen, dass sich dieser Hetero Junge von Schwulen abgrenzt.
    In diesem Film geht es also nicht um die Gewalt gegenüber Homosexuellen, sondern die Aussage ist: dass ein Junge dann ein Hetero Mann ist, wenn er sich von Schwulen abgrenzt und zur Not Gewalt anwendet.
    Ich hatte diese DVD mal zuhause und hörte mir die Äußerungen der Film Crew an. In keinem Wort wird das Thema Homosexualität erwähnt. Es wird ausschließlich über den Hetero Jungen gesprochen, der Tänzer werden möchte.
    Auch wenn nun manche vielleicht sagen, das könnte man auch anders interpretieren: selbst bei wikipedia kann man nicht lesen, dass der Film von Homosexualität handelt. Dort wird geschrieben, dass der homosexuelle Freund den Hetero Jungen beim Tanzen unterstützt. Dass aber der Hetero Junge den Homosexuellen unterstützt, ist weder im Film zu sehen, noch hört man es von der Film Crew, noch steht es bei wikipedia.

    Von solchen Filmen, DVDs, Büchern habe ich mich längst befreit und schaue nur noch das, was humaneres Denken beinhaltet :-)
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#4 Reto77
  • 09.01.2018, 11:44h
  • "Bury Your Gays" ist offenbar ein Grundprinzip amerikanischer Action und SF-Serien. "Star Trek Discovery" macht da keine Ausnahme. Ob Chefarzt Hugh Culber später in ein paar Rückblenden nochmals vorkommt, interessiert mich dann nicht mehr. Da nützen auch "Beruhigungs-Interviews" nichts. Obwohl ich früher Fan von Star Trek war, habe ich mich nie wirklich mit "Discovery" anfreunden können. Ohne das Gay-Paar interessiert mich die Serie nicht mehr.
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#5 andreAnonym
  • 09.01.2018, 13:33h
  • Antwort auf #3 von BuntesUSchoenes
  • Es ging nicht um Homosexuell oder Heterosexuell. 2 "Aussenseiter" waren eng befreundet. Darum ging es. Kommt ja öfters vor, daß Aussenseiter befreundet sind. Und enge Freundschaft soll ja große Unterstützung sein. Deshalb dieser schöne Film wenig Erwähnung in der schwulen Szene. Zu recht. Elton John hat sich mal darüber lustig gemacht, in einem Sketch, bei "Little Britain, als Gast. Aber, ok, so verschieden kann man das eben sehen.
    Die Schlußszene ist übrigens, direkt, aus dem Ballet "Schwanensee" in der Inszenierung von Matthew Bournes. Hab die DVD. Gibts auch, in voller Länge, auf YouTube. Adam Cooper, "Der Schwan" im "richtigen" Ballett und Darsteller des erwachsenen Billy, ist auch nicht schwul. Paßt so überhaupt nicht zum Klischee, was klassische Tänzer haben.
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#6 KopernikusProfil
#7 Straight ViewAnonym
  • 09.01.2018, 17:46h
  • Wer ein Problem mit schwulen Männern in einer fernen Zukunft hat, in der Menschen sogar eheänliche Beziehungen mit Außerirdischen führen (s.Spock), sollte vielleicht bei Heimatfilmen bleiben. ;-)

    Und wer ist denn bitte geschockt? Die beiden werden in der Handlung als Paar geführt und ihre Beziehung war bereits Teil der Handlung. Wer da von einem unschuldigen Kuss überrascht oder sogar geschockt ist, wunder sich auch, dass Wasser naß ist.

    Was allerdings gar nicht geht: Culbers Tod. Leute, ich geb euch 2 Episoden Zeit, dann ist der wieder im Cast. Sonst...
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#8 AFD-WatchAnonym
#9 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 09.01.2018, 19:28h
  • Antwort auf #5 von andre
  • Den Film hab ich gut verstanden, ich brauche keine Erklärung dazu. Es geht ums Tanzen und Billy ist hetero. Soweit so gut.
    Was ich kritisiere, ist diese Gewaltszene im Umkleideraum. Wenn sein Kumpel schon homo ist und im Film gezeigt wird, dass es auch homosexuelle Tänzer gibt, hätte man das positiv darstellen können und nicht mit einer Gewaltszene.
    Und nach dieser Gewaltszene steht er dann vor der Jury, die davon wissen, und es wird stillschweigend geduldet. Dieser Film kam im Jahr 2000 heraus und handelt in den 80igern.

    Wie gesagt, ich trennte mich von dieser DVD und fühle mich damit pudelwohl. Es gibt weitaus bessere Filme.
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#10 Konrad DudenAnonym
#11 ursus
  • 09.01.2018, 20:42h
  • Antwort auf #9 von BuntesUSchoenes
  • "Was ich kritisiere, ist diese Gewaltszene im Umkleideraum. ... Und nach dieser Gewaltszene steht er dann vor der Jury, die davon wissen, und es wird stillschweigend geduldet."

    das stimmt nicht. die jury spricht den vorfall an und stellt klar, dass aggressives verhalten nicht geduldet wird. für mich wurde die aggressive szene, die du kritisierst, insgesamt befriedigend eingebettet und gewertet.

    "Wenn sein Kumpel schon homo ist und im Film gezeigt wird, dass es auch homosexuelle Tänzer gibt, hätte man das positiv darstellen können und nicht mit einer Gewaltszene."

    na klar. wir könnten nur noch filme über glückliche menschen in perfekten welten drehen, in denen es keine homophobie, keinen sexismus, keinen rassismus und generell keine diskriminierung mehr gibt. und wir würden uns damit der möglichkeit berauben, das alles in filmen zu thematisieren.

    einen recht lesenswerten beitrag, der zum thema passt, hat soeben jutta brückner in der FR veröffentlicht:

    "Ich weiß, dass die politische Korrektheit vielen heute enormes Unbehagen bereitet. Es gibt im Moment in den USA eine Bewegung, die wie eine Seuche um sich greift. Studierende fühlen sich verletzt durch literarische oder filmische Beschreibungen und Darstellungen von Sexualität und Gewalt und fordern den Ausschluss solcher Lehrmaterialien. Dagegen, so glaube ich, ist mit aller Macht vorzugehen, denn das ist Zensur. Zensur, die selbst vor klassischen Werken nicht haltmacht und drauf und dran ist, den Kanon aus dem Blickwinkel der Gegenwart neu zu schreiben. Aber im selben Atemzug sollte man fordern, dass aktuelle Kunstwerke, die Gewalt, Sexualität und sexualisierte Gewalt zeigen, so gemacht sind, dass die Haltung dazu im Film selbst deutlich ist. [...] Darstellungen von sexualisierter Gewalt in Filmen brauchen eine künstlerische Haltung und die zeigt sich in der Form, in der der Film gemacht wird. Form heißt: die Intelligenz und Reflexion des Machers, der Macherin finden die richtigen Worte, den richtigen Schnitt, die richtigen Bildaussschnitte für das, was er oder sie sagen und zeigen will."

    www.fr.de/politik/gender/feminismus/sexualisierte-gesellscha
    ft-klima-der-vergewaltigungskultur-a-1421996,2


    dieser haltung, die sich auf queerfeindliche gewalt übertragen lässt, kann ich mich nur anschließen.
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#12 Ikaiko
  • 09.01.2018, 21:19h
  • Antwort auf #11 von ursus
  • Ich habe die Folge gestern gesehen und war geschockt. Die einzig 100% sympathische Figur für einen so billigen Schockeffekt rauszuhauen. Geht gar nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass er als "Emergency Medical Holographic Program" zurückkehrt (wie der Doktor in "Voyager"). Seinem Ehemann wird es egal sein: Dieser steht an der Grenze eines irreparablen Gehirnschaden.
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#13 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 09.01.2018, 21:24h
  • Wir brauchen keine Klingonen und andere Aliens, wir haben genug mit den evangelikalen, die uns, den queers, am liebsten für ewig den Garaus machen wollen.
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#14 hugo1970Ehemaliges Profil
#15 hugo1970Ehemaliges Profil
#16 AndreAnonym
  • 09.01.2018, 22:54h
  • Antwort auf #9 von BuntesUSchoenes
  • Hier ein Filmtipp. Ein sehr guter Filmtipp. Nicht so ein olles Zeug und nicht auf DVD. Gibt eine Serie bei Netflix. Also etwas mit der Zeit mitgehen. Es ist eine reine Netflix-Serie. Heißt "Grace & Frankie". Hauptrollen echte Weltstars. Jane Fonda und Lily Tomlin (ist sogar lesbisch im echten Leben). 2 heterosexuelle (angeblich) , etwa 70 jährige Pärchen, sitzen in einem Restaurant beim Essen. Das Treffen haben die Männer organisiert. Beim Essen outen sich beide Männer als schwul und geben noch einen drauf. Beide sind ein Pärchen, seit 20 Jahren. Die beiden Frauen sind gerade am Durchdrehen. und versuchen das irgendwie zu verkraften. Das ist so lustig. Gerade angefangen. Mal sehen was noch kommt. Und in Deutsch.
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#17 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 09.01.2018, 23:56h
  • Antwort auf #14 von hugo1970
  • Du weißt, dass das bei bereits homophoben und unaufgeklärten nach hinten losgehen kann, oder? Überlege mal, was solche Szenen bei homophoben Menschen auslöst: sie fühlen sich doch erst so richtig bestätigt, und ahmen es im schlimmsten Fall nach.
    Wenn sowas in vielen Filmen gezeigt wird, kann man das Meinungsbildung nennen, aber eben im negativen Sinne. Ob das unterstützenswert ist, darüber lässt sich bestimmt diskutieren.

    Ich jedenfalls lehne es ab. Ich war oft genug im Kino, wo monatlich Filme für Homosexuelle kamen, und ich wurde jedes Mal enttäuscht. Den Film konnte man sich nicht aussuchen, war jedes Mal ohne Happy End, und die Message dieser Filme war, dass Homosexualität angeblich "keine Perspektive" sei.
    Das ist sehr realitätsfremd und löst bei mir kein Gefühl aus, ein weiteres Mal in diesen Filmabend zu gehen.

    Dagegen suche ich mir selbst Filme aus, die mir persönlich zusagen, und wo ich neben guter Unterhaltung auch noch Realität zu sehen bekomme :-)

    Wenn es um Diskriminierung geht und darum, dass wir nicht gleichberechtigt behandelt werden, gibt es einen beeindruckenden Film "Freeheld," in dem das sehr gut dargestellt ist. In diesem Film ist das der rote Faden. Bei Billy Elliot ist die Gewaltszene kein roter Faden - das ist der entscheidende Unterschied. Der Film wurde gedreht, weil gezeigt werden sollte, was ein junger Mann in den 80igern tun musste, um Tänzer werden zu können. Es geht dabei leider ganz und gar nicht um die Gewalt gegen Homosexuelle. Deshalb kritisiere ich es.
    Ich finde, gerade da muss sensibel damit umgegangen werden, denn es gibt eben homophobe Leute, die Gewalt in Filmen als Motivation betrachten, selbst so zu handeln.
    Deshalb ist es umso wichtiger, nicht einfach eine nebensächliche Gewalt einfließen zu lassen, was gar nichts mit der Handlung an sich zu tun hat, sondern, wenn wirklich ein Film mit Gewalt gegenüber Homosexuelle gedreht werden soll, dann aber wirklich mit rotem Faden, mit dem Thema als HAUPTHANDLUNG, wo wirklich auf diese Problematik eingegangen wird, wo gezeigt wird, welche Auswirkungen das hat.
    Ein Film, bei dem es der Film Crew wichtig ist, unsere Situation authentisch zu verfilmen.

    Wir reden hier also über zwei verschiedene Dinge:
    ich kritisiere die Gewaltszene in Billy Elliot, weil es homophob motiviert ist und von der Crew nicht als das Gegenteil erklärt wurde. Und weil es in der Gesellschaft nach hinten losgeht, wenn dies in der Mehrzahl im TV oder im Kino läuft. Auf diese Weise kann man unterschwellig Homophobie verbreiten und das lehne ich logischerweise ab.

    Wovon ihr redet, sind Filme, die Homophobie thematisieren. Dafür bin ich selbstverständlich auch, aber Billy Elliot ist leider kein Film, der zu dieser Kategorie gehört.
    Was ich mir unter einem Film vorstelle, der Homophobie thematisiert, hab ich erklärt. Da gibt es dann einen roten Faden, das Thema ist die Haupthandlung und keine 10 Sekunden Angelegenheit ohne Reflexion(!), die Film Crew geht auf die Problematik ein, und erklärt im Interview selbstverständlich, was deren Intention war und was dieser Film in der Gesellschaft bewirken soll.
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#18 Homonklin44Profil
  • 09.01.2018, 23:58hTauroa Point
  • Antwort auf #13 von hugo1970
  • Die Startrek-Metapher lässt sich da gut übertragen. Ob Gene Roddenberry das damals so verpackt hat, weiß ich nicht genau, aber in vielen der ersten Startrek-Serien könnte es genausogut um die Völkerverständigung auf der Erde gehen, wenn man unterschiedliche Humanoide mit unterschiedlichen Kulturen hier vergleicht.
    Es wurden damals bei Kirk, Spock, Uhura, Pille, Tchekov, Sulu usw. neue Denkweisen als auch unterschiedliche kulturelle Aspekte in die Folgen eingewoben, und die Achtung jeglicher Art von Leben vermittelt, etwas, was heute mit der ethischen Entwicklung einher geht.

    Wenn man anstatt von Klingonen etwa evangelikale/religiote/politische Widersacher im Alien-Gewand sehen würde, käme da manches tatsächliche Weltverhältnis zum Vorschein. Reale Verhältnisse in Geschichten zu verpacken, damit sich die Welt Gedanken darüber geben kann, wo etwas falsch läuft und wie es vielleicht besser zu machen sein könnte, ohne dadurch Zensur heraufzubeschwören oder politisches Abstrafen zu riskieren, war schon immer eine Funktion in Sci-Fi oder Fantasy. Startrek ist Fantasy mit einigen Sci-Fi-Aspekten.

    Sieht ja so aus, als soll der Arzt wundersam wiederbelebt oder reinkarniert werden,oder sowas. In einer fernen Zukunft, in der Medizin weit fortgeschritten wäre, durchaus denkbar, auch einen Genickbruch oder Ruptur der Chorda in dem Bereich heilen zu können, solange es früh genug stattfindet, bevor der Zelltod einsetzt.
    Startrek war auch immer schon Vorreiter für viele neue Entwicklungen. Erinnern wir uns an Kommunikatoren ... heute benutzt fast jeder ein Smartphone wie selbstverständlich, mit zig Extra-Funktionen und Apps. Startrek von damals ist heute teilweise Alltag geworden!
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#19 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#20 stromboliProfil
  • 10.01.2018, 09:24hberlin
  • Antwort auf #11 von ursus
  • interessanter tour de force zur gewaltfixierten entsexualisierung der gesellschaft durch verbot jeglichen differenzierenden denkens...
    Besonders aus der sicht der " ständig sich bedroht fühlenden" ein zunehmend schleichender versuch, nicht sich mit den ursachen des eigen wahrgenommenen zu beschäftigen also auch deren zwiespältigkeit zu analysieren, sondern mit bequemen ratschlägen und moralischem zeigefinger eine deutungskultur zu kreieren, die ins viktorianische abzugleiten droht.

    Jutta brückner zitiert:
    "" Zensur, die selbst vor klassischen Werken nicht haltmacht und drauf und dran ist, den Kanon aus dem Blickwinkel der Gegenwart neu zu schreiben. Aber im selben Atemzug sollte man fordern, dass aktuelle Kunstwerke, die Gewalt, Sexualität und sexualisierte Gewalt zeigen, so gemacht sind, dass die Haltung dazu im Film selbst deutlich ist. [...] Darstellungen von sexualisierter Gewalt in Filmen brauchen eine künstlerische Haltung und die zeigt sich in der Form, in der der Film gemacht wird. Form heißt: die Intelligenz und Reflexion des Machers, der Macherin finden die richtigen Worte, den richtigen Schnitt, die richtigen Bildaussschnitte für das, was er oder sie sagen und zeigen will.""

    Ich würde dies auch für den konsumenten, den betrachter, lesenden und filmegänger*** erweitert sehen:
    Form heißt: die Intelligenz und Reflexion des Machers, der Macherin finden ebenso wie die des betrachtenden die richtigen Worte, den richtigen Schnitt, die richtigen Bildaussschnitte für das, was er oder sie sagen und zeigen will.

    Denn was ist das mühen der macher*innen , wenn es am wahrnehmungsvermögen der betracher*innen scheitert!

    Ich möchte dem hinzufügen:

    www.heise.de/tp/features/Statt-MeToo-Fuer-mehr-Unverschaemth
    eit-zwischen-Frauen-und-Maennern-3937514.html?seite=all



    Zeit, überhaupt neue metahebenen für diese "diskussion zwischen geschlechtern - gendern , sichtbaren und eingebildetem aus dem sumpf der selbstbezogenen mittelmäßigkeiten zu heben.
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#21 TheDadProfil
  • 10.01.2018, 09:38hHannover
  • Antwort auf #9 von BuntesUSchoenes
  • ""Den Film hab ich gut verstanden,""..

    Wie man immer noch lesen kann ist das immer noch nicht der Fall !

    Vor allem nicht wenn man Sätze wie diesen
    "er spielt in den 80'ern"
    lesen muß..

    In diesem Film geht es immer noch nicht um "Homosexualität" !

    Es geht immer noch um Homophobie, die innerhalb der Gesellschaft als Teil der Heteronormativität völlig unabhängig auftritt, agiert und agitiert, und hier dann auch gegenüber dem vielleicht Heterosexuellen Billy Anwendung findet..
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#22 TheDadProfil
  • 10.01.2018, 09:45hHannover
  • Antwort auf #17 von BuntesUSchoenes
  • ""Es geht dabei leider ganz und gar nicht um die Gewalt gegen Homosexuelle. Deshalb kritisiere ich es.""..

    Warum eigentlich ?
    Weil man immer noch nicht verstehen will daß sich Heteronormativität, Homo- und Transphobie eben NICHT nur an LGBTTIQ*-Menschen richtet, sondern immer an alle Menschen innerhalb der Gesellschaft, und man diese entscheidende Aussage des Film einfach mal so negiert !
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#23 stromboliProfil
  • 10.01.2018, 09:52hberlin
  • Antwort auf #9 von BuntesUSchoenes
  • " Wenn sein Kumpel schon homo ist und im Film gezeigt wird, dass es auch homosexuelle Tänzer gibt, hätte man das positiv darstellen können und nicht mit einer Gewaltszene."

    Eben weil der film mit dieser szene zeigt, dass der homosexuelle auch von der positiven identifikationsfigur ob seines schwulseins angegriffen wird, so macht die szene die ambivalenz der handlung aus:
    Zum einen geht es in der hauptperson um einen gegenentwurf zu den heteronormativen "normalitäten, wie sie eltern - umfeld ihm aufzuzwingen suchen, zum anderen spiegelt er die innere zerrissenheit billys wieder, der auch über die ihm eingeimpfte "normalität hinaus zu sich selbst finden muss.
    Tragischer weise , indem er homophobe ängste im prozess der wandlung überhand nehmen lässt.

    Eine übrigens wie ich finde sehr ehrliche weise, dass dilemma der selbstfindung zu zeichnen, und eben nicht ("positivistisch) plakativ, wie in deinem eigenen daseinsszenario uns vorgetragen sein will..
    So besehen "billy elliott" mit sicherheit der bessere film ist, als dein uns hier eindringlich dargestelltes leben.
    Bei billy kann man noch was lernen so ganz nebenher...
    Ansonsten haben wir mit dir schon mal über seiten diese "film"- diskussion geführt, was also soll das ganze von neuem?
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#24 stromboliProfil
  • 10.01.2018, 10:13hberlin
  • verzeiht mein political uncorrect sein, wenn ich nicht mit den trauermarsch der verpassten gelegenheiten mit einstimme.

    Und im hinterkopf rumort es ... kommt mir der song aus goldfinger in den sinn..
    " It's the kiss of death from
    Mister Spacey...

    Genugtuung nun über das "frühe aus "?
    Oder hätten wir uns doch länger mit der homosexuellen besetzungscouch beschäftigen sollen.
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#25 ursus
  • 10.01.2018, 14:56h
  • Antwort auf #20 von stromboli
  • ich habe den eindruck, dass die stellungnahme von deneuve & co die kernkritik von #metoo eher verzerrt, also etwas zurückweist, was in dieser kampagne, wenn überhaupt, höchstens einzelne fordern. es geht ja nicht darum, dass man "nicht mehr flirten darf". ein paar anregende argumente mögen sich da durchaus finden, aber das möchte ich hier nicht weiter ausrollen.
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#26 ursus
  • 10.01.2018, 15:53h
  • Antwort auf #17 von BuntesUSchoenes
  • "nicht einfach eine nebensächliche Gewalt einfließen zu lassen, was gar nichts mit der Handlung an sich zu tun hat,"

    das thema von "billy elliot" ist die aggressive abwehr von allem vermeintlich "nicht-männlichen". wie stromboli und thedad richtig anmerken, geht es hier um eine allgemeinere form von gewalt, die nicht nur schwule trifft, sondern alle, die von vermeintlich "richtig männlichen" verhaltensweisen abweichen. für mich besteht hierin das besondere verdienst und der besondere wert des films.

    schwulenfeindliche aggression ist eine unterform bzw. folge dieser allgemeineren form von aggressiver abwehr. die szene, in der billy den diskriminierungsdruck, der auf ihm lastet, auf einen anderen, vermeintlich "noch unmännlicheren" umleitet, gehört deshalb genau hier hinein.

    dass billys aggression gegen den mitbewerber von der jury keineswegs, wie du schriebst, von der jury "stillschweigend geduldet",sondern explizit verurteilt wird, kann man sich hier ansehen (ab 4.50):

    www.youtube.com/watch?v=HYxtkhTD2Xk
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#27 JarJarProfil
  • 11.01.2018, 10:24hKiel
  • Das war bisher der Höhepunkt der Star Trek Disco, absolut geile Folge die Fantheorien ja bestätigte. Ash Tyler wird damit zu einer absolut interessanten Figur die so viele Möglichkeiten besitzt. Man kann ihn zu einem Schurken aufbauen der sich hinter einem Gul Dukat nicht verstecken muss, man kann ihn aber auch zu einem gebrochenem Helden weiterentwickeln.
    Mir gefällt die Star Trek Serie richtig gut und das Ableben vom Arzt ist tragisch, aber besonders viel wusste man noch nicht über ihn und ein Serientot der nicht weh tut ist verschenktes Potenzial. Michael als Hauptfigur sterben lassen ist wohl eher unwahrscheinlich. Saru und Tilly wären zu bedeutungslos und den Captain schon wieder zu killen wäre auch ne Wiederholung. Dann doch lieber einen von den beiden und warten wir mal ab, die Staffel ist noch nicht vorbei, vielleicht kriegen wir ja einen Arzt aus dem Spiegeluniversum präsentiert. Lorca kommt mir schließlich auch nicht so vor als wäre er der echte.
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#28 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 11.01.2018, 15:30h
  • Antwort auf #21 von TheDad
  • de.m.wikipedia.org/wiki/Billy_Elliot_%E2%80%93_I_Will_Dance

    Was immer du auch schreibst, es ändert nichts an diesem Film :-)

    Er handelt immer noch von den 80igern und darum, was ein Hetero-Junge fürs Tanzen tun muss, Billy ist immer noch Hetero, und die Gewaltszene gegenüber einem Schwulen ist immer noch nicht pro-homo dargestellt.
    In den Kommentaren und Interviews der DVD wird ausschließlich über das Tanzen gesprochen und über die Zeit, als der Regisseur selbst für sein Beruf kämpfen musste.
    Das Thema Homosexualität wird mit keinem Wort angesprochen.

    Du kannst schreiben, was du möchtest, aber an diesen Tatsachen kannst du gar nichts ändern, unabhängig wieviele Kommentare du hier noch schreiben möchtest.
    Die Mühe ist sinnlos und das weißt du.

    Ich unterstütze Homophobie nicht, niemals.
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#29 ursus
  • 11.01.2018, 16:14h
  • Antwort auf #28 von BuntesUSchoenes
  • "Ich unterstütze Homophobie nicht, niemals."

    die kritische darstellung von homophobie in einem film fördert nicht automatisch reale homophobie. das gegenteil ist der fall.

    deine behauptung, die kurze gewaltszene im umkleidraum, auf der offenbar deine ablehnung von "billy elliot" hauptsächlich basiert, werde in dem film nicht kritisch eingeordnet, halte ich für eine komplette fehleinschätzung. wenn du dich der bequemlichkeit halber entschließt, hinweise, die deine aussagen widerlegen, einfach nonchalant zu ignorieren, ist das dein problem. eine überzeugende diskussionsstrategie ist es nicht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#30 stromboliProfil
#31 TheDadProfil
  • 11.01.2018, 22:01hHannover
  • Antwort auf #28 von BuntesUSchoenes
  • Was soll ich denn jetzt schon wieder mit dem Link zu diesem Film den ich schon dutzende Male gesehen habe, und von dem ich Dir sagen kann, es ist der beste Film der jemals über Heteronormativität und über Homophobie gedreht wurde !

    ""und die Gewaltszene gegenüber einem Schwulen ist immer noch nicht pro-homo dargestellt. ""..

    WIE sollte das auch gehen ?

    WIE kann man einen Vulkan-Ausbruch der Pompeji unter Millionen Tonnen Asche begräbt irgendwie "menschlicher" "darstellen" ?

    Indem man das Drehbuch verändert ?
    Der geschlagene Schwule schlägt zurück ?

    Das war nicht die Idee des Drehbuches, sondern die Darstellung des Alltags, so wie er jeden Tag stattfindet..

    Das Leben ist kein Pony-Hof..
    Und das waren die Achtziger !

    Die Idee in einer Bergbau-Stadt irgendwo in Nordengland ginge es in den Achtzigern irgendwie "freundlich" gegenüber Schwulen zu, ist absurd !

    In einer Zeit in der Bronski Beat ihren Smalltown Boy in die Welt rausbrüllen nachdem Margaret Thatcher die Clause28 erlassen hat um das sprechen über "Homosexualität" in der Öffentlichkeit zu verbieten,
    (und immer noch meinen die Leut die russischen Verbote seien deren Erfindung ! wie obskur)
    und Du kommst hier mit einer absurden Idee ums Eck die "einfordert", man müsse das Ganze doch bitteschön mal etwas hübscher darstellen, denn der arme Hetero-Junge leidet doch so sehr unter der falschen Anschuldigung des brutalen Vaters und des nun wirklich dummen Bruders..

    Der kleine Billy ist doch gar nicht Schwul, der will doch nur Tanzen..
    Wieso muß der nun ausgerechnet unter der Homophobie leiden ?

    Weil Heteronormativität SCHEISSE ist !
    Das ist doch nun nicht wirklich schwer zu verstehen..

    JA..
    Das ist die Grund-Idee des Films !
    Er soll aufzeigen WIE Homophobie in der Gesellschaft wirkt, und an wen sie sich wendet !
    Er soll aufzeigen welche Auswirkungen Heteronormativität hat, und wer alles darunter zu leiden hat..
    Nicht die Schwulen Menschen, die LGBTTIQ*-Menschen allein, sondern ALLE !

    ""Das Thema Homosexualität wird mit keinem Wort angesprochen.""..

    Du schreibst grad Amok !
    Wir drehen uns im Kreis !
    Ich schrieb Dir bereits daß sich der Film NIEMALS um "Homosexualität" drehte, sondern um HOMOPHOBIE !

    Wie oft denn noch ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #28 springen »
#32 JarJarProfil
  • 12.01.2018, 11:46hKiel
  • Interessant wäre mal zu Wissen wer von den Kommentartoren die Folge/Serie denn auch gesehen hat. Oder ob hier mal wieder nur um zu diskutieren diskutiert wird...
  • Antworten » | Direktlink »
#33 ursus

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