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"Rise"

Neue US-Serie: Autoren machen schwule Figur zum Hetero

Dass der Held in der neuen Serie "Rise" anders als in der Buchvorlage heterosexuell sein soll, stößt so manchem sauer auf.


Josh Radnor spielt den engagierten Lehrer, der sich der Arbeiterkinder annimmt – anders als in der Buchvorlage ist er heterosexuell (Bild: NBC)

Schon vor ihrer Premiere im März diesen Jahres sorgt die neue TV-Serie "Rise" in den USA für Aufregung: Die Hauptfigur der NBC-Produktion für die Primetime, die auf dem 2013 von Michael Sokolove verfassten Roman "Drama High" basiert, soll nicht wie im Buch schwul, sondern heterosexuell sein, was zu scharfer Kritik in sozialen Netzwerken führte.

Das auf wahren Begebenheiten basierende Buch handelt vom Lehrer Lou Volpe, der in der Serie vom 43-jährigen Schauspieler Josh Radnor (bekannt aus der Sitcom "How I Met Your Mother") dargestellt werden soll. Der Theater-Lehrer arbeitet an einer Highschool in einer strukturschwachen Arbeiter-Gemeinde in Pennsylvania und hält seine Schüler dazu an, sich künstlerisch auszudrücken. Außerdem wird in dem Buch ausführlich beschrieben, wie der Lehrer nach einem jahrzehntelangen Versteckspiel – und einer Ehe mit einer Frau, aus der ein Sohn hervorging – den Mut findet, offen zu seiner Homosexualität zu stehen.

Die TV-Produktion soll als Musicaldrama angelegt sein, also eine Art ernstere Version von "Glee" werden – und nimmt sich neben der Änderung der sexuellen Orientierung von Lou einige weitere Freiheiten: So wird sein Nachname von Volpe auf Mazzuchelli geändert, außerdem wird die Hauptfigur in der Serie weit jünger dargestellt als im Buch.

Direktlink | Der Trailer für "Rise"

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TV-Autor verteidigt Änderugen in "Rise"

Serienautor Jason Katims, der bereits zuvor die erfolgreiche Highschool-Serie "Friday Night Lights" um ein schulisches Footballteam mitentwickelt hatte, verteidigte laut US-Medienberichten auf einer Werbetour für die Sendung am Dienstag die Änderungen. Das Buch sei nur eine "Inspiration" für die Serie gewesen: "Ich dachte, ich musste meine eigene Geschichte entwickeln. Ich wollte aber nicht sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentitäten ausblenden", so Katims, der darauf verwies, dass unter anderem eine transsexuelle Figur in der Serie vorkomme – ebenso wie ein Schüler, der in einer religiösen Familie aufwachse und seine nichtherosexuelle Orientierung entdecke.

Die Figur Lou sei völlig neu entwickelt worden. "Es geht nicht nur um schwul oder hetero, sondern um die Familienstruktur", so Katims. Eine Änderung sei gewesen, dass Lous Sohn anders als im Buch ein massives Alkoholproblem habe.

In sozialen Netzwerken zeigen sich viele Nutzer irritiert über die Änderung der sexuellen Orientierung der Hauptfigur: "LGBT-Geschichten sollten nicht nur Nebensache sein", beschwerte sich ein Nutzer von Facebook. Ein anderer verglich diese Änderung mit Erfahrungen, die auch Afroamerikaner durchmachten: "Die Geschichten von Schwarzen werden auch ständig weiß eingefärbt", schrieb er. Viele kündigten an, die Serie boykottieren zu wollen.

In den USA soll die erste Folge von "Rise" am 13. März im Hauptabendprogramm je nach Zeitzone um 21 oder 22 Uhr im Sender NBC ausgestrahlt werden. Noch ist unklar, ob die Produktion auch in Deutschland gezeigt wird. (dk)



#1 schwarzerkater
  • 11.01.2018, 09:12h
  • die politik vom orangenen waschbären aus dem weißen haus hat nun endlich auch die hirne der autoren von fersehserien erreicht. wer gegen seine überzeugungen schreibt (die des orangfarbenen waschbären), verliert wahrscheinlich seinen job.
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#2 TimonAnonym
  • 11.01.2018, 14:40h
  • Bei Hautfarben nennt man das White.-Washing.

    Dies ist dann wohl Straight-Washing.

    Beides ist Ausdruck einer totalitären, faschistoiden Gesinnung.
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#3 stromboliProfil
  • 11.01.2018, 18:53hberlin
  • ... ebenso wie ein Schüler, der in einer religiösen Familie aufwachse und seine nichtherosexuelle Orientierung entdecke."

    Frage: ist das eine wortwörtliche übersetzung ?

    Interessant; wird so endlich das unwort homosexuell umschrieben und mit der heterosexualität doch noch auf einen nenner gebracht ohne es aussprechen zu müssen.

    Und um den wandel des emanzipativen wollens zu vollenden: Die Figur Lou sei völlig neu entwickelt worden. "Es geht nicht nur um schwul oder hetero, sondern um die Familienstruktur"

    FAMILIENSTRUKTUR!
    Darunter dürfen nun zukünftig alle nichtheterosexuellen orientierungen entdeckt werden.
    Wo sie dann enden ist noch offen, gesucht wird jedenfalls ein begriff, der nicht das gleichgeschlechtliche beschreibt und trotzdem in der heteronormativen FAMILIENSTRUKTUR überleben darf.
    Eben nur nicht HOMO-schwul&lesbisch.

    Schöne neue welt.
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#4 TheDadProfil
  • 11.01.2018, 22:58hHannover
  • Antwort auf #3 von stromboli
  • ""Schöne neue welt.""..

    Ja so ist das in dieser schönen neuen Welt..
    Da wird dann Mangels gebräuchlicher Begriffe aus einem Demokratie-Verweigerer ein "Nicht-Wähler"..

    Man schreibt ja auch den Atheisten gerne mal den Unglauben zu, weil man auf der anderen Seite immer noch denkt, es sei "normal" zu "glauben"..

    Fragt sich dann wie lange es noch braucht bis man alle redlichen Menschen irgendwann mal als "Nicht-Mörder" beschreibt um einer anderen Normativität das Wort zu reden ?
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