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USA

Wegen Diskriminierung: Schule zahlt Transmann 800.000 Dollar

Jahrelang schikanierten Lehrer einen Trans-Schüler im Mittleren Westen der USA. Jetzt erhält der 18-Jährige dafür eine Entschädigung.


Ash Whitaker und seine Mutter Melissa (Bild: Twitter / TransLawCenter)

Ein Schulbezirk im US-Bundesstaat Wisconsin muss dem transsexuellen Ex-Schüler Ash Whitaker 800.000 US-Dollar (660.000 Euro) Entschädigung für Diskriminierung in seiner Schulzeit bezahlen. Beide Seiten gaben am Mittwoch bekannt, dass sie sich außergerichtlich auf diese Summe geeinigt hätten. Ein Gericht muss dieser Einigung noch zustimmen.

Whitaker, der seit 2015 als Junge gelebt hatte, machte im Juni 2017 seinen Highschool-Abschluss und studiert inzwischen Biomedizintechnik an einer Universität. Bereits als Elftklässler hatte der jetzt 18-Jährige seinen Schulbezirk verklagt, weil er wegen seiner Geschlechtsidentität in seiner Schule in der Großstadt Kenosha Schikanen ausgesetzt gewesen sei. Ein Bundesgericht gab ihm im vergangenen Jahr Recht.

In der Anklageschrift hieß es unter anderem, Lehrer hätten in der Schule ständig weibliche Personalpronomen für Whitaker verwendet und es sei ihm verboten worden, die Jungentoilette zu benutzen. Außerdem habe er als einziger Schüler ein grünes Armband tragen müssen, damit die Lehrer leichter überprüfen können, ob er das Kloverbot einhält. "Ich hatte von derartigen Armbändern gehört, aber nicht erwartet, dass sie mir wirklich eines geben würden. Aber sie haben es getan. Es war hellgrün. Ich war völlig entgeistert, wollte gleichzeitig weinen und schreien", erklärte Whitaker gegenüber dem Magazin "Slate".

Schulbezirk fürchtete hohe Anwaltskosten

Die Vereinbarung mit Whitaker wurde von der Schulbehörde mit fünf zu zwei Stimmen angenommen. Der Schulbezirk weist nach wie vor die Diskriminierungsvorwürfe zurück, erklärte aber, man habe sich wegen "Befürchtungen unserer Versicherung über juristische Entwicklungen und die sich anhäufenden Kosten für die Verteidigung" auf eine außergerichtliche Zahlung geeinigt.

Whitaker erklärte sich mit der Vereinbarung damit einverstanden, nicht vor dem amerikanischen Supreme Court gegen den Schulbezirk zu klagen. Dafür wurde ihm unter anderem ausdrücklich zugesichert, dass er zukünftig bei Veranstaltungen an der Schule die Männertoilette benutzen dürfe.

Von der Entschädigung enthält Whitaker nur einen Bruchteil: Anwalt Ronald Stadler erklärte gegenüber "BuzzFeed", dass Whitakers Anwälte insgesamt 650.000 Dollar erhalten würden; für Whittaker blieben 150.000 Dollar übrig, die er noch versteuern muss – das sind umgerechnet rund 125.000 Euro.

In den USA gibt es derzeit viel Streit um die Bürgerrechte von Transpersonen: Die Trump-Regierung versucht seit ihrem Amtsantritt, die Rechte einzuschränken, etwa durch ein Trans-Verbot im Militär (queer.de berichtete). Nach mehreren Niederlagen für den Präsidenten vor Gericht dürfen sich jedoch Transpersonen seit 1. Januar offiziell für den Dienst an der Waffe bewerben. Auch für Trans-Jugendliche wird die Luft rauer: Präsident Trump hob kurz nach seinem Amtsantritt einen Erlass seines Vorgängers Barack Obama zum Schutz von transgeschlechtlichen Schülern auf (queer.de berichtete). (dk)

Direktlink | Whitaker sorgte bereits 2016 für Aufsehen, als er sich bei einer Schulveranstaltung als "Prom King" (Abschlussballkönig) bewerben wollte – die Schule sagte ihm zunächst, er könne nur "Prom Queen" werden.



#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 11.01.2018, 15:57h
  • Mal davon abgesehen, dass die Entschädigung hauptsächlich für den Anwalt draufgehen und dem Trans*Mann nur ein Teil zukommen wird, wäre auch eine nicht-materielle Entschädigung angesagt. Aber bei der Trump-Regierung wundert mich nicht, dass auch dieser Staat Wisconsin nur ein Minimum umsetzt.
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#2 queergayProfil
  • 11.01.2018, 16:25hNürnberg
  • Auch dieser Fall zeigt klar, daß queere Rechte und Freiheiten nicht einfach so vom Himmel fallen oder bereitwillig eingeräumt werden.
    Nur mit einer gewissen Kampfbereitschaft, Entschiedenheit und Nutzung juristischer Möglichkeiten gibt es Veränderungen. Alles andere wären nur süße Illusionen von hoffnungsvollen Menschen, die sich angepasst verhalten wollen.
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#3 Terpsiphone
  • 11.01.2018, 22:54h
  • "Der Schulbezirk weist nach wie vor die Diskriminierungsvorwürfe zurück"

    Einfach nur peinlich wenn man nicht einmal zugibt wenn man was verbockt hat.
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#4 Julian LAnonym
  • 12.01.2018, 10:11h
  • Richtig so.

    Wer sich Fakten und Argumenten versperrt, versteht nur die Sprache des Geldes.
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#5 Gerlinde24Profil
  • 12.01.2018, 12:44hBerlin
  • Sie sehen noch nicht einmal ihren Fehler ein, und denken, recht gehandelt zu haben. Alles Religioten, denen das Gehirn und das Mitgefühl abhanden gekommen ist. Göttin, schmeiß Hirn runter, in den USA wird grad ne Menge gebraucht, vor allem in Washington, DC, (1600 Pensylvania Avenue, NW, Washington DC, 20500, die Adresse des Weißen Hauses, wo Trump residiert).
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#6 Gerlinde24Profil