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Magdeburg

Rechtsruck bei "Meile der Demokratie": LSVD sagt Teilnahme ab

Eigentlich wirbt die Veranstaltung in Magdeburg für Demokratie und Toleranz. In diesem Jahr darf mit der AfD aber erstmals eine Partei dabei sein, die offen Stimmung gegen Minderheiten macht.


In den vergangenen Jahren engagierte sich die "Meile der Demokratie" gegen extremistisches Gedankengut – in diesem Jahr ist dieses Gedankengut Teil der Veranstaltung (Bild: Zeitfixierer / flickr)

Der Lesben- und Schwulenverband in Sachsen-Anhalt hat am Freitag angekündigt, dass man am 20. Januar nicht wie in den letzten Jahren an der Veranstaltung "Meile der Demokratie" in der Magedeburger Innenstadt teilnehmen werde. Das Straßenfest erinnert an den Jahrestag der Zerstörung der Landeshauptstadt während des Zweiten Weltkriegs und setzt sich formal für Demokratie und Toleranz ein. Im vergangenen Jahr kamen 8.000 Besucher.

Der Grund für die LSVD-Absage: Beim seit 2009 von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis organisierten Fest nimmt dieses Jahr mit der AfD auch eine Partei teil, die offen homo- und transphob agiert. Die AfD hatte sich im Dezember als Teilnehmer angemeldet, was bereits zu mehreren Absagen von Nichtregierungsorganisationen geführt hatte – etwa des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des von der AfD bekämpften Vereins Miteinander. Die rechte Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt gilt als extremer als der Parteidurchschnitt.

LSVD: Erstmals "menschenverachtende Parolen" bei "Meile der Demokratie"

In einer Pressemitteilung erklärte der LSVD-Landesvorstand, dass die "Meile der Demokratie" bisher für eine offene und vielfältige Gesellschaft gestanden habe, an der jeder Mensch gleichwertig teilhaben und Schutz erfahren dürfte. Daher seien "menschenverachtetende Parolen" dort bisher nicht willkommen gewesen. "Dies ist in diesem Jahr leider anders", bedauerten die Aktivisten.

Wenn von Abgeordneten einer Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt "Homosexualität als 'Fehler der Natur' angesehen" werde, für diese "Schwule ins Gefängnis gehören und ein Programm für Akzeptanz denunziert wird, dann ist das genauso entwürdigend wie die rassistischen Hetztiraden gegenüber Geflüchteten und die als Genderwahn titulierte Förderung der Gleichstellung von Frauen in unserer Gesellschaft", so der Vorstand. Man könne und dürfe in einer offenen Demokratie "nicht mit menschenfeindlichem Gedankengut Seite an Seite stehen". (dk)



#1 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 12.01.2018, 14:08h
  • Die deutsche Demokratie verliert immer mehr an Boden und die wenigsten WOLLEN was dagegen tun!
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#2 BEARAnonym
  • 12.01.2018, 14:54h
  • "Typische Merkmale einer modernen Demokratie sind freie Wahlen, das Mehrheits- oder Konsensprinzip, Minderheitenschutz, die Akzeptanz einer politischen Opposition, Gewaltenteilung, Verfassungsmäßigkeit, Schutz der Grundrechte, Schutz der Bürgerrechte und Achtung der Menschenrechte." (Wikipedia)

    Die AfD verstößt gegen mindestens vier dieser Grundfesten der Demokratie: Minderheitenschutz, Schutz der Grundrechte, Schutz der Bürgerrechte und Achtung der Menschenrechte.
    Deshalb ist es skandalös, die AfD als "demokratische Partei" zu bezeichnen und zu behandeln.

    In unseren Tagen hat sich das Demokratieverständnis offenbar bereits dahingehend verschoben, dass diese Kriterien nicht mehr wichtig oder entscheidend sind. Und so kann es dann dazu kommen, dass sich die AfD als Vertreter und Garant einer Demokratie darstellt, die mit dem ursprünglichen Demokratiebegriff nichts mehr zu tun hat, weil ihr der humanistische Ansatz fehlt.

    Ein reines "Wir sind das Volk!" garantiert eben NICHT die Achtung vor Minderheiten oder den Schutz von Grund-, Bürger- und Menschenrechten. Wohin das führen kann, hat Deutschland bereits 1933-1945 erlebt.

    Aus 12 Jahren massenvernichtenden Terrorregimes nichts gelernt.

    Und so verabschieden sich mehr und mehr ECHTE demokratische Organisationen von solchen Veranstaltungen, weil sie zu Recht nicht zusammen mit AfD und Konsorten zusammenarbeiten oder zusammen auftreten wollen. Bis irgendwann nur noch Monster wie die AfD da sein werden, die behaupten, sie seien und verteidigten die wahre Demokratie.

    Dieser Prozess wirkt wie ein schleichendes Gift: viele werden erst merken, wie tödlich es ist, wenn es bereits zu spät ist.

    Schöne neue Welt.
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#3 ursus
  • 12.01.2018, 15:17h
  • Antwort auf #2 von BEAR
  • auf den punkt, danke!

    "Aus 12 Jahren massenvernichtenden Terrorregimes nichts gelernt."

    doch: faschistisches denken dem zeitgeist anzupassen und den zeitgeist faschistischem denken, bis beides miteinander verschmilzt.
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#4 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 12.01.2018, 15:31h
  • Nein, wir müssen dafür sorgen, dass diese AfD genauso von der Bildfläche verschwindet wie die NPD.
    Zu spät ist gar nichts. Ich lasse mich von denen bestimmt nicht manipulieren und ich lasse mir auch nicht einreden, dass es irgendwann nur noch AfDler gäbe.
    Nö, diese Minderheit wurde mächtig verjagt bei der "Demo für alle" Tour. Die Mehrheit in unserem Land ist sowohl demokratisch als auch weit entfernt von "rechts."
    Das muss nun auch Sachsen-Anhalt hinbekommen.
    Dass die AfD bei der Meile der Demokratie mitmachen darf, ist schon mal ganz verkehrt.
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#5 Tommy0607Profil
  • 12.01.2018, 17:05hEtzbach
  • Richtig so für die Nicht-Teilnahme.
    Irgendwie kann man nicht verstehen , wieso Menschen Rechtspopulisten "nachlaufen " . Haben Menschen aus einer Vergangenheit nichts gelernt ?
    Muss Rassismus und Homophobie sein?
    "Der Mensch ist schon ein fragliches Wesen"
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#6 NickAnonym
  • 12.01.2018, 18:20h
  • Ich halte es für einen großen Fehler der AfD das Feld auf dieser Veranstaltung zu überlassen. Gerade wenn die AfD auf der meile der Demokratie Ihre Ansichten und meinung kund tut, sollte dies auch die Queere Community tun.

    Ich teile nicht die Meinung das die Demokratie Durch die AfD schwächer geworden ist. Da in den letzten Jahren ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung welche nicht mit der Flüchtlingspolitik konform ging, ausgegrenzt oder gar diffamiert wurde und keinerlei Vertretung im Parlament hatte, ist es in einer Demokratie nur folgerichtig wenn diese Gruppe sich eine Vertretung im Parlament wählt.

    Dies hätte vermieden werden können wenn sich auch andere Parteien den faktisch vorhandenen Problemen ideologiefrei angenommen hätten. Jetzt haben wir den Salat.
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#7 KaktusAnonym
  • 12.01.2018, 19:48h
  • Und wo sind die Linken, Grünen, SPD, cdu, wo sind die Gewekschaften, wo sind die Kirchen, kann nicht sein das sich alle verstecken und diese Partei machen lässt was sie will????????????
    Warum verstecken, warum nicht hinschauen, warum den Mund halten??????
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#8 GronkelAnonym
  • 13.01.2018, 01:03h
  • Antwort auf #6 von Nick
  • "Dies hätte vermieden werden können wenn sich auch andere Parteien den faktisch vorhandenen Problemen ideologiefrei angenommen hätten. Jetzt haben wir den Salat."

    Ganz genau. Man muss sich nur die Umwälzungen der Parteienlandschaften in unseren Nachbarstaaten anschauen. Die kommen nicht von ungefähr. Warum sollte es in Deutschland anders sein?
    Wenn Probleme verschleppt und tabuisiert oder gar direkt verursacht werden, wenden sich die Menschen von den verantwortlichen Parteien ab. Da braucht sich kein Mensch wundern. Teilweise sind in den Nachbarländern die großen Volksparteien atomisiert. Die sind eigentlich gar nicht mehr vorhanden. Ich wüsste nicht wie der Niedergang mit den aktuellen Koalitionsverhandlungen in und für Deutschland umgekehrt werden sollte.
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#9 Homonklin44Profil
  • 13.01.2018, 01:28hTauroa Point
  • Hm, ich klann da zwar den Rückzug einerseits nachvollziehen, und den Antrieb, sich nicht mit dieser AfD auf ein und dasselbe Podest stellen zu wollen. Aber dass man denen dann prakltiscvh die Bühne überlässt, verstehe ich nicht so ganz. Da sollte es vielleicht Widerstand geben, zivilen Widerstand gegen alles das, was daran nicht demokratisch orientiert läuft.

    Aushebeln der AfD'schen Argumentation etwa. Zeigen, warum die Natur Fehler nicht macht, und die menschliche Idee dieser Annahme der "Fehler" ist.
    Zeigen, dass die Gleichstellung der Frau kein Sommergartengedanke ist, sondern über die Ängste vor "Gender" sprechen und den verheerend verzerrten Unsinn auflösen, der über "Gender" oder die Gender-Theory so gern verbreitet wird.

    Kein Spaß bei Genderhass, oder so.
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#10 GronkelAnonym
  • 13.01.2018, 08:43h
  • Antwort auf #9 von Homonklin44
  • "Hm, ich klann da zwar den Rückzug einerseits nachvollziehen, und den Antrieb, sich nicht mit dieser AfD auf ein und dasselbe Podest stellen zu wollen. Aber dass man denen dann prakltiscvh die Bühne überlässt, verstehe ich nicht so ganz."

    Ich kann den Rückzug nicht verstehen. Sich selbst aus dem Spiel nehmen, um ein Zeichen zu setzen? Ich glaube da überschätzen der Paritätische, LSVD, etc. ihren Einfluss. Das würde nur funktionieren, wenn gleichzeitig auch die Besucher die Veranstaltung meiden würden. Aber damit ist nun wirklich nicht zu rechnen. Vor allem nicht wenn man sich das Wahlergebnis in dem Bundesland anschaut. Mit dem Fernbleiben machen sich die Organisationen überflüssig.

    "Da sollte es vielleicht Widerstand geben, zivilen Widerstand gegen alles das, was daran nicht demokratisch orientiert läuft."

    Was läuft denn nicht demokratisch und was soll ziviler Widerstand denn bedeuten? Mahnwachen, Blockaden, Trillerpfeifen oder direkt den Stand verwüsten? Das sind genau die Dinge die der AfD die Wähler zutreibt, das Verständnis für solche Aktionen existiert außerhalb enger Kreise nicht. Zumal genau diese Arten des Widerstands antidemokratisch sind.

    "Aushebeln der AfD'schen Argumentation etwa. Zeigen, warum die Natur Fehler nicht macht, und die menschliche Idee dieser Annahme der "Fehler" ist."

    Ja, Aussagen mit Argumente entgegnen. Doch dazu wird man auf einer Augenhöhe argumentieren müssen und dann zählen die besseren Argumente. Aber genau das wird doch gescheut wie der Teufel das Weihwasser. Von der großen Aktion "die AfD argumentativ stellen" sieht man eigentlich nichts. Beispielsweise gibt es im Fernsehen 5 gegen 1 Konstellationen. Ich verstehe nicht, wie man nicht sehen kann, dass diese offensichtliche Ungleichbehandlung der AfD Sympathien bringt.

    "Zeigen, dass die Gleichstellung der Frau kein Sommergartengedanke ist, sondern über die Ängste vor "Gender" sprechen und den verheerend verzerrten Unsinn auflösen, der über "Gender" oder die Gender-Theory so gern verbreitet wird. Kein Spaß bei Genderhass, oder so."

    Was hat denn Gender mit Gleichstellung der Frau zu tun?
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