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#MeToo

Mario Testino und Bruce Weber sollen männliche Models sexuell belästigt haben

Jeweils mehr als ein Dutzend ehemalige Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe gegen die schwulen Starfotografen – beide weisen die Anschuldigungen zurück.


Mario Testino, Jahrgang 1954, ist einer der international bekanntesten Modefotografen (Bild: walterlan Papetti / flickr)

  • 14. Januar 2018, 09:29h 62 2 Min.

Die beiden Starfotografen Mario Testino und Bruce Weber sollen männliche Models und Assistenten über Jahrzehnte sexuell belästigt haben. Dies berichtete am Samstag exklusiv die "New York Times". Die beiden schwulen Promis sollen ihre Machtposition ausgenutzt und für neue Aufträge Gefälligkeiten eingefordert haben.

"Sexuelle Belästigungen waren eine ständige Realität", zitiert die Zeitung den ehemaligen Testino-Assistenten Roman Barrett. Der heute 63-jährige Modefotograf habe sich etwa in den späten Neunzigerjahren mit einer Erektion an ihm gerieben und vor seinen Augen onaniert. "Er benahm sich daneben in Hotelzimmern, auf Rücksitzen im Auto sowie auf Erste-Klasse-Flügen", so der Ex-Mitarbeiter.

Insgesamt machte die "New York Times" 13 Männer ausfindig, die Opfer von Übergriffen geworden sein sollen. Der ehemalige Fotoassistent Hugo Tillman sagte aus, Testino habe ihn in einem Hotelzimmer plötzlich auf das Bett geworfen, sich auf ihn gelegt und seine Arme festgehalten. Ein anderes Mal habe der Fotograf versucht ihn zu küssen.

Model am Penis berührt


Bruce Weber, Jahrgang 1946, ist bekannt für seine Werbekampagnen für Calvin Klein, Abercrombie & Fitch und Ralph Lauren (Bild: CHRISTOPHER MACSURAK / wikipedia)

Im Fall von Bruce Weber haben sogar 15 Männer Belästigungsvorwürfe erhoben. Der für seine Werbekampagnen für Calvin Klein, Abercrombie & Fitch und Ralph Lauren bekannte US-Fotograf soll männliche Models gezwungen haben, sich auszuziehen sowie sich selbst und ihn anzufassen. "Ich erinnere mich, wie er seine Finger in meinen Mund steckte und meine Geschlechtsteile berührte", zitiert die "New York Times" etwa das Model Robyn Sinclair. "Es kam nie zum Sex, aber vieles passierte. Viel Anfassen und viel sexuelle Belästigung."

Die beiden Fotografen wiesen die Vorwürfe empört als unwahr zurück. "Ich bin total schockiert", erklärte Bruce Weber in einer Stellungnahme. Der 73-Jährige sei traurig über diese "abscheulichen Behauptungen". Die Anwaltskanzlei von Mario Testino bezeichnete die angeblichen Opfer als unglaubwürdig. Man habe mit mehreren früheren Angestellten gesprochen, die "schockiert von den Vorwürfen" seien und keinen einzigen Fall bestätigen könnten.

Im Rahmen der #MeToo-Debatte haben sich auch mehrere Männer als Opfer sexueller Belästigung geoutet. So erklärte etwa der frühere "Dawson's Creek"-Darsteller James Van der Beek, dass er von "alten, einflussreichen Männern" begrapscht worden sei (queer.de berichtete). Kevin Spacey verlor nach entsprechenden Vorwürfen seine Hauptrolle in der Netflix-Serie "House of Cards" (queer.de berichtete). Gegen "Transparent"-Star Jeffrey Tambor gibt es Belästigungsvorwürfe von zwei trans Frauen (queer.de berichtete). (cw)

#1 JujulienAnonym
  • 14.01.2018, 10:40h
  • Ich glaube kein Wort mehr davon. Interessant wie metoo die Glaubwürdigkeit von Opfern sexueller Gewalt gefickt hat.
  • Direktlink »
#2 BobAachen
#3 stromboli
  • 14.01.2018, 11:12hberlin
  • Antwort auf #1 von Jujulien
  • glauben kann ich es schon.
    Zu sehr ist in der szene die wertschöpfung des eigenen körpers von der "wertschätzung der sie abbildenden künstler und handwerkelnden abhängig.
    Siehe film-bühne-musik...

    Bedauerlich die laissez faire-haltung seitens derer, die über die macht und entscheidungshebel in deren gewerbe herrschen. Heuchelei hilft da keinem.

    Aber auch hier ergibt sich die frage: wem wurde da persönliche integrität geopfert um teil des system zu werden oder zu bleiben..
    Werden nun die von den angeklagten fotografen geschossenen bilder aus dem model-katalogen oder den bewerbungsunterlagen der modelsagenturen entfernt.
    War die "mitarbeit beim starfotografen nicht auch die eintrittskarte hin zur karriere.
    Und ist die zeitgenössiche werbefotografie immer am rande hin zum pornographischen, sdind aufreizende bilder nicht auch im gegenseitigen einverständnis geschossen worden.
    Das "trapieren und posen so eine ebenfalls postpornographische handlung war/ist, der beide seiten sich hingaben.

    14 jährige finden sich auf erwachsenenparties , gehn ins schlafzimmer um dann 30 jahre später sich vergewaltigt zu fühlen...
    Andere lassen sich in lasziven posen ablichten und empfinden den griff in den mund der so sinnlich fürs bild gemacht sein soll, nun nachträglich als übergriffig.
    Ist denn nicht die ganze szenerie an der sie beteiligt sind/waren , übergriffig!

    Und ist hier nicht schon die "hemmschwelle gebrochen , die einem davor bewahrt den pimmel in der hose zu lassen und nicht aufgegeilt dem andern seine geilheit aufzwingt.
    Das vermeintliche "einverständnis" eben auch aus dem zuvor geschehenden hervorgeht.
    Das macht die übergriffigkeit nicht harmloser oder entschuldigt sie, aber es erklärt auch ihre entstehungsgeschichten!
    Und um die müsste es uns eher gehen!
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