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#MeToo

Mario Testino und Bruce Weber sollen männliche Models sexuell belästigt haben

Jeweils mehr als ein Dutzend ehemalige Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe gegen die schwulen Starfotografen – beide weisen die Anschuldigungen zurück.


Mario Testino, Jahrgang 1954, ist einer der international bekanntesten Modefotografen (Bild: walterlan Papetti / flickr)

Die beiden Starfotografen Mario Testino und Bruce Weber sollen männliche Models und Assistenten über Jahrzehnte sexuell belästigt haben. Dies berichtete am Samstag exklusiv die "New York Times". Die beiden schwulen Promis sollen ihre Machtposition ausgenutzt und für neue Aufträge Gefälligkeiten eingefordert haben.

"Sexuelle Belästigungen waren eine ständige Realität", zitiert die Zeitung den ehemaligen Testino-Assistenten Roman Barrett. Der heute 63-jährige Modefotograf habe sich etwa in den späten Neunzigerjahren mit einer Erektion an ihm gerieben und vor seinen Augen onaniert. "Er benahm sich daneben in Hotelzimmern, auf Rücksitzen im Auto sowie auf Erste-Klasse-Flügen", so der Ex-Mitarbeiter.

Insgesamt machte die "New York Times" 13 Männer ausfindig, die Opfer von Übergriffen geworden sein sollen. Der ehemalige Fotoassistent Hugo Tillman sagte aus, Testino habe ihn in einem Hotelzimmer plötzlich auf das Bett geworfen, sich auf ihn gelegt und seine Arme festgehalten. Ein anderes Mal habe der Fotograf versucht ihn zu küssen.

Model am Penis berührt


Bruce Weber, Jahrgang 1946, ist bekannt für seine Werbekampagnen für Calvin Klein, Abercrombie & Fitch und Ralph Lauren (Bild: CHRISTOPHER MACSURAK / wikipedia)

Im Fall von Bruce Weber haben sogar 15 Männer Belästigungsvorwürfe erhoben. Der für seine Werbekampagnen für Calvin Klein, Abercrombie & Fitch und Ralph Lauren bekannte US-Fotograf soll männliche Models gezwungen haben, sich auszuziehen sowie sich selbst und ihn anzufassen. "Ich erinnere mich, wie er seine Finger in meinen Mund steckte und meine Geschlechtsteile berührte", zitiert die "New York Times" etwa das Model Robyn Sinclair. "Es kam nie zum Sex, aber vieles passierte. Viel Anfassen und viel sexuelle Belästigung."

Die beiden Fotografen wiesen die Vorwürfe empört als unwahr zurück. "Ich bin total schockiert", erklärte Bruce Weber in einer Stellungnahme. Der 73-Jährige sei traurig über diese "abscheulichen Behauptungen". Die Anwaltskanzlei von Mario Testino bezeichnete die angeblichen Opfer als unglaubwürdig. Man habe mit mehreren früheren Angestellten gesprochen, die "schockiert von den Vorwürfen" seien und keinen einzigen Fall bestätigen könnten.

Im Rahmen der #MeToo-Debatte haben sich auch mehrere Männer als Opfer sexueller Belästigung geoutet. So erklärte etwa der frühere "Dawson's Creek"-Darsteller James Van der Beek, dass er von "alten, einflussreichen Männern" begrapscht worden sei (queer.de berichtete). Kevin Spacey verlor nach entsprechenden Vorwürfen seine Hauptrolle in der Netflix-Serie "House of Cards" (queer.de berichtete). Gegen "Transparent"-Star Jeffrey Tambor gibt es Belästigungsvorwürfe von zwei trans Frauen (queer.de berichtete). (cw)



#1 JujulienAnonym
  • 14.01.2018, 10:40h
  • Ich glaube kein Wort mehr davon. Interessant wie metoo die Glaubwürdigkeit von Opfern sexueller Gewalt gefickt hat.
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#2 BobAachenProfil
#3 stromboliProfil
  • 14.01.2018, 11:12hberlin
  • Antwort auf #1 von Jujulien
  • glauben kann ich es schon.
    Zu sehr ist in der szene die wertschöpfung des eigenen körpers von der "wertschätzung der sie abbildenden künstler und handwerkelnden abhängig.
    Siehe film-bühne-musik...

    Bedauerlich die laissez faire-haltung seitens derer, die über die macht und entscheidungshebel in deren gewerbe herrschen. Heuchelei hilft da keinem.

    Aber auch hier ergibt sich die frage: wem wurde da persönliche integrität geopfert um teil des system zu werden oder zu bleiben..
    Werden nun die von den angeklagten fotografen geschossenen bilder aus dem model-katalogen oder den bewerbungsunterlagen der modelsagenturen entfernt.
    War die "mitarbeit beim starfotografen nicht auch die eintrittskarte hin zur karriere.
    Und ist die zeitgenössiche werbefotografie immer am rande hin zum pornographischen, sdind aufreizende bilder nicht auch im gegenseitigen einverständnis geschossen worden.
    Das "trapieren und posen so eine ebenfalls postpornographische handlung war/ist, der beide seiten sich hingaben.

    14 jährige finden sich auf erwachsenenparties , gehn ins schlafzimmer um dann 30 jahre später sich vergewaltigt zu fühlen...
    Andere lassen sich in lasziven posen ablichten und empfinden den griff in den mund der so sinnlich fürs bild gemacht sein soll, nun nachträglich als übergriffig.
    Ist denn nicht die ganze szenerie an der sie beteiligt sind/waren , übergriffig!

    Und ist hier nicht schon die "hemmschwelle gebrochen , die einem davor bewahrt den pimmel in der hose zu lassen und nicht aufgegeilt dem andern seine geilheit aufzwingt.
    Das vermeintliche "einverständnis" eben auch aus dem zuvor geschehenden hervorgeht.
    Das macht die übergriffigkeit nicht harmloser oder entschuldigt sie, aber es erklärt auch ihre entstehungsgeschichten!
    Und um die müsste es uns eher gehen!
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#4 saltgay_nlProfil
  • 14.01.2018, 11:47hZutphen
  • Tja, wenn die Popularität eines Sternchens sinkt, dann muss man eben etwas finden, was einen wieder in die Schlagzeilen befördert.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann waren damals die Opfer erwachsen. Warum haben sie sich nicht sofort beschwert, gewehrt, Anzeige erstattet? Die sexuelle Belästigung findet sich als §185 StGB (Beleidigung) seit 1871 im Strafgesetzbuch. Offenbar fanden es die Betroffenen für ihre Karriere nützlicher dies zu zulassen oder zu verschweigen.

    Jetzt damit an die Öffentlichkeit zu gehen ist Ausdruck einer maßlosen Ich-Bezogenheit, die nur noch als krankhaft umschrieben werden kann. Wenn die aus Frauentausch berühmte "Nadine Fleischwurst mit Vitamine" beschließt Gärtnerin zu werden, dann werden eben ihre Finger stinken und sie hat mit Abfall zu tun ("Bio ist Abfall...").

    Wenn man dann aber keinen Vorteil mehr davon hat, nun mit allen Mitteln wieder zu Aufmerksamkeit zu kommen, weil die lukrativen Aufträge fehlen, dann ist das Pech und fällt unter die christdemokratische Tugend der "Eigenverantwortung". Schließlich weiß Jeder, dass ein solcher Beruf eben nur zeitlich beschränkt ausgeübt werden kann.

    "metoo" ist eine von der herrschenden Klasse in Szene gesetzte Kampagne, die von den wahren Schweinereien ablenken soll, die die soziale Spaltung der Gesellschaft und damit verbundene Konzentration von Macht und Volksvermögen in den Händen Weniger vernebeln soll. So wird eine Scheinsolidarität erzeugt, damit die Bürger keinesfalls auf die Idee kommen etwas an den realen Umständen zu ändern.
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#5 Patroklos
#6 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#7 RelativitätAnonym
  • 14.01.2018, 12:58h
  • Naja wenn das so viele der Models sagen, glaube ich nicht das gar nichts dran ist. Kann sein dass sich sowas hochschaukelt und einige auf den Zug aufspringen und fälschlich behaupten belästigt worden zu sein.
    Pauschal zu sagen er hat es gemacht, ist aber genauso falsch als zu sagen die Opfer hätten alle gelogen.

    Es war/ ist ein Klima, welches einige obere, welche Macht und Geld haben, meinen lässt sie wären unantastbar und hätten das Recht über Grenzen zu gehen und Menschen sexuell verfügbar zu machen. Aber auch das Klima, was dazu führt einen Schuldkult zu betreiben. Keiner weiß mehr wo ist dieses meetoo angebracht und wo ist es einfach überzogen und führt zu Denunziationen. Leicht ist eine Beschuldigung ausgesprochen, leicht aber auch das Druckmittel der Alphatiere und Chefs, die Untergebenen auszunutzen.

    Des Weiteren sehe ich einen Unterschied zwischen dem/ der 17 jährigen ohne Lebenserfahrung, welcher eine Rolle als Model oder Schauspieler möchte und vom 3 mal so lebenserfahrenen, manipulativen Chef ausgenutzt und auf die Besetzungscouch gedrängt wird und gut verdienenden Hollywoodstars, welche sich gegen Gefälligkeiten hingeben und auf Sex gegen Rolle eingehen, bzw sich Annäherungen gefallen lassen um den nächsten Millionendeal zu bekommen.

    Nämlich wenn Weltstars sagen, sie hätten sich nur deswegen nicht gegen Regisseure gewehrt, weil sie sonst die Rolle nicht bekommen hätten ( zu einem Zeitpunkt wo sie längst nicht mehr auf das Geld angewiesen waren) hört meine Sympathie auf. Bei denen fragt man sich, wie schlimm war es denn wirklich wenn sie nicht die Muße hatten dagegen anzugehen...das ist schon nachträgliches Jammern auf hohem Niveau, wenn man sich auf sexuelles, was man nicht will, einlässt, nur weil man andernfalls statt 4 Millionen nur noch 3 Millionen auf dem Konto hat.
    Wie schlimm muss das für die sehr jungen, noch naiven Schauspieler und Models am Anfang ihrer Karriere sein, die belästigt wurden und denen jetzt pauschal nicht geglaubt wird, weil irgendwelche Stars und Verbände plötzlich eine Welle wie meetoo schlagen, die immer weniger ernst genommen wird.
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#10 seb1983
  • 14.01.2018, 13:36h
  • Antwort auf #7 von Relativität
  • Den Unterschied macht für mich das Machtgefälle.

    Bei gestandenen Hollywood Stars hätte ich wie du schon sagst auch eher wenig Mitleid, die kommen aus der Situation wenn sie wollen leicht raus, bei Bedarf mit einer Ohrfeige hinterher.
    Am Anfang seines Berufsweges ist das ungleich schwerer mit dem Risiko danach eben nicht mehr in der Branche arbeiten zu können.

    Aber um weit auszuholen, Machtpositionen werden oft ausgenutzt, sei es vom Chef der Aldi Filiale, Politikern oder sonstwem.

    Sexuelle Belästigung ist da nur eine Ausprägung von vielen, ne Maria Carrey, Madonna oder Jennifer Lopez haben massenhaft miese Tage und tyrannisieren ganze Filmcrews bis jemand heulend zum Psychiater läuft.
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