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Neue Anschuldigung

Rassismus-Vorwurf gegen Kevin Spacey

Der in Ungnade gefallene Schauspieler soll nicht nur junge Männer betatscht, sondern sich am Filmset auch als Rassist gegeben haben.


Schauspielerisch gilt Kevin Spacey als Vorbild – persönlich war er aber offenbar mehr als ein Kotzbrocken (Bild: Netflix)

Der Chef einer kalifornischen Sicherheitsfirma hat Schauspieler Kevin Spacey Rassismus vorgeworfen. Der 51-jährige Afroamerikaner Earl Blue, der das Unternehmen "VIP Protective Services" anführt, hat nach Angaben der britischen Zeitung "Daily Mail" behauptet, dass Spacey schwarze Mitarbeiter nicht akzeptiert und sogar rassistische Schimpfwörter benutzt habe. Blue erklärte, er habe Spacey sagen hören: "Ich möchte nicht, dass Nigger meinen Trailer bewachen."

Die Sicherheitsfirma sei 2012 zur Bewachung des Filmsets von Spaceys Erfolgsserie "House of Cards" angeheuert worden. Blue betont, er habe sich bei Vorgesetzten über den Rassismus des Hauptdarstellers beschwert, habe aber als Antwort erhalten: "So ist er halt; wir müssen dafür sorgen, dass er zufrieden ist."

"Ich habe für einen Rasisten gearbeitet"

Der Vertrag der Sicherheitsfirma, die für mehrere Produktionen des Bezahlsenders HBO gearbeitet hatte, wurde später nicht verlängert – Blue macht dafür den rassistischen Hauptdarsteller verantwortlich. "Ich habe mich monatelang gefragt, was ich hätte anders machen können. Dann kam die Erkenntnis, dass ich alles getan habe, was der Job verlangte, ich habe eben nur für einen Rassisten gearbeitet", so Blue. Seiner Firma, die 40 Wachleute beschäftigt, habe wegen der Beendigung des Vertrags Millionen von Dollar verloren.

Gegen Kevin Spacey, einst einer der angesehensten Schauspieler in Hollywood, wurden seit vergangenem Herbst Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe auf junge Männer laut. Den Anfang hatte der schwule Schauspieler Anthony Rapp ("Star Trek: Discovery") gemacht, der Spacey einen sexuellen Übergriff im Jahr 1986 vorwarf, als er gerade einmal 14 Jahre alt war. Auf den Vorwurf reagierte Spacey mit einem Coming-out als schwuler Mann (queer.de berichtete). Nach vielen weiteren Berichten von Übergriffen verlor Spacey alle Rollen und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. (dk)



#1 KritikerProfil
  • 17.01.2018, 13:56hFrankfurt
  • Wahrscheinlich ist es so, dass KS seinen Rollen, insb. der des Francis Underwood, leider näher ist, als man erwartet hätte. Es ist schade, dass man unter diesen Umständen kein Fan dieses eigentlich sehr guten Schauspielers mehr sein kann.

    Nur wie lässt sich das alle zweifelsfrei feststellen?!

    ABER: Mich wundert, dass scheinbar noch niemandem aufgefallen ist, wie sehr diese Offenbarungen dem Opfer Anthony Rapp nutzen: seine erste wirklich prominte Rolle bei Star Trek wird so prima promoted?!
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#2 notoAnonym
  • 17.01.2018, 14:23h
  • mag stimmen oder auch nicht.

    die größte frage ist: warum jetzt damit rauskommen und nicht zu der zeit, als das thema spacey aktuell war?

    komisch und bemerkenswert.
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#3 LUSTIGAnonym
  • 17.01.2018, 14:59h
  • Bei den Vorwürfen weiß ich gar nicht was ich davon halten soll. Kann so gewesen, muss aber nicht. Gerade beim Thema Rassismus werden schnell Dinge behauptet, die sich entweder anders zugetragen haben oder überspitzt dargestellt werden. So vielen Menschen wurde schon gesagt sie seien Rassisten, obwohl eine Äußerung lediglich komplett falsch verstanden wurde (bzw. auch falsch verstanden werden wollte teilweise)
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#4 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 17.01.2018, 18:14h
  • Die Antwort ist schnell gefunden und die Situation erklärt:
    Laut seinem Bruder muss der Vater von Herr Spacey sehr sadistisch und rassistisch gewesen sein. Seine Geschwister wurden verbal und körperlich misshandelt, Spacey zusätzlich sexuell missbraucht.
    Die Mutter hat angeblich nichts dagegen getan.
    So viel zu seiner Kindheit.

    Dass er sich nun selbst so verhält, ist möglich, aber dann wäre es sinnvoll, dass er therapiert wird, wenn diese Vorwürfe zutreffen.
    Außerdem fände ich es wichtig, dass diese Vorwürfe geprüft werden, um herauszufinden, ob es A) zutrifft und B) um der Situation ein Ende zu bereiten.
    Es kann doch nicht ewig so weitergehen. Das bringt ja niemandem was.

    Wenn es zutrifft, ist es wichtig für ihn, in einer Therapie zu einem ruhigen Leben zu finden, und dass er selbstverständlich seinen Beruf wieder ausüben kann.
    Diese Kündigungen aus Filmrollen sind nämlich auch keine Lösung.

    Momentan findet Rufmord gegen ihn statt und das ist genauso übel wie das, was er angeblich getan hat.
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#5 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#6 queergayProfil
  • 17.01.2018, 23:22hNürnberg
  • Das Vermögen dieses fast 60-jährigen Mannes wird auf etwa 80 Millionen Dollar geschätzt.
    So oder so muß er nicht oder nicht mehr in irgendeinen Beruf eintreten oder zurückkehren. Er schwimmt ja im Geld. Er kann bis an sein Lebensende im satten Super-Luxus schwelgen. Also braucht sich keiner um ihn Sorgen machen. Und für Problembewältigung stehen ihm genügend Psycho-Helfer und Psychiater für Luxus-Honorare - ggfs. rund um die Uhr - zur Verfügung.
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#7 AmurPrideProfil
  • 18.01.2018, 03:06hKöln
  • Antwort auf #4 von BuntesUSchoenes
  • ""..Momentan findet Rufmord gegen ihn statt und das ist genauso übel wie das, was er angeblich getan hat..""

    Schön, das wir schon mal einer Meinung sind, uns hier im Konjunktiv unterhalten zu müssen.

    Zu Deinem Vorwurf des Rufmord an Kevin Spacey möchte ich gerne folgendes anmerken:

    Als Rufmord wird bezeichnet:
    1) das Aufstellen ehrverletzender Behauptungen über eine Person, obwohl bekannt ist, dass sie unwahr sind, siehe Verleumdung
    2) eine ehrverletzende Tatsachenbehauptung, im Strafgesetzbuch aufgeführt, siehe Üble Nachrede
    3) das gezielte Untergraben des in eine Person oder Sache gesetzten Vertrauens, siehe Diskreditierung

    Die beiden Punkte Verleumdung (1) und Üble Nachrede (2) scheiden in unserer Diskussion aus, da sie ja entweder die bewusste Verbreitung unwahrer Behauptungen (1) oder die Verbreitung ehrverletzender Tatsachenbehauptungen (2) bedingen, wir aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt um die Wahrheit noch nicht wissen.

    Bleibt also Punkt 3 übrig, der Vorwurf der Diskreditierung, also des gezielten Untergrabens des in Kevin Spaceys gesetzten Vertrauens.

    Dabei drängt sich mir direkt die Frage auf, wer von uns hier in Kevin Spacey in irgendeiner Form Vertrauen setzt?
    Also ich setze im Kontext mit Herrn Spacey allenfalls Vertrauen darauf eine ansprechende schauspielerische Leistung zu sehen zu bekommen, mehr aber auch nicht.
    Für meine Beurteilung seiner schauspielerischen Leistungen haben die gegen ihn erhobenen Vorwürfe aber keinerlei Relevanz.
    Es sei denn, ich entschließe mich dazu den Vorwürfen A) zu glauben und deshalb B) Produktionen mit seinem Mitwirken zu boykottieren.

    Wirkliches Vertrauen in Kevin Spacey setzen müssen doch wohl nur jene Menschen, die tatsächlich mit ihm beruflichen oder privaten Umgang haben.
    Und wenn diese sich dazu entschließen, vorerst, bis zu einer Klärung der Vorwürfe, nicht mehr mit ihm zusammen arbeiten oder sich privat treffen zu wollen, so stellt dies für mich ebenfalls keine Diskreditierung von KS dar, da hier nicht von einem "GEZIELTEN UNTERGRABEN des in KS gesetzten Vertrauens" gesprochen werden kann.

    Von daher finde ich, das Du, wenn Du schon den Vorwurf einer Rufmord-Kampagne erhebst, diese auch nur gegenüber jenen Personen erhebst, die KS mit ihren konkreten öffentlichen Vorwürfen bewusst anklagen.
    Und nicht gegenüber jenen Kommentatoren, die sich hier munter an den konjunktiven Gedankenspielen beteiligen.

    Was mich allerdings irritiert ist Deine Einschätzung bzgl. der Auswirkungen.
    Das Leid einer Person wiegt für Dich genauso schwer wie das Leid mehrerer?
    Das Leid, öffentlich einem shitstorm ausgesetzt zu sein und 80 Mio $ schwer kein weiteres Vermögen anhäufen zu können, wiegt für Dich genauso schwerer als das Leid der Traumatisierung durch sexuellen Missbrauch mehrerer?
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#8 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 18.01.2018, 09:54h
  • Antwort auf #7 von AmurPride
  • Frage mich zuerst, bevor du was in meinen Kommentar interpretierst, was ich nicht geschrieben habe.
    Ob ich ihm vertraue oder nicht, steht bei mir nirgendwo. Und das mit dem Rufmord meine ich folgendermaßen:

    Wenn ich mir vorstelle, dass ich sexuell missbraucht würde oder vergewaltigt, dann würde ich als ersten Schritt diese Person anzeigen. Würdest du denn als ersten Schritt allen Menschen auf der Welt anrufen und erzählen, was passiert ist? Das ist nämlich das, was gerade bei Twitter stattfindet.
    Und bevor du das wiederum falsch verstehst, füge ich gleich hinzu:
    Nein, ich meine nicht, dass man solch eine Tat verheimlichen sollte. Aber ich bin der Meinung, dass es wichtig ist, den Datenschutz einzuhalten! Zu sagen und zu informieren, was geschehen ist, das ist wichtig. Aber den Datenschutz nicht einzuhalten, ist weder heldenhaft noch legitim. Und das kritisiere ich. Datenschutz gilt nicht nur für Opfer, sondern auch für den Täter. Wir leben immerhin in einer Demokratie und die gilt nun mal für alle. Das bedeutet nicht, dass ich diese Tat gut finde oder ich es decken würde, nein.
    Aber dieses gedankenlose herumgetwittere, ohne zu beachten, dass es Gesetze, Regeln, und Datenschutz gibt, das nervt mich mittlerweile sehr stark. Das Internet ist kein Wohnzimmer, sondern das World Wide Web! Und wenn man sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung erlitten hat, dann hat man definitiv was anderes zu tun, als noch ins Internet zu gehen und da den Namen des Täters noch hinzuschreiben. Was kommt denn als nächstes? Adresse, Hausnummer, Sozialversicherungsnummer, Personalausweis, Kontonummer? Ja, ich übertreibe, absichtlich. Damit klar wird, dass es eben zu weit geht. Hallo, geht's noch?

    Da kommt das Thema Rache auf und eben auch das Thema Rufmord. Wissen diese Twitterer eigentlich, was hinter dem Verhalten von Spacey steckt? Wissen sie eigentlich, was sie mit ihrem Twittern anrichten? Was wollen diese Twitterer? Wollen sie, dass dieser Vorfall aufgeklärt und aus der Welt geschaffen wird, oder wollen sie ihm das Leben zerstören, weil sie Wut in sich haben?

    Es ist doch wichtig, diese Tat anzuzeigen, damit es einen geregelten Weg geht. Und dann ist es wichtig, dass das Opfer für sich selbst sorgt und diesen Vorfall therapeutisch bewältigt. Und der Täter sollte ebenfalls in Therapie, um seine Vergangenheit bewältigen zu können, und ein Leben führen zu können, ohne bei anderen Schaden anzurichten.
    Und sowohl das Opfer als auch der Täter sollten nach der Therapie die Möglichkeit bekommen, wieder ins Berufsleben zu kommen.

    Bei diesem herumgetwittere erkenne ich die typischen Opfersymptome nicht. Ich lese nicht, dass jemand in Therapie ist, oder psychisch angeschlagen, oder traumatisiert. Was ich lese ist, dass jemand was getan haben soll, mit Angabe des Namens und der Tat. Ich lese nichts von den Folgen und Auswirkungen, die diese Tat auf den Twitterer (das Opfer) hat/hatte und lese nichts davon, ob diese Tat angezeigt wurde. Es wird also nur über den anderen getwittert, aber nichts über seine eigenen Situation.

    Was diese Twitter posts aussagen, ist folgendes: "Er, Herr...., hat das getan."

    Und? Ist damit der Fall erledigt?? Löst man so die Probleme in der Gesellschaft?
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#9 AmurPrideProfil
  • 18.01.2018, 15:49hKöln
  • Antwort auf #8 von BuntesUSchoenes
  • ""..Frage mich zuerst, bevor du was in meinen Kommentar interpretierst, was ich nicht geschrieben habe..""
    DU benutzt einen juristischen Begriff (Rufmord), ohne ihn näher zu erläutern.
    Daher ist es dann als Leser auch völlig legitim diesen Begriff so zu verstehen, wie er ganz allgemein definiert ist.
    Wenn Du diesem Begriff aber eine davon abweichende andere Bedeutung verleihen möchtest, ist es an Dir, dies explizit zu erläutern.
    FAZIT: Ich habe nichts in Deinen Kommentar hinein interpretiert, sondern ihn so verstanden, wie Du ihn geschrieben hast.
    Deshalb denke ich auch gar nicht daran Dich zuerst zu fragen! Drück Dich einfach konkret und korrekt aus, dann wirst Du auch nicht missverstanden!

    ""..Da kommt das Thema Rache auf und eben auch das Thema Rufmord..""
    Wenn wir uns das Verhalten von Anthony Rapp anschauen, so kann man wohl eindeutig davon reden, das Rapp gezielt versucht das Vertrauen in KS zu diskreditieren. Rapps Verhalten ist daher als Rufmord zu bezeichnen.

    ""..Wissen sie eigentlich, was sie mit ihrem Twittern anrichten? Was wollen diese Twitterer? Wollen sie, dass dieser Vorfall aufgeklärt und aus der Welt geschaffen wird, oder wollen sie ihm das Leben zerstören, weil sie Wut in sich haben?..""
    Nun, hier können wir wiederum trefflich spekulieren:
    Wut, Rache, Neid, ...
    endlich in der Lage zu sein nach jahrelangem unterdrücktem Bedürfnis über das Vorgefallene reden zu können, ...
    der Wunsch andere Personen vor KS zu warnen, damit ihnen ein ähnliches Schicksal erspart bleibt, ...

    ""..Es ist doch wichtig, diese Tat anzuzeigen, damit es einen geregelten Weg geht..""
    WAS ABER, wenn es keinen Sinn mehr macht, diese Taten anzuzeigen?
    Den Anfang hatte ja Anthony Rapp gemacht, der Spacey einen sexuellen Übergriff im Jahr 1986 vorwarf. Also 31 Jahre danach! Da macht eine Anzeige keinen Sinn mehr, denn juristisch sind die Tatvorwürfe 1) höchst wahrscheinlich verjährt und selbst wenn nicht, so sind sie 2) strafrechtlich nicht zu beweisen, da bei dem Vorfall nur zwei Personen anwesend waren und somit Aussage gegen Aussage stehen würde.

    ""..Bei diesem herumgetwittere erkenne ich die typischen Opfersymptome nicht. Ich lese nicht, dass jemand in Therapie ist, oder psychisch angeschlagen, oder traumatisiert..""
    Es dürfte sich doch von selbst verstehen, das sexuell missbraucht oder vergewaltigt zu werden für die allermeisten Menschen eine zutiefst traumatisierende Erfahrung ist.
    Sich selbst öffentlich als Opfer zu bekennen, erfordert sehr viel Mut.
    Da kann ich's zumindest sehr gut nachvollziehen, wenn kein Opfer es sich auch noch zusätzlich antun möchte, intimste Informationen über die Auswirkungen dieser Tat auf sich selbst in die sensationsgeile Welt hinaus zu posaunen!

    ""..Was diese Twitter posts aussagen, ist folgendes: "Er, Herr...., hat das getan. Und? Ist damit der Fall erledigt?? Löst man so die Probleme in der Gesellschaft?..""
    Nun, ich würde zwar nicht gleich so weit gehen und das "Problem KS" als DAS Problem der Gesellschaft zu bezeichnen (!SCHERZ!), aber: Ja, das "Problem KS" ist, wenn man's denn so ausdrücken möchte, auf diese Weise gelöst worden!
    >>"Gegen Kevin Spacey, einst einer der angesehensten Schauspieler in Hollywood, wurden seit vergangenem Herbst Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe auf junge Männer laut. [..] Nach vielen weiteren Berichten von Übergriffen verlor Spacey alle Rollen und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück.<<"
    Fazit: KS wird zukünftig vermutlich nicht mehr auf arglose Opfer treffen können!
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#10 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 18.01.2018, 18:53h
  • Antwort auf #9 von AmurPride
  • Also ich schreibe grundsätzlich so wie ich es für mich selbst verständlich finde. Das liegt daran, dass ich nicht für andere hier bin. Und so wie es wohl auch bei dir ist, lasse ich mir auch nicht vorschreiben, was ich wie schreiben sollte. Wer also was nicht so versteht wie ich es meinte, kann entweder nachfragen, oder pech haben. Aber gleich was zu interpretieren, gefällt mir nicht und das äußere ich - Punkt. Komm klar damit.

    Und du schreibst hier für dich, nicht für uns, also schreibe bitte "ich" nicht "wir."

    Du findest es also gut, dass da im Internet Dinge getwittert werden, die in die Privatsphäre eingreifen und den Datenschutz missachten - alles klar. Ich sehe das anders.
    Übrigens reden sie bei Twitter nicht, sondern sie posten Informationen ins World Wide Web. Reden in dieser Situation ist für mich Reden mit dem Psychologen, Therapeuten, und idealerweise mit den Eltern.
    Und da beginnt mein Gedanke: was läuft schief, dass Teenager oder andere Betroffene das Internet nutzen müssen, um auf solche Situationen aufmerksam zu machen?
    Der Artikel hier mit Spacey macht mich nachdenklich und gleichzeitig besorgt.
    Verstehst du, was ich meine?

    31 Jahre später ist eben zu spät. Ich frage mich da, weshalb den Eltern von Rapp nichts aufgefallen ist an ihrem Sohn, und weshalb Rapp sich nicht an seine Eltern wandte? Was war da los? Ich frage mich das aus sozialpädagogischen Gründen heraus: was kann man da besser machen?
    Es wird für mich wieder mal deutlich, dass es zu wenig Aufklärung und zu wenig Präventionsarbeit an Schulen gibt. Selbst in Kindergärten kann man einfache Verhaltensformen einüben. Dass man solch ein Erlebnis nicht für sich behält, sondern es mutig zur Sprache zu bringen: bei den Eltern, bei Lehrern, bei einer Erzieherin/einem Erzieher, etc.
    Und ehrlich gesagt, fände ich es bei diesem Thema wichtig, dass solch eine Tat nicht verjähren kann. Damit eine Tat gegenüber einem Teenager oder eines Kindes noch angezeigt werden kann, wenn diese Person erwachsen ist. Ich kenne mich juristisch nicht aus, aber aus der Sicht der Opfer und der Täter wäre das sinnvoll.

    Grundsätzlich finde ich, muss der Weg immer Anzeige sein und nicht das angebliche "gesetzlose" Internet, wo jede/r meint, er/sie könnte da mal Rache üben. Ich weiß, dass es genug Leute gibt, die das mit dem Twittern beim Thema sexueller Missbrauch und Vergewaltigung gut meinen und entsprechend sachlich posten - die gibt es zum Glück auch. Aber dass diese Twitter accounts auch missbräuchlich genutzt werden, das ist auch bekannt. Da kann es Anschuldigungen geben, die eben noch nicht geprüft wurden und die aber eine Person mächtig belasten können. Ich rede jetzt nicht nur von Spacey, sondern generell Leute, die beruflich im öffentlichen Leben stehen.

    Auch die Twitter-Leute sollten sich bewusst sein, was sie da posten und was das für Konsequenzen für den Beklagten sein kann. Andere vor einer Person zu warnen: dafür brauche ich kein Twitter und kein Facebook. Ok, du bist deutlich jünger und findest es vielleicht interessant. Ich finde es nicht interessant und momentan eher fragwürdig in der Art und Weise wie es genutzt wird. Wenn es um sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung geht, finde ich, muss der Weg ein anderer sein. Das ist eben meine persönliche Meinung dazu und würde es selbst so tun, wenn ich betroffen wäre.

    Dass sich Betroffene zusammen tun und auch Opfer, um dann gemeinsam im Internet darzustellen, was das Problem in der Gesellschaft ist und wo es Besserungen geben muss, und was einzelne erlitten haben, finde ich sehr begrüßenswert. Das ist wichtig, um deutlich zu machen, wie oft das eben in der Gesellschaft vorkommt.

    Nur eben diese Twittereien, wo man den Namen liest, und das Geschehen in Kurzform: das ist Rufmord dem Täter gegenüber. Nutzen tut es rein gar nichts, weil du selbst schon erklärt hast, dass es eben schon ewig lange her ist.
    Wenn man Rufmord umsetzt, macht man sich selbst schuldig und das halte ich nicht für den richtigen Weg.

    Wenn man Spacey Schaden zufügt, kann er sein Verhalten gar nicht verbessern. Er ist ja dann doppelt und dreifach belastet. Dabei ist es doch entscheidend, dass er sein Verhalten reflektiert und durch Therapie lernt, das zu korrigieren. Dass er erkennt, was er da den Opfern angetan hat. Dass er die Möglichkeit erhält, sich zu entschuldigen und idealerweise diese Situation mit einem therapierten positiven Verhalten überwindet.
    Mit einem shitstorm, der auf ihn einprasselt, wird nicht das erreicht, was sich Betroffene und Opfer erhoffen.
    Das löst das Problem nicht, sondern erschwert es erheblich.

    Zu Beginn, als diese Informationen hier in Artikeln erwähnt wurden, dachte ich zuerst auch so wie du. Mittlerweile aber nicht mehr.
    Ich weiß nicht, was mich zu meiner aktuellen Meinung brachte, aber ich halte es für ganz verkehrt, dieses große Problem mit Missbrauch und Vergewaltigung über Twitter lösen zu wollen.
    Wenn ich mir anschaue, was Spacey als Kind erlitten hat, bin ich felsenfest davon überzeugt, dass der Fokus die Ursache sein muss. Nicht ihn via Twitter fertig zu machen, sondern da muss juristisch upgedated werden, so dass diese Betroffenen und Opfer Anzeige erstatten können, damit diese Fälle ihren gerechten Weg gehen.
    Dass der Fall durch Anzeige öffentlich werden kann, ist vor allem dann wahrscheinlich, wenn der Täter bekannt ist. Insofern regelt die Abfolge der Anzeige und alles weitere dafür, dass diese Tat/mehrere Taten in allen Medien erscheinen. Das lässt sich heutzutage kaum mehr vermeiden.
    Aus diesem Grund ist es schon überflüssig, zusätzlich noch via Twitter solche posts zu machen.

    Und damit anderen solch ein Schicksal erspart bleibt, ist Aufklärung und Präventionsarbeit an Schulen und in Kitas wichtig. Selbst dazu braucht es kein Twitter. Da ist die Qualität der Arbeit in Kitas entscheidend und die Qualität der Arbeit von Lehrern an Schulen, und die Qualität der Erziehung von Kindern zuhause. Die Jugendämter sind da gefragt und so viele andere Faktoren spielen dabei eine Rolle.
    Das lässt sich durch ein Twitter post nicht regeln.

    Da ist dann eher der Schritt gut, den eine Kommentatorin hier gegangen ist. Sie hatte hier bei queer.de mal geschrieben und hat über eine Online Nachrichtenseite einen selbst geschriebenen Artikel veröffentlichen lassen. Darin ging es nicht um den Namen des Täters, sondern sie stellte die Problematik des sexuellen Missbrauchs dar durch ein Beispiel und erklärte die Bedeutung über die #metoo Debatte. Das finde ich positiv, denn da geht es dann tatsächlich um die Problematik und nicht darum, Rufmord umzusetzen.
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