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Britischer TV-Star

Peter Wyngarde ist tot

Bis in die Siebzigerjahre war Peter Wyngarde einer der erfolgreichsten britischen Schauspieler. Nachdem die Behörden ihn outeten, endete seine Karriere abrupt.


Peter Wyngard in seiner Paraderolle als Jason King (Bild: ITV)

Der britische Schauspieler Peter Wyngarde ist am Montag in einem Londoner Krankenhaus gestorben. Das bestätigte sein Agent gegenüber der Tageszeitung "Guardian". Wyngarde soll nach britischen Medienberichten 90 Jahre alt gewesen sein, anderen Angaben zufolge war er 84.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Wyngarde zu den erfolgreichsten britischen Schauspielern. Er spielte unter anderem in den Fernsehserien "Simon Templar", "Mit Schirm, Charme und Melone" oder der US-Produktion "Tennisschläger und Kanonen" mit. Hauptrollen hatte er unter anderem in den Serien "Department S" und "Jason King"; in beiden Serien stellte er den Krimi-Autoren und Playboy Jason King dar, auf dem der kanadische Komiker Mike Myers ein Vierteljahrhundert später seine Figur Austin Powers basierte.

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Karriere endete nach Outing-Skandal

Wyngardes Karriere in Großbritannien endete abrupt in der homophoben Atmosphäre der Siebzigerjahre: 1974 wurde er erstmals in einer öffentlichen Toilette in einem Park in Birmingham beim gleichgeschlechtlichen Sex erwischt – gegenüber Boulevardzeitungen behauptete er damals aber noch, es habe sich um ein Missverständnis gehandelt.

1975 wurde er von der übereifrigen Polizei erneut festgenommen, weil er in der Toilette eines Busbahnhofes in der Stadt Gloucester bei intimen Handlungen mit einem Mann gesichtet worden war. Er erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 75 Pfund für "grob unsittliches Verhalten" – gleichzeitig kam die Bestrafung einem öffentlichen Outing gleich. Zwar versuchte er noch, seine Handlungen als "mentale Abweichung" zu erklären und nicht als Homo- oder Bisexualität – seine Karriere war aber praktisch vorbei.

Danach spielte Wyngarde meist in kleinen Theaterproduktionen unter einem Pseudonym. Immerhin schaffte er es 1980, noch eine Rolle im Trash-Film "Flash Gordon" zu ergattern, seine Gesicht zeigte er im Film aber nicht, da sich seine Figur Klytus stets hinter einer Maske verbarg. In den Achtzigerjahren trat er sonst nur in ein paar Folgen der britischen Sicence-Fiction-Dauerserie "Doctor Who" auf. (dk)

Direktlink | Peter Wyngard im Interview in Thomas Gottschalks RTL-Latenight-Show



#1 queergayProfil
  • 19.01.2018, 17:18hNürnberg
  • Ein tragisches Opfer der 1970-er Jahre.
    Als auch in England die Moralapostel-Polizei noch Jagd auf Männer in öffentlichen Toiletten machte und dabei nicht selten mit Lockvögeln Fallen stellte. Ein gefundenes Fressen für die Medien-Meute. Peter Wyngarde war nicht der einzige, dem derart übel mitgespielt wurde.
    Nicht umsonst gilt ja im prüden GB: "No sex please, we are British."
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#2 Patroklos
#3 Klytos_I_m_boredAnonym
  • 19.01.2018, 20:09h
  • Flash Gordon von 1980 ist aber sowas von kein Trashfilm. (Trash= Billigproduktion, B/C-Movie, aberwitziger Schrott; kann trotzdem oder gerade deswegen Kultstatus erlangen, wie beispielsweise die frühen Filme von John Waters) Das war eine damals 20 Millionen $ teure Dino de Laurentiis Produktion und Comicverfilmung, wie auch der Klassiker "Conan der Barbar" mit Arnold Schwarzenegger. Neben Peter Wyngarde haben Max von Sydow, Ornella Muti und Timothy Dalton wichtige Rollen gespielt, sogar Richard O´Brian hatte eine (sehr) kleine Nebenrolle. Außerdem ist der Soundtrack von Queen!

    Ihr verwechselt da anscheinend irgendwas mit der Sex-Parodie "Flesh Gordon" von 1974, der tatsächlich klassischer Trash ist.
    Aber Helen Mirren, Peter O´Toole und Malcolm McDowell haben 1979 auch in "Caligula" mitgespielt, ohne dass es ihren Karrieren langfristig geschadet hat.
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