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Schweiz

Presserat rügt Artikel gegen LGBTI-Schulaufklärung

Das rechte Blatt "Schweizerzeit" hat mit seinem Artikel "'Falschsexuelle' im Klassenzimmer" die Wahrheitspflicht verletzt. Zudem wurde ein verfälschtes Zitat abgedruckt.


Die "Schweizerzeit" ist eine nationalkonservative Zeitung, die alle 14 Tage erscheint. Die verbreitete Auflage liegt bei rund 14.000 Exemplaren

Der Schweizer Presserat hat die rechte Zeitung "Schweizerzeit" gerügt. Das "bürgerlich-konservative Magazin für Unabhängigkeit, Föderalismus und Freiheit", das von einem SVP-Politiker geleitet wird, hat nach Auffassung des Kontrollgremiums mit dem Artikel "'Falschsexuelle' im Klassenzimmer" die Wahrheitspflicht verletzt. Zudem hat der Autor Dominik Lusser ein Zitat verfälscht.

Am 14. Juli 2017 hatte die alle zwei Wochen erscheinende Zeitung einen Text veröffentlicht, wonach "schwul-Iesbische Lobby-Gruppen" Zugang zu immer mehr Schulklassen erhielten. "Die Entnormalisierung von Zweigeschlechtlichkeit und Heterosexualität ist längst zum Mainstream der staatlich geförderten Sexualpädagogik geworden", folgerte der Autor. Darauf beschwerte sich die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen St. Gallen-Appenzell beim Presserat: Der Artikel zeichne ein falsches Bild der Sexualpädagogik.

Die Fachstelle warf dem Autor vor, er erwecke mit dem Satz "hinter verschlossenen Schulzimmertüren findet radikale Gender-Indoktrination statt" einen falschen Eindruck. Denn Lehrpersonen und Schulen und auf Wunsch auch die Eltern würden über Inhalte und Ziele dieser Besuche informiert. Der Presserat zog den Schluss, dass der Ausdruck "hinter verschlossenen Türen" die Schulpraxis nicht wahrheitsgetreu umschreibt; denn für Normalleser bedeutet dies "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" oder gemäß Duden "im Geheimen". Der Autor entwarf also das falsche Bild, wonach im Klassenzimmer etwas Ungehöriges oder Verbotenes geschehe.

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Diskriminierung konnte der Presserat nicht erkennen

Laut Journalistenkodex dürfen Journalisten keine wichtigen Informationselemente unterschlagen. Auch diese Vorgabe sieht der Presserat verletzt: Dies, weil der Autor bei einem Zitat etwas wegließ. Dadurch wurde die Aussage verfremdet und verschärft.

Diskriminierend sei der Beitrag hingegen nicht, entschied der Presserat, obwohl Lusser in seinem Text gegen "Propaganda für schwul-lesbische Lebensweisen", die angebliche "Homosexualisierung der Sexualpädagogik" sowie eine "medial und politisch geschürte 'Homophobie'-Hysterie" wettert.

Ungewöhnlich bei der Beschwerde war, dass der Verlagsleiter der "Schweizerzeit", der ehemalige SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer, in der Beschwerde "einen Angriff auf die verfassungsmässig garantierte Presse- und Meinungsäußerungsfreiheit" sah. Der Presserat wies diese Sicht scharf zurück.

Der Presserat ist das Selbstkontrollgremium der Schweizer Medien, getragen von den Branchenverbänden. Seine Aufgabe ist, die Pressefreiheit zu verteidigen, indem er Verstöße gegen die Berufsethik feststellt und so dem Publikum eine Anlaufstelle bietet, wenn es sich durch Medienberichte unfair behandelt fühlt. (ots/cw)



#1 daVinci6667
  • 20.01.2018, 17:23h
  • Ich erkenne ganz klar eine Diskriminierung. Wer das nicht sieht muss blind sein.

    Nur schon die Kreation des Wortes Falschsexuelle. Falschsexuelle sind gemäss diesem Hetzblatt natürlich alle nicht heterosexuellen. Genauso wenig gibt es Falschrassige. Dieses Wort getrauen sie sich nur nicht zu verwenden, weil dies ein Verstoss gegen die Rassismusstrafnorm wäre. Denken, da bin ich mir sicher, tun sie dies über jeden Nichtweissen.

    Würde erwähnte Strafnorm endlich um das Merkmal sexuelle Orientierung erweitert, sähen solche Nazis natürlich ihre Meinungsäusserungsfreiheit verletzt.

    Bei uns geht es aber schlicht darum uns in der Öffentlichkeit frei bewegen zu können ohne uns Worte wie Falschsexueller anhören zu müssen. Das ist für unsereiner verletzend. Was solche Worte erst bei Jugendlichen in ihrer Selbstfindungsphase anrichten können wissen wir alle.
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#2 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 20.01.2018, 18:01h
  • Antwort auf #1 von daVinci6667
  • "Würde erwähnte Strafnorm endlich um das Merkmal sexuelle Orientierung erweitert, sähen solche Nazis natürlich ihre Meinungsäusserungsfreiheit verletzt"

    Die Meinungsäusserungsfreiheit, die sie dann verbieten wenn sie an der Macht sind!
    Die Monster in menschlicher Gestalt verbreiten doch Ihre Lügen in Ihrer Presse um die wahrheitsgetreuen Medien zu verunglimpfen um anschließend diese dann zu vernichten, weil man sie dann kaum noch kauft?
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#3 Tommy0607Profil
  • 20.01.2018, 18:16hEtzbach
  • Die Menschheit ist ja so modern geworden wie in der Technik und Modernes. Aber in Menschliches ist die Menschheit in der Vergangenheit stehen geblieben
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#4 daVinci6667
#5 daVinci6667
  • 20.01.2018, 18:57h
  • Antwort auf #2 von hugo1970
  • PS. In der Schweiz läuft im Moment von rechts ein sehr aggressiver und sehr gefährlicher Angriff auf Radio und Fernsehen. Trotz ihrer Kleinräumigkeit und Viersprachigkeit gibt es in der Schweiz ein vielfältiges und lebendiges Angebot von Radio und Fernsehprogrammen. Auch sogenannte private Radio und TV-Stationen erhalten Geld der Billag in die jeder Haushalt umgerechnet etwa 400 Euro einzahlen muss. Man kann durchaus diskutieren wie breit ein solches Angebot sein soll und ob nicht einzelne Radios und TVs nicht mehr Unterstützung erhalten sollen. Die Regierung kam den Initianten bereits entgegen indem die Gebühr in Zukunft um etwa 100 Euro gesenkt werden soll. Doch das geht den Rechten nicht weit genug. Wird No-Billag im März angenommen werden praktisch sämtliche Radio und TV Stationen geschlossen schliessen müssen, allen voran das Schweizer Fernsehen. Danach wird es noch das rechte Blocher TV (SVP) geben sowie TeleZüri. Dann wäre ein grosses Ziel erreicht und aus der Schweiz gäbe es nur noch Fake-News. Und selbst dies auch nur noch in zwei Sprachen. Die italienische und romanische Schweiz ist einfach zu klein.
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#6 hugo1970Ehemaliges Profil
#7 Gegen ZwangsgebührAnonym
  • 20.01.2018, 21:44h
  • Antwort auf #5 von daVinci6667
  • Die von dir benannte Initiative No-Billag, die vorschlägt, die Zwangsgebühr für das Schweizer Fernsehen und Radio abzuschaffen, ist keineswegs ein aggressiv.
    Es bleibt dein und der Fernsehmacher Geheimnis, wieso der mündige Bürger nicht auch ein gutes Fernsehprogramm kaufen sollte, so wie er für eine gute Zeitung oder deren Internetangebot zahlt, wenn er es denn nutzen will.
    Wenn du sagst, dazu ist der Bürger zu geizig oder dumm, wie kommst du dann darauf, dass er in der Lage ist, eine gute Wahlentscheidung zu treffen.
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#8 daVinci6667
  • 20.01.2018, 23:38h
  • Antwort auf #7 von Gegen Zwangsgebühr
  • Es bleibt dein und der Fernsehmacher Geheimnis, wieso der mündige Bürger nicht auch ein gutes Fernsehprogramm kaufen sollte, so wie er für eine gute Zeitung oder deren Internetangebot zahlt, wenn er es denn nutzen will.

    Nun kriech den extremen Rechten doch nicht auf den Leim! Nicht umsonst sind ALLE Parteien gegen NoBillag ausser Teilen der SVP.

    Wir können gerne über alternative Finanzierungsmöglichkeiten sprechen, zum Beispiel über Einkommenssteuern. Dann müsste der kleine Mann weniger bezahlen und stünde bei einer Annahme nicht vor der Wahl zwischen teurem ausländischem PayTV oder rein gar nichts!

    Dieser Initiative aus der ganz rechten Ecke geht es alleine darum die bisherige Medienlandschaft komplett auf den Kopf zu stellen und kritische unabhängig Berichterstattung möglichst zu verhindern. Sie ist schlussendlich ein Angriff auf unsere Demokratie und den Zusammenhalt zwischen den Sprachregionen.

    Falls du so gutgläubig naiv sein solltest und diese dunklen Absichten nicht erkennst oder erkennen willst, sei Dir wiederholt was Fachleute dieser Tage zurecht immer wiederholen, für einen schweizerischen Pay-TV Anbieter der ein ähnliches Angebot aufbauen wollte wie es die SRG SSR heute hat, gibt es schlicht keinen Markt. Selbst die deutsche Schweiz ist dafür zu klein.

    Ein deutschsprachiges CH-Info Abonnement allein mit Tagesschau, 10 vor 10, Rundschau etc würde einiges mehr kosten als die heutige Vollversorgung mit zusätzlich Sport, Kultur, Unterhaltung, Spielfilmen etc in allen 4 Landessprachen. Diese heutige gute Versorgung klappt nur, weil eben jeder und besonders auch Unternehmen bezahlen müssen!

    Und weil wir auf Queer.de sind, ohne die SRG und ihre doch eher positive Berichterstattung über schwullesbische Themen würde der Durchschnittsschweizer uns noch weniger wahrnehmen.

    Wenn nach einer Annahme nur noch ein rechtes Blocher-TV etc gibt, würde dieser höchstens noch ab und zu etwas über falsche Hirnlappen, ausgeleierte Analmuskeln etc von Falschsexuellen hören! Diejenigen die hinter dieser Initiative stecken sprechen nämlich fast nur so über uns!
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#9 GronkelAnonym
  • 21.01.2018, 08:44h
  • Antwort auf #8 von daVinci6667
  • "Falls du so gutgläubig naiv sein solltest und diese dunklen Absichten nicht erkennst oder erkennen willst, sei Dir wiederholt was Fachleute dieser Tage zurecht immer wiederholen, für einen schweizerischen Pay-TV Anbieter der ein ähnliches Angebot aufbauen wollte wie es die SRG SSR heute hat, gibt es schlicht keinen Markt. Selbst die deutsche Schweiz ist dafür zu klein."

    Dunkle Absichten?
    Du malst hier den Teufel an die Wand aber vielleicht braucht es die ÖR in der Schweiz auch einfach nicht. Vielleicht haben sie sich überlebt in einer Digitalen Welt.
    Genau darüber wird in der Schweiz abgestimmt. Woher die Initiative kommt, ist doch irrelevant. Am Ende entscheiden die Bürger.
    Es muss auch nicht alles danach schlechter sein, vielleicht bedeutet die Abschaffung auch mal eine Chance, verkrustete Strukturen aufzubrechen.
    Sei es dass sich in der Schweiz ein Privater breiter aufstellen kann oder dass Politsendungen dann auch bei den Privaten beackert werden können oder man setzt die Digitalisierung einfach mal um. Warum gibt es nicht einen Streaming/Download Dienst für sämtliche Reden die in den Räten vorgebracht werden? Warum gibt es überhaupt noch zeitgebundene Fernsehsender und nicht alles auf Streamingbasis?
    Die Chance hinter einer Abschaffung sind enorm. Und wenn der ÖR der Schweiz so 'neutral' wie der Deutsche ist, dann wäre es auch nicht schade drum. Von dem eingesparten Geld ganz zu schweigen.
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#10 hugo1970Ehemaliges Profil
  • 21.01.2018, 10:05h
  • Antwort auf #9 von Gronkel
  • "Es muss auch nicht alles danach schlechter sein,"

    Genau, denn die braunen, nach allem Anschein Du mindestens Sympathien hegst, sind die eigentlichen Demokraten, verscheißern kannst Du Dich selber, aber nicht mich!!!!!!!!!

    Ohne Öffentlich Rechtlichen TV sehen wir bloß Müll!!!!!
    Diesen Müll wollen doch die braunen, das die Bevölkerung sich nicht informieren kann!!!!!
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