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NGO-Bericht

USA: Verdoppelung der Hassmorde gegen LGBTI

Im ersten Trump-Jahr hat es offenbar weit mehr aus Hass motivierte Morde an sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten gegeben.


Für viele Minderheiten war Amerika schon mal "greater" (Bild: Ted Eytan / flickr)
  • 23. Januar 2018, 12:28h 11 2 Min.

Laut einem neuen Bericht der in New York ansässigen National Coalition of Anti-Violence Programs (NCAVP) gab es 2017 einen besorgniserregenden Anstieg der tödlichen Übergriffe auf Schwule, Lesben, Bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen. Die LGBTI-Dachorganisation, der 40 lokale Anti-Gewalt-Gruppen angehören, zählte im vergangenen Jahr 52 Morde, die aus Hass auf sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten verübt worden seien. Mit 40 Prozent der Opfer machen Trans-Frauen in dieser Statistik die größte Gruppe aus.

2016 zählten die Aktivisten 28 individuelle Morde, allerdings wurde das Massaker von Orlando dabei nicht eingerechnet. Die Zahlen aus 2017 zeigen damit fast eine Verdopplung der Morde im Vergleich zum Vorjahr (plus 86 Prozent). Im Vergleich zu 2009 betrug der Anstieg gar 182 Prozent.

NCAVP: Trump für Anstieg mitverantwortlich

NCAVP-Chefin Beverly Tillery machte für den Anstieg auch die Wahl von US-Präsident Donald Trump im November 2016 mitverantwortlich. "Trump hat die Wahl gewonnen, indem er sagte, er wolle Amerika zurückerobern für diejenigen, die etwas gegen LGBTQ, Einwanderer und dunkelhäutige Menschen haben", so Tillery. Diese wahltaktische Attacke auf Minderheiten habe sich an der Wahlurne ausgezahlt, aber gleichzeitig das gesellschaftliche Klima im Land verändert. "Das hat diejenigen bestärkt, die Gewalt gegen Minderheiten ohne Furcht vor Konsequenzen ausüben möchten", so Tillery. Auf ihrer Website stellt die NCAVP die Mordopfer vor.

Bereits mehrfach beklagten LGBTI-Aktivisten, dass das gesellschaftliche Klima durch die Trump-Regierung rauer geworden sei. Präsident Trump trat etwa persönlich auf Veranstaltungen von LGBTI-feindlichen Hassgruppen auf (queer.de berichtete).

Im März letzten Jahres hatte das Weiße Haus zurückgewiesen, für den Anstieg der Übergriffe auf Juden, Muslime und LGBTI-Aktivisten verantwortlich zu sein. Der damalige Pressesprecher Sean Spicer bezeichnete entsprechende Berichte als "Überinterpretation" (queer.de berichtete). (dk)

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#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 23.01.2018, 13:44h
  • Dieser Anstieg wundert mich nicht. Wenn Trump schon seine Wahnphantasie verbreitet, macht die republikanische Bevölkerung natürlich mit und fühlt sich noch motiviert. Am Ende sind manche Eltern sogar gewaltbereit und töten ihr eigenes Kind wie mal im Artikel zu lesen war.

    Man kann nur hoffen, dass Trump nicht eine zweite Amtszeit erhält.
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#2 YannickAnonym
  • 23.01.2018, 16:36h
  • Die Homohass sind weltweit wieder auf dem Vormarsch. Und vor allem: die Gewaltbereitschaft steigt. Und wie man sieht, schrecken sie selbst vor Mord nicht mehr zurück.

    Umso wichtiger wäre es eigentlich, dass die Politik was dagegen unternimmt. In den USA kann man da momentan nicht viel erwarten.

    Aber z.B. in Deutschland, wo Übergriffe und Gewaltbereitschaft ja ebenfalls steigen, wird es wohl bald eine Regierung geben, wo zumindest eine der Parteien (SPD) vor der letzten Wahl - wieder mal - viel versprochen hatte, was aber in den Sondierungsgesprächen überhaupt nicht thematisiert wurde.

    Die SPD hatte z.B. versprochen:
    - Reform des Abstammungsrechts (wo es durch die Eheöffnung eine Benachteiligung lesbischer Paare gibt)
    - Reform des Transsexuellengesetzes
    - Schutz von Intersexuellen vor Zwangs-OPs
    - Reform des AGG
    - nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie

    Und es gibt ja auch noch einige Dinge, die die SPD gar nicht versprochen hat, wo aber auch dringender Reformbedarf besteht: Art. 3 GG, Verbot von Konversionstherapien, etc.

    Dass man in Koalitionsverhandlungen nicht alles umsetzen kann, ist klar. Aber Kompromiss heißt eben, dass man sich in der Mitte trifft und nicht dass man alle Forderungen komplett aufgibt !!!!!

    Wenn die SPD nochmal Stimmen von LGBTI bekommen will und unser Vertrauen nicht endgültig verlieren will, muss die SPD zumindest einen Teil ihrer LGBTI-Versprechen erfüllen !!!!!

    Daran wird die SPD sich messen lassen müssen...
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#3 JanusAnonym
  • 23.01.2018, 17:23h
  • Antwort auf #1 von BuntesUSchoenes
  • Ja, dass Trump viel Leid und Elend über sein Land und die ganze Welt bringen wird, war ja eigentlich jedem klar, der bis drei zählen kann.

    Und wenn man dann auch noch bedenkt, dass eigentlich eine Mehrheit der Amis Clinton gewählt hat und Trump nur wegen des sonderbaren Wahlrechts Präsident wurde... Und die meinen auch noch, sie seien eine Muster-Demokratie... Pah...
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