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NGO-Bericht

USA: Verdoppelung der Hassmorde gegen LGBTI

Im ersten Trump-Jahr hat es offenbar weit mehr aus Hass motivierte Morde an sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten gegeben.


Für viele Minderheiten war Amerika schon mal "greater" (Bild: Ted Eytan / flickr)

Laut einem neuen Bericht der in New York ansässigen National Coalition of Anti-Violence Programs (NCAVP) gab es 2017 einen besorgniserregenden Anstieg der tödlichen Übergriffe auf Schwule, Lesben, Bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen. Die LGBTI-Dachorganisation, der 40 lokale Anti-Gewalt-Gruppen angehören, zählte im vergangenen Jahr 52 Morde, die aus Hass auf sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten verübt worden seien. Mit 40 Prozent der Opfer machen Trans-Frauen in dieser Statistik die größte Gruppe aus.

2016 zählten die Aktivisten 28 individuelle Morde, allerdings wurde das Massaker von Orlando dabei nicht eingerechnet. Die Zahlen aus 2017 zeigen damit fast eine Verdopplung der Morde im Vergleich zum Vorjahr (plus 86 Prozent). Im Vergleich zu 2009 betrug der Anstieg gar 182 Prozent.

NCAVP: Trump für Anstieg mitverantwortlich

NCAVP-Chefin Beverly Tillery machte für den Anstieg auch die Wahl von US-Präsident Donald Trump im November 2016 mitverantwortlich. "Trump hat die Wahl gewonnen, indem er sagte, er wolle Amerika zurückerobern für diejenigen, die etwas gegen LGBTQ, Einwanderer und dunkelhäutige Menschen haben", so Tillery. Diese wahltaktische Attacke auf Minderheiten habe sich an der Wahlurne ausgezahlt, aber gleichzeitig das gesellschaftliche Klima im Land verändert. "Das hat diejenigen bestärkt, die Gewalt gegen Minderheiten ohne Furcht vor Konsequenzen ausüben möchten", so Tillery. Auf ihrer Website stellt die NCAVP die Mordopfer vor.

Bereits mehrfach beklagten LGBTI-Aktivisten, dass das gesellschaftliche Klima durch die Trump-Regierung rauer geworden sei. Präsident Trump trat etwa persönlich auf Veranstaltungen von LGBTI-feindlichen Hassgruppen auf (queer.de berichtete).

Im März letzten Jahres hatte das Weiße Haus zurückgewiesen, für den Anstieg der Übergriffe auf Juden, Muslime und LGBTI-Aktivisten verantwortlich zu sein. Der damalige Pressesprecher Sean Spicer bezeichnete entsprechende Berichte als "Überinterpretation" (queer.de berichtete). (dk)



#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 23.01.2018, 13:44h
  • Dieser Anstieg wundert mich nicht. Wenn Trump schon seine Wahnphantasie verbreitet, macht die republikanische Bevölkerung natürlich mit und fühlt sich noch motiviert. Am Ende sind manche Eltern sogar gewaltbereit und töten ihr eigenes Kind wie mal im Artikel zu lesen war.

    Man kann nur hoffen, dass Trump nicht eine zweite Amtszeit erhält.
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#2 YannickAnonym
  • 23.01.2018, 16:36h
  • Die Homohass sind weltweit wieder auf dem Vormarsch. Und vor allem: die Gewaltbereitschaft steigt. Und wie man sieht, schrecken sie selbst vor Mord nicht mehr zurück.

    Umso wichtiger wäre es eigentlich, dass die Politik was dagegen unternimmt. In den USA kann man da momentan nicht viel erwarten.

    Aber z.B. in Deutschland, wo Übergriffe und Gewaltbereitschaft ja ebenfalls steigen, wird es wohl bald eine Regierung geben, wo zumindest eine der Parteien (SPD) vor der letzten Wahl - wieder mal - viel versprochen hatte, was aber in den Sondierungsgesprächen überhaupt nicht thematisiert wurde.

    Die SPD hatte z.B. versprochen:
    - Reform des Abstammungsrechts (wo es durch die Eheöffnung eine Benachteiligung lesbischer Paare gibt)
    - Reform des Transsexuellengesetzes
    - Schutz von Intersexuellen vor Zwangs-OPs
    - Reform des AGG
    - nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie

    Und es gibt ja auch noch einige Dinge, die die SPD gar nicht versprochen hat, wo aber auch dringender Reformbedarf besteht: Art. 3 GG, Verbot von Konversionstherapien, etc.

    Dass man in Koalitionsverhandlungen nicht alles umsetzen kann, ist klar. Aber Kompromiss heißt eben, dass man sich in der Mitte trifft und nicht dass man alle Forderungen komplett aufgibt !!!!!

    Wenn die SPD nochmal Stimmen von LGBTI bekommen will und unser Vertrauen nicht endgültig verlieren will, muss die SPD zumindest einen Teil ihrer LGBTI-Versprechen erfüllen !!!!!

    Daran wird die SPD sich messen lassen müssen...
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#3 JanusAnonym
  • 23.01.2018, 17:23h
  • Antwort auf #1 von BuntesUSchoenes
  • Ja, dass Trump viel Leid und Elend über sein Land und die ganze Welt bringen wird, war ja eigentlich jedem klar, der bis drei zählen kann.

    Und wenn man dann auch noch bedenkt, dass eigentlich eine Mehrheit der Amis Clinton gewählt hat und Trump nur wegen des sonderbaren Wahlrechts Präsident wurde... Und die meinen auch noch, sie seien eine Muster-Demokratie... Pah...
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#4 JanusAnonym
  • 23.01.2018, 17:33h
  • Antwort auf #2 von Yannick
  • Du glaubst doch wohl selbst nicht, dass die SPD in den Koalitionsverhandlungen irgendwelche versprochenen LGBTI-Rechte anmahnt. Wo die das schon in den Sondierungsgesprächen nicht interessiert hat.

    Und andere Wahlversprechen hat die SPD ja auch geopfert, egal ob Erhöhung des Spitzensteuersatzes, Bürgerversicherung, Ende der sachgrundlosen Befristung, etc.

    Ja, in einer Koalition muss man Kompromisse eingehen. Aber ein Kompromiss wäre es z.B., wenn der Spitzensteuersatz weniger stark steigt als gefordert. Aber ihn gar nicht steigen zu lassen, ist kein Kompromiss, sondern Versagen auf ganzer Linie.

    Und das gilt für alle anderen Wahlversprechen (inkl. der LGBTI-Versprechen) genauso.

    Die SPD hat von der Union nur exakt die Dinge bekommen, wo sich die Union alleine schon aufgrund ihres ebenfalls dramatischen Verlustes bewegen musste - aus reinem Eigeninteresse für ihre eigenen Wähler. Und die SPD kapiert das nicht mal oder will es nicht kapieren, weil die SPD ihre Prinzipien längst aufgegeben hat und es nur noch um Pöstchen geht.
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#5 TimonAnonym
  • 23.01.2018, 18:17h
  • Antwort auf #2 von Yannick
  • Volle Zustimmung.

    An der Situation in den USA können wir leider nichts ändern. Da können wir nur den amerikanischen GLBTI unsere Solidarität ausdrücken.

    Aber hier in Deutschland liegt es in unserer Hand. Und da die SPD wohl nochmal vier Jahre Merkel an der Macht halten will, müssen wir die SPD immer und immer wieder an ihre Versprechen erinnern.

    Die SPD ist Merkels letzte Hoffnung. Denn bei Neuwahlen wäre auch Merkel nicht mehr haltbar. Und sonst gibt es in der Union niemanden, der Chancen als Kanzler hätte.

    Das muss die SPD nutzen und darf sich bei Koalitionsverhandlungen nicht wieder so billig verkaufen wie in den Sondierungsgesprächen.
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#6 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#7 ErbarmunslosAnonym
  • 23.01.2018, 19:37h
  • "Mit 40 Prozent der Opfer machen Trans-Frauen in dieser Statistik die größte Gruppe aus."

    Puh. Es gibt eine Liste der Namen von Opfern weltweit. Keine andere Gruppe lebt im weltweiten Schnitt derart in Lebensgefahr. Und im Übrigen sind es fast ausschließliche Transwomen of Color. Aber Intersektion sei ja angeblich ein Konzept, das in Deutschland nicht funktioniert, habe ich neulich gelesen.

    Achja, ist natürlich auch die Gruppe, wo Trump öffentlich anfängt zu verbieten, sie beim Namen zu nennen. Klar - über namenlose Menschen spricht nämlich auch niemand.

    Aufwachen!

    Aber wenn diese Menschen ihre Rechte einfordern und beginnen, Täter zu benennen, wird dann auch von einer Hexenjagd gesprochen?

    Weil Yannick das Thema geschnitten hat: Wenn z.B. Intersexuelle öffentlich anfangen, Mediziner als Täter zu benennen, ist das dann auch eine Hexenjagd?

    Und springen den Ärzten dann die Transsexuellen zur Seite? Beobachtet man heute ja schon.

    Überall das Gleiche. Da muss man sich ja kaum wundern, dass die AfD und Konsorten Oberwasser bekommen.
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#8 Gerlinde24Profil
  • 24.01.2018, 06:17hBerlin
  • Wundert mich gar nicht! Durch "Biedermann" Trump, fühlen sich Religioten und Nazi ermächtigt, ihren Frust und ihre verinnerlichte Homophobie (die meist aus Selbsthass entsteht) auszuleben, in der Gewissheit, dafür entweder überhaupt nicht, oder nur geringfügig bestraft zu werden.
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#9 PeerAnonym
  • 24.01.2018, 12:03h
  • Antwort auf #6 von BuntesUSchoenes
  • Sehe ich genauso.

    Als die SPD auf den von den Grünen gestarteten Zug der Ehelffnung aufgesprungen sind, hatte ich kurz die Hoffnung, dass die doch was für uns tun wollen und endlich mal Wort halten.

    Aber das war wohl doch nur Kalkül und ein kurzfristiges taktisches Manöver, um den von den Grünen aufgebauten Druck so kurz vor der Wahl nachzugeben und wieder mal ein paar Stimmen von einigen Naiven zu erhalten. Und das alles erst nach Merkels Okay, denn ohne Merkels Erlaubnis macht die SPD gar nichts mehr.

    Ich glaube der SPD gar nichts mehr... Die haben mein Vertrauen endgültig verloren...
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#10 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 24.01.2018, 15:51h
  • Antwort auf #9 von Peer
  • So ist es, leider.
    Bis zum Duell mit Herr Schulz und Merkel fand ich Herr Schulz wirklich überzeugend und ich dachte, er würde die Wende in der Partei einläuten. Nach der Wahl dann die Entscheidung, in die Opposition zu gehen, war auch noch positiv.
    Alles, was danach kam, war Veräppelung pur. Die einzige Person, die ich noch super finde in der SPD ist Frau Barley.
    Sie überzeugt für mich als einzigste.
    Wäre super, wenn sie nen anderen Bereich hätte als Familienministerin.
    Wie wäre es als Bundeskanzlerin? :-)
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