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Lange Sex-Karenzzeit

Taiwan: Schwule dürfen nach fünf Jahren Keuschheit Blut spenden

Das generelle Blutspendeverbot gegen schwule und bisexuelle Männer soll auch in Taiwan aufgehoben werden – allerdings bleiben hohe Hürden bestehen.


Ein weiteres liberalisiert die Blutspenderegeln – von Gleichbehandlung ist Taiwan allerdings noch weit entfernt (Bild: warrenski / flickr / by-sa 2.0)

Das Gesundheitsministerium der 23 Millionen Einwohner zählenden Republik China hat am Montag mitgeteilt, dass schwule und bisexuelle Männer voraussichtlich ab Mai Blut spenden dürfen – allerdings nur, wenn sie innerhalb der letzten fünf Jahre keine sexuelle Beziehungen mit Männern gehabt haben. Derzeit ist Blutspenden in Taiwan für alle Männer, die mindestens ein Mal in ihrem Leben Sex mit einem anderen Mann gehabt haben, verboten. Die Liberalisierung muss noch von einem Ausschuss abgesegnet werden.

Taiwanesische LGBTI-Aktivisten hatten bereits seit Jahren gefordert, die Blutspenderegeln für Schwule zu lockern. Das generelle Verbot sei nicht mehr zeitgemäß, das es Fortschritte bei HIV-Tests nicht berücksichtige.

Bei der Ankündigung der Liberalisierung stellte das Gesundheitsministerium eine "allmähliche" Verkürzung der Sex-Karenzzeit auf zwölf Monate in Aussicht, wie es sie bereits in anderen Ländern gebe; als Beispiel nannte ein Ministeriumssprecher Hongkong. Einen Zeitplan für diese Liberalisierung nannte der Sprecher aber nicht.

Lange Sex-Karenzzeit "widerspricht menschlicher Natur"

"Fünf Jahre sind zu lang, das widerspricht der menschlichen Natur", erklärte
Du Si-Cheng von der LGBTI-Organisation TTHA gegenüber "Channel News Asia". "Man kann eigentlich nur eine Regelung als fair bezeichnen, wenn darin Homosexuelle, Heterosexuelle und Bisexuelle gleich behandelt werden."

Auch in Deutschland ist seit vergangenen August das generelle Spendeverbot für Schwule und bisexuelle Männer aufgehoben worden – hierzulande müssen die nichtheterosexuellen männlichen Spender zwölf Monate lang keinen Sex gehabt haben (queer.de berichtete). Deutsche LGBTI-Aktivisten kritisierten die Reform als nicht ausreichend. Der Lesben- und Schwulenverband beklagte etwa, es sei unverständlich, dass alle Schwulen und bisexuellen Männer zu einer Risikogruppe zusammengefasst würden – auch wenn sie in einer monogamen Partnerschaften leben oder Safer Sex betreiben würden. (dk)