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- 30. Juni 2005 2 Min.
In England wollte ein Mann die Anerkennung von Transsexuellen verhindern. Grund: Er könne "aus Versehen" eine solche heiraten.
Von Dennis Klein
John Allman is ein gottesfürchtiger Typ, aber damit nicht genug: Er fürchtet einfach alles – auch und gerade Transsexuelle. Deshalb wollte er das Gesetz zur Anerkennung von Transsexuellen im Königreich zu Fall bringen – er könne deswegen in eine Ehe mit einer Person hineingedrängt werden, die wie er als Mann geboren wurde, argumentiert der Brite. "Der Antragsteller behauptet, das Gesetz verletze seine Rechte nach der europäischen Menschenrechtskonvention, weil er ein engagierter Christ sei, der in Todesangst vor einer sexuellen Beziehung mit jemandem, der als biologischer Mann geboren wurde", fasst Richter Jeremy Sullivan den Antrag zusammen. Gläubige müssten vor dieser Todsünde geschützt werden, argumentierte der Fundamentalist. Jetzt hat er die Gerichtsverhandlung jedoch mit wehenden Fahnen verloren, wie die Zeitung "The Scotsman" berichtet.
Das beanstandete Gesetz war im April in Kraft getreten und stellte sicher, dass Transsexuelle in offiziellen Papieren ihr Geschlecht entsprechend ihrer Identität ändern können. Das habe aber einen wichtigen Schutz aufgehoben, so Allmans Anwalt Michael Arnheim gegenüber einem Richter. Laut Arnheim sei das Gesetz so angelegt, dass "Menschen hinters Licht geführt werden können". Dem gemeinen Briten sei es nicht mehr möglich, die sexuelle Orientierung seines zukünftigen Ehepartners festzustellen. "Sex vor der Ehe ist ein Gräuel für fromme Christen, Juden und Moslems Wenn die Wahrheit erst nach der Hochzeit und sexuellen Vereinigung herausgefunden werden würde, wäre es bereits zu spät."
Richter Jeremy Sullivan wies die Klage jetzt zurück. Er sieht weder seine Rechte als Bürger noch die Religionsfreiheit gefährdet. Statt dessen brummte er dem Kläger die Gerichtskosten in Höhe von 1.400 Pfund (2.200 Euro) auf. Ferner sagte der Richter, die Klage sei ohnehin unverständlich, da Sullivan schon seit drei Jahren mit einer Frau verheiratet sei und so die Gefahr klein sei, eine Transsexuelle heiraten zu müssen.
Nach dem Verfahren sagte Allman gegenüber der Presse, er habe auf die Gefahren des Gesetzes aufmerksam machen wollen, damit kein Leid über andere komme. Denn er hatte noch die Möglichkeit zu überprüfen, ob seine Frau wirklich eine Frau war: Eine Woche, nachdem sich die beiden kennen gelernt hatten, ließ Allman sich ihren Pass zeigen.
30. Juni 2005














