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Böblingen-Sindelfingen

Volkshochschule lädt Homo-Hasser und Aids-Leugner aus

Der Referent Hans Tolzin sollte seine kruden Thesen in einem Webinar über das Impfen verbreiten. Nach scharfer Kritik machte eine württembergische VHS einen Rückzieher.


Die VHS hat sich entschlossen, den umstrittenen Referenten auszuladen (Bild: Acid Pix / flickr)

Die Volkshochschule Böblingen-Sindelfingen hat nach scharfer Kritik den homophoben Referenten Hans Tolzin ausgeladen, der am 22. Februar in einem live im Internet übertragenen "Webinar" einen Vortrag zum Thema "Soll es zu einer Impfpflicht kommen?" halten sollte. Auf ihrer Website hat die VHS inzwischen den Namen des Referenten entfernt.

"Wir wollen nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten", erklärte VHS-Geschäftsführer Christian Fiebig nach Angaben der "Stuttgarter Nachrichten". Der Bildungseinrichtung sei ein Fehler bei der Recherche über Tolzin unterlaufen. "Ich weiß nicht, wie es dazu kommen konnte", so Fiebig. Der Vortrag soll trotzdem stattfinden, wenn bis zur Veranstaltung ein neuer Referent gefunden wird.

Irritationen auch außerhalb Böblingens

Andere Volkshochschulen in Deutschland, die ebenfalls für das Event warben, hätten ihre schwäbischen Kollegen auf die gefährlichen Thesen des Referenten, eines in Herrenberg lebenden gelernten Molkereifachmanns, hingewiesen. Auch in anderen Städten ist es zu Irritationen gekommen: So kündigte das Landratsamt im oberbayerischen Ebersberg laut "tz" an, wegen der "extremen Einstellung" des Referenten keinen Raum für die Übertragung des Events zur Verfügung zu stellen.

Tolzin vertritt viele radikale Thesen, die er auch über Webseiten oder Newsletter verbreitet. Er gilt nicht nur als Impfgegner, sondern als Aids-Leugner, der trotz jahrzehntelanger Forschung den Zusammenhang zwischen HIV und Aids abstreitet. Außerdem warb er in der Vergangenheit für die "Heilung" von Homosexualität. Er selbst streitet allerdings auf seiner Homepage ab, ein "Schwulenhasser" zu sein: "Es gab aber mal eine Zeit, da hab ich mich mit den möglichen Ursachen von Homosexualität beschäftigt, ohne auf gewisse Denk-Tabus Rücksicht zu nehmen", so Tolzin. Auf seiner Website bezeichnet er sich außerdem als "gesundheitspolitischer Sprecher der Deutschen Mitte (DM)", einer Klein-Partei mit rechtsradikalen und verschwörungstheoretischen Thesen. (dk)