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Kommentare zu:
Deutsche Aids-Hilfe: Schutzwirkung von HIV-Therapie "erschreckend unbekannt"


#1 BEARAnonym
  • 29.01.2018, 14:23h
  • Bevor auch hier gleich wieder die Diskussion auf bekanntem Kindergarten-Niveau losgeht ("Schutz durch Therapie ist kein Safer Sex!" - "Ist es doch!" - "Ist es ni-hicht!" - "Ist es aber do-hoch!") losgeht, nochmal ein paar mehr Detail-Fakten und FAQs dazu:

    www.aidshilfe.de/schutz-therapie

    Wissen könnte ja helfen.
    Daran glaube ich immer noch irgendwie.
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#2 TimonAnonym
  • 29.01.2018, 14:45h
  • Ja, sogar in der Politik und selbst bei vielen Usern hier scheint das gänzlich unbekannt zu sein.

    Voraussetzung ist natürlich, dass man sich darauf verlassen kann, dass die Therapie streng eingehalten wird.
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#3 Homonklin44Profil
  • 29.01.2018, 18:12hTauroa Point
  • Zu dem Wissen oder nicht Wissen scheint immer auch eine Art Schlacht der Betrachtungsweisen zu bestehen, wenn das sogar in der politischen Ebene bezweifelt wird. Wofür haben die dann den wissenschaftlichen Dienst?

    Da wären dann entsprechende Links zu wissenschaftlichen Publikationen in den renomierten Fachzeitschriften vielleicht sachdienlich. Wenn so eine 100%ige Sicherheit herausgegeben wird, wurden die Nachweise der Fachwelt sicher nicht vorenthalten. Es muss wenigstens Artikel in der Nature darüber geben, denn so eine absolute Sicherheit in Therapie ist eine kleine Sensation.
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#4 BEARAnonym
#5 ursus
#6 EhrlichkeitAnonym
  • 29.01.2018, 20:37h
  • Ich halte das Konzept Schutz durch Therapie für sehr gut. Dass der erfolgreich Therapierte, dessen Viruslast unter der Nachweisgrenz liegt, nicht infektiös ist, dürfte denjenigen, die sich damit beschäftigt haben, inzwischen klar sein.

    Das das Konzept aber auf Widerstand trifft dürfte nicht verwundern, denn es ist in gewisser Weise eine Abkehr von den sonst üblichen SaferSex Regeln.

    Das Konzept Schutz durch Therapie setzt immer voraus, dass die vom Sexpartner gegebenen Informationen über Viruslast und Therapietreue stimmen, es ist also nur dann ein Schutz, wenn der Therapierte die Zusammenhänge voll überblickt, kontinuierlich danach handelt, also Medikamente gemäss Vorschrift einnimmt und Arzttermine gewissenhaft wahrnimmt.

    Unter den gleichen Bedingungen, Übersicht über die möglichen Infektionswege, Safer Sex, wenn der Status des anderen unbekannt ist und ehrliche Kommunikation über den eigenen Status wäre es auch möglich Schutz durch ehrliche Verabredung über den eigenen Infektionsstatus und angepasst SaferSex oder ungeschützten Sex zu propagieren.
    Das wird, zumindest in Partnerschaften zum Teil - mit mehr oder weniger Erfolg - auch so gemacht, aber es war nie eine offizielle SaferSex-Strategie, die etwa durch AIDS-Hilfen propagiert wurde.
    Ich denke, einfach weil - möglicherweise zu Recht - angenommen wurde, dass Menschen unehrlich sind, dass Menschen Risikosituationen nicht als solche erkennen oder verdrängen solche gehabt haben und sich damit ehrlich Illusionen über den eingen Status hingeben und Fehlinformationen geben.

    Insofern ist ein Paradigmenwechsel eine SaferSex-Strategie zu propagieren, die die Ehrlichkeit und die intellektuelle Übersicht über Therapietreue und die konsequente Einhaltung medizinischer Kontrolle durch den Arzt voraussetzt.
    Dieser Paradigmenwechsel kann ja gut begründet sein und richtig. Aber dann könnte man auch diskutieren, die Verabredung über den eigenen Status, bzw. darüber ob man ihn kennt, vor dem Sex als eine mögliche SaferSex-Strategie zu propagieren.

    Hier im Forum gab es schon Statements, dass derjenige, der sich bei ungeschütztem Sex mit HIV infiziert hat, weil der Partner bewusst und gezielt falsche Infos gegeben hat, selber schuld sei, weil eben jeder für seinen eigenen Schutz Verantwortung trage und es naiv sei, sich belügen zu lassen in so einer Sache.
    Wäre derjenige HIV-negative, der sich infiziert, weil er sich über Schutz durch Therapie belügen lässt, auch selber schuld oder ist es nur derjenige, der sich belügen lässt über einen vermeintlich negativen Status?
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#7 BEARAnonym
  • 29.01.2018, 22:14h
  • Antwort auf #6 von Ehrlichkeit
  • Und schon sind wir wieder bei einem der Hauptprobleme des Ganzen: der Stigmatisierung von Menschen, die sich infiziert haben, indem man ihnen Schuld aufbürdet.

    Der Aktivist Björn Posit.HIV schrieb heute auf seiner Facebook-Seite:
    "Angst ist ansteckender als HIV! Und diese Angst richtet einen unglaublichen Schaden an: Aus Angst vor den Folgen, der Stigmatisierung und der Ausgrenzung gehen Menschen nicht zum HIV-Test. Jedes Jahr gibt es in Deutschland über 1100 Menschen, die erst im Stadium Aids von ihrer Infektion erfahren, weil sie die Symptome aus Angst verdrängt haben, aber auch weil Ärzt*innen Angst hatten über Sex und HIV zu sprechen. Jedes Jahr sterben Menschen an Aids, deren Leben hätte gerettet werden können."

    Wir müssen endlich aus diesem Teufelskreis der Stigmatisierung aussteigen. Schuldzuweisungen helfen da weder auf persönlicher (s.o.) noch auf gesamtgesellschaftlich-epidemiologischer Ebene weiter.

    Ich weigere mich daher absolut, irgendwelche Schuldfragen zu diskutieren. Was wir dringend brauchen, ist Solidarität und Akzeptanz.

    Und jede (!) wissenschaftliche Methode, die dabei helfen kann, HIV in Schach zu halten, sollten wir so pragmatisch wie möglich einsetzen. Seien es Kondome, Schutz durch Therapie oder die PrEP. Als gleichwertige Strategien des Safer Sex.

    Endlich raus aus der Stigma-Ecke!
    Meine Güte, Leute! Werdet erwachsen und behandelt die Krankheit als das, was sie ist: eine Krankheit. Und kein Grund dafür, wen auch immer moralisch oder gar juristisch zu verurteilen.
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#8 BjoernPositHIVProfil
#9 FüchsleinAnonym
  • 30.01.2018, 07:37h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • Also ich wusste bis vor 2-3 Monaten auch noch nichts davon. Habe erst was davon erfahren, weil ich mich mehr mit queeren Themen beschäftige.

    Ansonsten gibt'r nur "Gib Aids keine Chance" Plakate oder "Ich habe HIV ... irgendwas mit Respekt" Plakate. Da steht aber nix von ner erfolgreichen Therapie.
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#10 BEARAnonym
#11 Patroklos
#12 ursus
#13 ursus
  • 30.01.2018, 13:28h
  • Antwort auf #6 von Ehrlichkeit
  • "aber es war nie eine offizielle SaferSex-Strategie, die etwa durch AIDS-Hilfen propagiert wurde."

    wenn ich mich nicht täusche, hat sich die deutsche aidshilfe recht schnell der EKAF-erklärung angeschlossen.

    "Ich denke, einfach weil - möglicherweise zu Recht - angenommen wurde, dass Menschen unehrlich sind, dass Menschen Risikosituationen nicht als solche erkennen oder verdrängen solche gehabt haben und sich damit ehrlich Illusionen über den eingen Status hingeben und Fehlinformationen geben."

    ich spreche hier nicht für die aidshilfen. meiner einschätzung nach wurden mögliche missinterpretationen in der öffentlichkeit und im privaten bereich in die überlegungen darüber einbezogen, wo und in welcher form man das veröffentlicht. die politik der aidshilfen bestand aber, soweit ich es überblicken kann, nie darin, informationen paternalistisch zurückzuhalten, nur weil sie vom "dummen volk" fehlinterpretiert werden könnten, sondern man setzt prinzipiell auf die fähigkeit mündiger bürger_innen, mit allen informationen selbstverantwortlich umzugehen. vielleicht kann dazu aber jemand von einer aidshilfe kompetenter als ich stellung nehmen.

    was die "wer ist schuld"-fragen angeht, schließe ich mich BEAR an. es bringt solche diskussionen immer in eine komische richtung, wenn man über "schuld" redet. ich rede lieber von verantwortung.

    es geht mir nie darum, wissentlich hiv-positive einfach von verantwortung freizusprechen, sondern immer nur darum, EINSEITIGE verantwortungszuweisungen an wissentlich hiv-positive zurückzuweisen und nach der verantwortung der (oft nur vermeintlich!) hiv-negativen zu fragen. das ist nicht nur beim persönlichen risikomanagement wichtig, sondern auch auf der präventionspolitischen und gesellschaftlichen ebene.
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#14 Homonklin44Profil
  • 30.01.2018, 13:33hTauroa Point
  • Antwort auf #8 von BjoernPositHIV
  • Forenkollege BEAR hat Recht, da war ich mit gemeint.

    Mir geht es aber auch nicht darum, etwas anzuzweifeln, was wissenschaftlich längst abgesichert ist, sondern darauf hinzuweisen, dass detailliertere Infos darüber für Jeden einfach erreichbar vorliegen müssten. Dann können sich die interessierten Leute ggf. weiterführend belesen, und das hilft dem Abbau von Vorurteilen und umher schwirrenden Unsicherheiten zum Thema.
    Diese Unsicherheiten hängen wohl überwiegend mit einem Mangel an Info und Kenntnis zusammen.
    Wenn sich Leute nicht dafür interessieren, ist das natürlich auch keine Hilfe. Komischerweise haben sich an Gay-Foren Diskussionen zum Thema HIV oder Therapie meiner Erfahrung nach wenig beachtet gefunden. Vielleicht haben Interessierte oder Betroffene auch einfach andere Foren zwecks Austausch, aber gewundert hat mich das schon.

    Daher Danke für Deine, die von BEAR und die von Ursus hier.
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#15 stromboliProfil
  • 30.01.2018, 14:18hberlin
  • Antwort auf #14 von Homonklin44
  • also ich weis nicht so recht..
    Queer.de veröffentlicht doch ständig berichte aus wissenschaft und szene die HIV abhandlen
    Gerade die neue prep möglichkeiten werden/wurden das forum rauf und runter genudelt.

    Also an informationsmangel kann es nicht liegen das das thema immer wieder mit den selben "argumenten" abgehandelt wird.
    Und die gleichen sich denen aus der hochzeit von aids in den 90zigern.

    Sichtbar wird immer die "moralische und die nutzgewendete sicht auf sexuelles ausleben.
    Egal ob das im kondomstreit endet oder mit kondom zu neuen weil weiterführende krankheiten verhindern wollende diskusionen führt.

    Dem müssen wir uns natürlich auch stellen.
    Müssen darüber aufklären wie wenn schon nicht verhindert, mann/frau seinen körper auf ungewöhnliches hin abcheckt, ärzte konsultiert weil verunsichert nach dem letzten One-Night-Stand oder aber auch innerhalb der beziehung körperlihces ungemach sich meldet.

    Warum nicht über die hefepilze/ chlamydien , ausflüsse und jucken und ähnliches reden, die sich an stellen ablagern die wir christlich geformten monogamisten sonst nur im pornoliteraturheft auf seite 1 beschrieben bekommen.
    Statt dessen betreiben wir eine "vorsorge die angebliche keiner nachsorge bedarf.
    Nämlich der nachsorge, mal den eigenen körper wie den des anderen mit kritisch-liebevollem blick auf ungewöhnliches hin zu beobachten und ungewöhnliches miteinander zu diskutieren.
    Das nimmt auch viel an angst weg von einem, weil so geübt, man mit dem nun nicht mehr unvorbereitet über einem herfallenden besser umgeht.

    Das auch anderswo in direkten sexuellen kontaktbörsen drüber gesprochen wird, lässt sich an der entschwundenen "Barebackcity" aufzeigen.
    Die waren dermaßen von top an information und weitergabe von wissen, dass man eine medizinische vorlesung hätte halten können.

    Warum hier neben ursus bear und weiteren wenigen nach der menge an foristen nur so wenige sich zu wort melden , hat villeicht auch damit zu tun das leute wie ich - selbst hiv- einfach keinen bock mehr haben zum tausendsten mal immer das selbe zu sagen und das selbe anhören zu müssen...
    Da schalte ich mittlerweile auf durchzug.
    Aber gut dass es die "anderen gibt, die das maul aufmachen!
    Im zweifelsfalle sind wir doch nicht "maulfaul"!
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