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Einzelkommentar zu:
Deutsche Aids-Hilfe: Schutzwirkung von HIV-Therapie "erschreckend unbekannt"


#6 EhrlichkeitAnonym
  • 29.01.2018, 20:37h
  • Ich halte das Konzept Schutz durch Therapie für sehr gut. Dass der erfolgreich Therapierte, dessen Viruslast unter der Nachweisgrenz liegt, nicht infektiös ist, dürfte denjenigen, die sich damit beschäftigt haben, inzwischen klar sein.

    Das das Konzept aber auf Widerstand trifft dürfte nicht verwundern, denn es ist in gewisser Weise eine Abkehr von den sonst üblichen SaferSex Regeln.

    Das Konzept Schutz durch Therapie setzt immer voraus, dass die vom Sexpartner gegebenen Informationen über Viruslast und Therapietreue stimmen, es ist also nur dann ein Schutz, wenn der Therapierte die Zusammenhänge voll überblickt, kontinuierlich danach handelt, also Medikamente gemäss Vorschrift einnimmt und Arzttermine gewissenhaft wahrnimmt.

    Unter den gleichen Bedingungen, Übersicht über die möglichen Infektionswege, Safer Sex, wenn der Status des anderen unbekannt ist und ehrliche Kommunikation über den eigenen Status wäre es auch möglich Schutz durch ehrliche Verabredung über den eigenen Infektionsstatus und angepasst SaferSex oder ungeschützten Sex zu propagieren.
    Das wird, zumindest in Partnerschaften zum Teil - mit mehr oder weniger Erfolg - auch so gemacht, aber es war nie eine offizielle SaferSex-Strategie, die etwa durch AIDS-Hilfen propagiert wurde.
    Ich denke, einfach weil - möglicherweise zu Recht - angenommen wurde, dass Menschen unehrlich sind, dass Menschen Risikosituationen nicht als solche erkennen oder verdrängen solche gehabt haben und sich damit ehrlich Illusionen über den eingen Status hingeben und Fehlinformationen geben.

    Insofern ist ein Paradigmenwechsel eine SaferSex-Strategie zu propagieren, die die Ehrlichkeit und die intellektuelle Übersicht über Therapietreue und die konsequente Einhaltung medizinischer Kontrolle durch den Arzt voraussetzt.
    Dieser Paradigmenwechsel kann ja gut begründet sein und richtig. Aber dann könnte man auch diskutieren, die Verabredung über den eigenen Status, bzw. darüber ob man ihn kennt, vor dem Sex als eine mögliche SaferSex-Strategie zu propagieren.

    Hier im Forum gab es schon Statements, dass derjenige, der sich bei ungeschütztem Sex mit HIV infiziert hat, weil der Partner bewusst und gezielt falsche Infos gegeben hat, selber schuld sei, weil eben jeder für seinen eigenen Schutz Verantwortung trage und es naiv sei, sich belügen zu lassen in so einer Sache.
    Wäre derjenige HIV-negative, der sich infiziert, weil er sich über Schutz durch Therapie belügen lässt, auch selber schuld oder ist es nur derjenige, der sich belügen lässt über einen vermeintlich negativen Status?
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