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Gerichtsverfahren

Wien: 29-Jähriger nach angeblichem Anmachversuch niedergestochen

Ein wegen Mordversuchs angeklagter 20-Jähriger behauptet, dass er sich nur mit dem Messer gegen sexuelle Avancen eines 29-jährigen Marokkaners retten konnte.


Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter sofort ermitteln und festnehmen (Bild: Metropolico.org / flickr)

  • 30. Januar 2018, 13:48h, noch kein Kommentar

Vor dem Landesgericht Wien ist am Dienstag nach ORF-Angaben der Strafprozess gegen einen 20-jährigen Peruaner gestartet, der wegen versuchten Mordes an einem 29-jährigen Marokkaner angeklagt ist. Der mutmaßliche Täter behauptet, das Opfer habe ihn zuvor sexuell bedrängt. Die Tat hatte sich bereits Mitte August 2017 in der Wohnung des Opfers im Wiener Gemeindebezirk Favoriten ereignet.

Die beiden Männer hatten sich nach übereinstimmenden Berichten bereits seit längerer Zeit gekannt. Der Angeklagte sei gegen Mitternacht in die Wohnung des späteren Opfers gekommen und habe diesen um Geld gebeten. Der Mann behauptet weiter, dass der 29-Jährige aufdringlich geworden sei, woraufhin er sich nicht anders zu helfen gewusst habe, als gegen 0.30 Uhr mit dem Küchenmesser zuzustechen. Dabei verletzte die Klinge den Herzbeutel seines Gegenübers. Der Angeklagte beruft sich bei seiner Tat auf Notwehr.

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Staatsanwalt vermutet Mordversuch aus Habgier

Die Staatsanwaltschaft beschreibt den Vorgang anders: Demnach habe der Marokkaner dem Besucher zehn Euro gegeben; allerdings habe der 20-Jährige dabei gesehen, dass im Portmonee des 29-Jährigen noch weitere Scheine gewesen seien. Der Angeklagte soll daraufhin in räuberischer Absicht zugestochen haben.

Das Opfer konnte sich noch schwer verletzt und blutüberströmt aus der Wohnung auf den Gehweg schleppen, wo es zusammenbrach. Passanten alarmierten daraufhin die Polizei und den Krankenwagen – der lebensgefährlich Verletzte musste sich einer Notoperation unterziehen, die ihm das Leben rettete.

Der mutmaßliche Täter floh nach der Messerattacke aus der Wohnung seines Opfers und ging heim – er lebte gemeinsam mit seiner Mutter nur ein paar Häuser weiter. Die Polizei konnte den jungen Mann noch in der selben Nacht festnehmen – er soll nach Polizeiangaben die Tat sofort zugegeben haben ("Ich war's, ich war's"). Allerdings habe er sofort darauf bestanden, dass er sich vor einem sexuellen Übergriff habe schützen wollen.

Der Angeklagte soll nach einem Bericht der Nachrichtenagentur APA an einer psychischen Krankheit leiden. Allerdings habe ein vom Gericht in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben, dass der Mann zurechnungsfähig und damit voll schuldfähig sei. (cw)