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Internationale Umfrage

Deutsche zeigen "relative Toleranz" gegenüber Transpersonen

Im internationalen Vergleich ist in Deutschland die Toleranz gegenüber geschlechtlichen Minderheiten recht hoch – führend sind aber andere Länder.


In allen Ländern wird weiter Aktivismus für Trans-Rechte benötigt (Bild: Ted Eytan / flickr)

  • 30. Januar 2018, 15:36h 9 2 Min.

Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des französischen Marktforschungsunternehmens Ipsos spricht sich eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent der Deutschen dafür aus, dass hierzulande mehr zum Schutz von Transpersonen unternommen werden soll. Damit liegt Deutschland genau im Schnitt der 16 Länder, in denen Ipsos die Bevölkerung nach ihrer Meinung zu Transpersonen befragt hat.

Nur gut die Hälfte der Amerikaner, Polen und Ungarn fordern mehr Engagement für geschlechtliche Minderheiten. Dagegen befürwortet eine Supermehrheit der Spanier und Briten (je 81 Prozent) sowie Argentinier (84 Prozent), diese "zu schützen und zu unterstützen".

In Deutschland glaubt zudem nur ein wenig mehr als die Hälfte der Befragten, dass sich auf nationaler Ebene die Toleranz gegenüber Transpersonen verbessert – diese pessimistische Einstellung ist im Vergleich mit anderen Ländern überdurchschnittlich, da in Staaten wie Kanada, den USA und Schweden drei Viertel aller Befragen von einer Verbesserung der Lage ausgehen.

Dabei geben sich die Deutschen im Vergleich zu Bürgern anderer Länder durchaus tolerant: So haben 74 Prozent der Bundesbürger kein Problem damit, wenn Transpersonen heiraten. In Südkorea (37 Prozent), Serbien (38 Prozent) und Polen (40 Prozent) gönnt dagegen nur eine Minderheit Transpersonen das Recht auf Ehe.

In Deutschland sind zudem lediglich zwölf Prozent der Meinung, dass Menschen, die eine andere Geschlechteridentität leben, die Tradition der Kultur verletzen würden. Nur unter den Japanern (zehn Prozent) gibt es noch weniger kulturelle Vorbehalte. Dagegen sehen sehr viele Amerikaner (41 Prozent), Ungarn (42 Prozent) und Serben (50 Prozent) Transpersonen als kulturfremd an.


Einige der deutsche Studienergebnisse im Vergleich mit dem internationalen Durchschnitt (Bild: Ipsos)

"Große Fortschritte"

Dr. Robert Grimm, der Leiter der Sozial- und Politikforschung von Ipsos, sieht hierzulande "große Fortschritte bei der gesellschaftlichen Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt". Als Beispiel nennt er die Anerkennung des Dritten Geschlechts, die vom Bundesverfassungsgericht im letzten Herbst angeordnet wurde (queer.de berichtete). International gebe es dagegen viele negative Entwicklungen für Transpersonen, etwa das von US-Präsident Donald Trump geplante Trans-Verbot im amerikanischen Militär. "Deshalb ist die relative Toleranz der Deutschen gegenüber Transgendern besonders positiv", so Grimm. Dennoch seien auch hierzulande Diskriminierung und Hassdelikte gegen Transpersonen ein Problem.

Die Befragung wurde in den Ländern Argentinien, Australien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Italien, Japan, Kanada, Polen, Serbien, Südkorea, Spanien, Schweden und den USA durchgeführt. Die internationale Stichprobe umfasste etwa 12.500 Erwachsene, davon über 1.000 in Deutschland. Die Befragung fand zwischen dem 24. Oktober und dem 7. November des vergangenen Jahres statt. (cw)

-w-

#1 AnonymAnonym
  • 30.01.2018, 17:11h
  • Trotz vom BMFSFJ beauftragten, vorliegender und veröffentlicher Rechtsgutachten (02-2017) verweigert die Bundesregierung umfassende gesetzliche Neuregelungen.

    Die Fortschreibung des Gesetzentwurfs (Mantelgesetz) aus dem Rechtsgutachten des Deutschen Institut für Menschenrechte, liegt im Deutschen Bundestag zur Beschlußfassung vor.

    Im Koalitionsvertrag versuchen Kräfte einen entsprechenden Absatz über einen entsprechenden Beschluss, ausklammern zu wollen. - Angeblich sei das nicht notwendig?!

    Wenn man es jedoch wirklich ernst meinen würde, und es nicht im Koalitionsvertrag haben möchte, hätte man der Gesetzesempfehlung jedoch schriftlich im DB P'Ausschuss seine Zustimmung festschreiben können. - Passiert ist das bislang nicht.
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#2 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 30.01.2018, 20:38h
  • Relative Toleranz, pffff.
    Aus meiner Sicht gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder Akzeptanz oder Akzeptanz :-)
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#3 AlicinoAnonym
  • 30.01.2018, 21:13h
  • Die "Stimmung" gegenüber Transmenschen hat sich in den vergangenen Jahren hier in Deutschland und den westlichen EU-Ländern fühlbar verbessert. Auch in den neuen EU-Ländern tut sich etwas, da ich da aber nicht lebe fehlt mir natürlich das Gefühl wie sehr oder wie zäh dort etwas voran geht.
    Doch Länder wie die USA machen einem Angst, weil man doch die USA in den letzten Jahren eher als einen in LGBTIIQ-Dingen positiven Partner erlebt hat, dann trumpt es ein bisschen und schon kippen Selbstverständlichkeiten einfach weg.
    Das macht einem klar, wie fragil diese relative Toleranz sein kann. Das macht auch klar wie dringend entsprechende Gesetze und Vorgehensweisen definiert werden müssen - auch hier bei uns. Die aktuellen (Gleichstellungs-)Gesetze, wenn auch sehr lückenhaft, der USA machen es überhaupt erst möglich, das trumpelnde Ansinnen (bisher) erfolgreich verhindert zu haben!
    Zurück zu Toleranz:
    Toleriert zu werden ist ja auch schon mal etwas. Einfach akzeptiert zu werden, das ist natürlich viele besser und auch richtig. Man toleriert ja im Allgemeinen blonde Menschen nicht nur sondern akzeptiert sie vorbehaltlos. Das mit den Rothaarigen und dem Teufel war ja über Jahrhunderte auch so eine fatale Geschichte.
    Wenn man bedenkt was sich die Kirchen früher und auch heute so herausnehmen - welche Argumente ihnen nicht zu schade sind und welche Widersprüche zu ihrer eigenen Kernlehre sie einfach hinnehmen - unfassbar.
    Diese Religionen sind noch weit von relativer Toleranz entfernt, zumal man beobachtet dass insbesondere deren leitende Personen übles über alles neuen (wobei trans* nun mal wirklich nichts neues ist) und alles andere bringen wollen.
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