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Fans erbost

Dumbledore im nächsten "Tierwesen"-Film nicht "ausdrücklich schwul"

Auch bei "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" wird Albus Dumbledores sexuelle Orientierung nicht behandelt werden.


Jude Law spielt in Teil zwei des Harry-Poter-Prequels den weisen Zauberer Dumbledore (Bild: Sam Friedrich / flickr)

Regisseur David Yates hat in einem Interview mit "Entertainment Weekly" erklärt, dass die von Jude Law dargestellte Figur Albus Dumbledore im zweiten von fünf geplanten "Phantastische Tierwesen"-Filmen noch nicht "ausdrücklich schwul" dargestellt werde. Allerdings sagte der 54-jährige Brite, er glaube, dass alle Fans über die sexuelle Orientierung Dumbledors Bescheid wüssten. "Er hatte eine sehr intensive Beziehung mit Grindelwald, als sie junge Männer waren. Sie verliebten sich in die Ideen ihres Gegenübers, in ihre Ideologie und auch ineinander."

Schwule Fans hatten gehofft, dass die Homosexualität Dumbledores endlich offen in einem Film vorkommt. In den sieben Harry-Potter-Büchern und den acht Harry-Potter-Filmen wurde die sexuelle Orientierung des Meisterzauberers nur leicht angedeutet. Autorin J.K. Rowling hatte allerdings bereits 2007 bestätigt, dass Dumbledore auch sexuell den bösen Zauberer Gellert Grindelwald begehrt (queer.de berichtete). 2016 deutete die Schriftstellerin dann an, dass seine Sexualität auch in der "Phantastische Tierwesen"-Filmserie zu sehen sein soll (queer.de berichtete).

Wann schmusen Jude Law und Johnny Depp?

Grindelwald wird bei "Phantastische Tierwesen" von US-Schauspieler Johnny Depp dargestellt. Er hatte im ersten Film nur einen Cameo-Auftritt, soll aber im zweiten Teil, der den Untertitel "Grindelwalds Verbrechen" trägt, eine größere Rolle spielen. Die Besetzung Depps ist umstritten, weil ihm seine Ex-Frau, von der er sich vergangenes Jahr geschieden hat, häusliche Gewalt vorwarf.

Direktlink | Teaser für "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen"

Nun kommt in sozialen Netzwerken auch Kritik auf, dass die Homosexualität Dumbledores ignoriert wird. Viele Fans warfen den Machern des Films vor, die sexuelle Orientierung der Figur aus Angst vor einem Boykottaufruf von Homo-Hassern nicht anzusprechen.

Autorin J.K. Rowling, die offenbar selbst einige Mails von aufgebrachten Dumbledore-Fans erhalten hatte, reagierte bereits via Twitter auf die Kontroverse: "Wenn ich Schimpftiraden über ein Interview kriege, mit dem ich nichts zu tun hatte, oder über ein Drehbuch, das ich geschrieben habe und das keiner der wütenden Leute gelesen hat, und das auch nur einen Teil einer fünfteiligen Filmserie darstellt, dann sorgt das natürlich für richtig gute Laune. Aber wisst ihr, was noch bessere Laune macht?" Dazu veröffentlichte sie das Kurzvideo eines Mannes, der an einer Fernbedienung die Stummschalttaste bedient. (dk)

Twitter / jk_rowling



#1 call it like it isAnonym
  • 01.02.2018, 20:00h
  • Johnny Depp wurde häusliche Gewalt nicht nur vorgeworfen. Die Anschuldigungen von A. Heard gegen Depp wurden durch seine persönlichen Angestellten bestätigt und sie hat Beweise. In einer außergerichtlichen Einigung wurde festgestellt dass sie nicht gelogen hat (also alle ihre Aussagen wahr sind).

    Interessant dürfte hier sein dass der Auslöser für die Gewalt gegen Heard ihre offene Bisexualität gewesen sein muss, da Depp etwas dagegen hatte dass sie mit lesbischen Frauen befreundet ist.
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#2 Gerlinde24Profil
  • 02.02.2018, 02:51hBerlin
  • Antwort auf #1 von call it like it is
  • "Interessant dürfte hier sein dass der Auslöser für die Gewalt gegen Heard ihre offene Bisexualität gewesen sein muss, da Depp etwas dagegen hatte dass sie mit lesbischen Frauen befreundet ist."

    Seltsam, die meisten Männer träumen doch von einem "flotten Dreier", wo er, der Mann, natürlich im Mittelpunkt steht. Kann aber sein, dass Depp nicht normal in dem Sinne ist, dass er Angst davor hatte, dass sie ihn mit einer Frau betrügen würde, was sein männliches Ego verletzen würde.
    Aber zurück zum eigentlichen Thema:
    Das Dumbledore schwul ist, und sich in Grindelwald verliebt hat (Grindelwald sich auch in ihn?), sollte schon deutlich thematisiert werden, vielleicht im Zusammenhang mit der Homophobie in der Zaubererwelt, oder dem Prozess des "inneren Coming outs" von Dumbledore.
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#3 PiakAnonym
  • 02.02.2018, 06:19h
  • Na ja, als sich Dumbledore und Grindelwald nahestanden, waren beide 18 Jahre alt. Zum endgültigen Bruch kam es noch im gkeichen Jahr, als im Streit Dumbledores Schwester getötet wurde. Da können wohl kaum Depp und Law kuscheln ...
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#4 LokkeAnonym
  • 02.02.2018, 12:12h
  • Man muss ja auch nicht ständig über sexuelle Identität sprechen. Menschen haben mehr als eine Identität, die sexuelle ist eben nur eine. Ich bin ja auch nicht schwul von Beruf und thematisiere es nicht ständig.
    Oft ist meine Identität als Sozialarbeiter, Sohn, Ehemann, Bruder, Christ, linkspolitischer, hundefreund, hobbykoch, leseratte, beethovenfan und andere einfach vorrangiger in den Gesprächen und Situationen.
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#5 TheDadProfil
  • 02.02.2018, 12:45hHannover
  • Antwort auf #4 von Lokke
  • Vielleicht haben ja Menschen wie Du dann "mehrere Identitäten"..

    Ich hab das nicht..
    Und nicht nur weil es dann eine "weitere Diagnose" im Konvolut einer degressiven Gesellschaft wäre, die stetig daran arbeitet Menschen auf eine binäre Geschlechtlichkeit innerhalb einer Heteronormativität zu verengen..

    ""Oft ist meine Identität als Sozialarbeiter, Sohn, Ehemann, Bruder, Christ, linkspolitischer, hundefreund, hobbykoch, leseratte, beethovenfan und andere einfach vorrangiger in den Gesprächen und Situationen.""..

    Eigenschaften, berufliche Qualifikationen, Fetische oder gar Hobbys zu "Identitäten" zu erheben zeigt dann auch auf wo hier der Hase im Pfeffer liegt, denn am Ende gibt es dann

    einen schwulen Sozialarbeiter,
    einen schwulen Sohn,
    einen schwulen Ehemann,
    einen schwulen Bruder,
    einen schwulen "Christen",
    (eigentlich ein Oxymoron)
    einen schwulen Linken,
    einen schwulen Hundefreund,
    einen schwulen Hobbykoch,
    eine schwule Leseratte,
    einen schwulen Beethoven-Fan..
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#6 Gerlinde24Profil
  • 02.02.2018, 13:18hBerlin
  • Antwort auf #3 von Piak
  • Wer Drehbücher schreibt wie ich, der weiß, dass man das Thema direkt oder sanft (angedeutet) anpacken kann. Ich hätte es als inneres Coming out geschrieben, so nach dem Motto: Dumby erkennt, dass er Grindi liebt, merkt aber, das Grindi diese Gefühle nicht erwidert, und erkennt, schwul zu sein.
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#7 BorchersAnonym
  • 02.02.2018, 14:06h
  • Genauso wie es bei Farbigen sogenanntes "Whitewashing" gibt, gibt es bei LGBTI "Straight-Washing".
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#8 PiepmatzAnonym
  • 02.02.2018, 15:33h
  • Antwort auf #4 von Lokke
  • "Man muss ja auch nicht ständig über sexuelle Identität sprechen."

    Der Witz ist, dass angeblich immer nur Nicht-Heterosexuelle "über ihre sexuelle Identität sprechen". Wenn ein Hetero sagt, dass er mit seiner Freundin im Kino war, redet er über Kino. Niemand kommt auf die Idee, dass er natürlich indirekt auch über seine sexuelle Orientierung spricht. Erst recht kommt niemand auf die Idee, das irgendwie in Frage stellen oder kritisieren zu wollen. Wenn ich aber sage, dass ich mit meinem Freund im Kino war, dann wird es als "Reden über sexuelle Orientierung" eingestuft und immer wieder als fragwürdige oder deplazierte Offenbarung hingestellt.

    Nur Nicht-Heterosexuelle müssen sich überlegen, in welchen Situationen sie risikolos Dinge ansprechen können oder dürfen, die auf solche Weise indirekt oder direkt ihre Identität offenbaren. Für Heterosexuelle ist das überhaupt kein Thema. Sie merken nicht mal, dass sie permanent ihre sexuelle Identität offenbaren.

    "Oft ist meine Identität als Sozialarbeiter, Sohn, Ehemann, Bruder, Christ, linkspolitischer, hundefreund, hobbykoch, leseratte, beethovenfan und andere einfach vorrangiger in den Gesprächen und Situationen."

    Richtig. Es wird aber niemand auf der Straße angepöbelt, weil er gerne kocht. Niemandem werden Rechte verwehrt, weil er Hunde mag. Niemand wird entlassen, weil er Beethovenfan ist. Und niemand saß in einem KZ, weil er Geschwister hat.

    Man kann die Bedeutung der sexuellen Orientierung für das eigene Leben herunterspielen, so sehr man will: Die Anderen tun uns nicht den Gefallen, da mitzuziehen. Nicht ich mache mein Schwulsein zu einem wichtigen Thema, sondern Andere. Solange ich deswegen diskriminiert und nicht akzeptiert werde, wird dieses Thema für mich wichtiger sein als die Dinge, die man einfach akzeptiert.
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#9 BEARAnonym
#10 PfuiAnonym