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Einzelkommentar zu:
Türkei nimmt Mitbegründer der größten LGBTI-Organisation fest


#30 TheDadProfil
  • 04.02.2018, 13:56hHannover
  • Antwort auf #24 von Yannick
  • ""Dass Beitrittsverhandlungen oft so lange dauern, hat nichts damit zu tun, dass es da ein Anrecht gibt, sondern einfach mit den wirtschaftlichen Interessen, die auch die EU mit einem möglichst großen Binnenmarkt verbindet. Und leider werden halt wirtschaftliche Interessen wie z.B. größere Absatzmärkte über Grundwerte der EU gestellt.""..

    Nicht ganz falsch, aber deshalb noch längst nicht die vollständige Einschätzung der Lage..
    Der Binnenmarkt erstreckt sich lange vor dem Beitritt in das Land..
    Die Türkei wickelt seit langem 80 Prozent ihres Außenhandels mit der EU ab, und wiederum 60 Prozent davon allein mit der BRD..
    Der deutsche Maschinenbau stünde ohne die Zulieferbetriebe aus der Türkei vor dem Kollaps, und die Automobil-Industrie ist mit der Türkei näher verzahnt als mit den USA oder China..

    Das "Interesse" eines Binnenmarktes liegt für die Wirtschaft vor allem darin mit neuen EU-Ländern auch immer neue billige Arbeitskraft-Ressourcen zu besitzen, das zeigen die Erfahrungen über den Beitritt Italiens, dann Spaniens und Portugal, Griechenland, später Polen, Tchechien, nun Bulgarien und Rumänien..

    Alle die Länder deren Bürger auch schon als "Gastarbeiter" bei uns ankamen sind dann auch das Käufer-Potential der bei uns veredelten Produkte unserer auf Export ausgerichteten Wirtschaft, und man läßt diese "Schwellen-Länder" zunächst an den Produkten mit-verdienen indem sie als Zulieferer fungieren die dann später die fertigen Produkte kaufen sollen, weil sie ja selbst so etwas gar nicht herstellen könnten..

    Zuerst holt man die Arbeitskräfte ins Land..
    Dann verlagert man auch mittels des hier erworbenen Now-How in der Produktion diese Produktion in diese dann "Billig-Lohn-Länder", und übernimmt dann bei Bedarf auch mal die Konkurrenz wie bei SEAT oder SKODA, und dann muß man nicht einmal mehr Produkte hin und her-karren, man verlagert nur noch Gewinne..

    ""Und gerade im Zusammenhang mit der Türkei haben sowohl EU-Kommission als auch EU-Parlament schon mehrfach klar gemacht, dass man die Beitrittsverhandlungen sehr wohl komplett beenden kann.""..

    Kann man..
    Was immer noch nichts daran ändert, daß man es noch niemals getan hat, und auch im Fall der Türkei wahrscheinlich nicht tun wird..
    Man verzögert dann notfalls die Verhandlungen so lange bis sich die politische Situation im Land ändert..

    Jugoslawien war einmal ein solcher Beitrittskandidat..
    Inzwischen hat man dann fast alle daraus hervorgegangenen Splitter-Staaten aufgenommen..

    Norwegen läßt aus eigenem Antrieb die Verhandlungen ruhen..
    Man hat es momentan gar nicht nötig..
    Und Island hat die Verhandlungen aus eigenem Antrieb beendet, denn man fürchtet um den Verlust der Fang-Gründe im Nord-Atlantik und damit um den größten Wirtschafts-Faktor des Landes..
    Es ist ein Unterschied ob ein Beitrittskandidat die Verhandlungen beendet, oder die EU..
    Natürlich ist es vorstellbar daß die Türkei die Verhandlungen beendet, vor allem weil es den Bedürfnissen eines Autokraten wie Erdogan in den Kram paßt..
    Die EU wird es aber wohl eher nicht tun..

    ""Wenn ein Land eben politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich nicht mit der EU zusammenpasst, ist es für beide Seiten besser, dann eben darauf zu verzichten.""..

    Das macht dann solche populistischen Ideen wie "die türkei liegt doch in asien" schon einmal obsolet..

    Sie sind keine "Argumente", denn sie dienen nur dazu die wirklichen Ressentiments gegen Bevölkerungen zu kaschieren..
    Im Fall der Türkei dient es vor allem dazu eine Diskussion um den "Islam" zu führen, die keine Diskussion ist, sondern islamo-phobes und auch xenophobes Geschwafel mit dem man dann auch noch gleichzeitig sein "Gewissen" beruhigen will, denn die gleichen radikalen Ideen sind schon immer originär im "Christentum" vorhanden, und werden nur nicht mehr wahrgenommen, weil man sie nicht wahrnehmen will..
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