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Kommentare zu:
Kardinal Marx kann sich Segnungen homosexueller Paare vorstellen – im Einzelfall


#11 Markusbln11Anonym
  • 03.02.2018, 14:50h
  • Herr Marx, nicht nachdenken, um zu verschleppen!

    Handeln Sie endlich.

    Nehmen Sie die Wünsche der Gläubigen, die Erwartungen aus der Mitte Ihrer Kollegen endlich ernst.
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#12 Der gute MichelAnonym
  • 03.02.2018, 15:07h
  • Ich denke nicht, dass man die Äußerung von Marx als erstes Anzeichen für eine Öffnung werten kann. Sondern Marx nutzt die Unkenntnis des Journalisten (und des Publikums) über die katholische Lehre aus. Nach dieser Lehre war es nie ein Problem, irgendwen zu segnen. Insofern ist es auch kein neues Zugeständnis, wenn Marx dies in Aussicht stellt. Er bleibt jedoch felsenfest bei seiner Ablehnung jeder weitergehenden Gleichstellung.

    Ich versuche mal in aller Kürze, den Sachverhalt zu erläutern (gähn):

    Nach katholischer Lehre ist Homosexualität (als Konzept) in sich eine Sünde. Dies gilt ohne Einschränkung. Nun könnte man sich aber auch Homosexuelle vorstellen, die gar keinen Sex haben. Diese Leute sind also sündhaft veranlagt, begehen aber keine tätliche Sünde. Was ist mit denen?

    Das erklärt sich mit der Erbsünde. Denn auch heterosexuelle Menschen sind mit der Erbsünde behaftet -- auch wenn sie gar keine tätlichen Sünden begehen. Alle Menschen sind sündhaft, ohne Ausnahme. In diesem Sinne herrscht also "Gleichstand".

    Da nun aber alle Sünder von Gott geliebt werden (weil sonst überhaupt niemand von Gott geliebt würde), werden auch Homosexuelle von Gott geliebt. Folglich muss auch die Kirche sie lieben.

    Homosexuelle sind dann in Ordnung, wenn sie sich nicht homosexuell verhalten, sondern nur eine bestimmte Art der "angeborenen Sünde" haben (wie die Erbsünde). Der Katechismus spricht davon, sich geistig frei zu machen von jedem Verlangen. Wer es durch Gebete schafft, sich von jedem sexuellen Gedanken zu lösen, kann von Gott angenommen und geliebt werden. Sonst nicht.

    Es sind diese rein theoretischen, vergeistigten und neutralisierten Homosexuellen, denen die Liebe der Kirche gilt. Und nur in diesem Sinne wird "Seelsorge" angeboten, und nur davon spricht Marx. Er spricht davon, dass ein Pfarrer zwei Homosexuelle seelsorgerisch begleiten kann, die in einer Art Selbsthilfe-Gemeinschaft enthaltsam in der gleichen Wohnung leben. Der Pfarrer kann ihnen auch einen Segen spenden. Aber er kann sie nicht verheiraten.

    Aber er kann sie nicht verheiraten, denn zur Ehe gehört auch der "Vollzug" der Ehe, und ebendieser Vollzug ist laut 3. Mose nicht erwünscht (ein Mann solle nicht beim Manne liegen blabla).

    Offizieller kath. Katechismus: "2359 Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich - vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft - durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern."

    Mit "innerer Freiheit" und "Vollkommenheit" ist eine völlige Loslösung von fleischlichen Gelüsten gemeint, etwa wenn ein Heiliger sein Leben lang auf einem Pfahl hockt und meditiert: Der Geist siegt über den Körper und neutralisiert diesen. *Dazu* spendet der Pfarrer womöglich seinen Segen. Aber er spendet den Segen nicht für ein tatsächlich "homosexuelles" Paar -- es sei denn, es ist auf dem Weg in die Enthaltsamkeit und braucht etwas Mut.
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#13 Paulus46Anonym
  • 03.02.2018, 15:22h
  • Antwort auf #12 von Der gute Michel
  • "Nach katholischer Lehre ist Homosexualität (als Konzept) in sich eine Sünde. "

    --> DAS ist schlichtweg grundlegend falsch erklärt.

    Nicht Homosexualität per se und die sexuelle Orientierung eines Menschen wird laut Katholischer Lehre als sündhaft bewertet, sondern die homosexuelle HANDLUNG !!! Im Katholischen Katechismus wird nicht die Homosexualität eines Menschen als fehlerhaft oder sündhaft bewertet, sondern das er/sie homosexuelle HANDLUNGEN begeht, d.h. der Sex zwischen zwei homosexuellen Menschen wird verurteilt. Der Mensche in seiner Einzigartigkeit wird so wie ihn Gott geschaffen hat, vom Katholischen Kirchenamt in keiner Weise als sündhaft bewertet !!!

    DAS scheint sich nunmehr mit Papst Franziskus vielleicht zu ändern, wenn man nunmehr Bode und Marx zuhört, denn wenn sie ein schwules/lesbisches Paar den Segen Gottes erteilen wollen, können sie dies wohl schlecht, wenn sie den Sex des Paares verurteilen. So gesehen stehen die Erklärungen von Bode und Marx beide "noch" im Widerspruch zum Katechismus, wonach homosexuelle HANDLUNGEN sündhaft sind.
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#14 ursus
  • 03.02.2018, 15:26h
  • Antwort auf #10 von Paulus46
  • "Nach den 1960er hat die Katholische Kirchenleitung und der Vatikan begriffen, das Strafgesetze inhuman sind, und befüwortet seit Jahrzehnten die Legalisierung der Strafgesetze in den jeweiligen Ländern weltweit."

    richtig, der vatikan "befürwortet die legalisierung der strafgesetze", z.b. 2015 in nigeria, wo die kaholische bischofskonferenz die verschärfung der strafgesetze gegen schwule und lesben begrüßte.

    www.queer.de/detail.php?article_id=20973

    aber das meinst du natürlich nicht, sondern bestreibst hier die übliche geschichtsklitterung.

    2008 widersprach celestino migliore, der vatikanische vertreter bei der UN einer resolution, die die entkriminaisierung von homosexualität fordern sollte. begründung: das würde "neue diskriminierungen" schaffen.

    www.queer.de/detail.php?article_id=9701

    zitat des vatikanischen UN-botschafters: ""Die sexuelle Orientierung eines Menschen ist kein Recht."

    2016 kritisierte der vatikan die einsetzung eines sonderkomissars für LGTB-rechte bei der UN.

    die liste ließe sich fortsetzen.
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#15 goddamn liberalAnonym
  • 03.02.2018, 15:27h
  • Antwort auf #12 von Der gute Michel
  • Das stimmt natürlich moraltheologisch, aber hier geht es um Gesellschaftspolitik.

    Und da gibt es einen rhetorischen Kniff der römischen Kirche, der immer wirkt: Wenn zähneknirschend akzeptieren muss, dass man einen einen politischen Fortschritt nicht mehr aufhalten kann, den man lange Zeit mit den finstersten Verbündeten verhindern wollte, dann tut man so, als sei man schon immer dafür gewesen.

    So ist es z. B. mit der parlamentarischen Demokratie, die Pius IX im 19. Jh. regelrecht verteufelte, die der Vatikan via Zentrumspartei in Deutschland '33 ausgehebelte und die man dann unter Paul VI und Johannes Paul II trotz aller Pinochet-Kumpanei dann doch akzeptierte. Genau diese Tendenzen könnten sich in Bezug auf unsere Menschenrechte (nicht in Bezug auf sexuelle Praktiken) auch abzeichnen.

    Das ist für die Menschlichkeit eine gute Nachricht.

    Und eine schlechte Nachricht für die Matusseks, Kubys, Kelles und Mosebachs, die nur auf katholisch machen, weil diese Kirche gerade unter Ratzinger politisch so wunderbar menschenfeindlich und reaktionär war.
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#16 ursus
#17 ursus
  • 03.02.2018, 15:37h
  • Antwort auf #12 von Der gute Michel
  • "Denn auch heterosexuelle Menschen sind mit der Erbsünde behaftet -- auch wenn sie gar keine tätlichen Sünden begehen. Alle Menschen sind sündhaft, ohne Ausnahme. In diesem Sinne herrscht also "Gleichstand". "

    bitte nicht den ideologischen unsinn nachplappern, mit dem die rkk ihre menschenverachtung kleinreden möchte. das ist zwar die begründung, die an dieser stelle immer kommt, sie beruht aber auf einer lüge.

    schwulen und lesben wird, neben dem verzicht auf die "üblichen" sogenannten "sünden" ZUSÄTZLICH zugemutet, ihr leben lang auf eine auch sexuell erfüllende beziehung zu verzichten, den anderen nicht. was das heißt und welche folgen für die psyche und die lebensqualität diese zumutung hat, wissen wir alle.

    da von "gleichstand" zu reden, ist einfach nur verarsche.
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#18 Der gute MichelAnonym
  • 03.02.2018, 15:40h
  • Antwort auf #13 von Paulus46
  • Paulus46: Danke für Deine vielen Ausrufezeichen!!!!!!!!111

    Ich schrieb ja ausdrücklich: Zwar IST Homosexualität per se eine Sünde (in Taten und Gedanken). Diese Sündhaftigkeit stellt jedoch für die Kirche nicht direkt ein Problem dar, weil ja letztlich auch alle anderen Menschen sündig sind (durch die Erbsünde). Sünder zu sein bedeutet nicht, dass die Kirche den Sünder nicht lieben würde. Die Kirche liebt (wie Gott) alle Sünder. Die Frage ist dann, was weiter daraus folgt. Bemüht sich der Sünder, dagegen anzugehen? Dann ist es gut. Lebt er seine Sexualität jedoch aus (und sei es nur in Gedanken), ist es schlecht.

    Für Kardinal Marx ergibt sich daraus ein Segen hinter verschlossenen Türen. Nämlich als eine Art gemeinsames Buß-Gebet, in dem Gott um Hilfe und Kraft angerufen wird, die Sünde zu überwinden.

    Völlig ausgeschlossen ist für Marx jedoch eine fröhlich-feierliche Zeremonie mit Zeugen. Denn das würde einer Ehe-Zeremonie zu nahe kommen. Sein vorgeschlagener Segen gilt überhaupt nicht der Partnerschaft, sondern dem Bemühen, enthaltsam zu leben (in Taten und Gedanken).

    Deswegen geht es ihm auch nur um "Einzelfälle", denn es ist ihm natürlich klar, dass kaum ein homosexuelles Paar plant, enthaltsam zu leben. Er spricht nur von solchen Einzelfällen, in denen ein Paar gemeinsam mit dem Pfarrer ein Leben in Enthaltsamkeit versucht. Er spricht nicht von der Segnung einer Partnerschaft. Die Partnerschaft ist überhaupt nicht Gegenstand der Zeremonie.
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#19 Paulus46Anonym
  • 03.02.2018, 15:43h
  • Antwort auf #14 von ursus
  • richtig, der vatikan "befürwortet die legalisierung der strafgesetze", z.b. 2015 in nigeria, wo die kaholische bischofskonferenz die verschärfung der strafgesetze gegen schwule und lesben begrüßte.

    www.queer.de/detail.php?article_id=20973

    --> Das einzelne Bischöfe anders handeln, ins besondere wenn sie aus Afrika stammen, das ist ohne Zweifel wohl richtig so. Es gibt sogar afrikanisch, katholische Bischöfe, die machen homosexuelle Menschen "für allles" mögliche verantwortlich, Erdbeben, Seuchen, usw.

    -----------
    ABER ich schrieb vom Vatikan und von der offiziellen Lehrhaltung in ROM !!!

    Und diesbezüglich ist es so, dass der Vatikan sich seit Jahrzehnten für die Entkriminalisierung einsetzt.

    ---> Und im Unterschied zu den allermeisten islamisch geprägten Staaten ist fast in allen katholisch geprägten Staaten eine Legalisierung homosexueller Handlungen erfolgt, beispielsweise fast im gesamten katholisch geprägten Lateinamerika (Ausnahme das kleine eher hinduistisch durch Einwanderung geprägte Guyana und einige Karibikinseln, deren britische Kolonialgesetze aber faktisch kaum angewandt werden).

    ----------
    Setze NICHT das Verhalten bestimmter afrikanischer katholischer Bischöfe/Kardinäle mit der offizielle Haltung des Vatikans gleich, das ist unredlich, und entspricht nicht der Wahrheit im Umgang mit dem Vatikan, URSUS.
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#20 AFD-WatchAnonym
  • 03.02.2018, 15:47h
  • Antwort auf #14 von ursus
  • Danke für den Link. Dann muss ich das nicht übernehmen ;-)

    " "wenn sie ein schwules/lesbisches Paar den Segen Gottes erteilen wollen, können sie dies wohl schlecht, wenn sie den Sex des Paares verurteilen."

    wie naiv kann man eigentlich sein? "

    Der gläubige Schwule lebt natürlich keusch (der andere lebt dann entsprechend keuchend beim Sex) und bittet dann auch um den Segen. Warum T.J. aber unbedingt um den Segen der RKK geradezu bettelt, versteht nur er. Oder war es etwa "damit die Oma in der ersten Reihe dem Homo-Paar freudestrahlend Platz zu machen hat"?
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