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Hauptwahlkampfthema Ehe-Öffnung
Costa Rica: Evangelikaler Homo-Gegner bei Präsidentenwahl vorne
Die Ehe für alle war das alles entscheidende Wahlkampfthema in Costa Rica. Die erste Runde der Präsidentschaftswahl konnten die Befürworter des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben für sich verbuchen.

Fabricio Alvarado, der die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben aus religiösen Gründen ablehnt, geht als Favorit in die Stichwahl
- 5. Februar 2018, 12:10h 3 Min.
Der konservative christliche Prediger und Sänger Fabricio Alvarado hat die erste Runde der costa-ricanischen Präsidentenwahlen nach einem gegen Homo-Paare gerichteten Wahlkampf gewonnen. Der 43-Jährige, der bislang als einziger Abgeordneter einer evangelikal-konservativen Kleinpartei im nationalen Parlament gesessen hatte, konnte laut Hochrechnungen 24,8 Prozent der Stimmen erringen.
Sein 38-jähriger Mitte-Links-Rivale Carlos Alvarado, mit dem er nicht verwandt ist, erreichte 21,8 Prozent. Carlos Alvarado war der einzige aussichtsreiche Kandidat, der sich offen für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben eingesetzt hat. Auf dem dritten Platz landete mit 18,6 Prozent der Sozialdemokrat Antonio Álvarez, ein Gegner der Ehe-Öffnung.

Carlos Alvarado konnte bei den Präsidentschaftswahlen den zweiten Platz erobern – und gilt nun als Hoffnung der LGBTI-Aktivisten
Da keiner der Kandidaten die in der ersten Wahlrunde erforderlichen 40 Prozent erreicht hat, wird es am 1. April zu einer zweiten Wahlrunde kommen, bei der nur die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen aus der ersten Runde qualifiziert sind.
Das einschneidende Wahlkampfthema in Costa Rica war die Debatte um die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Anlass war eine Entscheidung des in Costa Rica beheimateten Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte, der vor einem Monat "empfohlen" hatte, das Eheverbot für gleichgeschlechtliche Paare aufzuheben (queer.de berichtete). Davor waren noch Themen wie Korruption, innere Sicherheit und soziale Gerechtigkeit bestimmend.
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Costa Rica ist strukturelle konservative Gesellschaft
Beide führenden Kandidaten hatten sich in den letzten Wochen vor allem mit ihrem Kampf für bzw. gegen die Ehe-Öffnung positioniert und waren damit in den Umfragen an der Konkurrenz vorbeigezogen. Fabricio Alvarado machte Stimmung gegen den Interamerikanischen Gerichtshof, der mit seiner Ehe-Entscheidung die Souveränität seines Landes beschädigt habe.
Analysten erklärten seinen Erfolg damit, dass Costa Rica eine strukturell konservative Gesellschaft sei, die mit der Gleichbehandlung von sexuellen Minderheiten Probleme habe – insbesondere Kirchen machten im Wahlkampf Werbung für Fabricio Alvarado. Er hat als Losung ausgegeben, aus der Amerikanischen Menschenrechtskonvention auszusteigen, um sexuelle Minderheiten weiter diskriminieren zu dürfen. Damit traf er einen Nerv, denn vor vier Jahren hatte der Kandidat seiner Partei bei der Präsidentschaftswahl nur knapp über ein Prozent der Stimmen erreichen können.
Der ehemalige Arbeitsminister Carlos Alvarado konnte dagegen durch Unterstützung von Befürwortern der Ehe-Öffnung in den letzten Wochen an Zustimmung gewinnen. Zuvor hatte er sich wie andere Mitglieder der Regierungspartei von Präsident Luis Guillermo Solís für Korruptionsskandale und ein großes Haushaltsdefizit zu rechtfertigen.
Insgesamt hatten sich 13 Kandidaten um die Nachfolge von Staatschef Solís beworben, der aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht erneut zur Wahl antreten durfte. Die Wahlbeteiligung war mit 66 Prozent hoch. Insgesamt waren 3,3 Millionen Bürger des mittelamerikanischen Landes zur Wahl aufgerufen. Sie stimmten auch über die Zusammensetzung des Parlaments ab, Ergebnisse dazu liegen aber noch nicht vor. (dk)















Da drücke ich dann Carlos Alvarado die Daumen. Es ist schon einmal gut, das der andere Gegner der Homo-Ehe bei den Sozialdemokraten "rausgeflogen" ist.