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Türkei

Ali Erol wieder auf freiem Fuß

Nach mehreren Tagen hinter Gittern hat die Türkei den LGBTI-Aktivisten unter Auflagen wieder freigelassen.


Ali Erol bei seiner Entlassung aus türkischer Haft (Bild: Twitter / Kaos GL)

LGBTI-Aktivist Ali Erol ist am Dienstag nach vier Tagen wieder aus türkischer Haft entlassen worden. Das teilte die von ihm mitgegründete Organisation Kaos GL via Twitter mit. Dem Eintrag zufolge erfolgte die Freilassung unter Auflagen.

Facebook / Seyri Sokak | Das Video zeigt, wie Ali Erol von Anhängern und Freunden vor dem Gefängnis empfangen wird

Erol war am Freitagmorgen in seiner Wohnung in Ankara, die er sich mit seinem Lebenspartner teilt, verhaftet worden (queer.de berichtete). Er war nur einer von Hunderten Bürgerrechtlern, die nach dem Start der Syrien-Offensive der türkischen Truppen am 20. Januar ("Operation Olivenzweig") in Gewahrsam genommen worden waren.

Erols Vergehen war offenbar, dass er das Schreiben "Nein zum Krieg, Frieden jetzt" des türkischen Ärzteverbandes auf Twitter erwähnt hatte. Kurz vor Erols Freilassung wurde bekannt, dass die Behörden auch elf Mitglieder des Ärzteverbandes nach sieben Tagen in Haft wieder freigelassen haben. Ihnen war "Propaganda für eine Terrororganisation" und "Aufwiegelung des Volks zu Hass und Feindseligkeit" vorgeworfen worden.

Bereits 2016 hatte die Polizei den LGBTI-Aktivisten und Anwalt Levent Piskin in Gewahrsam genommen (queer.de berichtete). Begründung: Er betreibe "Propaganda" gegen das Land. Er wurde zwar drei Tage später wieder auf freien Fuß gesetzt, wird aber nach wie vor mit einer Anklage bedroht. Laut Beobachtern will der Staat mit dieser Taktik Bürgerrechtler zur Aufgabe ihrer Arbeit oder zumindest zur Selbstzensur bewegen.

Erst am Montag hatten über 150 deutschsprachige Wissenschaftler und Kulturschaffende in einem Offenen Brief an den türkischen Botschafter in Deutschland die Freilassung Erols gefordert (queer.de berichtete). Die Festnahme des Aktivisten habe gezeigt, "wie sehr die Rechte der LGBTI* in der Türkei gerade beschnitten werden", hieß es in dem Dokument.

Auch aus der Politik kamen Forderungen nach der Freilassung von Erol, unter anderem von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth. Die Grünenpolitikerin bezeichnete Erol als einen von vielen "politischen Geiseln" der Erdogan-Regierung. (dk)

Heute morgen haben türkische Sicherheitskräfte Ali Erol, den Mitbegründer der größten türkischen LGBTIQ-Organisation…

Posted by Claudia Roth on Freitag, 2. Februar 2018
Facebook / Claudia Roth



#1 Homonklin44Profil
  • 06.02.2018, 14:59hTauroa Point
  • Wenigstens gibt es hin und wieder auch noch die guten Nachrichten. Da könnte die Notiznahme schon einen Einfluss ausgeübt haben. Andererseits weiß man das bei der Willkür, mit der in der Türkei Leute angeschuldigt und festgenommen werden, nicht wirklich.

    ""Aufwiegelung des Volks zu Hass und Feindseligkeit""

    Wenn die das auch auf sich selbst anwenden würden, würden nebst Erdogan wahrscheinlich noch eine Menge Leute sich selbst wegsperren dürfen.
    Denke man an Wahlreden in Deutschland und diverse Hochsensibilitäten des türkischen Staatsoberhaupts.
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#2 Paulus46Anonym
  • 06.02.2018, 16:18h
  • Antwort auf #1 von Homonklin44
  • Das ist zwar erstmal eine gute Nachricht.

    Was ist mit dem Literaturkritiker Emek Erez, Rechtsanwalt Kemal Ulusoy der ebenso am gleichen Wochenende verhaftet wurde sowie Cevahir Canpolat vom alevitischen Kulturverein Pir Sultan Abdal, die ebenso verhaftet wurden ?

    ----> Ich bin mitttlerweile entschieden der Meinung, das die EU die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ABBRECHEN muß. Weitere Verhandlungen verbieten sich mit einem Land, das derart die Menschenrechte missachtet, einen Angriffskrieg in einem Nachbarland wie Syrien gegen eine dortige ethnische eigenständige Bevölkerungsgruppe den Kurden führt, die vorbildlich in den letzten Monaten maßgeblich daran beteiligt gewesen sind, die arabisch-islamistische Terrororganisation "Islamischer Staat" zu besiegen.

    Mit so einem Land kann und darf die EU KEINE Beitrittsverhandlungen führen, wenn die EU nicht selbst massiven Glaubwürdigkeitsverlust erleiden will.

    Im übrigen gestern hat die Niederländische Regierung Ihren Botschafter dauerhaft aus der Türkei abberufen; währenddessen schenkt der sozialdemokratische Aussenminister Gabriel zuhause bei sich dem türkischen Aussenminister Tee ein, worüber sich sicherlich die halbe islamische Welt "kaputt gelacht" haben dürfte, als dieses Bild in die Medien ging.

    Schluss damit, das die deutsche Bundesregierung und insbesondere die deutschen Sozialdemokraten mit Gabriel die Türkei immer noch hofieren. Liegt dies daran, das Gabriels erste Ehefrau ein Deutsch-Türkin gewesen ist oder warum ist Gabriel so eine Art "Schoßhündchen" von Erdogan ????
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#3 PfuiAnonym
  • 06.02.2018, 16:29h
  • Antwort auf #2 von Paulus46
  • "Liegt dies daran, das Gabriels erste Ehefrau ein Deutsch-Türkin gewesen ist oder warum ist Gabriel so eine Art "Schoßhündchen" von Erdogan ????"

    Also primitiver geht's wirklich nicht mehr!
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#4 Homonklin44Profil
  • 06.02.2018, 16:35hTauroa Point
  • Antwort auf #2 von Paulus46
  • ""----> Ich bin mitttlerweile entschieden der Meinung, das die EU die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ABBRECHEN muß. ""

    Da gehe ich heute auch mit, und das, obwohl ich früher mal dafür war, vor den Veränderungen, die mit Erdogan kamen bzw. wieder zunehmen. Da war die Info darüber, dass die Türkei von sich aus nicht mehr an einem möglichen Beitritt fest hielte, wohl mal wieder irreführend.

    Natürlich muss man sich auch für andere willkürlich und über unangemessene Beschuldigungen Verhaftete einsetzen, unabhängig davon, ob die LGBTIQ* vertreten oder nicht. Publik machen, wo es nur geht.

    Die Glaubwürdigkeit lässt sehr zu wünschen über, wenn man hohe Beitrittsbedingungen errichtet, die dann doch vernachlässigt werden, das ist wahr. Haben Länder wie Rumänien all diese Bedingungen erfüllt? Oder ist es egal, wenn man die hinterher nicht länger erfüllt?
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#5 Paulus46Anonym
  • 06.02.2018, 19:54h
  • Antwort auf #4 von Homonklin44
  • ""----> Ich bin mitttlerweile entschieden der Meinung, das die EU die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ABBRECHEN muß. ""

    Da gehe ich heute auch mit, und das, obwohl ich früher mal dafür war, vor den Veränderungen, die mit Erdogan kamen bzw. wieder zunehmen.

    --> Gut so, da sind wir dann wohl der gleichen Meinung.

    ------------
    "Die Glaubwürdigkeit lässt sehr zu wünschen über, wenn man hohe Beitrittsbedingungen errichtet, die dann doch vernachlässigt werden, das ist wahr"

    --> Genauso ist es; die EU kann mit so einem Land nicht Beitrittsgespräche führen, ohne dabei nicht selbst mittlerweile massiven Glaubwürdigkeitsverlust zu erleiden. Da werden doch sämtliche Mindeststandards mittlerweile durch Erdogan und AKP bei Menschenrechten, Demokratie, Trennung der Drei Gewalten Exekutive, Legislative und Judikative, bei den Medien mit Verhaftungen von Journalisten, bei den Oppositionspolitikern mit Massenverhaftungen, durch einen Angriffskrieg auf die Kurden in Nordsyrien gebrochen, das einem als Demokrat und Menschenrechtsaktivist das "Kotzen" kommt, wenn dei deutschen Sozialdemokraten mit Gabriel derart der türkischen Regierung "hinterherkriecht" und die europäischen Sozialdemokraten immer noch nicht bereit sind, die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei abzubrechen.

    Die CDU/CSU und auch die "neue" AfD wollen die Türkei sowieso nicht in die Türkei hineinhaben und Merkel war immer nur für eine "priviliegierte" Mitgliedschaft der Türkei in der EU.

    Linke und Grünen haben ebenso mittlerweile begriffen, "was" in der Türkei "abgeht", wie mies diese Regierung unter Erdogan agiert und sämliche Menschenrechtsstandards unterbietet.

    Es sind vor allem die Sozialdemokraten bei uns in Deutschland und in anderen EU-Mitgliedsstaaten, die weiterhin nicht begreifen wollen, wie die Beitrittsgespräche der EU mit der Türkei mittlerweile der EU selbst MASSIV schaden !!!
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#6 Patroklos
#7 TheDadProfil
  • 06.02.2018, 20:52hHannover
  • Antwort auf #2 von Paulus46
  • "" Liegt dies daran, das Gabriels erste Ehefrau ein Deutsch-Türkin gewesen ist oder warum ist Gabriel so eine Art "Schoßhündchen" von Erdogan ????""..

    Wann entwickelst Du endlich den Anstand diese billigen rassistischen Äußerungen zu unterlassen ?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Patroklos
#9 Paulus46Anonym
  • 06.02.2018, 23:42h
  • Antwort auf #8 von Patroklos
  • Wer hält noch am Beitritt der Türkei in die EU fest ?

    Es ist nur noch die SPD !

    -----

    CDU/CSU wollten noch NIE, das die Türkei in die EU Kommt

    Die AfD ist auch strikt dagegen.

    Die FDP hat mit Kubicki und Lindner bereits im letzten Jahr zu Recht ein Ende der Beitrittsgespräche gefordert

    Die Grünen schwenkten letzes Jahr um, als sie merkten wie massiv AKP und Erdogan Gegen Ihre Partei und GEGEN Cem Özedmir attackierten und AKP Politiker nicht davor zurückschreckten, hier in Deutschland die deutsch-türkische Community gegen die Grünen aufzuwiegeln.

    Die Linken schwenkten dann ebenso um, weil sie miterlebten, wie reihenweise linke Oppositionelle von der türkischen Linken HDP (Halklarn Demokratik Partisi) durch die Polizei in der Türkei verhaftet wurden und im Gefängnis landeten; erinnert sei an die HDP-Politikerin Figen Yüksekda und Selahattin Demirta, die derzeit immer noch im Gefängnis der Türkei einsitzen. Spätestens da hat dann auch die deutsche Linkspartei begriffen, das Beitrittsgespräche der EU mit der Türkei Keinen Sinn mehr machen.

    Die Frage stellt sich also, warum hält die SPD als EINZIGE Partei im Bundestag immer noch an den Beitrittsgesprächen mit der Türkei fest ?

    Was veranlasst einen SPD-Aussenminister wie Gabriel den türkischen Aussenminister zum Tee bei sich einzuladen und ensprechendes Bild in die Medien zu geben ?

    Gabriel musste regelrecht "gezwungen" werden, zumindest die Waffenverkäufe an die Türkei zu beenden; aber auch dort ist man gestern wieder soweit zurückgerudert im Aussenministerium, das man nunmehr erklärt, das bereits abgeschlossene Verträge zu Waffenverkäufen gleichwohl erfüllt werden.

    Die SPD scheitert gnadenlos in ihrer "Appeasementpolitik" und ihrem Schoßhündchenpolitik gegenüber der AKP und Erdogan. Da sind mir derzeit ALLE anderen Parteien im Bundestag lieber, als die SPD die selbst jetzt nicht einsehen will, dass die EU-Beitrittsgespräche abgebrochen gehören, wo die Türkei einen Angriffskrieg gegen die Kurden führt. Stattdessen läßt man über das SPD-geführte Aussenministerium verlautbaren, das die Türkei ein berechtigtes Interesse an der militärischen Aktion in Syrien habe.

    www.welt.de/politik/ausland/article172805011/Syrien-Einsatz-
    Bundesregierung-sieht-legitime-Sicherheitsinteressen-der-Tue
    rkei.html


    Da könnte ich kotzen, wie sich das SPD-geführte Aussenministerium derzeit verhält.
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#10 AFD-WatchAnonym
  • 07.02.2018, 06:04h
  • Antwort auf #9 von Paulus46
  • Wenn du soviel kotzen kannst, warum willst du dann die SPD unbedingt in der Regierung sehen?
    Ach ja, weil es die FDP verbockt und Jamaica geschmissen hat. Nee, das war ja auch wieder der böse Trittin schuld.
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