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Inklusionspädagogik
So geht Aufklärung über LGBTI in der Kita!
Mit der Broschüre "Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben", finanziert vom Berliner Senat, gibt es erstmals in Deutschland eine Handreichung für die frühkindliche Bildung.

"In vielen Kitas gibt es einen Murat, der gerne Prinzessin spielt, eine Alex, die bei lesbischen, schwulen oder transgeschlechtlichen Eltern zu Hause ist, oder einen Ben, der nicht länger Sophie heißen möchte", heißt es im Einführungstext (Bild: EnergieAgentur.NRW / flickr)
- 7. Februar 2018, 06:56h 2 Min.
Im Rahmen der Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" ist die neue Handreichung "Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben – Sexuelle und Geschlechtliche Vielfalt als Themen frühkindlicher Inklusionspädagogik" erschienen.
Das 140-seitige Heft unterstützt Fachkräfte, Teams und Einrichtungen der frühkindlichen Bildung dabei, sich im Rahmen der Inklusionspädagogik mit den Vielfaltsdimensionen Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung zu beschäftigen. Damit liegt erstmals im deutschsprachigen Raum eine derartige Handreichung für den Bereich der frühen Bildung vor.
Information, Praxishilfen und Materialien

Die Handreichung wurde von der Bildungsinitiative Queerformat erarbeitet
Im ersten Teil der Broschüre klären Grundlagentexte wichtige Begriffe und machen deutlich, welche Relevanz die Themen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt schon für die frühkindliche Bildung haben und wie wichtig ein umfassender inklusiver Umgang mit sozialer Vielfalt in der pädagogischen Praxis ist.
Der zweite Teil regt mit Praxishilfen, etwa einer Checkliste und konkreten Handlungsempfehlungen, dazu an, inklusives Handeln in der Kita umzusetzen und zu verankern. Im dritten Teil sind pädagogische Materialien für die Kita-Praxis wie Bilderbücher und weitere Medien zusammengestellt, die Fachkräfte einsetzen können, um mit jungen Kindern über Geschlechter- und Familienvielfalt zu sprechen.
Die Handreichung wurde von der Bildungsinitiative Queerformat erstellt und von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gefördert. "Der Umgang mit Vielfalt und Diversität in der pädagogischen Arbeit ist Anspruch und Herausforderung gleichermaßen", erklärte Staatssekretärin Sigrid Klebba (SPD) in ihrem Vorwort.
Die digitale Fassung der Handreichung steht zum Download auf queerformat.de bereit. Das gedruckte Heft kann kostenfrei beim Berliner Senat per Fax-Formular oder Email an
bestellt werden. (cw/pm)















Im Artikel wird nur leider nicht deutlich, ob das für alle Kitas in Deutschland verbindlich sein wird, oder die Kitas sich es aussuchen können, ob sie dieses Thema in ihren Kindergarten inklusieren.
Wenn sie es sich aussuchen können, wird die Resonanz nicht erfreulich hoch sein, befürchte ich. In Berlin wird es hoffentlich einige interessierte Erzieherteams geben. In Köln hoffentlich auch, wenn es dann in allen Bundesländern angeboten wird. Das ist dann die Frage: wird es für alle Bundesländer verbindlich werden, oder soll jedes Bundesland für sich selbst entscheiden?
Eigentlich sollte die Aufklärung längst selbstverständlich sein :-/
Aber immerhin macht Berlin mal ein Schritt in die richtige Richtung diesbezüglich.