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Einzelkommentar zu:
Wo sind die lesbischen Superheldinnen?


#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 08.02.2018, 20:36h
  • Danke, Hella von Sinnen.
    Ich denke ganz genauso. Als ich wusste, dass ich lesbisch bin, konnte ich nicht anders als so zu sein wie ich bin. Verheimlichen oder verstecken kam für mich gar nicht erst in Frage. Und ich halte es bis heute so.

    Es gibt gelegentlich Leute, die zu mir sagen, es sei einfacher, das lesbisch sein nicht so nach außen zu stülpen. Ich denke, das sagen diejenigen, die Homosexualität entweder als etwas "anderes" betrachten, oder die nicht verstehen, dass es auch extrovertierte Menschen gibt. Vielleicht gibt es manche, die das irgendwie in sich halten können, ohne dass andere etwas bemerken würden. Aber das kann frau ja nicht allen pauschal vorschreiben. Und außerdem gibt es keinen Grund für mich, weshalb ich mich nicht so zeigen sollte wie ich bin.
    Zusätzlich wundere ich mich dann immer, weshalb so eine Äußerung von einer Hetero-Person kommt. Wenn ich mir diese Personen anschaue und mit ihnen ins Gespräch komme, stelle ich fest, dass sie sich selbst ja auch nicht mit ihrer Persönlichkeit zurückhalten - eher im Gegenteil.
    Deshalb frage ich mich dann, weshalb ich mich an etwas halten soll, was diejenigen selbst nicht einhalten, die das aussprechen.
    Was da zumindest zum einen Teil dahintersteckt, ist mir klar: so wäre es für die intoleranten Menschen natürlich einfacher: sie würden es nicht bemerken, nicht sehen, nicht hören.
    Ich lehne das also schon von meiner Einstellung heraus ab. Das ist ja völlig kontraproduktiv und manche würde es sogar krank machen.
    Und ich kann es auch gar nicht. Wenn ich so tun würde als ob, ginge es direkt schief. Ich würde mich völlig unglücklich fühlen. Und dann müsste ich eine Geschichte erfinden, falls jemand nach meiner Privatsphäre fragt? Oder ich bleibe dann einfach stumm?
    Nö, das kommt nicht in Frage.

    Da mein Outing erst spät war, hatte ich sozusagen Glück, dass es in einer Zeit war, als es das AGG schon gab. Ausgesucht habe ich mir diese Zeit allerdings nicht. Es kam einfach in dieser Zeit an die Oberfläche. Hätte genauso auch früher sein können - es war Zufall.
    Ich verstehe allerdings sehr gut, dass es früher schwerer war, sich zu outen und es nicht viele gab, die sich ebenfalls outeten. Oder frau kannte halt keine andere, die sich geoutet hat. Das war dann so ne Art Alleingang. Das ist schade, aber zum Glück hat sich das verbessert, auch politisch hat sich was getan, wenn auch nur sehr langsam.

    Es wäre sehr erfreulich, zu erleben, wie sich noch viele outen werden und wie die Gesellschaft feststellt, dass das keine Selbstdarstellung ist, sondern das Bekennen zu sich selbst in einer Gesellschaft, die Homosexualität, Bisexualität, Trans*, Inter, Queer, immer noch als etwas "negatives" betrachten.
    Ich freue mich, dass ich zu denen gehöre, die ein Zeichen setzen wollen und zu sich selbst stehen, egal was kommt. So bin ich und so bleibe ich.
    Vielleicht denken manche, das könnte ein Nachteil werden, oder das sei schwierig. Tja, egal für was frau sich entscheidet - schwierig ist es immer. Ich entschied mich für das, was ich bin. Und das ist das beste, was ich tun kann. So bin ich authentisch und so kann ich überzeugen.

    Euch wünsche ich viel Erfolg beim Finden der Superheldinnen :-) Wäre toll, wenn ihr viele findet.

    Und danke für eure große Leistung in der Vergangenheit. Gerade diejenigen, die in der Öffentlichkeit stehen, waren meine Vorbilder.
    An erster Stelle war das Hella von Sinnen und auch Dirk Bach.

    ..."what we are needs no excuses"
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