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Kommentare zu:
Wie homophob sind Berlins muslimische Gemeinden?


#31 ursus
  • 09.02.2018, 21:00h
  • Antwort auf #30 von Awhan
  • das ist einer der momente, wo sich das kommentare-lesen lohnt.

    vielleicht muss die community erst noch lernen, dass der ansatz der "intersektionalität" nicht nur in klugen akademischen artikeln mitgedacht und eingefordert, sondern vor allem auch real politisch mitGESTALTET werden muss.

    in dieser hinsicht: danke für deine anregungen!
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#32 TheDadProfil
  • 09.02.2018, 21:40hHannover
  • Antwort auf #14 von goddamn liberal
  • Hier waren nicht nur die Vertreter des "Islam" angesprochen, sondern auch die Kleriker des "Christentums" und des Judaismus..

    Das "Konzept" "Sünde" ist der Grundpfeiler dieser Sprache die versucht die Deutungshoheit auf die Gesellschaft zu übertragen, und deshalb muß das ja auch unbedingt beibehalten werden..
    Aus deren Sicht..

    Gesellschaft kann sich das aber nicht bieten lassen..
    Selbst dann nicht wenn die eine oder andere "Religion" die Idee aufbietet die Gesellschaft in dem einem oder anderem Staat sei angeblich irgendwie vollständig von ihr durchdrungen, denn die Menschenrechte stehen über der "Religion" und die gilt es dann auch für diese "religiösen Menschen" notfalls gegen deren Willen durchzusetzen..

    ""Mehrheitsgesellschaft""..

    So etwas wie eine ""Mehrheitsgesellschaft"" ist schlicht inexistent !

    Allein in der BRD basteln sich neben der RKK und den Alt-Katholiken ein Dutzend Orthodoxe und über 200 zugelassene "evangelische Strömungen", sämtlich in sich Minderheiten, aus ihren vermeintlich gemeinsamen Particular-Interessen so etwas wie eine "Vorherrschaft des Christentums" zusammen um ihrem Alleinvertretungsanspruch überhaupt formulieren zu können..
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#33 TheDadProfil
  • 09.02.2018, 21:50hHannover
  • Antwort auf #16 von Patriarchin
  • ""Das Problem bei deiner Argumentation zu dem Thema ist, dass wenn man sich an den Erkenntnisse der aktuellen Hirnforschung orientiert, keine einzige menschliche Handlung irgendwie frei ist, sondern wir nur einer Illusion der Entscheidung unterliegen.""..

    Dazu muß man nicht "die aktuelle Hirnforschung" bemühen..

    Es genügt zu verstehen daß Entscheidungen von den Erfahrungen beeinflußt sind, und diese Erfahrungen basieren dann auch auf der Erziehung..

    Nun kann man sich aber Kraft eigenen Willens auch von den Erfahrungen dieser Erziehung, und damit auch von den Einflüßen der "Religion" befreien..
    Vor allem indem man anfängt selbst zu denken..

    ""Also wäre dann auch Hass und Homophobie keine freie Entscheidung.""..

    Das stimmt auch..
    Es ist aber eine freie Entscheidung dann trotz der Erfahrungen und der Erziehung NICHT zu hassen und NICHT Homophob zu sein..
    Nicht den Erwartungen seiner Umgebung zu folgen..
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#34 TheDadProfil
  • 09.02.2018, 21:52hHannover
  • Antwort auf #19 von Gerlinde24
  • ""Darum gibt es im Islam auch so viele Schrankschwule, die heiraten, und heimlich ihre Homosexualität ausleben, was sie in dauerndem Konflikt mit sich, dem Glauben und Familie bringt, sollte das rauskommen.""..

    Ich halte den Anteil an Schrankschwestern unter "Muslimen" für nicht wirklich signifikant höher als er bislang unter "Katholiken" war..

    Entscheidend für dieses "Schrankschwesterntum" ist hier vor allem die Sozialisation und der Wohnort..
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#35 TheDadProfil
  • 09.02.2018, 21:56hHannover
  • Antwort auf #25 von Patriarchin
  • ""Die haben ja meist viele Söhne, ähnlich wie christliche Fanatiker in den USA und da ist es dann egal, wenn einer ausgestoßen oder hingerichtet wird.""..

    Ich wüßte nicht welche Parameter dafür verantwortlich sein sollten die genetische Vielfalt der Nachkommen durch die "Religion" beeinflussbar zu machen ?

    Weißt Du mehr davon ?
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#36 PatriarchinEhemaliges Profil
  • 09.02.2018, 22:19h
  • Antwort auf #33 von TheDad
  • In wie fern beeinflusst Erziehung Erfahrungen? Erlebt man nicht Begebenheiten und macht Erfahrungen unabhängig von Erziehung?

    Erziehung spielt eher bei der persönlichen Interpretation und Deutung der Erfahrung eine Rolle.

    Wie man sich bei einem determinierten Gehirn befreien soll und selbst denken, leuchtet mir nicht ein, vor allem weil das Denken ja immer nur aus Erfahrungen und Interpretationen besteht.

    Des weiteren sehe ich z.B. für mich Hass als einen zentralen Bestandteil meiner Gefühlswelt und er war auch schon immer da. Von der Wut als kleines Kind auf andere Kinder, Eltern, Tiere. Alles was sich geändert hat ist das ich heute eine bessere Impulskontrolle habe, und Hass nicht sofort nachgehe.
    Anerzogen hat man mir ihn wohl kaum, eher aberzogen ihm sofort nachzugehen.

    Ich meine, wenn man hier dann liest das jemand einen Anschlag auf ein queeres Zentrum gemacht hat, bekommt ihr dann keinen Hass? Wenn doch, ist euch dieser Hass dann anerzogen? Ich würde eher sagen, es ist das selbe Hass den eine Mutter verspürt, wenn z.B ein Hund versucht das eigene Kind anzugreifen. Verteidigung der eigenen Gruppe.

    Deshalb bin ich nicht so optimistisch, was Islamisten angeht, ich vermute viel tiefere Mechanismen, als einfach nur die Religion die für diesen Hass verantwortlich sind, z.B. Verteidigung des Familiensystems und damit verbunden die Angst, auszusterben/Familien zu zerstören. Das sagen sie ja auch selbst.

    Und da sehe ich eher das Problem, dass Homosexuelle nicht(mehr) in das religiöse undkKulturelle Bild des Orients integriert sind. Man muss die Leute halt irgendwie legitimieren, ob nun wie bei uns das mit Wissenschaft und Wirtschaftsvorteil versucht wird, mit Philosophie, Religion oder wie auch immer.
    Das Problem ist halt, die sind in der Machtposition und wollen/müssen überzeugt werden, warum sie überhaupt ihre Meinung/Glaube/Philosophie/Tradition verändern sollten. Warum müssen sie das, was haben sie davon?
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#37 goddamn liberalAnonym
  • 10.02.2018, 00:15h
  • Antwort auf #32 von TheDad
  • "So etwas wie eine ""Mehrheitsgesellschaft"" ist schlicht inexistent !"

    Die MitgliederInnen von EKD und RKK bilden zusammen eine Mehrheit. Das sit schlichtweg eine Frage der Statistik.

    Genauso ist eine Frage der Statistik, dass die Mehrheit der 'Muslime' nicht in Moscheegemeinden etc. organisiert ist.
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#38 LorenProfil
  • 10.02.2018, 00:56hGreifswald
  • Antwort auf #37 von goddamn liberal
  • Ein offenbar kluger Philosophiestudent hat heute in der hiesigen Lokalzeitung empfohlen, Kant zu lesen. In der Tat. Ich ziehe den Kategorischen Imperativ jeder Statistik vor und wünsche mir, dass Mehrheit und Minderheiten eigenes Handeln entsprechend prüfen und jedes Individuum sowieso.
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#39 LarsAnonym
  • 10.02.2018, 01:28h
  • Antwort auf #36 von Patriarchin
  • Ich denke, Menschen wollen ihre Identität erhalten. Zur Identität kann die Anbindung an eine Tradition gehören, an die Familie aber auch an die Religion.

    Ich denke, man bringt Menschen zu recht in eine schwierige Lage, wenn man sie dazu zwingen will, die eigene Identität aufzugeben (z.B. Wenn man von welcher Seite auch immer postuliert, dass Glaube und Homosexualität nicht vereinbar seien) oder Identität nach den eigenen Wünschen oder Mustern zu ändern (also nur die im "Westen" gefundenen Verhaltensmuster sollen gelten).

    Abgesehen davon, dass die islamische Religion eine sehr klare Dichotomie der Geschlechter betont, erscheint mir der tatsächliche Kontakt innerhalb der Geschlechter (unabhängig von der Orientierung) in modernen muslimisch geprägten Gesellschaften oft sehr viel weicher, direkter und herzlich, aber auch in gewollter Weise vieldeutig.

    Das kann auch ein Vorteil sein gegenüber der westlichen Tendenz, seine Identität mit immer mehr Buchstaben innerhalb des LGBTIQTT*-Spetrums genau zu bestimmen.

    Ich denke, beide Seiten können also etwas von dem Austausch haben, in dem sie die eigene Identität nicht aufgeben müssen, aber neu entdecken oder aus einem anderen Blickwinkel entspannter betrachten können.
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#40 goddamn liberalAnonym
  • 10.02.2018, 08:14h
  • Antwort auf #38 von Loren
  • Kant ist gut, obwohl sich auch Eichmann in Jerusalem auf ihn berief.

    "und wünsche mir, dass Mehrheit und Minderheiten eigenes Handeln entsprechend prüfen und jedes Individuum sowieso."

    Ja, der gute alte Universalismus.

    Den akzeptieren die einen nur, wenn er von ihrem Allah kommt und für die 'Identitären' ist er ein Angriff auf ihre völkische Identität, die keine ist.

    Aber Wünschen dürfen wir ja trotzdem.
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