Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?30628

Kirchliches Arbeitsrecht

Beliebte Erzieherin muss gehen – weil sie eine Frau heiratet

Der katholische Kindergarten in Kleinschwarzenlohe will Lisa Nicklas nur dann weiterbeschäftigen, wenn sie ihre Hochzeit mit ihrer langjährigen Partnerin Julia Feißner abbläst.


Im katholischen Kindergarten in Kleinschwarzenlohe, einem 2.000-Einwohner-Dorf in der Nähe von Nürnberg, sind verheiratete Lesben und Schwule als Erzieher unerwünscht

Der katholische Kindergarten im Kinderhaus Kleinschwarzenlohe will den befristeten Arbeitsvertrag mit der Erzieherin Lisa Nicklas nicht verlängern, nachdem sie angekündigt hatte, ihre langjährige Lebenspartnerin Julia Feißner zu heiraten. Dies berichtete am Samstag das "Schwabacher Tagblatt".

Im Namen der katholischen Kirchenstiftung Kornburg, der Trägerin des Kindergartens, habe ihr Pfarrer Franjo Skok zu verstehen gegeben, dass er ihr zwar ein sehr gutes Arbeitszeugnis schreiben werde, eine Vertragsverlängerung im Falle einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit jedoch nicht in Frage komme, berichtete Nicklas. Von der Regionalzeitung wird die 31-Jährige als "liebevolle und geschätzte Erzieherin" beschrieben.

Ihre Lebensgefährtin Julia Felßner kritisierte das Verhalten der katholischen Kirche als scheinheilig: "Wenn wir heimlich heiraten würden, wäre es aus Sicht der Kirche in Ordnung. Weil wir aber öffentlich zu unserer Liebe stehen, muss sich Lisa nun einen neuen Job suchen. Das ist ungerecht", erklärte die Hockey-Bundesligaspielerin gegenüber dem "Schwabacher Tagblatt". Nicklas selbst meinte: "Das nehme ich persönlich und das kränkt mich."

Kirchen dürfen legal diskriminieren

Die arbeitsrechtlichen Regelungen für Mitarbeiter der Kirchen und kirchennaher Organisationen unterscheiden sich in Deutschland erheblich von den für sonstige Arbeitnehmer geltenden Bestimmungen. So können sich die Beschäftigten, von denen eine Übereinstimmung mit den Glaubens- und Moralvorstellungen erwartet wird, zum Beispiel nicht auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz berufen. 2015 liberalisierte die katholische Kirche zwar ihr Arbeitsrecht, beharrt aber weiterhin auf ihrem Recht, Schwule und Lesben allein aufgrund ihrer sexuellen Orientierung feuern zu dürfen (queer.de berichtete).

Das Bundesverfassungsgericht hatte 2014 mit den Ausnahmeregelungen kein Problem: Damals entschied Karlsruhe, dass die katholische Kirche "Sündern" – in diesem Fall einem Chefarzt, der erneut geheiratet hatte – kündigen darf, auch wenn ihre Arbeit mit staatlichen Geldern finanziert wird (queer.de berichtete). Derzeit prüft der Europäische Gerichtshof, ob die Kirchen in Deutschland weiter auf ihrem Sonderarbeitsrecht bestehen dürfen (queer.de berichtete). (mize)



#1 mmmmAnonym
#2 Danny387Profil
  • 10.02.2018, 10:40hMannheim
  • Merken die Kirchen überhaupt nicht, wie sehr sie sich mit solchen Aktionen selbst schaden?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 KetzerAnonym
#4 RobinAnonym
  • 10.02.2018, 11:55h
  • Es ist und bleibt ein Skandal, dass das von Union und SPD in der vorletzten GroKo (2005-2009) ein angebliches Anti-Diskriminierungs-Gesetz erlassen haben (wofür die SPD sich noch heute feiert), das Kirchen explizit die Diskriminierung erlaubt.

    Dieses Gesetz hat seinen Namen nicht verdient und ist die Pervertierung dessen, was ein Anti-Diskriminierungs-Gesetz eigentlich erreichen soll.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 HeidiAnonym
  • 10.02.2018, 11:59h
  • Steinzeitansichten.
    Erzieherinnen sind gesuchte Fachkräfte.
    ErhobeneN Hauptes gehen, was neue suchen und die Hochzeit genießen.
    Alles Liebe dem Brautpaar!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 don2018Anonym
  • 10.02.2018, 12:02h
  • liebe Lisa,
    Kopf hoch; vergiss diesen homophoben Verein; diese Bibelableser; sie landen sowieso im Fegefeuer...
    ...viel Glück und Erfolg bei deiner Suche;
    der EUGH wird hoffentlich richtig urteilen !
    ALLES GUTE
  • Antworten » | Direktlink »
#7 stephan
  • 10.02.2018, 12:11h
  • Antwort auf #2 von Danny387
  • In der Tat glaube ich, dass die röm.-kath. Kirche tatsächlich nicht sieht, wie sehr ihre Homophobie und ihr Diskriminierungswille ihr selbst schadet. Die Leitungsebene der röm.-kath. Kirche lebt nach meiner Meinung in einer eigentümlichen Blase, in der sie zwar manches am Rande mitbekommt, aber dennoch als nicht zentral ansieht. und sich nur mit ihresgleichen beschäftigt. Kritische Stimme werden stets als kirchenfeindlich abgetan ...

    Als ich vor Jahren aus der RKK austrat, habe auch ich nicht auf das Schreiben des Pfarrers reagiert, worin er nach den Gründen fragte. Ich hätte auflisten können, was alles mich an der Sekte abstößt, wollte mich damit aber nicht länger beschäftigen und darüber ärgern, zumal mir in dem Schreiben implizit unterstellt wurde, mein Austritt sei vermutlich - wie bei vielen und wie man aus der Presse erfahre - nur aus Gründen der Steuerersparnis. Da war es mir dann echt zu blöd, mich hinzusetzen und der RKK Nachhilfe zu erteilen ...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
#9 Julian SAnonym
  • 10.02.2018, 12:35h
  • Das ist ja nicht das erste mal:
    von den zahlreichen anderen Fällen wurde ja vor ein paar Jahren der bekannt, wo eine lesbische Putzfrau aus einem "katholischen" Kindergarten entlassen wurde.

    Und es trifft auch nicht nur LGBTI. Es wurde ja auch ein Fall ziemlich bekannt, wo in einem Düsseldorfer "katholischen" Krankenhaus ein Chefarzt entlassen wurde, weil er sich hat scheiden lassen und neu geheiratet hat.

    Bei all diesen Fällen, egal ob Kindergärten, Grundschulen, Krankenhäuser, o.ä. gibt die Kirche nur ihren Namen, um sich als barmherzig hinstellen zu können. Aber bezahlen dafür tut nicht etwa der milliardenschwere Konzern Katholische Kirche, sondern der Steuerzahler.

    Dennoch maßt die Kirche sich an, die Regeln zu diktieren und meint, sie stünde über dem Gesetz. Und dank Union und SPD kann sie das auch legal tun und man hat keinerlei Handhabe gegen dieses Verhalten.

    Das hat mit einem demokratischen Rechtsstaat nichts zu tun, sondern zeigt, dass Deutschland ein Gottesstaat ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 panzernashorn
  • 10.02.2018, 12:44h
  • Jeder "normale" Arbeitgeber gratuliert einem Mitarbeiter zur Hochzeit - lediglich bei der Obersekte "Kirche" wird er aufgrund dessen entlassen.

    Auf ein solches Hochzeitsgeschenk kann ein vernünftig denkender Mensch gerne verzichten.
    Ich hoffe sehr, dass die betreffende Erzieherin einen menschlichen und anständigen Arbeitgeber findet anstatt dieser gewissenlosen Verbrecher.

    Herzliche Glückwünsche zur Hochzeit!
  • Antworten » | Direktlink »