Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?30641

Gegenrede

So cool reagiert Jens Spahn auf homophoben Troll

Als der schwule CDU-Politiker am Montag in seiner Facebook-Live-Sendung als pädophiler "Hinterlader" beleidigt wurde, stellte er den User zur Rede.


Jens Spahn ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium wird als möglicher CDU-Minister in der neuen Großen Koalition gehandelt (Bild: Maximilian König)

In seiner jüngsten Facebook-Live-Sendung musste der offen schwule CDU-Politiker Jens Spahn am Montag die Erfahrung machen, dass Homophobie in Deutschland kein ausschließlich muslimisches Problem ist. User Rüdiger Kowalski kommentierte seinen 13-minütigen Vortrag zum Koalitionsvertrag mit den Worten: "Mit kleinen Kindern kennt ihr Hinterlader euch in den Parteien gut aus."

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium reagierte auf die üble Beschimpfung ausgesprochen cool. Er las den Hasskommentar laut vor und meinte: "Das ist jetzt eine besondere Form der Beleidigung, aber das lassen wir mal weg." Mit ruhiger Stimme erklärte der CDU-Abgeordnete weiter: "Freuen Sie sich doch, dass jemand wie ich sagt, ich möchte Familien unterstützen."

- Werbung - Video (60s): KLM – Wir sind eine Airline

"Weniger das Trennende suchen"

Jens Spahn sprach den homophoben Facebook-Troll zudem direkt an: "Anstatt dumme Sprüche zu machen, könnten Sie doch einfach sagen: 'Schön, dass wir gemeinsam Familien unterstützen wollen'." Außerdem riet er ihm, "weniger das Trennende zu suchen" und zu sehen, "wo wir gemeinsam etwas Schönes vorhaben für dieses Land".

Für die coole Reaktion auf den Hass-Post erhielt der 37-Jährige von den Live-Zuschauern Dutzende Likes. Auch auf Twitter wurde er für seine "Counterspeech" gelobt.

Twitter / c_netz

Jens Spahn ist der wohl mächtigste offen schwule Politiker in Deutschland. Obwohl er sich in der Union frühzeitig für die Ehe für alle einsetzte, hat er in der queeren Community einen schweren Stand. Mehrfach hatte der Staatssekretär aus dem Münsterland etwa LGBTI-Aktivisten aufgefordert, auch Gegnern einer Gleichstellung mit "Respekt" zu begegnen – er empfahl "beiden Seiten, mal abzurüsten" (queer.de berichtete). Der Lesben- und Schwulenverband kritisierte im vergangenen Jahr, dass Spahn Homophobie als allein muslimisches Problem ansehe und alle anderen Formen des Homo-Hasses ausblende (queer.de berichtete). (mize)



#1 FeiglingAnonym
  • 13.02.2018, 09:05h
  • Ich finde die Reaktion von Spahn nicht cool, sondern gefährlich verharmlosend und feige.

    Das homophobe Posting war übelster Schwulenhass und unterstellt allen Schwulen pauschal, dass sie wie katholische Priester Kinder vergewaltigen. Sehr viel schlimmer geht es kaum noch.

    Spahn, ganz in seiner Tradition als Oberanpasser und von allen Geliebt-werden-Wollender, reagiert auf diese difffamierende Unterstellung so, als ob der Troll ihm gesagt hätte: "Hey, ich finde deine blöde Brille macht dein Gesicht noch hässlicher."

    Spahn hat mit seiner unangemessen weichen Reaktion einmal mehr gezeigt, dass man es mit Schwulen wie ihm machen kann und dass auch aggressive Schwulenhasser von ihm keinen Gegenwind zu erwarten haben, sondern höchstens ein wimmerndes: "Mimimimimi, aber guck doch mal, wie lieb ich sonst zu euch bin." Spahns Reaktion ist einfach nur widerlich.

    Spahn hat nicht cool reagiert, sondern strunzdumm und feige. Spahn hat einmal mehr der schwulen Community geschadet.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LaurentEhemaliges Profil
  • 13.02.2018, 09:08h
  • "Obwohl er sich in der Union frühzeitig für die Ehe für alle einsetzte, hat er in der queeren Comunity einen schweren Stand.
    Mehrfach hatte (')der Staatssekretär aus dem Münsterland(') etwa LGBTI-Aktivisten aufgefordert, auch Gegnern einer Gleichstellung mit 'Respekt' zu begegnen und er empfahl 'beiden Seiten, mal abzurüsten'."

    (Er) reagierte auf die üble Beschimpfung ausgesprochen cool."

    Danke, Jens Spahn, für Tugenden wie Besonnenheit, Umsicht, Beharrlichkeit, Weitsicht, Besänftigung und Disziplin...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Michael1200Anonym
  • 13.02.2018, 09:19h
  • Antwort auf #1 von Feigling
  • Hmm.... "... Wie katholosche Priester..."? Das ist vermutlich keine pauschale Verurteilung, oder? Keine Angst: Ich bin weder Mitglied in dem Verein, noch will ich das, was da an schlimmen Dingen passiert, irgendwie schönreden. Aber ein wenig differenziertere Argumente würden uns manchmal ganz gut zu Gesicht stehen, wenn wir uns gegen üble Vorurteile verteidigen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FeiglingAnonym
#5 MarcAnonym
  • 13.02.2018, 09:27h
  • Antwort auf #1 von Feigling
  • Stimme dir da voll und ganz zu. Unter einer "coolen" Reaktion verstehe ich etwas anderes. Er hat sich diese unfassbare Beleidigung demütig bieten lassen und noch - in unser aller Namen ("jemand wie ich") - geradezu um Wohlwollen gebettelt. Finde das eher peinlich als cool.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 felix_4uAnonym
  • 13.02.2018, 09:28h
  • Bei Rüdiger Kowalski, dem zitierten homo-feindlichen Facebook-User, handelt es sich um einen Anhänger der Identitären Bewegung, der sich bei Facebook mit einem Profilbild als "Stabiler Deutscher" präsentiert. Ihn als "Troll" zu bezeichnen wirkt auf mich verharmlosend.

    So gesehen hat auch Jens Spahn es verpasst, dass er - sonst nicht um klare Worte verlegen - einen Hetzer in die Schranken zu weisen.
    Es bleibt noch viel an Aufklärungsarbeit zu tun, um auf Neonazis, AfD-Femonationalistinnen wie Weidel oder Geschichts-Revisionisten wie Bernd Höcke bei deren Hetze gegenüber Minderheiten nicht sprachlos zu bleiben, sondern ihre Angriffe auch inhaltlich zu kontern.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 stephan
  • 13.02.2018, 09:36h
  • Ruhe behalten und besonnen reagieren sind sicherlich wertvolle Tugenden. Bei derart krassen Beleidigungen allerdings muss man auch die Möglichkeiten des Strafrechts nutzen. Und ganz gewiss hätte ich dem Schreiber nicht geantwortet, sondern mich an die anderen Zuschauer gewandt. Wer solche Beleidigungen auf sich beruhen lässt, macht sich selber klein!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Patroklos
#9 TimonAnonym
  • 13.02.2018, 09:54h
  • Richtige Reaktion.

    Allerdings sollte man diesen Proleten dennoch anzeigen. Denn wenn er das schon bei einem Politiker macht, wird er das erst recht bei Leuten machen, die sich nicht wehren können und/ oder die das mehr berührt.

    Außerdem werden aus solchen Worten auch schnell Taten. Man sollte diesen Wahnsinnigen also rechtzeitig stoppen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 goddamn liberalAnonym
  • 13.02.2018, 09:58h
  • Antwort auf #6 von felix_4u
  • "Bei Rüdiger Kowalski, dem zitierten homo-feindlichen Facebook-User, handelt es sich um einen Anhänger der Identitären Bewegung, der sich bei Facebook mit einem Profilbild als "Stabiler Deutscher" präsentiert."

    Danke für die Info.

    Allzu stabil ist die 'deutsche Identität' (was immer das sei) dann aber auch wieder nicht. Er muss sich auch wegen seines polnischen Nachnamens ihrer durch Hass gegen andere immer wieder selbst versichern.

    In der AFD kein Einzelfall. Da wimmelt es von rumänischen Waisenkindern, Tschechen, Polen, Russlanddeutschen, Südtirolern etc. etc.

    Auch das ist wieder eine Parallele zu Adolf aus dem Waldviertel oder dem ethnischen Letten Alfred Rosenberg als deutschtümelndem Chefideologen des NS.
  • Antworten » | Direktlink »