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Rapid Wien in Erklärungsnot

Grassierende Homophobie bei Wiener Fußballfans

Zum zweiten Mal in zwei Wochen fallen die Fans des österreichischen Spitzenclubs Rapid Wien mit Homophobie auf.


Am Sonntag zeigten sich die Gästefans von Rapid mit einem großen homophoben Transparent (Bild: Twitter / @MissTantschi)

Fans des österreichischen Spitzenclubs Rapid Wien sorgen bereits seit längerem mit homosexuellenfeindlichen Ausbrüchen für Aufregung – an diesem Sonntag erreichten die Provokationen mit einem Transparent einen neuen Höhepunkt. Fans des Drittplatzierten der Tipico-Bundesliga zeigten im Derby bei Admira Wacker Wien ein Plakat mit der Aufschrift: "Dem Woamen platzt a Wimmerl auf und ihr machts an Skandal daraus" (Dem Warmen [Schwulen] platzt ein Pickel auf und ihr macht daraus einen Skandal).

Rapid-Geschäftsführer Christoph Reschek verurteilte das Transparent: "Wir lehnen so eine Wortwahl eindeutig ab, der Verein bedauert das Transparent. Jegliche homophobe Anspielungen sind mit dem Leitbild des SK Rapid nicht vereinbar."

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"Schwuler, schwuler FAK"

Rapid ist ein Wiederholungstäter beim Thema Homophobie – immer wieder wurden homosexuellenfeindliche Fangesänge beklagt. Erst im Heimspiel eine Woche zuvor gegen den Lokalkonkurrenten FK Austria Wien (FAK) war es zu homophoben Ausbrüchen gekommen. So wurden das gegnerische Team auf einem Transparent als "Schwuler FAK" diffamiert. Dazu sangen die Fans "Schwuler, schwuler FAK".

Twitter / MichaelBonvalot

In der aggressiven Stimmung waren bei dem Spiel am 4. Februar auch Gegenstände auf das Spielfeld geworfen worden. Dabei wurde Raphael Holzhauser verletzt – der Austria-Mittelfeldspieler musste wegen einer kleinen blutenden Platzwunde behandelt werden. Auf Holzhauser bezog sich offenbar das homophobe Transparent der Rapid-Fans an diesem Wochenende.

Vergangene Woche protestierte auch die Fanvereinigung "Fußballfans gegen Homophobie Österreich" dagegen, dass die Wiener Fans mit Homosexuellenhass für Stimmung sorgen: "Wir glauben nicht, dass jede Person, die im Stadion bei 'Schwuuuuler…' mit schreit, Homosexuelle aktiv diskriminieren will. Wir denken, dass es für dieses Thema noch viel zu wenig Bewusstsein gibt, dass vielen Fans nicht bewusst ist, welche Folgen diese homophobe Stimmung für Betroffene haben kann", erklärte der Verband auf Facebook. Außerdem wurde kritisiert, dass "im ORF und anderen Medien kein Wort über diskriminierende Fangesänge" gefallen sei.

Für die gewalttätigen Ausschreitungen vom 4. Februar ist Rapid Wien am Montag mit einer Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro und einem Teilausschluss der Fans bei einem kommenden Heimspiel bestraft worden. Der Verein will gegen dieses Urteil in Berufung gehen. Noch ist unklar, ob gegen den Verein ein Verfahren wegen des neuen homophoben Transparents eingeleitet wird. (dk)



#1 felix_4uAnonym
  • 13.02.2018, 14:53h
  • Wieso hört man so wenig von Maßnahmen gegen Homo- und Transphobie aus Österreich? 2013 stellte die von der Wiener Antidiskriminierungsstelle durchgeführte Untersuchung an österreichischen Schulen fest, wie stark homophobe Stereotype die Sprache und Geisteshaltung von Kindern und Jugendlichen prägen. Ein zartes Pflänzchen wie die Hosi gibt es zwar und Ende 2017 wurde durch ein Urteil des Verfassungsgerichts entschieden, dass es bis 2019 die Ehe für alle geben muss.

    Aber wo sind die unterstützenden Maßnahmen und Ressourcen, die der österreichische Staat und die Mehrheits-Zivilgesellschaft vergleichbar wie in Deutschland für erfolgreiche Projekte wie SCHLAU oder dem Antidiskriminierungsnetzwerk Schule der Vielfalt zur Verfügung stellt?

    Stattdessen waren es gerade Internetseiten und infame Netzwerk-Trolle aus Österreich, die immer wieder im deutschsprachigen Raum durch Hetze, Verbreitung von Lügen und Ressentiments gegenüber Menschen und Vereinen der LSBTIQ-Community auffallen.

    Auch wenn in Deutschland noch Vieles in Bezug auf Homo- und Transfeindlichkeit im Argen liegt (z.B. AfD oder Evangelikale in BaWü und anderswo...), so sitzt die LSBTIQ-Menschenfeindlichkeit in vielen Teilen Österreichs offenbar noch viel tiefer. Als 2.Nachfolge-Staat des NS-Regimes wurde nach 1945 offenbar nicht ernsthaft aufgearbeitet.

    Lieber hat man sich gerne und fälschlicherweise als erstes Opfer von Hitler-Deutschland inszeniert, ohne dabei ernsthaft die Frage zu beantworten, wie die österreichische Gesellschaft das Monster Hitler hervorbrachte; geschweige denn ist und war man bereit, etwas dagegen zukunftsorientiert zu tun. Die Freiheitlichen um Strache, Hofer und früher Haider lassen grüßen.
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#2 RobinAnonym
  • 13.02.2018, 16:09h
  • Wenn der Fußball sich nicht endlich ganz glasklar und mit aller Konsequenz (inkl. Stadionverboten, Geldstrafen, Punktentzug entsprechender Mannschaften, etc.) von Rassismus, Sexismus, Homo- und Transphobie distanziert, muss man davon ausgehen, dass Fußball eben ein rassistischer, homo- und transphober Sport ist. Dann sollte es aber auch keine öffentliche Förderung, keine Berichterstattung, Übertragungen, etc. mehr geben.
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