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Kommentare zu:
Lob und Tadel für Thüringer Landesprogramm gegen LGBTI-Diskriminierung


#1 falsches SignalAnonym
  • 14.02.2018, 08:00h
  • Zum Thema 'Übergriffe gegen LSBTIQ*-Geflüchtete" (seitens ebenfalls Geflüchteter) sagt das Programm übrigens:

    "Die Bereitstellung besonderer Schutzräume für von Gewalt betroffene Geflüchtete
    innerhalb derselben Einrichtung wird dem Opferschutz nicht ausreichend gerecht.
    Stattdessen sollte eine sofortige räumliche Trennung von Täter_innen und Opfern
    stattfinden und eine anderweitige für die Täter_innen und ihr Umfeld nicht bekannte
    Unterkunft gefunden werden."

    Es sollen also die Betroffenen der Übergriffe aus der Unterkunft entfernt werden - und nicht etwa die Täter.

    Ich halte das für ein falsches Signal. Denn dieses Vorgehen impliziert, dass Gewalt gegen LSBTIQ*-Personen für die Täter folgenlos bleibt.
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#2 TheDadProfil
#3 falsches SignalAnonym
#4 TheDadProfil
  • 15.02.2018, 10:56hHannover
  • Antwort auf #3 von falsches Signal
  • Ganz einfach..

    Du bist dagegen Opfer aus der gewalttätigen Situation herauszunehmen..
    Mithin die Verweigerung des sofortigen Schutzes gegen weitere Übergriffe..

    Das "Problem" das sich hier stellt ist die Tatsache eine andere Unterkunft für Opfer "bereithalten" zu können, das tun wir z.B. in unserem Sozialsystem auch mit Frauenhäusern und Wohngemeinschaften die sich an Kinder&Jugendliche mit Gewalterfahrungen wenden, es aber gar keine Struktur dazu gibt, andere Unterkünfte für Gewalttätige Menschen die übergriffig geworden sind vorhalten..

    Und um es gleich zu schreiben..
    Weder U-Haft noch Gefängnis allgemein sind solche Orte, denn die Grenzen ab wann U-Haft angeordnet wird werden durch unabhängige Richter im Einzelfall entschieden, und nicht als
    "pauschales Angebot im Vorwege"
    ins Sozialsystem installiert !

    Einem Platzverweis oder ähnlichem steht die Wohnort-Auflage des Asylbewerber-Leistungsgesetzes entgegen..
    Die dürfen sich nirgendwo anders aufhalten..

    Genau deshalb werden dann die Opfer aus der Situation herausgeholt, und nicht die Täter..
    Denn hier gibt es zwischenzeitlich zusätzliche Angebote zur Unterkunft, und wünschenswert wäre hier dann, daß sich gefährdete Menschen dazu entscheiden mit offenen Karten zu spielen, und solche Angebote der anderen Unterkunft erhalten BEVOR es zu Übergriffen kommt..
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#5 falsches SignalAnonym
  • 15.02.2018, 12:14h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • "Du bist dagegen Opfer aus der gewalttätigen Situation herauszunehmen..
    Mithin die Verweigerung des sofortigen Schutzes gegen weitere Übergriffe.."

    Letzteres ist eine Unterstellung.

    Wenn es (rein logistisch) möglich ist, bei Gefahr im Verzug ein Gewaltopfer unverzüglich aus der Gefahrenzone zu bringen - dann muss es doch ebenso möglich sein, stattdessen unverzüglich den Täter aus dem Verkehr zu ziehen. Dass das (z.B.) aufgrund von Wohnsitzauflagen nicht möglich sein soll, halte ich für ein schwaches Argument.

    "es aber gar keine Struktur dazu gibt, andere Unterkünfte für Gewalttätige Menschen die übergriffig geworden sind vorhalten".

    Genau das ist das Problem.

    Personen, die hier Schutz suchen, aber bereits während ihres Asylverfahrens gewalttätig werden, sollten m.E. ernste Konsequenzen zu befürchten haben - auch in Bezug auf die Chancen ihres Asylverfahrens. Meiner persönlichen Ansicht nach gehören sie auf möglichst schnellem Wege in Gewahrsam bzw. in Haft - mit konkreter Perspektive von Ausweisung bzw. Abschiebung. Natürlich innerhalb des rechtsstaatlichen Rahmens; wobei es durchaus diskutabel sein sollte, die rechtlichen Vorgaben bzw. die Anwendung dieser Vorgaben zu modifizieren.
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#6 TheDadProfil
  • 16.02.2018, 12:22hHannover
  • Antwort auf #5 von falsches Signal
  • ""Letzteres ist eine Unterstellung. ""..

    Letzteres ist der Subtext Deiner Aussage, denn sie missachtet daß es keine anderen Möglichkeiten zum sofortigen Opferschutz gibt !

    Natürlich kann man die Täter in andere Einrichtungen verbringen..

    Dann besteht die Gefahr das sich "Mit-Bewohner" dazu aufgerufen fühlen ähnlich zu handeln, und das Getane fortzusetzen, denn nun sind die Opfer in der Einrichtung geoutet, und das zumeist zwangsweise durch den Übergriff selbst..

    Die Vorbeugung gebietet aber die Opfer vor weiteren Angriffen zu schützen..
    Das kann nur stattfinden, wenn man die Opfer in besser geschützte Einrichtungen nimmt, und was gäbe es besseres als ein Wohnen unter Menschen die aus den gleichen Gründen des Schutzes in einer gemeinsamen Einrichtung leben DÜRFEN !

    ""Dass das (z.B.) aufgrund von Wohnsitzauflagen nicht möglich sein soll, halte ich für ein schwaches Argument.""..

    Ist aber blöderweise so, denn die Anzahl der vorhandenen Einrichtungen ist begrenzt..

    ""Personen, die hier Schutz suchen, aber bereits während ihres Asylverfahrens gewalttätig werden, sollten m.E. ernste Konsequenzen zu befürchten haben - auch in Bezug auf die Chancen ihres Asylverfahrens.""..

    ""sollten""..
    Konjunktiv ist hier Fehl am Platz..
    Vor allem weil gewalttätig aufgefallene Menschen Konsequenzen erfahren..
    Über das Strafrecht..
    Ob das Strafverfahren dann Auswirkungen auf das Asylverfahren hat, ist eine andere Frage..
    Für die Zwischenzeit muß dann also eine Zwischenlösung her..

    ""Meiner persönlichen Ansicht nach gehören sie auf möglichst schnellem Wege in Gewahrsam bzw. in Haft - mit konkreter Perspektive von Ausweisung bzw. Abschiebung.""..

    Strafverfahren werden durchgeführt, das braucht Zeit..
    Asylverfahren werden durchgeführt, das braucht meist noch mehr Zeit..
    Am Abschluß beider Verfahren steht dann die Entscheidung ob jemand hier bleiben darf, oder nicht, denn die Tatsache das jemand mal gewalttätig wird relativiert das objektive Schutzbedürfnis dieses gewalttätigen Menschen vor der Verfolgung durch den Staat aus dem er geflohen ist überhaupt nicht !

    Und so ist es uns dann auch nicht erlaubt das Schutzbedürfnis und damit den Asylanspruch eines Menschen nur deshalb einfach zu negieren, weil er sich in unserer Gesellschaft als "wenig sozialisiert" herausstellt..

    Strafrecht dient übrigens der Sozialisation..

    ""Natürlich innerhalb des rechtsstaatlichen Rahmens; wobei es durchaus diskutabel sein sollte, die rechtlichen Vorgaben bzw. die Anwendung dieser Vorgaben zu modifizieren.""..

    ""modifizieren"..
    Nach dann "moderaten" Vorgaben ?

    Ich halte es für nutzlos auf der Basis darüber entscheiden zu wollen wer hier leben darf, und wer zurück muß ins Kriegs-Geschehen Syriens beispielsweise eine vermeintlich "rechtsstaatliche Diskussion" führen zu wollen, an deren Ende sich dann nur zeigen würde, wer von uns beiden das größere Arschloch ist..

    Denn bis zum Ende einer politischen Diskussion über die Veränderung von Gesetzen muß man immer noch Möglichkeiten schaffen Opfern SOFORT Schutz zu gewähren..
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