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Österreich
Zum Valentinstag: Katholische Diözese segnet auch Homo-Paare
Während Ex-Weihbischof Andreas Laun die Segnung von Homo-Paaren mit der Segnung von NS-Vernichtungslagern gleichsetzt, geht das Bistum in Linz einen anderen Weg.

Vereinzelt geht die katholische Kirche auch auf Schwule und Lesben zu – zumindest dann, wenn Würdenträger homosexuelle Liebe nicht mit Konzentrationslagern der Nazis gleichsetzen (Bild: shadawyn / flickr)
- 14. Februar 2018, 11:58h 2 Min.
Anlässlich des Valentinstags am 14. Februar wirbt die oberösterreichische Diözese Linz damit, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. In einer aktuellen Ausgabe der vom katholischen Bistum herausgegebenen "Kirchenzeitung" heißt es, es gebe "seit vielen Jahren Segnungen zum Valentinstag". Und weiter: "Genutzt werden kann das Angebot von Liebenden in allen Lebenslagen – auch von lesbischen und schwulen Paaren."
Das Magazin zitiert auch Pfarrassistentin Irmgard Lehner mit den Worten: "Jeder Mensch soll sich bei uns so, wie er oder sie ist, willkommen fühlen." Bislang seien aber kaum homosexuelle Menschen zu Segnungen gekommen, weil es "immer noch ein Tabu ist, sich offiziell zu zeigen". Schwule und Lesben würden sich fragen, ob sie in der Kirche überhaupt Platz hätten. Daraufhin Lehner: "Gott ist die Liebe. Da darf es keine Einschränkungen geben." In einer aktuellen Sonderausgabe der "Kirchenzeitung" wird zusätzlich mit Segensfeiern für "gleichgeschlechtliche und für homosexuelle Paare" (sic) geworben.

Reinhard Marx hat Debatte angestoßen
Freilich sind offiziell nach wie vor Segnungen von homosexuellen Paaren in der katholischen Kirche verboten, weil deren sexuelle Orientierung generell als Sünde angesehen wird – einziger Ausweg für Schwule und Lesben ist laut der katholischen Führung ewige Enthaltsamkeit. Zuletzt gab es zwar Debatten um die Aufhebung des Verbots; so stellte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, im Einzelfall Homo-Segnungen in Aussicht (queer.de berichtete). Kirchliche Trauungen sollen aber seiner Meinung nach weiterhin exklusiv Heterosexuellen vorenthalten bleiben.
Diese Aussagen führten allerdings zu extrem homophoben Gegenreaktionen. So verglich der deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes Schwule und Lesben mit Mafiosi und erklärte, Homosexualität widerspreche dem Willen Gottes (queer.de berichtete). Einen Schritt weiter ging Ex-Weihbischof Andreas Laun, der die Segnung von Homo-Paaren mit der Segnung von Konzentrationslagern gleichsetzte (queer.de berichtete).
Auch zur Ankündigung der Linzer Diözese gab es Widerstand im katholischen Portal kath.net, in dem unter anderem Laun und Cordes ihre homosexuellenfeindlichen Vergleiche machen durften. Leser kommentierten, sie hielten das Zugehen der Linzer auf Schwule und Lesben für einen "Frevel an Gott und den Menschen" und "seelsorglichen Missbrauch", oder verbreiteten Verschwörungstheorien wie: "Das Netzwerk homosexueller Politiker und Aktivisten ist aktuell die größte Lobbyvereinigung der westlichen Politik überhaupt." (dk)














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