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Olympische Winterspiele
Skifahrerin Ricarda Haaser entschuldigt sich nach homophober Aussage
Die Tirolerin hatte im Interview "schwul" als Schimpfwort verwendet. Das tut ihr inzwischen leid.

Ricarda Haaser gibt zu, dass sie sich in ihrer Wortwahl vergriffen hat (Bild: Facebook / ÖSV)
- 16. Februar 2018, 13:06h 2 Min.
Die österreichische Skirennläuferin Ricarda Haaser hat sich am Donnerstag auf Facebook für einen Spruch entschuldigt, der in sozialen Netzwerken als homophob kritisiert worden war. "Im Interview nach dem Olympia Riesentorlauf habe ich mich heute in meiner Wortwahl vergriffen. Sollte ich mit meiner Aussage jemandem zu nahe getreten sein, entschuldige ich mich dafür. Das war nicht meine Absicht", so die 24-jährige Tirolerin.
Der Stein des Anstoßes: Haaser hatte nach dem olympischen Riesenslalom, bei dem sie den 17. Rang belegte, im ORF-Fernsehen erklärt: "Der ganze zweite Lauf war lockerer und flüssiger, aber trotzdem noch zu wenig. Aber das Gefühl war doch besser als im ersten Lauf. Vor allem oben war es viel besser, da bin ich nicht so schwul runtergefahren wie im ersten Lauf." Das führte zu scharfer Kritik.
Der österreichische Skiverband (ÖSV) ist bereits in der Vergangenheit durch Homophobie aufgefallen: 2012 lobte Verbandschef Peter Schröcksnadel, der noch heute im Amt ist, das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" in Russland (queer.de berichtete).
Homophobe Schimpfwörter an Schulen weit verbreitet
LGBTI-Aktivisten in Deutschland und anderen Ländern kritisieren seit Jahren, dass Worte wie "schwul" als Schimpfworte verwendet werden. Es bestehe die Gefahr, dass dadurch eine aggressive homosexuellenfeindliche Atmosphäre geschaffen wird, die es gerade jungen Schwulen und Lesben erschwert, offen zu leben. Laut Umfragen ist insbesondere in Schulen die homophobe Wortwahl weit verbreitet. Eine Berliner Umfrage aus dem Jahr 2012 kam etwa zum Ergebnis, dass fast zwei Drittel der Grundschüler "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfwort verwenden (queer.de berichtete).
Auch im deutschen Fernsehen kommt es immer wieder zu derartigen homophoben Ausbrüchen: 2014 beschwerte sich Fernsehkoch Steffen Henssler etwa über "halbschwules" Essen (queer.de berichtete). Einen Kommentar zu seiner Aussage oder eine Entschuldigung lehnte der TV-Star damals ab. Auch Dieter Bohlen wurde mehrfach wegen homophober Äußerungen bei DSDS kritisiert – etwa, als er abfällig über "schwule Schuhe" eines Mitjuroren sprach (queer.de berichtete).















Oh, Entschuldigung, Frau Haaser, das ist ein Tippfehler.
Danke, dass Sie sich wenigstens entschuldigen. Ich hab mich nun auch für meinen Tippfehler entschuldigt.
Ich hoffe, dass es dann in Zukunft besser läuft.