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Olympische Winterspiele

Skifahrerin Ricarda Haaser entschuldigt sich nach homophober Aussage

Die Tirolerin hatte im Interview "schwul" als Schimpfwort verwendet. Das tut ihr inzwischen leid.


Ricarda Haaser gibt zu, dass sie sich in ihrer Wortwahl vergriffen hat (Bild: Facebook / ÖSV)

Die österreichische Skirennläuferin Ricarda Haaser hat sich am Donnerstag auf Facebook für einen Spruch entschuldigt, der in sozialen Netzwerken als homophob kritisiert worden war. "Im Interview nach dem Olympia Riesentorlauf habe ich mich heute in meiner Wortwahl vergriffen. Sollte ich mit meiner Aussage jemandem zu nahe getreten sein, entschuldige ich mich dafür. Das war nicht meine Absicht", so die 24-jährige Tirolerin.

Der Stein des Anstoßes: Haaser hatte nach dem olympischen Riesenslalom, bei dem sie den 17. Rang belegte, im ORF-Fernsehen erklärt: "Der ganze zweite Lauf war lockerer und flüssiger, aber trotzdem noch zu wenig. Aber das Gefühl war doch besser als im ersten Lauf. Vor allem oben war es viel besser, da bin ich nicht so schwul runtergefahren wie im ersten Lauf." Das führte zu scharfer Kritik.

Der österreichische Skiverband (ÖSV) ist bereits in der Vergangenheit durch Homophobie aufgefallen: 2012 lobte Verbandschef Peter Schröcksnadel, der noch heute im Amt ist, das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" in Russland (queer.de berichtete).

Homophobe Schimpfwörter an Schulen weit verbreitet

LGBTI-Aktivisten in Deutschland und anderen Ländern kritisieren seit Jahren, dass Worte wie "schwul" als Schimpfworte verwendet werden. Es bestehe die Gefahr, dass dadurch eine aggressive homosexuellenfeindliche Atmosphäre geschaffen wird, die es gerade jungen Schwulen und Lesben erschwert, offen zu leben. Laut Umfragen ist insbesondere in Schulen die homophobe Wortwahl weit verbreitet. Eine Berliner Umfrage aus dem Jahr 2012 kam etwa zum Ergebnis, dass fast zwei Drittel der Grundschüler "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfwort verwenden (queer.de berichtete).

Auch im deutschen Fernsehen kommt es immer wieder zu derartigen homophoben Ausbrüchen: 2014 beschwerte sich Fernsehkoch Steffen Henssler etwa über "halbschwules" Essen (queer.de berichtete). Einen Kommentar zu seiner Aussage oder eine Entschuldigung lehnte der TV-Star damals ab. Auch Dieter Bohlen wurde mehrfach wegen homophober Äußerungen bei DSDS kritisiert – etwa, als er abfällig über "schwule Schuhe" eines Mitjuroren sprach (queer.de berichtete).



#1 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 16.02.2018, 14:37h
  • An Frau Hasser,
    Oh, Entschuldigung, Frau Haaser, das ist ein Tippfehler.
    Danke, dass Sie sich wenigstens entschuldigen. Ich hab mich nun auch für meinen Tippfehler entschuldigt.
    Ich hoffe, dass es dann in Zukunft besser läuft.
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#2 LorenProfil
  • 16.02.2018, 15:00hGreifswald
  • Offenbar hat diese Frau vom Leben außerhalb ihrer Skipisten unter "ihrem" Verbandspräsidenten noch nicht allzu viel mitbekommen.

    www.queer.de/detail.php?article_id=20768

    Kann aber auch sein, dass ihre Wortwahl ihre Gedankenwelt 1:1 abbildet. Egal wie. Ich entschuldige sie nicht.
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#3 MarcAnonym
  • 16.02.2018, 15:29h
  • Wie sollen Kinder und Jugendliche lernen, dass die Verwendung des Wortes "schwul" als Schimpfwort und abwertender Kraftausdruck beleidigend und verletzend ist, wenn jedes 'runtergekommene Skihääschen' meint, es müsse auch im Jahr 2018 noch im Interview seine Volkstümlichkeit durch diskriminierenden Hinterhofjargon beweisen? (Vermutlich hat die sich grade noch auf die Zunge gebissen und wollte eigentlich "behindert" sagen?)

    Aber in Österreich kriegt sie dafür wahrscheinlich noch einen Sprachpflege-Orden vom Bundeskanzler...
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#4 SeasAnonym
  • 16.02.2018, 15:39h
  • 1. Hat sie sich entschuldigt und trotzdem gehen die Angriffe auf sie weiter. Für was soll man sich dann überhaupt noch entschuldigen
    2. An allem ist doch nur der Abahatschi schuld
    3. Ist man als verkleideter hetero am Live Ball dann auch ein homophob im Sinne von kannst du deinen Feind nicht besiegen Verbünde dich mit ihm.
    4. Leute es gibt echt wichtigere Dinge auf dieser Welt. Überall auf der Welt verhungern Menschen, Tag für Tag. Und das liest man nie in den Schlagzeilen oder ist das für die Medien schon ein abgeklatschter running gag
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#5 SeasAnonym
  • 16.02.2018, 15:45h
  • Und noch was. Ein kluger mann sagte mal: derjenige der ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.
    Denkt mal drüber nach
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#6 RobinAnonym
  • 16.02.2018, 16:03h
  • Sorry, aber auch als Sportlerin darf man erst mal sein Gehirn einschalten, bevor man einfach irgendwelchen Schwachsinn in die Welt rauspustet.
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#7 BuntesUSchoenesEhemaliges Profil
  • 16.02.2018, 16:05h
  • Ihre Erklärung lautet:
    "Sollte ich mit meiner Aussage jemandem zu nahe getreten sein,..."

    Mal davon abgesehen, dass man damit automatisch jemandem zu nahe tretet, ist es grundsätzlich diskretitierend, sowas zu äußern. Wir sagen ja schließlich auch nicht:
    "Ups, da war ich aber deutlich viel zu hetero."
    Was ist das für eine Sprache?
    Wie kann man denn schwul Ski fahren? Zumal Sie doch hetero sind, Frau Haaser.

    Sie sind auf Platz 17, keine gute Leistung.
    Vielleicht wäre es besser gewesen, sich auf das Ski fahren zu konzentrieren, anstatt auf irgendwelche sexuelle Identitäten.

    Bringen Sie mal eine Medaille nach Österreich, damit haben Sie ja schon genug zu tun. Sobald Sie auf dem dritten Platz stehen, können wir gerne nochmal über Ihre Entschuldigung sprechen, vielleicht nehme ich es dann an.
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#8 SeasAnonym
  • 16.02.2018, 17:02h
  • Und noch einmal. Ja sie hat einen Fehler gemacht und ja auch Sportler dürfen vorerst denken bevor sie sprechen und ja auch Sportler sind nur menschen und ja vielleicht gehört sie doch besser in ein straflager nach nordkorea denn immerhin hat sie ja unsere Kinder für die nächsten jahre traumatisiert. Und übrigens kann man unsere Kinder nicht vor allem schlechten übel fern halten. Aufgabe ist es sie aufklärerisch und sorgsam darauf vorzubereiten und nicht in einen goldenen käfig zu stecken und ihnen zu erklären dass man als 17. bei einer olympiade in einem starterfeld von gefühlten 50 läufern eine schlechte leistung abgeliefert hat denn dabei sein ist alles. Nehmt euch ein Beispiel an der Reaktion von Anna veith auf die bode miller sager. So was nennt man über Dinge darüber zu stehen. Und mal im Ernst wer ein wenig menscheneinschätzung besitzt kann Sehen das die Dame keinerlei homophoben absichten mit der aussage tätigen wollte. Ich will sie auch nicht verteidigen so was sollte nicht passieren ist es aber leider. Und was nun verbrennen oder an den galgen mit ihr. Sagt ihr es mir
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#9 Carsten ACAnonym
  • 16.02.2018, 17:21h
  • Antwort auf #4 von Seas
  • -----------------
    Leute es gibt echt wichtigere Dinge auf dieser Welt. Überall auf der Welt verhungern Menschen, Tag für Tag. Und das liest man nie in den Schlagzeilen oder ist das für die Medien schon ein abgeklatschter running gag
    ------------------

    Und überall auf der Welt nehmen sich LGBTI-Teenager das Leben, weil sie von Mitschülern, die "schwul" & Co als Schimpfwort nutzen, gemobbt werden und ihnen das Leben zur Hölle gemacht wird.

    U.a. weil Promis, die eigentlich eine Vorbildfunktion haben sollten, solche Schimpfwörter auch unreflektiert nutzen und gar nicht über ihre Aussagen nachdenken.

    Natürlich gibt es auch verhungernde Menschen und das ist auch nicht weniger schlimm. Aber Menschen, die dank solcher Schimpfwörter keinen anderen Ausweg als den Selbstmord sehen, sind eben auch nicht weniger schlimm.

    Als heterosexueller Promi mag sie sich vielleicht nicht in die Seele der Menschen einfühlen können, die tagtäglichem Mobbing ausgesetzt sind und daran zerbrechen. Das muss sie auch nicht mal. Aber dann kann sie doch zumindest mal nachdenken, was sie sagt, bevor sie den Mund aufmacht.
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#10 PierreAnonym
  • 16.02.2018, 17:39h
  • Ich glaube ihr durchaus, dass sie das nicht homophob gemeint hat, sondern dass das einfach eine unüberlegte, dumme, naive Aussage war, weil sie vielleicht aus einem Umfeld stammt, so "schwul" als Schimpfwort verwendet wird.

    Und insofern akzeptiere ich auch ihre Entschuldigung.

    Dennoch muss ihr bewusst sein, welchen Schaden solche unüberlegten Aussagen (auch wenn sie nicht so gemeint waren) anrichten, Und ich hoffe, dass sie daraus lernt und in Zukunft auf solche Wendungen verzichtet.
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