Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?30669

USA

Trump-Richter: Ehe für alle ist "Anschlag auf die Natur"

Der Präsident baut die amerikanische Justiz um: Donald Trump hat bereits mehrere Homo-Hasser zu einflussreichen Richtern ernannt. Mit Gordon Giampietro soll jetzt ein besonders aggressiver Gegner der Gleichbehandlung befördert werden.


Gordon Giampietro arbeitet derzeit für eine Anwaltskanzlei – jetzt könnte der Homo-Hasser auf Lebenszeit zum Bundesrichter ernannt werden (Bild: Northwestern Mutual)

US-Bürgerrechtler laufen Sturm gegen die Nominierung des homophoben Juristen Gordon Giampietro zum Bundesrichter. Präsident Donald Trump hatte bereits vor Weihnachten den 52-Jährigen für den freigewordenen Posten des Richters am U.S. District Court for the Eastern District of Wisconsin nominiert. Noch muss der US-Senat den Kandidaten mit einfacher Mehrheit bestätigen – dort haben die Republikaner eine Mehrheit von 51 zu 49 Stimmen. Die Ernennung würde dann auf Lebenszeit erfolgen.

Diese Woche gab es eine Empörungswelle gegen Giampietro wegen eines von BuzzFeed ausgegrabenen Zitats aus dem Jahr 2015. Im Interview mit der katholischen Radiomoderatorin Lydia LoCoco sagte Giampietro damals, dass die USA seit der Legalisierung der Antibabypille auf die falsche Bahn geraten seien, "weil das ein Anschlag auf die Natur" sei. "Und jedes Mal, wenn man die Natur angreift, gibt es eine Gegenbewegung. Das sehen wir heute auf viele Arten, nicht nur bei der Empfängnisverhütung, sondern auch bei der Ehe. Wenn man gegen Gottes Plan vorgeht, passieren schlimme Dinge." Die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht würde die "Idee der Ehe" untergraben, weil es bei Homosexuellen nur um Sex gehe, bei Heterosexuellen aber um Fortpflanzung.

In dem Interview behauptete der Jurist auch, Studien würden beweisen, dass Kinder am besten bei Vater und Mutter aufwachsen würden. "Niemand würde diesen Fakt bestreiten", so Giampietro. In Wirklichkeit kommen Studien allerdings praktisch einhellig zu dem Ergebnis, dass es Kindern in Regenbogenfamilien nicht schlechter geht als Kindern in einer "traditionellen" Konstellation (queer.de berichtete).

Giampietro: Aufhebung des Homo-Verbots ist ein Fehler

Außerdem erklärte der 52-Jährige, es sei ein Fehler des Supreme Court gewesen, 2003 die sogenannten "Sodomy Laws" für verfassungswidrig zu erklären. Zu diesem Zeitpunkt hatten noch 14 der 50 US-Bundesstaaten homosexuelle Handlungen verboten.

Giampietro ist ein Jura-Absolvent der konfessionellen "Catholic University of America", die in der Hauptstadt Washington angesiedelt ist. Die Hochschule gilt als homosexuellenfeindlich – im letzten Jahr wurde etwa der Pater James Martin von einer Uni-Veranstaltung ausgeladen, weil er zum Respekt von Homosexuellen aufgerufen hat.

Mehrere LGBTI-Organisationen wie Lambda Legal forderten nach Bekanntwerden des Zitats, dass Präsident Trump seine Nominierung zurückziehen soll. Auch Bürgerrechtler übten scharfe Kritik – die linksliberale Lobbygruppe "People for the American Way" bedauerte etwa, dass Trump erneut einen Juristen, der "hysterischen, panikmachenden Nonsens" verbreite, zum Bundesrichter machen wolle.

Trump hat seit seinem Amtsantritt vor 13 Monaten bereits mehrere homophobe Richter nominiert. Die Juristen Leonard Steven Grasz und John K. Bush wurden bereits vom Senat bestätigt – gegen den erbitterten Widerstand der Demokraten, von denen kein einziger der Beförderung zustimmte. Der Grund: Bush bedauerte wie Giampietro, dass Bundesstaaten homosexuelle Handlungen nicht mehr verbieten dürfen – Grasz sitzt im Vorstand der Nebraska Family Alliance, deren Hauptziel es ist, die Rechte Homosexueller zu beschneiden.

Homo-Hasser werden auch auf andere Posten befördert: So ernannte Trump Sam Brownback, der ebenfalls das Verbot homosexueller Handlungen unterstützt, zum Sonderbotschafter für Religionsfreiheit (queer.de berichtete). (dk)



#1 don 2018Anonym
  • 16.02.2018, 15:48h
  • ...spätestens, wenn das Trump(eltier) den Sessel räumen muß, auf dem er sitzt, werden seine homophoben Fans/Anhänger verstummen; es ist eine Schande für die USA, was von diesem Oberidioten alles NEGATIVE gemanagt wird
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RobinAnonym
  • 16.02.2018, 16:02h
  • Da sieht man wieder mal, dass Trump ein reinrassiger Homohasser ist.

    Der mag noch so oft Kreide fressen, aber dass er immer wieder extreme Homohasser in Schlüsselpositionen befördert, zeigt seine wahre Gesinnung.

    Würden die Demokraten sowas machen, würden die Republikaner was von "Vetternwirtschaft" keifen. Aber Donald Trump und die Republikaner sind noch viel schlimmer als alle Horror-Märchen, die sie über Hillary Clinton und die Demokraten erfunden haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 userer
  • 16.02.2018, 16:13h
  • Antwort auf #1 von don 2018
  • Leider werden diese hassgetriebenen Christen nicht verstummen. Was Trump an Figuren ins Amt hebt, so wie diesen strammen Erzkatholen z.B., wird noch lange nach Trumps Abgang dort verbleiben und die USA auf Jahrzehnte im Sinne der militanten christlichen Ideologie prägen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Tommy0607Profil
  • 16.02.2018, 16:58hEtzbach
  • Homophobie , Rassismus und Intoleranz ist auch ein "Anschlag gegen der Natur" und Menschlichkeit .
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Carsten ACAnonym
  • 16.02.2018, 17:28h
  • Und was soll daran ein "Anschlag auf die Natur" sein?

    Offenbar liegt auch Homosexualität in der Natur eines nicht unerheblichen Teils der Menschen. Und auch im Tierreich gibt es Homo- und Bisexualität.

    Und es gibt auch kein Naturgesetz physikalischer, chemischer, biologischer o.ä. Natur, das irgendwas gegen Homosexualität sagen würde.

    Was soll daran also ein "Anschlag auf die Natur" sein?

    Und im übrigen:
    es wird auch keinem Hetero irgendwas weggenommen. Es gibt ja keine begrenzte Menge von Liebe, so dass für Heteros nichts mehr übrig wäre. Und nicht nur emotional, sondern auch rechtlich, institutionell und finanziell wird Heteros nichts weggenommen.

    Wie immer bei solchen Hassern:
    die erheben ihre persönlichen Vorurteile zu Fakten, weil sie sich in ihrem Wahn für intelligent und unfehlbar halten, können ihre kruden Thesen aber durch nichts (weder theoretisch, argumentativ, logisch, noch empirisch) belegen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 PierreAnonym
  • 16.02.2018, 18:05h
  • Eigentlich sollte man die Lügen, Faktenverdrehungen und Unterstellungen solcher Hetzer gar nicht kommentieren. Denn sie sind dermaßen fanatisiert, dass man sie mit Fakten, Argumenten und Logik eh nicht mehr erreicht.

    Aber zu einigen Aussagen will ich dennoch etwas sagen:

    """"""""""""""""
    sondern auch bei der Ehe. Wenn man gegen Gottes Plan vorgeht, passieren schlimme Dinge.
    """"""""""""""""

    Was denn für "schlimme Dinge"?

    Ich weiß ja, dass Religioten gerne Angst machen, aber was ist denn seit der Eheöffnung an "schlimmen Dingen" passiert?

    """""""""""""""
    Die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht würde die "Idee der Ehe" untergraben,
    """"""""""""""""

    Da die Ehe ja nichts naturgegebenes ist, sondern von Menschen definiert wurde, liegt es nur am Menschen, wie man diesen Begriff definiert.

    """"""""""""""
    weil es bei Homosexuellen nur um Sex gehe, bei Heterosexuellen aber um Fortpflanzung.
    """""""""""""""

    1. Die Ehe hat ja nichts mit Sex oder Fortpflanzung zu tun. Es gibt ja auch Hetero-Paare, die keine Kinder haben wollen oder keine bekommen können (oder zu alt dafür sind), denen aber dennoch nicht die Ehe verwehrt wird.

    2. Auch bei Homosexuellen geht es in erster Linie um Liebe. Und genau wie Heteros will man diese Zuneigung auch körperlich ausdrücken und Sex miteinander haben.

    3. Sex ist genauso ein physiologisches Grundbedürfnis wie Essen, Trinken und Schlafen. Sex ist nichts despektierliches oder gar perverses, auch wenn die Kirche das gerne so darstellt, um Menschen gefügig zu machen.

    4. Es gibt durchaus auch viele gleichgeschlechtliche Paare, die Kinder aufziehen.

    """"""""""""""
    Studien würden beweisen, dass Kinder am besten bei Vater und Mutter aufwachsen würden.
    """"""""""""""

    FALSCH.

    Das behaupten nur die erfundenen Pseudo-Studien solcher Fanatiker, die keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.

    Die wirklich nach wissenschaftlichen Kriterien geführten Studien belegen eher das genaue Gegenteil.

    Das ist ja auch logisch, da es bei der Kindererziehung nicht um das Liebesleben der Eltern geht, sondern um die Liebe und Geborgenheit, die ein Kind erfährt.

    """""""""""""
    "Niemand würde diesen Fakt bestreiten", so Giampietro.
    """""""""""""

    Diesen Trick wenden solche Leute immer an. Sie verwenden solche Aussagen, um ihre kruden Thesen so hinzustellen, als sei das common sense und von niemandem bestrittenes Fakt. So erreichen die, dass Menschen, die sich weniger intensiv mit einem Thema auseinandersetzen und die nicht die Lust oder nicht das geistige Vermögen haben, solche Themen mal zu durchdenken, das einfach als gegeben hinnehmen und dass jedes kritische Hinterfragen "wahnsinnig" sei.

    """""""""""""""
    Außerdem erklärte der 52-Jährige, es sei ein Fehler des Supreme Court gewesen, 2003 die sogenannten "Sodomy Laws" für verfassungswidrig zu erklären.
    """""""""""""""

    Der Supreme Court hat nur das gemacht, was sein Job ist: die Verfassung gewahrt.

    Was soll daran ein Fehler sein?

    Wenn einem das nicht passt, muss man halt die Verfassung ändern, aber nicht die Schuld bei den Leuten suchen, die die Verfassung wahren und anwenden.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 PeerAnonym
  • 16.02.2018, 18:24h
  • "Giampietro ist ein Jura-Absolvent der konfessionellen 'Catholic University of America', die in der Hauptstadt Washington angesiedelt ist. Die Hochschule gilt als homosexuellenfeindlich "

    Das zeigt wieder mal, dass sich die Katholische Kirche kein bisschen ändert. Auch wenn manche Vertreter dort, wo die harte Linie nicht gut ankommt, aus Marketing-Gründen gerne Kreide fressen, so bleibt die Katholische Kirche weiterhin erzhomophob.

    Ich frage mich eh, wieso die solche "Universitäten" betreiben dürfen und dort sogar Fächer wie Jura anbieten dürfen. Universitäten sind Orte des Wissens und der Wissenschaft - und nicht des Glaubens. Dafür gibt es die Kirchen. Solche religiöse Indoktrination hat nichts in seriösen Wissenschaften zu tun, auch wenn es natürlich ein erklärtes Ziel der Religion ist, Wissenschaften zu unterwandern.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Homonklin44Profil
  • 16.02.2018, 18:29hTauroa Point
  • Irgendwie habe ich während des Lesens auf so etwas schon geharrt:

    ""Giampietro ist ein Jura-Absolvent der konfessionellen "Catholic University of America", die in der Hauptstadt Washington ""

    Das beantwortet alle Fragen über die verarmten Ansichten des Mannes.
    Geht doch zurück in eure Wüstenlatscher-Heimat zwischen Euphrart und Tigris ihr Grauknilche, und verteilt den Christenblödsinn dort.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Julian SAnonym
  • 16.02.2018, 18:39h
  • Ich frage mich immer, ob solche Menschen dermaßen religiös fanatisiert sind, dass sie ihre Aussagen wirklich glauben oder ob sie es eigentlich besser wissen und Religion und die Dummheit der Religioten nur missbrauchen, um Macht und Geld zu erlangen.

    Aber so oder so ist der Schaden derselbe.

    Das einzige was ein Angriff auf die Natur, die Menschheit, die Demokratie und die Vernunft ist, ist der Hass und der religiöse Fanatismus solcher Hetzer.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Gerlinde24Profil
  • 16.02.2018, 19:10hBerlin
  • Ein Trump(eltier)wählt einen Richter,
    der hat im Kopf einen kleinen Trichter,
    Durch das nicht alles läuft,
    was dazu führt, dass er läuft,
    um nicht den Anschluss zu verpassen,
    was nicht gelingt, wenn Menschen hassen.
  • Antworten » | Direktlink »