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  • 04. Juli 2005 15 3 Min.

Beim Cologne Pride stand die Politik im Vordergrund. Außenminister Joschka Fischer forderte ein Ende der Diskriminierung in ganz Europa.

Von Norbert Blech

Mit einem Straßenfest und einer bunten Parade haben am Wochenende in Köln rund 600.000 Besucher Europas größten Christopher Street Day (CSD) gefeiert. An der Parade am Sonntag nahmen rund 32.000 Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transgenders, Heterosexuelle und einige Politiker teil.

Fischer spricht, Fee-Wadehn nicht

Der grüne Bundesaußenminister Joschka Fischer forderte bei einer Rede auf dem Heumarkt mehr Gleichberechtigung für Lesben und Schwule in Europa. "Wir werden dafür sorgen, dass die in Deutschland geltenden Grundsätze überall in Europa Anwendung finden", sagte Fischer. Es dürfe keine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung geben. Fischer war zuletzt 2002 auf dem Kölner CSD, ebenfalls im Bundestagswahlkampf. Sein Parteikollege, der Grünen- Bundestagsabgeordnete Volker Beck sagte, er wolle sich für ein volles Adoptionsrecht und Gleichheit im Steuerrecht für Lesben und Schwule einsetzen. "Wir wollen 1:1 die Rechte, die auch Heterosexuelle haben."

Auch bei Podiumsdiskussionen auf Heu- und Alter Markt konnten vor allem die Grünen ihre Positionen loswerden. Zu einem kleinen Eklat kam es, als Sylvia Fee-Wadehn nicht an einer Diskussion teilnehmen durfte. Die transsexuelle Politikerin, die es nach einem Wechsel von SPD zu WASG auf die Landesliste zur Bundestagswahl geschafft hat, sei vom veranstaltenden Kölner Lesben- und Schwulen-Tag (KLuST) spontan zu einem Gespräch geladen worden, so die Hagenerin. Moderator Torsten Bless gibt jedoch an, dies sei nicht der Fall gewesen, daher habe er die anderen Politiker um Zustimmung gefragt. Die SPD-Politikerin Lale Agkün und Volker Beck hätten, anders als der Vertreter der Union, die Teilnahme der Politikerin abgelehnt.

Andere Politiker hielten keine Reden, waren aber bei der Parade dabei. So fuhr die grüne Parteivorsitzende Claudia Roth erwartungsgemäß und fröhlich auf einem Wagen mit. Auch die SPD war mit einem Wagen vertreten, die Unionshomos von der LSU fand man hingegen nicht. Bei der FDP fuhr Parteichef Guido Westerwelle mit – was gelegentlich mit "Buh"-Rufen einiger Zuschauer quittiert wurde.

Schwules Altern

Aber beim CSD-Motto ging es ja nicht um ein Antidiskriminierungsgesetz oder das Coming-out, es ging ums Altern: "lebenslang liebens:würdig", ein Zeichen gegen Jugendwahn und Ausgrenzung. Die vermeintlich Alten von Gay and Grey eröffneten die Parade, und auch an deren Stand gab es zahlreiche generationsübergreifende Gespräche.

Schade, dass die Homo-Jugend mit ihrem gemeinsamen Standzelt da so weit entfert war. Angenehm fiel auf, dass die im letzten Jahr recht verlorene, nicht-kommerzielle Standmeile besser an das Straßenfest angebunden wurde, einen Rundgang ermöglichend. Die Medienagantur queercom, unter anderem Betreiber von queer.de und gay-thailand.de, war erstmals mit einem eigenen Stand vertreten.

4. Juli 2005, zuletzt geändert am 5.7.2005

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-w-

#1 queeryAnonym
  • 04.07.2005, 18:45h
  • also, ihr lieben, das das der letzte csd vor den (vermutlichen) wahlen war, stimmt ja wohl nicht ganz oder??
    Anmerkung der Redaktion: Du hast natürlich recht, und deshalb wurde die vorläufige Überschrift geändert
  • Direktlink »
#2 FlorianAnonym
  • 04.07.2005, 19:05h
  • Dass die SPD etwas gegen die Teilnahme einer Transsexuellen hat, die aufgrund von Mobbing die SPD verlassen hat und nun für die Partei kandidiert, die der SPD wohl die meisten Wähler nehmen wird, ist mir klar. Aber warum hat Volker Beck auch etwas dagegen? Scheinbar können sich die Grünen immer noch nicht von der SPD emanzipieren...

    Mein Vorschlag fürs nächste Mal: wenn jemand ein Problem mit anderen Diskussionsteilnehmern hat, soll er / sie doch selbst verzichten und nicht diejenigen, die kein Problem mit den anderen haben! Jedesmal wenn SPD und Grüne gerade wieder ein wenig in meiner Achtung gestiegen sind, disqualifizieren sie sich wieder selbst, indem sie vor lauter Angst vor der Konkurrenz die in Homorechten weiter geht, zensieren!
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#3 ACopAnonym
  • 05.07.2005, 02:27h
  • Grünen-Gruppenbild mit Transe – da bekomme ich schon
    wieder Plack!

    Ok, ich weiß ja das die Transen usw damals, Stonewall
    usw... ABER warum müssen diese kamerageilen Biester sich
    immer in den Vordergrund schieben? Die Presse stürzt sich
    gierig auf diese „Vertreter des schwulen Milieus“ wie immer
    so schön geschrieben wird. Der gewöhnliche Schwule (ich
    schreibe absichtlich nicht normal) kann sich jetzt wieder
    wochenlang im Büro oder bei Arbeit erklären, dass weder er
    noch sein Freund Frauenkleider trägt. „Aber Schwule tragen
    doch Frauenkleider und einer muss ja schließlich die Frau
    bei Euch sein...“

    Was die Transen für alle Schwulen damals erreicht haben,
    ist längst aufgebraucht durch die Bärendienste welche sie
    uns seit Jahrzehnten leisten....

    Um das noch einmal klar zu sagen, ich habe nichts gegen
    Transen, mich stört nur die Lautstärke, Penetranz und
    Aufdringlichkeit dieser angeblichen Vertreter des schwulen
    Lebens. Gerade der CSD in Köln hat schön gezeigt, es gibt
    mehr wie Transen, SM’lern und Kampflesben. Warum wird
    das nicht in der Presse dargestellt?
  • Direktlink »