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Kritik an Ausstellung "Verschweigen – Verurteilen" in Mainz

LGBTI-Aktivisten: Integrationsministerium beschönigt Homo-Verfolgung

Rheinland-Pfalz will seine homophobe Vergangenheit mit einer Ausstellung im Mainzer Rathaus aufarbeiten. Diese halten Aktivisten aber für misslungen.


Die Ausstellung wird noch bis 24. März im Mainzer Rathaus gezeigt (Bild: chezweitz GmbH - museale und urbane Szenografie)

Das Netzwerk Queernet Rheinland-Pfalz, eine Dachorganisation von LGBTI-Gruppen im Bundesland, hat die Aufarbeitung der Homo-Verfolgung durch die rot-gelb-grüne Landesregierung als beschönigend kritisiert. Das von den Grünen geführte Landesintegrationsministerium schreibe mit der am Montagabend im Mainzer Rathaus eröffneten Ausstellung "Verschweigen – Vergessen" die Diskriminierung von Schwulen und Lesben fort, so das Netzwerk in einer Pressemitteilung.

Die Ausstellung, die noch bis zum 24. März in der Lobby des Rathauses zu sehen sein wird, soll die Verfolgung und Diskriminierung von Homosexualität im 1946 gegründeten Land Rheinland-Pfalz dokumentieren. Es handelt sich dabei um die Aufarbeitung eines vor einem Jahr vorgestellten Forschungsberichts zum Thema.

Diese Aufarbeitung sei misslungen, weil die Ausstellung bewusst die politisch Verantwortlichen verschweige, so Queernet. Das Netzwerk nannte die beiden CDU-Politiker Adolf Süsterhenn und Franz-Josef Wuermeling, die maßgeblich an der "zweiten Verfolgung" von Homosexuellen nach der Nazi-Diktatur beteiligt gewesen seien. Wuermeling habe dies "als Bundesfamilienminister 1953 bis 1961 u.a. mit der 'Kampfgruppe für die Familie' im Bundestag" und einer "Reform des Scheidungsrechts auf Kosten der Frauen" getan. Beide Politiker seien auch an den Aktivitäten des kirchlichen Volkswartbundes (heute: "Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendschutz") beteiligt gewesen, der den "allgemeinen Sittenverfall" durch Zensur der Darstellung von Homosexualität oder anderer Faktoren wie Nacktheit stoppen wollte.

Unrecht "beschönigt", Täter "anonymisiert"


Franz-Josef Wuermeling glaubte, dass ein "gesundes Volk" nur durch Verfolgung Homosexueller möglich ist (Bild: CDU / wikipedia)

"Die heute eröffnete Ausstellung auf der Grundlage der wissenschaftlichen Untersuchung anonymisiert diese Verantwortlichkeit und bietet stattdessen drei Mal Helmut Kohl als 'Erneuerer' an. So unbestritten dessen Verdienste sind, so wenig hat er je dazu beigetragen, die Verfolgung schwuler Männer und lesbischer Frauen weder während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur noch in der Nachkriegszeit zu beseitigen", kritisierten die Aktivisten. "Mit der Ausstellung in ihrer aktuellen Fassung schreibt das zuständige Integrationsministerium von Rheinland-Pfalz die Geschichte der Diskriminierung durch Beschönigen und Anonymisieren der Täter fort und verhindert, dass die Opfer die Ihnen zustehende Wiedergutmachung ihres Leids erfahren."

Queernet forderte daher, die Ausstellung "so zu ändern, dass sie den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen unzensiert entspricht". Außerdem müssten die Opfer aus Rheinland-Pfalz entschädigt werden. (dk/pm)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 20.02.2018, 09:25h
  • "Das Netzwerk nannte die beiden CDU-Politiker Adolf Süsterhenn und Franz-Josef Wuermeling, die maßgeblich an der "zweiten Verfolgung" von Homosexuellen nach der Nazi-Diktatur beteiligt gewesen seien."

    Dass die unter grüner Verantwortung nicht genannt werden, kann nicht verwundern.

    Schließlich hoffen die Grünen immer noch auf eine Liebesheirat mit ihrer geistigen Enkelin, der frommen Annegret KK.
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#2 Alex AndersAnonym
#3 LorenProfil
#4 Alex AndersAnonym
  • 20.02.2018, 10:59h
  • Antwort auf #3 von Loren
  • Ein Link auf "katholisch.de" ist ja schon ein bisschen eklig ... aber trotzdem danke für die Erinnerung.

    Nahles hat ja auch ein kleines Büchlein unter ihrem Namen am Markt mit dem Titel "Frau, gläubig, links". Dass sie unter deinem Link von den alten weißen Männern auf ihre ihnen untergeordnete Funktion als "Mädchen" verwiesen wird, ist allerdings noch mal besonders widerlich.

    Aber wenn Nahles das bereitwillig mit sich machen lässt (und sich womöglich noch altväterlich geschmeichelt fühlt), ist sie halt keinen Deut besser als ihre menschenverachtenden Führer.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 20.02.2018, 11:14h
  • Antwort auf #4 von Alex Anders
  • Rein (religions-)soziologisch ist Frau Nahles eindeutig eine Zwillingsschwester von Annegret KK.

    Genauso wie Lafontaine und Maas zeigt sie aber auch, dass man auch mit ein wenig Linksdrall aus dem dumpfen Sumpf herauskrabbeln kann.

    Manisch homophob ist sie jedenfalls nicht.
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#6 LorenProfil
  • 20.02.2018, 11:27hGreifswald
  • Antwort auf #5 von goddamn liberal
  • Ich würde sie auch nicht als "manisch homophob" bezeichnen, das "katholische Mädchen vom Lande" (Eigencharakterisierung), das jeglichen Verdacht von sich weist, mit ihrem Glauben hausieren zu gehen, auch wenn sie ihn in die Debatte einführt, wenns ihr strategisch passend erscheint. Wem das ausreicht.
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#7 PiepmatzAnonym
  • 20.02.2018, 12:41h
  • Antwort auf #3 von Loren
  • Vielen Dank für den Hinweis.

    Wo wir gerade so schön dabei sind: Sogar der LSVD scheint neuerdings kein Problem mehr damit zu haben, sich als Organisation ganz offiziell auf einem explizit religiösen Standpunkt zu positionieren und seine Forderungen aus dieser Perspektive statt einer rein politisch-menschenrechtlichen Haltung abzuleiten:

    "Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) ist überzeugt davon, dass auch diesen Paaren der Segen Gottes zugesprochen ist [...]"

    Das ist keine politische Aussage, sondern eine religiöse, die hier als offizieller Standpunkt der Gesamtorganisation verlautbart wird.

    www.lsvd.de/newsletters/newsletter-2018/segnungen-fuer-gleic
    hgeschlechtliche-paare.html


    Da findet eine langsame (Rück?-)Verschiebung in Richtung religiöser Unterfütterung jeglicher politischer Entscheidungsfindungen
    statt, die ich mindestens beunruhigend finde. Ein Blick in Richtung der USA genügt, uns das Gruseln zu lehren. Dass "unsere" eigenen Organisationen sich so unkritisch daran beteiligen, finde ich einigermaßen verstörend.
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#8 Nun jaAnonym
  • 20.02.2018, 12:50h
  • Es wird langsam eng mit den Wahlmöglichkeiten für unsereins.
    Machen wir heute mal Paulchen Konkurrenz und stellen eine Liste auf:

    AfD = kein Kommentar nötig einfach Dreck

    UNION = reaktionär homophob religionshörig unwählbar

    SPD = Umfaller Feiglinge Steigbügelgalter enttäuschend

    FDP = Umfaller grosskotzige neoliberale Gesellschaftsspalter unwählbar

    GRÜNE = koalitionsbereit mit Union und auch religiös verbrämt. Pazifismus über Bord geworfen. Kann sehr enttäuschend werden

    LINKE = gespalten in echte realistisch denkende Linke ( Bartsch Ramelow ) und sozial nationale (Wagenknecht)
    Putinaffin. Schwer zu akzeptieren.

    So und nun?
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#9 LorenProfil
#10 goddamn liberalAnonym
  • 20.02.2018, 13:39h
  • Antwort auf #8 von Nun ja
  • "AfD = kein Kommentar nötig einfach Dreck

    UNION = reaktionär homophob religionshörig unwählbar

    SPD = Umfaller Feiglinge Steigbügelgalter enttäuschend

    FDP = Umfaller grosskotzige neoliberale Gesellschaftsspalter unwählbar

    GRÜNE = koalitionsbereit mit Union und auch religiös verbrämt. Pazifismus über Bord geworfen. Kann sehr enttäuschend werden

    LINKE = gespalten in echte realistisch denkende Linke ( Bartsch Ramelow ) und sozial nationale (Wagenknecht)
    Putinaffin. Schwer zu akzeptieren.

    So und nun?"

    Auch wenn die Sozen bei mir etwas besser wegkommen und ich die Grünen noch etwas skeptischer sehe:

    Brillant auf den Punkt gebracht!

    Leider!!!
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