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Kritik an Ausstellung "Verschweigen – Verurteilen" in Mainz

LGBTI-Aktivisten: Integrationsministerium beschönigt Homo-Verfolgung

Rheinland-Pfalz will seine homophobe Vergangenheit mit einer Ausstellung im Mainzer Rathaus aufarbeiten. Diese halten Aktivisten aber für misslungen.


Die Ausstellung wird noch bis 24. März im Mainzer Rathaus gezeigt (Bild: chezweitz GmbH - museale und urbane Szenografie)

  • 19. Februar 2018, 17:00h 14 2 Min.

Das Netzwerk Queernet Rheinland-Pfalz, eine Dachorganisation von LGBTI-Gruppen im Bundesland, hat die Aufarbeitung der Homo-Verfolgung durch die rot-gelb-grüne Landesregierung als beschönigend kritisiert. Das von den Grünen geführte Landesintegrationsministerium schreibe mit der am Montagabend im Mainzer Rathaus eröffneten Ausstellung "Verschweigen – Vergessen" die Diskriminierung von Schwulen und Lesben fort, so das Netzwerk in einer Pressemitteilung.

Die Ausstellung, die noch bis zum 24. März in der Lobby des Rathauses zu sehen sein wird, soll die Verfolgung und Diskriminierung von Homosexualität im 1946 gegründeten Land Rheinland-Pfalz dokumentieren. Es handelt sich dabei um die Aufarbeitung eines vor einem Jahr vorgestellten Forschungsberichts zum Thema.

Diese Aufarbeitung sei misslungen, weil die Ausstellung bewusst die politisch Verantwortlichen verschweige, so Queernet. Das Netzwerk nannte die beiden CDU-Politiker Adolf Süsterhenn und Franz-Josef Wuermeling, die maßgeblich an der "zweiten Verfolgung" von Homosexuellen nach der Nazi-Diktatur beteiligt gewesen seien. Wuermeling habe dies "als Bundesfamilienminister 1953 bis 1961 u.a. mit der 'Kampfgruppe für die Familie' im Bundestag" und einer "Reform des Scheidungsrechts auf Kosten der Frauen" getan. Beide Politiker seien auch an den Aktivitäten des kirchlichen Volkswartbundes (heute: "Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendschutz") beteiligt gewesen, der den "allgemeinen Sittenverfall" durch Zensur der Darstellung von Homosexualität oder anderer Faktoren wie Nacktheit stoppen wollte.

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Unrecht "beschönigt", Täter "anonymisiert"


Franz-Josef Wuermeling glaubte, dass ein "gesundes Volk" nur durch Verfolgung Homosexueller möglich ist (Bild: CDU / wikipedia)

"Die heute eröffnete Ausstellung auf der Grundlage der wissenschaftlichen Untersuchung anonymisiert diese Verantwortlichkeit und bietet stattdessen drei Mal Helmut Kohl als 'Erneuerer' an. So unbestritten dessen Verdienste sind, so wenig hat er je dazu beigetragen, die Verfolgung schwuler Männer und lesbischer Frauen weder während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur noch in der Nachkriegszeit zu beseitigen", kritisierten die Aktivisten. "Mit der Ausstellung in ihrer aktuellen Fassung schreibt das zuständige Integrationsministerium von Rheinland-Pfalz die Geschichte der Diskriminierung durch Beschönigen und Anonymisieren der Täter fort und verhindert, dass die Opfer die Ihnen zustehende Wiedergutmachung ihres Leids erfahren."

Queernet forderte daher, die Ausstellung "so zu ändern, dass sie den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen unzensiert entspricht". Außerdem müssten die Opfer aus Rheinland-Pfalz entschädigt werden. (dk/pm)

-w-

#1 goddamn liberalAnonym
  • 20.02.2018, 09:25h
  • "Das Netzwerk nannte die beiden CDU-Politiker Adolf Süsterhenn und Franz-Josef Wuermeling, die maßgeblich an der "zweiten Verfolgung" von Homosexuellen nach der Nazi-Diktatur beteiligt gewesen seien."

    Dass die unter grüner Verantwortung nicht genannt werden, kann nicht verwundern.

    Schließlich hoffen die Grünen immer noch auf eine Liebesheirat mit ihrer geistigen Enkelin, der frommen Annegret KK.
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#2 Alex AndersAnonym
  • 20.02.2018, 09:35h
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • Danke, du hast meine Gedanken gelesen. Aus diesem grünen Kirchentagsmilieu wird nichts Fortschrittliches entstehen. Da geht Glaube vor Denken, und Kirche kommt vor Staat nicht nur im Alphabet.
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#3 LorenEhemaliges Profil